Gambia

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Bereits um 500 n.Chr. waren Städte und Dörfer über Westafrika verstreut, in denen Landwirtschaft betrieben wurde und Eisenschmelztechniken bekannt waren. Mit fortschreitender Dauer des ersten Jahrtausends nahm der Handel zwischen den nördlich und südlich der Sahara gelegenen Ländern deutlich zu.

Im 14. Jahrhundert umfasste das Mali-Reich - gegründet von Sundiata Keita, dem Führer des Volkes der Malinké - das gesamte Gebiet von der Atlantikküste über das heutige Gambia und Senegal bis nach Niger und Nigeria. Dieses riesige Reich kontrollierte praktisch den gesamten Trans-Sahara-Handel. Durch die Beziehungen zu den arabischen Staaten im Norden kamen die Herrscher Malis mit der islamischen Religion in Berührung, die sie mit großem Enthusiasmus übernahmen. Mitte des 15. Jahrhunderts verlor das Mali-Reich zunehmend an Einfluss, und eine Gruppe des Volkes der Malinké wanderte in das Flusstal des Gambia, um dort zu siedeln. Sie brachten den Islam mit und wurden unter der Bezeichnung Mandingo bekannt.

Anfang des 15. Jahrhunderts begann der portugiesische Prinz Heinrich seine Seefahrer zu ermutigen, an der Küste Westafrikas entlang nach Süden zu segeln. Damit hoffte er, den von Arabern und Muslimen beherrschten Trans-Sahara-Goldhandel umgehen zu können, denn Gold bildete damals einen wichtigen Eckpfeiler der portugiesischen Finanzen. Die ersten europäischen Seefahrer landeten 1456 in Gambia, an der etwa 30 km flussaufwärts gelegenen Insel James Island. Wenn die Portugiesen auch keine Siedlungen errichteten, so machten sie sich doch daran, den Handel an der westafrikanischen Küste im Laufe des 16. Jahrhunderts zu monopolisieren. An ihren Handelsposten tauschten sie Salz, Eisen, Töpfe und Pfannen, Feuerwaffen und Schießpulver gegen Elfenbein, Ebenholz, Bienenwachs, Gold und Sklaven. (Es wird vermutet, dass der Name des Flusses von dem portugiesischen Wort cambio hergeleitet wurde, das so viel wie "Tausch" bedeutet, in diesem Zusammenhang "Handel").

Um 1530 herum hatten die Portugiesen bereits erste Siedlungen in Brasilien gegründet, und in den folgenden 70 Jahren herrschte dort auf den großen Plantagen eine hohe Nachfrage nach billigen Arbeitskräften, die Portugal daraufhin aus Westafrika einzuführen begann. Zwar existierte die Sklaverei in Afrika schon seit Jahrhunderten, doch erst die Portugiesen führten den kommerziellen Sklavenhandel im großen Stil ein und hielten darauf bis Mitte des 16. Jahrhunderts praktisch ein Monopol, bis sich Großbritannien in den lukrativen Handel einschaltete. Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts hatten die Franzosen und Briten Portugal weitgehend aus diesem Geschäft verdrängt.

Die ersten Europäer, die am Gambia sesshaft wurden, waren deutsch-baltische Siedler, die 1651 auf James Island eine Festung errichteten. Zehn Jahre später wurden sie von den Briten vertrieben, die sich ihrerseits der ständigen Bedrohung durch französische Schiffe, Piraten und afrikanische Könige ausgesetzt sahen. Fort James verlor seine strategische Bedeutung mit dem Bau neuer Festungsanlagen in Barra und Bathurst (dem heutigen Banjul) an der Mündung des Gambia-Flusses, die sich besser für die Kontrolle der Schiffsbewegungen eigneten. Fort James diente allerdings weiterhin als Sammelpunkt für Sklaven, bis der Menschenhandel schließlich abgeschafft wurde.

Im Jahre 1820 erklärte Großbritannien den Fluss Gambia zum britischen Protektorat und regierte die Gegend viele Jahre lang von Sierra Leone aus. 1886 wurde Gambia zur Kronkolonie, und im darauf folgenden Jahr legten Frankreich und Großbritannien die Grenzen zwischen dem Senegal (damals eine französische Kolonie) und Gambia fest.

Nach der Abschaffung des Sklavenhandels mussten sich die Engländer eine neue Einnahmequelle erschließen, um dem jungen Protektorat auf die Beine zu helfen. Das Ergebnis war die Anpflanzung von Erdnüssen entlang des Flusses. Die geernteten Nüsse wurden zerstampft und zu Öl gepresst, das anschließend zur Weiterverarbeitung in Nahrungsmitteln nach Europa exportiert wurde. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die gambische Erdnussindustrie noch weiter angekurbelt, um die Exporterlöse in die Höhe zu treiben und die Wirtschaft des Landes unabhängiger zu machen. Noch heute sind Erdnüsse das Hauptanbauprodukt Gambias und des benachbarten Senegal.

