Botsuana

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Die nomadisierenden San (Buschmänner) kamen vor mindestens 30 000 Jahren nach Botsuana. Ihnen folgten die Hirtenstämme der Khoikhoi (früher Hottentotten genannt) und diesen wiederum die Bantu-Völker, die im 1. und 2. Jh. n. Chr. aus dem nordwestlichen und östlichen Afrika einwanderten und entlang des Flusses Chobe siedelten. Das Bantu-Volk der Tswana lebte bis zum 18. Jh. relativ friedlich über die ganze Kalahari verstreut. Etwaige Konflikte löste man durch Trennung: Die mit einer Situation unzufriedene Teilgruppe eines Stamms zog alleine weiter und bildete den Kern einer neuen Dynastie.

Um 1800 war fast das gesamte Grasland am Rande der Kalahari von Hirtenvölkern besetzt. Damit konnte Trennung als friedliche Lösung von Problemen nicht mehr funktionieren - wohin auch hätte die abgesplittete Gruppe gehen können? Zwei weitere Ereignisse jener Zeit waren die Ursache für die gesellschaftlichen Veränderungen innerhalb des Stamms der Tswana: Zum einen hatten Europäer das Kap erreicht und drängten nun nach Norden vor; zum anderen boten die weit verstreut liegenden Dörfer der Tswana eine billige Beute für die Zulu, die sich 1818 zusammengeschlossen hatten und mit Kriegszügen versuchten, ihr Territorium zu erweitern. Daraufhin reorganisierten sich die Tswana und entwickelten eine hochstrukturierte Gesellschaft. Jede einzelne der Tswana-Nationen wurde als Erbmonarchie regiert und die Untertanen lebten in der zentral gelegenen Hauptstadt oder in nahen Dörfern.

Die Ordnung und Struktur dieser Stadtgesellschaften beeindruckte die christlichen Missionare, die in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts ankamen. Keinem von ihnen gelang es damals, eine nennenswerte Zahl von Tswana zum christlichen Glauben zu bekehren. Also änderten die Missionare ihre Strategie und berieten die Tswana bezüglich ihres Umgangs und des Handels mit den Europäern - nicht immer waren ihre Ratschläge sinnvoll. Unterdessen starteten die Buren unter dem Druck der Briten ihren Großen Treck über den Vaal River, der sie in die Gebiete der Tswana und Zulu führte. Wie selbstverständlich okkupierten die Buren das Land, errichteten Farmen und versuchten den einheimischen Stämmen ihre Regeln aufzuzwingen. Viele Tswana ließen sich von den Buren einstellen, aber die Zusammenarbeit verlief alles andere als ruhig - Rebellion und Gewalt schienen an der Tagesordnung. 1877 schließlich waren die Feindseligkeiten so weit gediehen, dass die Briten sich zur Annexion des Transvaal veranlasst sahen und damit den ersten Burenkrieg auslösten. Dank der Konvention von Pretoria 1881 herrschte kurze Zeit Ruhe, aber schon ein Jahr später gingen die Buren erneut gegen die Tswana vor, die daraufhin bei den Briten um Hilfe und Schutz nachsuchten.

Die Briten kamen, schlugen sich aber nicht auf die Seite der Tswana. Stattdessen deklarierten sie das gesamte Land südlich des Molopo zur britischen Kronkolonie von Betschuanaland, das Land nördlich des Molopo wurde zum britischen Schutzgebiet Betschuanaland (das heutige Botsuana). Bis auf einige wenige Jahre, in denen es den Anschein hatte, als würden die Engländer die Kontrolle über das Schutzgebiet an Cecil Rhodes und seine British South Africa Company abgeben, blieb das Schutzgebiet britisch. In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand ein tiefgehender Nationalismus und erst 1955 wurde es offensichtlich, dass die Briten Botsuana bald in die Unabhängigkeit entlassen würden. Nach dem Massaker von Sharpeville in Südafrika im Jahr 1960 gründete man die Bechuanaland People's Party, die sich als Ziel die Unabhängigkeit auf ihre Fahnen schrieb. 1965 schließlich wurden allgemeine Wahlen abgehalten und Seretse Khama zum Präsidenten bestimmt. Am 30. September 1966 war die Republik von Botsuana unabhängig.

Der große ökonomische Umschwung kam 1967, als bei Orapa Diamantenvorkommen entdeckt wurden. Obwohl der Großteil der Bevölkerung in den unteren Einkommensschichten zu finden ist, haben die Diamanten und andere Bodenschätze zu immensen Devisenreserven geführt und die Währung des Landes zur stärksten in ganz Afrika gemacht. Nachdem der internationale Diamantenmarkt 1999 ein Tief erlebte, hat Botsuana zum ersten Mal seit 16 Jahren ein Defizit eingefahren. Die Regierung Botsuanas wird als pragmatisch und pro-westlich eingestuft, allein die hohen Militärausgaben des Landes schüren Bedenken. Zu den Hauptproblemen von Botsuana gehören gegenwärtig die Arbeitslosigkeit, die Landflucht und die hohe HIV-Infektionsrate. Ein weiteres Problem ist die explodierende Geburtenrate, die in den letzten Jahren aufgrund von HIV und AIDS in den gebährfähigen Altersgruppen jedoch wieder etwas gesunken ist.

Im Jahr 2000 wurde das Land von vernichtenden Überschwemmungen heimgesucht, durch die 70 000 Menschen obdachlos wurden, während auch Dürreperioden, besonders im Westen des Landes, viel Not verursacht haben. Im Jahr 2004 lag die HIV- und AIDS-Infektionsrate in Botsuana bei 37,5%. Das Land erlebte außerdem einen Zustrom von Flüchtlingen aus Simbabwe, der einige Unruhe auslöste. Trotz all dieser Herausforderungen bleibt Botsuana ein friedliches Land.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 1-5 US-Dollar
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 5-10 US-Dollar
  • Luxusrestaurant: ab 15 US-Dollar

Übernachtung

  • Günstiges Zimmer: 7-30 US-Dollar
  • Hotel mittlerer Kategorie: 30-40 US-Dollar
  • Luxushotel: ab 65 US-Dollar

Währung

Pula (P)


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