Ägypten
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Die ägyptische Geschichte ist unlösbar mit dem Nil verbunden. Seit das Gebiet erstmals besiedelt wurde, ist der Fluss die Quelle des wirtschaftlichen, sozialen, politischen und religiösen Lebens gewesen. Zwar verband der Fluss einerseits frühe Gemeinschaften miteinander, aber viele behaupteten auch grimmig ihre Unabhängigkeit, und es entstanden kleine Königreiche. Diese verschmolzen schließlich zu zwei Staaten, von denen der eine das Tal bis zum Delta einnahm, und der andere das Delta selbst umfasste. Vor etwa 5000 Jahren wurden Ober- und Unterägypten unter Menes vereint, und so stieg die erste dauerhafte Königsdynastie empor. Über 50 Pharaonen, 30 Dynastien und 2700 Jahre folgten, bevor Alexander der Große eine lange, ununterbrochene Ära der Fremdherrschaft einläutete.
Trotz der überwältigenden Zeugnisse aus der Zeit der Pharaonen - die Pyramiden, Tempel, öffentlichen Bauten und Kunstwerke - ist über die Periode selbst nicht viel bekannt. Die Pharaonen galten als göttlich. Sie herrschten über eine in viele Schichten untergliederte Gesellschaft. Die erste Pyramide wurde im 27. Jahrhundert v.Chr. gebaut. In den folgenden 500 Jahren wurden die Pharaonen mächtiger, und damit wurden auch ihre Tempel und Pyramiden gewaltiger und größer. Zur Zeit der 4. Dynastie, als Cheops, Chephren und Mykerinos die drei Großen Pyramiden von Giseh erbauen ließen, war die monarchische Macht auf ihrem Höhepunkt. Während der 6. und 7. Dynastie (ungefähr zwischen 2490 und 2330 v.Chr.) zerstreute sich die Macht und kleine Fürstentümer erschienen auf der Bildfläche. Das Alte Reich zerfiel.
In Herakleopolis (nahe dem heutigen Beni Suef) wurde eine zweite Hauptstadt gegründet, während in Theben (dem heutigen Luxor) ein unabhängiges Königreich entstand. Die Zeit des Feudalismus begann und Ägypten trieb in den Bürgerkrieg. Erst unter Mentuhotep II. geriet Ägypten wieder unter die Kontrolle eines einzigen Pharaos. Die nächsten 250 Jahre erlebte Ägypten eine Blütezeit, doch dann begannen die Adeligen und Führer erneut zu streiten. Das Reich wurde geschwächt und Ägypten war reif für eine Eroberung durch eine fremde Macht. Die Hyksos drangen aus dem Nordosten ein und regierten Ägypten über ein Jahrhundert lang, bis sie vertrieben wurden. In den folgenden 400 Jahren (1550 bis 1150 v.Chr.) blühte das Neue Reich unter Herrschern wie Tuthmosis I., dem ersten Pharao, der im Tal der Könige beigesetzt wurde; seiner Tochter Hatschepsut, eine der wenigen weiblichen Herrscher Ägyptens; und Tuthmosis III., Ägyptens größtem Eroberer, der das Reich bis nach Westasien ausdehnte.
Amenophis IV. schwor den Lehren der Priesterschaft ab und nahm den Titel Echnaton an zu Ehren des einzigen und universalen Gottes Aton, dargestellt als Sonnenscheibe. Er und seine Frau Nofretete gründeten eine neue Hauptstadt namens Achetaton, die einzig und allein dem neuen Gott huldigte (vielleicht die erste Form eines organisierten Monotheismus). Echnatons Schwiegersohn war Tut-ench-Amun, der Ägypten neun Jahre lang regierte, bis er noch als Jugendlicher starb. Danach wurde Ägypten von Feldherren regiert: Ramses I., II. und III. sowie Seti I. Sie errichteten gewaltige Bauwerke und Tempel, doch das Reich begann auseinander zu fallen, und als der griechische Eroberer Alexander der Große 332 v.Chr. eintraf, war es in Auflösung begriffen. Alexander gründete eine neue Hauptstadt und nannte sie ganz bescheiden Alexandria. Unter Ptolemäus I. wurde Alexandria eine bedeutende Stadt. Die Griechen beherrschten Ägypten 300 Jahre lang, doch machten ihnen große Rivalitäten unter den Adligen zu schaffen, und viele Menschen wurden vertrieben oder umgebracht.