1965 erlangte Gambia seine Unabhängigkeit (wenngleich die britische Königin Elizabeth II. formell das Staatsoberhaupt blieb) und hieß fortan ohne offizielle Erklärung in der englischsprachigen Welt The Gambia. Etwa zur gleichen Zeit setzten zwei Entwicklungen ein, die es der winzigen Nation nicht nur ermöglichten zu überleben, sondern ihr sogar zu einem gewissen Wohlstand verhelfen sollten. In den ersten zehn Jahren nach der Unabhängigkeit stieg der Weltmarktpreis für Erdnüsse erheblich an und sorgte für eine Verdreifachung des gambischen Bruttosozialprodukts. Die zweite Entwicklung hatte eine noch nachhaltigere Wirkung auf das Land - Gambia wurde für den Tourismus entdeckt.

Das wirtschaftliche Wachstum spiegelte sich auch in einem gestiegenen politischen Selbstbewusstsein wider, und 1970 wurde Gambia zu einer vollkommen unabhängigen Republik. Zu Problemen kam es in den 80er Jahren, als die Erdnusspreise auf dem Weltmarkt zu sinken begannen, während die Regierung von Präsident Dawda Jawara wenig unternahm, die Wirtschaft auf neue Produkte umzustellen. Mehrere Umsturzversuche wurden mit der Unterstützung senegalesischer Truppen niedergeschlagen, die 1982 mit den gambischen Streitkräften zur Konföderation Senegambia zusammengeschlossen worden waren. Präsident Jawara machte in diesem Zusammenhang auch einige unverbindliche Äußerungen zu einem zukünftigen senegambischen Staat. 1989 wurde die Konföderation jedoch aufgelöst, und beide Länder führten strenge Grenzkontrollen ein. Die Spannungen setzten sich auch in der ersten Hälfte der 90er Jahre fort.

Proteste von Soldaten wegen überfälliger Soldzahlungen führten im Juli 1994 zu einem Militärputsch, angeführt von dem jungen Leutnant Yahya Jammeh, der sich in der Öffentlichkeit stets im Kampfanzug und mit Sonnenbrille zeigte. Dieses Auftreten brachte ihm bei der internationalen Staatengemeinschaft keine großen Sympathien ein. Eine neue Militärregierung wurde gegründet, und Jammeh kündigte an, er würde bis mindestens 1998 an der Macht bleiben. Angesichts der finanziellen Einbußen nach der Empfehlung des britischen Außenministeriums, Gambia als Reiseland besser zu meiden, machte der pragmatische Jammeh kehrt und kündigte für 1996 Wahlen an. Eine neue Verfassung wurde eingeführt, die die Zweite Republik einläutete, und Jammeh ging als klarer Sieger aus den Präsidentschaftswahlen hervor.

Trotz immer wiederkehrender Vorwürfe über Korruption unter den Funktionären der Partei ist Jammeh nach wie vor an der Macht und hat dem Land wieder ein gewisses Maß an Stabilität gebracht. Der Tourismus hat erneut stark angezogen, und die gambische Infrastruktur wurde verbessert, wie der moderne Internationale Flughafen in Banjul beweist. Die gambische Bevölkerung hat hohe Erwartungen, doch für die Regierung dürfte es schwierig werden, sämtliche Versprechungen einzulösen.

Anfang 2000 kam es in Banjul und Brikama zu zivilen Unruhen. Die gambischen Sicherheitskräfte wurden in Alarmbereitschaft versetzt, nachdem es auf den Straßen der Hauptstadt zu Ausschreitungen gekommen war. Sechs Menschen wurden getötet, als eine Studentendemonstration gegen das brutale Vorgehen der Polizei in einer Straßenschlacht zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften eskalierte. Schulen und Universitäten wurden vorübergehend geschlossen, und Anti-Terror-Einheiten patrouillierten die Straßen. Auch wenn sich die Lage in jüngerer Vergangenheit etwas beruhigt hat, existieren nach wie vor Spannungen zwischen Bürgern und Staatsgewalt. Im Oktober 2001 wurde Jammeh bei Wahlen, die von internationalen Beobachtern als weitgehend frei und fair bezeichnet wurden, in seinem Amt bestätigt. Trotzdem bleibt die Korruption ein großes Problem.

Der Präsident verdankt seine Popularität vor allem seinem Gespür für publikumswirksames Auftreten, seinen ehrgeizigen öffentlichen Bauvorhaben und dem Eindruck von Stabilität im Land, den er geschaffen hat. Seine Popularität wurde im Februar 2004 noch dadurch gestärkt, dass in gambischen Gewässern beachtliche Ölvorkommen entdeckt wurden. Man hofft, dass die Einnahmen aus diesen Vorkommen die Einnahmen aus dem Erdnussmarkt ersetzen können, der völlig zusammengebrochen ist.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 0,50-3 US-Dollar
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 3-8 US-Dollar
  • Luxusrestaurant: ab 15 US-Dollar

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 6-10 US-Dollar
  • Hotel mittlerer Kategorie: 10-20 US-Dollar
  • Luxushotel: ab 100 US-Dollar

Währung

Dalasi (D)


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