NIK
14.03.2009, 13:51
Ende Januar wurde ich auf Boa Vista brutal überfallen. Ich war Individualreisender, der sich lieber auf die Lebensart der Einheimischen einlässt als Pauschal am Pool zu liegen und orientierte mich stark am aktuellen Dumont-Reiseführer plus Karte. Da der Verlag keinerlei Warnung formulierte, habe ich mich nach der "Reise" an den Verlag gewandt mit der Forderung Warnungen zumindest zu beschreiben. Im folgenden kommt der Text, den ich an den Verlag geschickt habe.
"Es gibt [in diesem Reiseführer] keine Warnung vor Kriminalität (speziell auf Boa Vista)! Ich habe selbst die beschriebene Wanderung Reiseführer S. 116 zur Cabbo Santa Maria unternommen und bin auf der Strecke überfallen worden- mit Messerwunden, Gehirnerschütterung, Blessuren, ohne Kamera, Geld usw, bin ich noch einmal glimpflich=lebend rausgekommen. Wie ich dann von der Polizei und Geschäftsleuten aus dem Touristenbereich erfuhr, ist diese Wanderstrecke schon seit geraumer Zeit (?)als sehr gefährlich bekannt. Es gibt immer wieder Raubüberfälle. Desgleichen wurde ich gewarnt, daß viele (insbesondere die einsamen Strände) auch sehr gefährlich sind. Sensibilisiert fragte ich nach meinem Erlebnis Einheimische und dort arbeitende Menschen(in Surfschulen, Restaurants) Immer wieder hörte ich: Vorsicht, hier (am Strand) wurde erst vor 3 Wochen jemand überfallen usw.) In meinem zweiten Hotel (Migrante Hotel) wurde bereits bei der Ankunft in einem Faltblatt davor gewarnt, die Strände hinter dem Bahia-Resort zu besuchen oder wenn, dann nur mit entsprechender Begleitung und/oder Ausrüstung.
Hätte ich diese auf Boa Vista allgemein bekannte Information gelesen, wäre ich sicher nicht zu der beschriebenen Wanderung aufgebrochen und wäre auch nicht überfallen worden. (Vermutlich wäre ich in einer anderen Form, z.B. in der Gruppe gewandert und hätte die Wanderung so genossen...)
Es ist ein Unding für einen sonst sehr guten Reiseführer, daß KEIN WARNHINWEIS auf die ganz konkret vorhandenen Gefahren hinweist! Dieses Problem ist bekannt!"
Im übrigen war der Täter bei mir - wie bei einem anderen Reisenden auch ein gutgekleideter Mann um die 20 Jahre- ich hätte ihn eher als West-Afrikaner eingestuft, aber ich kann mich irren. Er hatte ebenfalls ein schwarzes T-Shirt an.
Und die Polizei?
Die machte nichts! Wichtiger als eine Täterbeschreibung oder das Aufsuchen des Tatorts war ihnen die Vornamen meiner Eltern herauszubekommen, die mit dem Vorfall so rein gar nichts zu tun haben - das ist eben so eine kulturelle Besonderheit, die an einer Verbesserung der Sicherheitslage nichts verändert.
Gleichsam schien mir der Täter genau zu wissen wie er vorgeht und ich bin mir sicher, daß er so weiter macht- es lohnt sich ja für ihn und keiner hindert ihn.
beste Grüße
Nik
"Es gibt [in diesem Reiseführer] keine Warnung vor Kriminalität (speziell auf Boa Vista)! Ich habe selbst die beschriebene Wanderung Reiseführer S. 116 zur Cabbo Santa Maria unternommen und bin auf der Strecke überfallen worden- mit Messerwunden, Gehirnerschütterung, Blessuren, ohne Kamera, Geld usw, bin ich noch einmal glimpflich=lebend rausgekommen. Wie ich dann von der Polizei und Geschäftsleuten aus dem Touristenbereich erfuhr, ist diese Wanderstrecke schon seit geraumer Zeit (?)als sehr gefährlich bekannt. Es gibt immer wieder Raubüberfälle. Desgleichen wurde ich gewarnt, daß viele (insbesondere die einsamen Strände) auch sehr gefährlich sind. Sensibilisiert fragte ich nach meinem Erlebnis Einheimische und dort arbeitende Menschen(in Surfschulen, Restaurants) Immer wieder hörte ich: Vorsicht, hier (am Strand) wurde erst vor 3 Wochen jemand überfallen usw.) In meinem zweiten Hotel (Migrante Hotel) wurde bereits bei der Ankunft in einem Faltblatt davor gewarnt, die Strände hinter dem Bahia-Resort zu besuchen oder wenn, dann nur mit entsprechender Begleitung und/oder Ausrüstung.
Hätte ich diese auf Boa Vista allgemein bekannte Information gelesen, wäre ich sicher nicht zu der beschriebenen Wanderung aufgebrochen und wäre auch nicht überfallen worden. (Vermutlich wäre ich in einer anderen Form, z.B. in der Gruppe gewandert und hätte die Wanderung so genossen...)
Es ist ein Unding für einen sonst sehr guten Reiseführer, daß KEIN WARNHINWEIS auf die ganz konkret vorhandenen Gefahren hinweist! Dieses Problem ist bekannt!"
Im übrigen war der Täter bei mir - wie bei einem anderen Reisenden auch ein gutgekleideter Mann um die 20 Jahre- ich hätte ihn eher als West-Afrikaner eingestuft, aber ich kann mich irren. Er hatte ebenfalls ein schwarzes T-Shirt an.
Und die Polizei?
Die machte nichts! Wichtiger als eine Täterbeschreibung oder das Aufsuchen des Tatorts war ihnen die Vornamen meiner Eltern herauszubekommen, die mit dem Vorfall so rein gar nichts zu tun haben - das ist eben so eine kulturelle Besonderheit, die an einer Verbesserung der Sicherheitslage nichts verändert.
Gleichsam schien mir der Täter genau zu wissen wie er vorgeht und ich bin mir sicher, daß er so weiter macht- es lohnt sich ja für ihn und keiner hindert ihn.
beste Grüße
Nik