Botsuana
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Sehenswertes
Gaborone
Es ist ein wenig gewagt, Gaborone den Sehenswürdigkeiten des Landes zuzurechnen, da hier jedoch alle Fäden zusammenlaufen und fast jeder Besucher des Landes die Hauptstadt passiert, sollte man zumindest vorgewarnt sein. Gaborone ist sicherlich kein Ort, der sich zum Bummeln eignet: Die Distanzen sind endlos, der Verkehr horrend, es gibt keine Bürgersteige und das Gewirr von Vororten und Hochhäusern kann einen zur Verzweiflung bringen. Mangels eines zentralen Geschäftsviertels konzentriert sich alles Leben auf einzelne Subzentren in der Peripherie, in deren Mittelpunkt meist eine sogenannte Mall (Einkaufszentrum) steht. Wer sich schon immer ein Los Angeles ohne Glanz und Glimmer gewünscht hat, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Die Hauptattraktion der Stadt ist das Nationalmuseum mit den üblichen historischen Artefakten und ausgestopften Tieren; sehenswert sind die Abteilungen über die verschiedenen Kulturen des Landes, insbesondere die der San-Kultur. Im gleichen Gebäude befindet sich die kleine Nationalgalerie, in der traditionelle und moderne afrikanische und europäische Kunstwerke ausgestellt werden; hier findet man auch ein paar interessante Werke von San-Künstlern.
Das Gaborone Game Reserve ist für diejenigen, die mal eben Safari spielen wollen. Einen Kilometer außerhalb der Stadt liegend besitzt es einige Antilopen und ein Nashorn in einem Käfig. Wer's natürlicher mag, kann Safaris auf dem Pferderücken in den Busch nordwestlich von Gaborone unternehmen. In Gaborone gibt es eine ganze Reihe von Unterkünften, allerdings keine billigen. Gaborone liegt auf dem halben Weg zu Botsuanas südöstlicher Grenze mit Südafrika.
Okavango Delta
Der Okavango wird beschrieben als "ein Fluss, der niemals das Meer sieht"- und tatsächlich versickert er in einem 15 000 qkm großen Gewirr aus Lagunen, Kanälen und Inseln im nordwestlichen Botsuana. Dieses größte Binnendelta der Welt wird von einer schon legendären Tierwelt bevölkert: Tausende und Abertausende von Vögeln durchstreifen das Gebiet, ebenso wie Elefanten, Zebras, Büffel, Flusspferde, Giraffen, Kudus (Waldantilopen) und Gnus. Im Herzen des Deltas dient das 3000 qkm große Moremi Wildlife Reserve dem Schutz der Tiere. Die außerhalb des Reservats angesiedelten Lodges sind luxuriös und relativ isoliert, man sieht weniger Tierleben, aber auch weniger Touristen, so dass man in Ruhe die einzigartige Natur erleben kann. Etwa 60 km südöstlich von Moremi liegt Maun, das Verwaltungszentrum und wichtigster Flugplatz der Region. Wer etwas knapp bei Kasse ist, sollte den östlichen Teil des Deltas aufsuchen, wo inoffizielle einheimische Führer bezahlbare Bootsfahrten anbieten.
Im Reservat selbst gibt es einige ausgewiesene Zeltplätze; außerhalb dieser Zonen sollte man nicht campen, es sei denn man möchte als Vorspeise für einen Löwen enden. Weniger Abenteuerlustige entscheiden sich für eine der vielen Lodges, die üblicherweise auch den Transport ihrer Gäste organisiert. Man kann natürlich auch auf eigene Faust per Bus oder Flugzeug von Gaborone (600 km südöstlich von Maun) aus anreisen und an einer Safari teilnehmen. Die schönste Art der Erkundung des Deltas ist mit dem 'mokoro', einem Kanu, das mit langen Stangen von erfahrenen Führern durch die flachen Wasser des Deltas gestakt wird; früher wurden diese Boote traditionell aus einem Baumstamm gehöhlt, heute sind sie meist aus Plastik. Als optimale Besuchszeit für das Delta gelten die Monate zwischen Juli und September, dann ist der Wasserstand hoch (lange nach der Regenzeit, da der aus Angola kommende Okavango erst einmal das Delta fluten muss) und der Himmel ist nicht von Wolken bedeckt.