Unterdessen begann sich ein expandierendes Römisches Reich für Ägypten zu interessieren. Eine der berühmtesten Seifenopern der Antike bahnte sich an. Zwischen 51 und 48 v.Chr. wurde Ägypten gemeinsam von Ptolemäus XIII. und dessen älterer Schwester Kleopatra VIII. regiert, als Julius Cäsar seinen Rivalen Pompejus aus Rom schickte, um die beiden zu überwachen. Ptolemäus ließ Pompejus umbringen und verbannte Kleopatra. Julius Cäsar kam nach Ägypten, warf Ptolemäus in den Nil, ernannte einen anderen Bruder Kleopatras, Ptolemäus XIV., zum Mitregenten und wurde Kleopatras Liebhaber. 47 v.Chr. gebar Kleopatra Cäsar einen Sohn und zwei Jahre später ließ sie ihren Bruder umbringen. Cäsar wurde im Jahr darauf ermordet. Marcus Antonius kam aus Rom, und er und Kleopatra verliebten sich ineinander. Sie blieben zehn Jahre zusammen, bis ein unzufriedener Römischer Senat Oktavian schickte, um mit Marcus Antonius zu verhandeln. Antonius und Kleopatra kamen einer römischen Intervention zuvor, indem sie 30 n.Chr. Selbstmord begingen, woraufhin Ägypten Teil des Römischen Reiches wurde.
Als das Römische Reich im 3. und 4. Jahrhundert auseinander fiel, kamen neue Eindringlinge nach Ägypten: die Nubier aus dem Süden und Nordafrikaner aus dem Westen. Später drangen die Perser ein. Trotz dieser Kriege und einer großen Hungersnot war das byzantinische Ägypten bis 640 n. Chr., als die Araber kamen, relativ stabil. Die Araber brachten den Islam nach Ägypten und gründeten Fustat (an der Stelle des heutigen Kairo) als Sitz einer instabilen Regierung. Letzten Endes waren es die Fatimiden, die die Kontrolle über Ägypten gewannen, und unter Al-Muizz baute ein Grieche namens Gawar die Stadt Al-Qahira (Kairo). Ägypten erlebte unter den Fatimiden einen Aufschwung und Kairo wurde zu einer blühenden Metropole mit zehnstöckigen Gebäuden.
Christen aus Westeuropa eroberten auf ihren Kreuzzügen des 11. Jahrhunderts Palästina und einen großen Teil des restlichen geschwächten fatimidischen Reiches. Sie wurden von Salah ad-Din (Saladin) bedrängt, der in Ägypten die Dynastie der Ayyubiden gründete. Er befestigte Kairo und vertrieb 1187 die Kreuzfahrer aus Jerusalem. Salah ad-Din beabsichtigte, seine Macht zu stärken und warb daher Mamelucken (türkische Söldner) an, ihm zu helfen. Die Mamelucken stürzten schließlich selbst die ayyubidische Dynastie und regierten zweieinhalb Jahrhunderte, bis Ägypten 1517 an die Türken fiel. Da die meisten Mamelucken türkischer Abstammung waren, überließen die osmanischen Sultane, die ihren Sitz in Konstantinopel hatten, die Regierung Ägyptens weitgehend den Mamelucken und beschränkten sich darauf, Steuern einzusammeln. Dies hatte erst ein Ende, als Napoleon 1798 Ägypten besetzte, nur um seinerseits 1801 von den Briten hinausgeworfen zu werden, die wiederum von Mohammed Ali, einem Leutnant des albanischen Kontingents der osmanischen Armee, vertrieben wurden. Als dieser 1848 starb, trat sein Enkelsohn Abbas seine Nachfolge an. Auf Abbas folgte dessen Sohn Said Pascha, der damit begann, den Suezkanal zu graben. 1869 wurde dieser von Ismail Pascha eröffnet.
