Trekking, Mayas und das Florenz MexikosDer perfekte Trip Mexiko

Maya-Tempel in Mexiko
© Lottie Davis

Heute im Hochgebirge wandern, morgen schon am weißen Korallenstrand relaxen, übermorgen im tropischen Dschungel alte Maya-Tempel erkunden. Danach … Hach, das mittelamerikanische Land bietet alles, was man für ein abwechslungsreiches Reise-Abenteuer braucht. Arriba! (Los geht’s!)

Der Reiseplan

Von Mexiko-Stadt in den Süden

Bewegen Sie sich per Flieger, Bus und Taxi durch das riesige Land. Von Mexiko-Stadt aus machen Sie zum Auftakt einen Abstecher in die alte Kolonialstadt San Miguel de Allende. Dann ruft der Süden mit feuriger Küche, Trekkingpfaden, reichlich Maya-Kultur und traumschönen Karibikstränden.

San Miguel de Allende

Das Florenz von Mexiko ist Unesco-Welterbe und reizt mit zauberhaften Farben

Arturo Morales Tirado hat sichtlich Mühe, nicht aus dem Konzept zu geraten. In akkuratem Leder-Blouson steht der Guide vor einer Touristengruppe auf der Plaza Principal und doziert bedeutungsvoll über die rosa Pfarrkirche hinter seinem Rücken. Arturo ist hier offenbar bekannt wie ein bunter Hund. Unentwegt zwinkern ihm Frauen im Vorbeigehen zu, Männer schütteln ihm die Hand oder klopfen dem 56-Jährigen scherzend auf die Schulter.

Die amüsante Situation passt gut zu der heiteren, Gaudí-artigen Kirche, über die Arturo gerade referiert. Mehr als 300 Jahre versuchten die Spanier nach der Eroberung Mexikos im 16. Jahrhundert der indigenen Bevölkerung ihren Stil aufzuzwängen. Aber die Bewohner von San Miguel scherte das wenig. Sie verschönerten die strenge Architektur ihrer „Parroquia“ wo immer sie konnten, fügten hier ein dekoratives Ornament hinzu, dort einen üppigen Schnörkel.

„Du kannst die mexikanische Seele nicht bändigen“, verkündet Arturo, während er einen Passanten flüchtig per Handschlag begrüßt. „Wir sind von Natur aus überschwänglich. Und dieser überladene Barock ist Ausdruck unserer Identität.“ Sagt’s und schreitet über die hübsche Plaza mit dem Springbrunnen und den penibel getrimmten Ficus-Bäumen zur pfirsichfarbenen Nachbarkirche.

Wegen seiner Fülle an Gotteshäusern wird San Miguel de Allende auch das „Florenz von Mexiko“ genannt. Das Faszinierendste an der 500 Jahre alten Kolonialstadt sind jedoch die Farben. Kunterbunt kleben die niedrigen Häuser auf einem Berghügel in fast 2000 Metern Höhe: in Terracotta, Paprika, Ocker, Zinnoberrot. Hier oben, im klaren Licht des Guanajuato- Hochlandes, leuchten sie besonders magisch. „Mexiko ist so abwechslungsreich und voller Energie“, schwärmt Arturo. „Diese Landschaft inspiriert uns.“

Die Gruppe im Schlepptau spaziert Arturo durch die engen Kopfsteinpflastergassen im Zentrum. Stuckverzierte Balkone mit schmiedeeisernen Geländern schmücken die Fassaden, hinter Eichenholztüren, an denen kupferne Löwenkopf- Türklopfer prangen, verbergen sich feine B&Bs. Galerien präsentieren artesanía, mexikanisches Kunsthandwerk.

Dank seiner Lage am Handelsweg zu den großen Silberminen im Norden boomte San Miguel schon in der Kolonialzeit. Bis im 19. Jahrhundert erste Aufstände in der Gegend ausbrachen und die Einwohnerzahl rapide von 50.000 auf 10.000 sank. „Die Zeit stand damals still“, sagt Arturo, der wieder an der Plaza Principal angekommen ist und nun vor dem Geburtshaus des prominentesten Sohnes von San Miguel steht, das heute ein Museum ist: Ignacio Allende, Namensgeber der Stadt und früher Anführer der Revolution, die 1821 zu Mexikos Unabhängigkeit führte.

Die Abendsonne hat den Himmel inzwischen mit lila Schlieren versehen. Auf der Plaza ertönen die Klänge von Gitarren und Trompeten. Eine Mariachi-Kombo spielt ein Ständchen für ein Liebespaar. Arturo verabschiedet sich. Im Gewimmel sieht man ihn mit einer Dame plaudern.

Text: Duncan Craig; Deutsche Bearbeitung: Olaf Heise; Fotos: Lottie Davis

Den vollständigen Artikel mit Infos zum perfekten Trip durch Mexiko, Trekkingrouten und Hotel-Tipps  finden Sie in der Juni-Ausgabe 2015 des Lonely Planet Traveller.

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Das Wichtigste

Hinkommen

Ab Frankfurt a. M. fliegt Lufthansa nonstop nach Mexiko-Stadt und Cancún, Condor nach Cancún. Ab Zürich und Wien startet KLM via Amsterdam, British Airways via London nach Mexiko-Stadt.

Herumkommen

Mexiko ist mehr als fünfmal so groß wie Deutschland, sodass Inlandsflüge bei Rundreisen Sinn machen. Ein gutes Streckennetz bieten Aeroméxico und Interjet. Eine günstige Alternative sind die regelmäßig verkehrenden Fernbusse. Tipp: lieber etwas mehr zahlen und die klimatisierten „De Lujo“- oder „Ejecutivos“- Busse nehmen. Infos z. B. bei ETN oder ADO. Alle Verbindungen unter ticketbus.com.mx

Weiterlesen

Lonely-Planet- Reiseführer Mexiko (28,99 Euro); visitmexico.com.

Weitere Infos (Übernachten)

Casa de los Olivos Das hübsche Boutiquehotel liegt im Herzen von San Miguel, nur einen Häuserblock von der Plaza Principal und den Restaurants entfernt. Die fünf Zimmer sind um einen ruhigen Innenhof angeordnet, in dem Kolibris zwischen Kletterpflanzen umherschwirren. Zum Frühstück gibt’s Chilaquiles, Tortilla mit Rührei und Salsa, die man auf der Dachterrasse mit Blick über die Stadt genießt. DZ ab ca. 150 €, casadelosolivos.com.

Weitere Infos (Organisierte Touren)

  • Intrepid“ bietet eine -tägige Rundreise an, u. a. mit den Zielen Oaxaca und Palenque („Mexiko hautnah“, ab ca. 760 Euro ohne Flug).
  • Die Tour „Abenteuer im Mayareich“ von „Papaya Tours“ hat u. a. zusätzlich die Wasserfälle von Agua Azul und Ausfl üge nach Sian Ka’an im Programm ( Tage ab ca. 3299 Euro inkl. Flüge)
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