Chobe Nationalpark
Der Chobe Nationalpark bedeckt eine Fläche von 11 000 qkm und hat mehr Wildreichtum zu bieten als jeder andere Ort in Botsuana. Kasane, am nördlichen Ende des Parks, ist das Einfallstor und zugleich Verwaltungszentrum von Chobe. Hier landet man auch, wenn man mit dem Flugzeug anreist. Die Stadt selbst hat nicht viel zu bieten, eignet sich aber gut als Basis für Stippvisiten im Park.
Wer es eilig hat, kann mit dem Auto am Ufer des Chobe River entlang fahren oder mit dem Boot eine Tour unternehmen. Am Fluss versammeln sich immer riesige Tierherden. Elefanten - insgesamt leben etwa 73 000 Exemplare in dieser Gegend - kommen manchmal in Gruppen von bis zu 500 Tieren zur Tränke, die damit zu den Hauptattraktionen des Parks gehört. Nach einer solchen Invasion sieht die Pflanzenwelt in der näheren Umgebung aus, als habe hier ein Bombenangriff stattgefunden. An den Ufern des Chobe bieten sich auch hervorragende Möglichkeiten zum Beobachten von Löwen, Büffeln, Giraffen, Antilopen, Schakalen, Warzenschweinen, Hyänen, Krokodilen, Ottern, Zebras und vielen, vielen Vogelarten.
Die Mababe-Senke - das Überbleibsel eines Sees, der einst ganz Nordbotsuana bedeckte - beherbergt die nächste Attraktion des Parks: das Marschland von Savuti. Diese extrem flache und harsche Landschaft wird ebenfalls von solch einer reichen Tierwelt bevölkert, dass jeder Besucher überwältigt ist. Elefanten ziehen in großen Herden umher, Löwen, Wildhunde und Hyänen umkreisen riesige Horden Impalas (Schwarzfersenantilopen), Gnus knabbern an Gräsern und Büffel und Zebras geben sich ein Stelldichein in einer Anzahl, die sonst nirgends zu sehen ist. Im Vergleich hierzu hat Ngwezumba weniger zu bieten. Große Wildherden trifft man hier nicht, dafür locken aber die Salzpfannen und der Mopanewald neben Elefanten und Büffeln auch die seltene Antilopenart Oribi an.
Kasane liegt am nördlichsten Punkt des Landes, ungefähr 800 km von Gaborone entfernt. Vom hiesigen Flughafen kann man nach Maun, Gaborone und Victoria Falls fliegen. Busse verbinden Kasane mit dem 250 km weiter südlich gelegenen Nata. In Kasane werden Leihwagen angeboten, für die meisten Sehenswürdigkeiten benötigt man einen Allradwagen mit hoher Bodenfreiheit. Im Park selbst sind Camps und Lodges zu finden.
Serowe
Mit 90 000 Einwohnern ist das großzügig angelegte Serowe im östlichen Botsuana die größte ländliche Siedlung des Landes. Serowe war einst die Hauptstadt des Ngwato-Volks, dessen König Khama im Jahr 1902 hierher zog. Darüber hinaus ist Serowe die Heimat der Botsuana Brigades, einer Bewegung, die seit 1965 auch in den abgelegensten Gebieten des Landes erfolgreich das Analphabetentum bekämpft.
Das Khama III. Memorial Museum erzählt die Geschichte der Khama-Familie, der Herrscher des Ngwato-Volks. Leapeeetswe Khama stiftete für das Museum sein Haus, das unter dem Namen "Red House" bekannt ist. Die Ausstellung umfasst persönliche Gegenstände von König Khama III. und seiner Gefolgschaft sowie Artefakte, die über die Geschichte von Serowe informieren. Außerdem gibt es eine naturgeschichtliche Abteilung mit einer großen Sammlung von Insekten und Schlangen der Region, der ständig neue Ausstellungsstücke zugeführt werden. Wer die Geschichte der Khama-Familie noch weiter verfolgen will, sollte den Königlichen Friedhof besuchen, der sich im Zentrum auf einem Hügel befindet. Neben dem Grab von Khama III. und seiner Familie stehen Ruinen aus dem 11. Jahrhundert. Etwa 20 km nordwestlich von Serowe liegt das Khama Rhino Sanctuary, ein sicheres Refugium für sieben der 16 noch in Botsuana lebenden Nashörner.