Durch lähmende Schulden musste Ägypten die Kanalaktien an die Briten verpfänden und schließlich den Staatsbankrott erklären. Die Briten nahmen wieder verstärkt Einfluss und beendeten die Oberhoheit, die die Türkei immer noch über Ägypten innehatte. Während des Ersten Weltkriegs schloss sich Ägypten den Alliierten an. Kurz darauf gestatteten die Briten die Gründung einer nationalen politischen Partei - der Wafd. König Fuad I. wurde zum Oberhaupt der konstitutionellen Monarchie gewählt und die folgenden dreißig Jahre stritten die Briten, die Monarchisten und die Wafdisten um die Macht. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten sieben arabische Länder, darunter auch Ägypten, die Arabische Liga, aber durch den Krieg lag Ägypten in Trümmern, und seine Niederlage im israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 spitzte das Chaos noch zu. 1952 übernahm eine Gruppe abtrünniger Offiziere, angeführt von Oberst Gamal Abdel Nasser, mit einem unblutigen Putsch die Macht. Die Briten und Franzosen zögerten, die Kontrolle über das Land aufzugeben und marschierten ein. Die USA und die Sowjetunion standen ausnahmsweise einmal auf derselben Seite und die UNO entsandte Friedenstruppen. Sie bestand auf einem Abzug der Besatzer. Nasser wurde zum Helden, besonders unter Arabern.
Nasser versuchte Ägypten, Syrien, den Jemen und später den Irak Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre zu vereinigen, indem er die arabische Einheit beschwor und Israel dämonisierte. Nach Monaten wachsender Spannungen zwischen Ägypten und Israel startete der jüdische Staat am 5. Juni 1967 einen Präventiv-Angriff und löste damit den so genannten Sechstagekrieg aus. Israel zerstörte die ägyptische Luftwaffe, nahm den Sinai ein und schloss den Suezkanal (es eroberte auch die Golanhöhen von Syrien und die West Bank von Jordanien). Anwar as-Sadat, Nassers Vizepräsident, übernahm nach Nassers Tod 1970 die Führung und machte sich daran, die Beziehungen zum Westen zu verbessern. Am 6. Oktober 1973 startete Sadat einen Überraschungsangriff gegen die israelischen Besatzer des Sinai (Jom-Kippur-Krieg), und obwohl Ägypten den Krieg verlor, gewann es immerhin das Ostufer des Suezkanals zurück. 1977 begann Sadat mit Israel Frieden zu schließen, was zur Vereinbarung von Camp David 1979 führte. Darin willigte Israel ein, sich aus dem Sinai zurückzuziehen und Ägypten erkannte offiziell Israels Existenzberechtigung an. Es gab jedoch keine Einigung über die Palästinafrage, und viele in der arabischen Welt hatten das Gefühl, Sadat habe sie verraten. Er wurde am 6. Oktober 1981 ermordet.
Hosni Mubarak, Sadats Vizepräsident, wurde als dessen Nachfolger vereidigt und ist seitdem der Führer des Landes. Mubarak hat viele mit seinem geschickten politischen Vorgehen in der Krisenregion überrascht, indem er die Beziehungen zu Israel und auch zu anderen arabischen Staaten verbesserte. Mit dem wachsenden Fundamentalismus in der arabischen Welt ist Mubaraks Stellung manchmal sehr unsicher gewesen und er wurde mehrfach das Opfer von Attentatsversuchen. Er entsandte 35 000 Soldaten in den Golfkrieg gegen den Irak. Zwar wurde der Krieg von vielen als ein Kampf westlicher Imperialisten gegen Araber angesehen, doch konnte Ägypten dank dieses Engagements seine Beziehungen zum Westen verbessern.
1992-3 begannen islamische Fundamentalisten eine Kampagne der Einschüchterung und Gewalt gegen Touristen und ägyptische Sicherheitskräfte. Die 90er Jahre waren von Spannungen mit dem Sudan über das Halaibgebiet, Überschwemmungen und dem gescheiterten Attentat auf Mubarak in 1995 gekennzeichnet. Das Attentat in Luxor, bei dem 70 Menschen ums Leben kamen, hat der Wirtschaft durch den Rückgang des Tourismus schwer geschadet. Die Terroranschläge vom 11.9.2002 haben sich auch sehr negativ auf den Tourismus ausgewirkt. Da Ägypten jedoch die USA in ihrem Kampf gegen den Terror unterstützt, hat das Land im Februar 2002 Zusagen für Hilfszahlungen der Weltbank erhalten und ist relativ stabil.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 12-25 £E
- Restaurant mittlerer Kategorie: 25-40 £E
- Luxusrestaurant: ab 50 £E
Übernachtung
- Einfache Unterkunft: 15-50 £E
- Hotel mittlerer Kategorie: 50-150 £E
- Luxushotel: ab 250 £E
Währung
Ägyptisches Pfund (£E)