Das etwa 250 km nördlich der Hauptstadt gelegene Serowe hat einige passable Hotels. Um mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu gelangen, muss man von Gaborone aus per Bus oder Zug nach Palapye fahren und hier in einen lokalen Bus umsteigen.
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Tsodilo Hills
Ähnlich Australiens Uluru, erheben sich diese Felsen abrupt aus einer weiten Wüstenebene, die aus nichts als Sand besteht. Die Tsodilo Hills sind von Mythen und Legenden umhüllt und die spirituelle Bedeutung für die San der Makoko- und der Dzucwa-Gruppierung geht so weit, dass sie die Gegend als Ort ihrer Schöpfung sehen. Der südafrikanische Schriftsteller Laurens van der Post machte Tsodilo unter der Bezeichnung "Slippery Hills" unsterblich. Als er das erste Mal hierher kam, klemmte plötzlich der Verschluss seiner Kamera, das Aufnahmegerät gab seinen Geist auf und ganze Schwärme von Bienen begannen ihn anzugreifen - offensichtlich hatte er die Ruhe der Wesen gestört, die Tsodilo bewachen.
Die Gegend wurde schon vor 35 000 Jahren von den Vorfahren der San besiedelt und beherbergt über 3500 Felsmalereien. Die minimalistisch ausgeführten Szenen mit Tieren, Menschen und abstrakten Symbolen sind vielleicht nicht mehr als spontanes Gekritzel gewesen, das man über Jahrhunderte hinweg auf den Felsen anbrachte. Doch ist die Vorstellung sicherlich verlockender, dass dies Kunstwerke altertümlicher Michelangelos sind, deren einziges Bedürfnis die Vervollkommnung ihrer Fertigkeiten war. Die Mehrzahl der Malereien sind in Ocker und Weiß ausgeführt und werden den San sowie den später hinzugekommenen Bantu-Völkern zugesprochen. Unter den interessantesten Zeichnungen befinden sich ein Zebra, ein Wal, ein Pinguin, eine Nashornfamilie und eine tanzende, sichtbar erregte Männergruppe.
In der Nähe der Hügel gibt es zwei Siedlungen, das San- und das Mbukushu-Dorf, in denen man jedoch keinerlei Waren kaufen kann. Zelten ist erlaubt und an einem Bohrloch gibt es Wasser; ein Besucherzentrum und ein offizieller Campingplatz sind im Aufbau. Die Hügel liegen im nordwestlichen Teil des Landes, ungefähr 800 km von Gaborone entfernt. Entweder man fliegt nach Tsodilo oder benutzt einen Wagen; wegen des tiefen Sands auf den letzten 60 km ist ein Geländefahrzeug allerdings unabdingbar. Die Fahrt ist anstrengend, aber unvergesslich.
Nationalparks Makgadikgadi und Nxai Pan
Die beiden Parks etwa 100 km östlich von Maun sind zur gleichen Zeit entstanden und werden auch als Einheit angesehen und gemeinsam verwaltet. Das Makgadikgadi-Wildreservat im Süden erstreckt sich über 4000 qkm und besteht aus Salzpfannen, Grasland und wunderschöner Savanne. Antilopen, Löwen, Hyänen, Geparde, Flusspferde und unzählige Vögel bevölkern den Park, Elefanten oder Büffel dagegen bekommt man nicht zu Gesicht. Auf dem Gelände gibt es einen Zeltplatz mit Toiletten, kalten Duschen und Trinkwasser, der aber nur mit einem geländegängigen Fahrzeug erreicht werden kann.
Der nördliche Nxai-Pan-Nationalpark umfasst ebenfalls rund 4000 qkm. In seinem südlichen Teil liegen mehrere kleine Salzpfannen, die im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Botsuanas während der Regenzeit interessanter sind als in der Trockenzeit: Riesige Herden von Gnus und Zebras finden sich zum Grasen ein, Giraffen strecken ihre langen Hälse nach den besten Blättern hoch oben in den Bäumen aus und Löwen, Hyänen und Wildhunde freuen sich über dieses herrliche Menüangebot. Hier ist auch einer der wenigen Plätze, wo man Löffelhunde in großer Zahl zu Gesicht bekommt. Im Süden von Nxai Pan stehen auf einer Insel inmitten dem grellen Weiß der Salzpfannen die Baines' Baobabs, eine Gruppe von Affenbrotbäumen, die der Maler Thomas Baines 1862 gemalt und damit unsterblich gemacht hat. Thomas Baines war Mitglied einer der Expeditionen, die David Livingstone unternahm. Vergleicht man das Bild mit den Originalbäumen, wird man erstaunt feststellen, dass im Laufe der Jahrzehnte nur ein Ast abgebrochen ist. Am Zeltplatz von Nxai Pan gibt es keinerlei Infrastruktur; für die Erkundung des Parks auf eigene Faust benötigt man ein allradgetriebenes Fahrzeug. Der Park liegt ungefähr 500 km nördlich von Gaborone.
Gcwihaba-Höhlen
Dieses Höhlensystem - das auch als Drotsky's Cave bekannt ist - entstand einst mit Hilfe von Wasser, das durch das Dolomitgestein sickerte und Salze löste, die wieder ausfällten und über die Jahrtausende hinweg wunderschöne Tropfsteine schufen. Einige der Stalagtiten und Stalagmiten besitzen heute eine Länge von bis zu 10 m und dekorieren die Kammern auf eindrucksvolle Weise. Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zeigte das Kung-Volk die Höhlen einem Herrn namens Martinus Drotsky, der damit der erste Europäer war, der diese fantastische Unterwelt zu Gesicht bekam. Der Legende nach soll in dem Höhlensystem ein Schatz aus dem 19. Jahrhundert versteckt sein.
Abenteuerlustige können die Höhlen von zwei Seiten aus erkunden, offizielle Führungen finden nicht statt. Da absolut kein natürliches Licht die Höhlen erhellt, müssen Speläologen starke Taschenlampen mit sich führen und für Notfälle im Besitz weiterer Lichtquellen sein. Auf der Wanderung durch die Höhlen gibt es einige schwierige Passagen mit tiefen Abgründen. Der Großteil der Strecke aber ist relativ einfach zu bewältigen und führt durch große Kammern und geräumige Passagen mit vielen Abzweigungen (Weg merken!). In der Höhle leben sogar Fledermäuse, unter ihnen auch die Gattung der Riesen-Rundblattnasen. Die Landschaft rund um die Höhlen ist wie geschaffen zum Zelten, allerdings existiert keinerlei Infrastruktur. Um hierher zu kommen, benötigt man einen Geländewagen mit großen Tanks, sowohl für Benzin als auch für Wasser. Gcwihaba liegt ungefähr 650 km nordwestlich von Gaborone nahe der namibischen Grenze.
Gemsbok-Nationalpark
In der abgelegenen südwestlichen Ecke des Landes ist der 11 000 qkm große Gemsbok-Nationalpark zu finden. Im Westen grenzt er an den südafrikanischen Kalahari-Gemsbok-Nationalpark und zusammen bilden sie eines der weltgrößten Wildnisgebiete. Dies ist auch einer der wenigen Orte in Botsuana, wo man die berühmten Wanderdünen der Kalahari bewundern kann. Der Namensgeber des Parks, die Oryx-Antilope, lässt sich am besten in den Monaten März, April und Mai beobachten, wenn die Regenfälle ein wenig Grün über das alles beherrschende Rot des Sandes gebracht haben. Zu dieser Zeit tummeln sich hier auch Springböcke, Kuhantilopen und Gnus. Während des restlichen Jahres sieht man kaum ein Tier.
In den Gemsbok Nationalpark gelangt man sowohl von südafrikanischer Seite als auch von botswanischer Seite. Campingplätze verteilen sich über das gesamte Gebiet. Der Park liegt 600 km südwestlich von Gaborone und wird am Besten mit einem geländegängigen Fahrzeug angefahren.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 1-5 US-Dollar
- Restaurant mittlerer Kategorie: 5-10 US-Dollar
- Luxusrestaurant: ab 15 US-Dollar
Übernachtung
- Günstiges Zimmer: 7-30 US-Dollar
- Hotel mittlerer Kategorie: 30-40 US-Dollar
- Luxushotel: ab 65 US-Dollar
Währung
Pula (P)








