Gambia

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Sehenswertes

Banjul

Banjul, eine der kleinsten Hauptstädte Afrikas, liegt auf einer Insel an der Mündung des Gambia-Flusses, durch den Oyster Creek vom Festland getrennt. Da die Stadt sich nicht ausdehnen kann, stagniert ihr Wachstum seit Jahren. Dadurch erhält das etwas heruntergekommene Banjul eine verschlafene Atmosphäre, die eher an ein Dorf erinnert als an das Zentrum einer Nation. Wer nach Gambia reist, um das ursprüngliche Afrika zu erleben, ist in Banjul wesentlich besser aufgehoben als in den nahe gelegenen Urlaubsorten der Atlantikküste, die eher an ein Stückchen Europa erinnern, das an einen tropischen Strand verpflanzt wurde.

Lebhaftes Zentrum Banjuls ist der Albert Market, an dem man sehr gut ein paar Stündchen verbringen kann. Hier lässt es sich sehr schön bummeln und einkaufen, unter anderem werden Kleidung, Schuhe, Obst und Gemüse, Haushaltswaren und einheimische Kunsthandwerksgegenstände angeboten. In dem farbenprächtigen, lebhaften und chaotischen Markttreiben Banjuls zeigt sich Afrika von seiner besten Seite. Hauptsehenswürdigkeiten des in der Nähe gelegenen MacCarthy Square sind das Kriegerdenkmal und der Springbrunnen, der zum Gedenken an die Krönung des englischen Königs George VI. im Jahre 1937 errichtet wurde.

Auch wenn einige Exponate bereits ein paar Eselsohren aufweisen, lohnt sich ein Besuch des Gambia National Museum wegen seiner Sammlung von Fotografien, Landkarten und Schriftstücken zu den Themen Archäologie, afrikanische Völkerkunde und Kolonialzeit. Nicht weit entfernt vom Nationalmuseum steht der 35 m hohe Arch 22, das mit Abstand höchste Bauwerk Gambias. Der Triumphbogen wurde zur Feier des Militärputsches vom 22. Juli 1994 (angeführt von Leutnant Yahya Jammeh, dem heutigen Präsidenten) errichtet und bietet einen ausgezeichneten Blick über die Stadt und die Küste. Die Besucherterrasse ist täglich geöffnet.

Wer die unmittelbare Umgebung der Hauptstadt kennen lernen möchte, kann sich in einer Piroge, einem schmalen Holzboot mit Außenbordmotor über das ruhige Wasser des Oyster Creek schippern lassen, der die Insel Banjul vom Festland trennt. Das Flüsschen (von den Einheimischen als bolong bezeichnet) ist ein beliebtes Ziel für Vogelbeobachter, Angler und alle, die gern ein paar müßige Stunden auf dem Boot verbringen. Besonders interessant sind die dichten Mangroven.

Serekunda

Da das auf einer kleinen Insel gelegene Banjul sich in keine Richtung ausdehnen kann, hat sich Serekunda, die größte Stadt Gambias, inzwischen zur De-facto-Hauptstadt des Landes entwickelt. Das ehemals kleine Dorf (der Name bedeutet "Heimat der Sere-Familie") ist heute der wichtigste Verkehrsknotenpunkt und das Geschäftszentrum Gambias und unterscheidet sich stark von den nahe gelegenen Ferienorten an der Atlantikküste. Serekunda ist dicht bevölkert, äußerst geschäftig und 100% afrikanisch.

Auf den Besucher, der auf dem Internationalen Flughafen von Banjul ankommt und in Erwartung eines tropischen Bilderbuch-Paradieses zum ersten Mal nach Gambia reist, kann die Busfahrt durch die ausgedehnten Vororte von Serekunda schon ein wenig ernüchternd wirken. An den Straßen wimmelt es von allen möglichen Läden, Ständen und Händlern. Doch wenn man erst einmal in der Stadt angekommen ist, bietet ein kleiner Bummel durch die Innenstadt oder über den belebten großen Markt - in Wirklichkeit ist die Stadt ein einziger großer Markt - ein unvergessliches Erlebnis. Hier zeigt sich das völlig ungeschminkte urbane Westafrika von seiner allerbesten Seite.

Urlaubsorte an der Atlantikküste

Ein paar Kilometer nordwestlich von Serekunda bilden die an der Atlantikküste gelegenen Ferienorte Bakau, Fajara, Kotu und Kololi das Zentrum des gambischen Tourismus. An dem 15 km langen Küstenstreifen befinden sich etwa 20 Hotels mit allen Annehmlichkeiten für den Touristen, darunter Vermietung von Wassersportausrüstungen, ein Golfplatz und Strände, die sich ideal zum Schwimmen und Sonnenbaden eignen.

Fajara ist der Ort, an dem man in Gambia am Besten ins Internet kommt (überhaupt gibt es in ganz Westafrika nicht sehr viele Möglichkeiten dazu). Die beiden Internet-Cafés bieten ausgezeichnete Bedingungen und verlangen angesichts der erstklassigen Ausrüstung überraschend geringe Gebühren.

Der nördlichste Urlaubsort, Bakau, bietet unter anderem einen sehenswerten Botanischen Garten. Er wurde während der Kolonialzeit gegründet und macht heute einen etwas heruntergekommenen Eindruck, ist aber immer noch ein friedlicher, schattiger Ort mit einer vielfältigen Vogelwelt. Die zweite Sehenswürdigkeit in Bakau ist der Kachikaly Crocodile Pool, ein für die Einheimischen heiliger Ort, denn das Krokodil gilt bei einigen Stämmen in Gambia als Fruchtbarkeitssymbol. Wie dem auch sei - näher kommt man wahrscheinlich in ganz Afrika nicht an Krokodile heran, ohne sich gleich nach den aktuellen Preisen für Beinprothesen erkundigen zu müssen.

Am südlichen Ende des Küstenstreifens liegt bei Kololi das kleine Wildreservat Bijolo Forest Park, eine gepflegte Anlage mit vielen Wegen durch dichte, schattige Vegetation, die gute Aussichten auf Begegnungen mit Affen und zahlreichen Vogelarten bietet. Dieser schöne Naturpark ist einen Besuch und etwas Unterstützung wert, denn er sorgt dafür, dass dieser Teil der Küste von neuen Hotelburgen verschont bleibt.

Jufureh

Jufureh ist ein kleines Dorf am nördlichen Ufer des Gambia, ca. 25 km stromaufwärts von Banjul. Die Ortschaft erlangte in den 70er Jahren weltweite Berühmtheit nach der Veröffentlichung des Romans Roots, in dem der afroamerikanische Autor Alex Haley beschreibt, wie sein Ahne Kunta Kinte hier etwa 200 Jahre zuvor gefangen genommen und als Sklave nach Amerika verschleppt wurde. Heute ist Jufureh eine Touristenfalle, nicht zuletzt weil der Ort von Banjul aus sehr einfach zu erreichen ist. Ganz so belebt wie zu Zeiten der Veröffentlichung des Romans ist Jufureh heute jedoch nicht mehr.

Jufureh selbst ist eigentlich ein ganz normales Dorf, doch wenn die täglich verkehrenden Touristenbusse eintreffen, setzt hektische Betriebsamkeit ein. Frauen beginnen an strategisch wichtigen Punkten Hirse zu stampfen, Babys werden präsentiert, um bewundert und fotografiert zu werden, die Kunsthandwerker auf dem Markt machen sich an die Arbeit und eine alte Dame namens Binde Kinte (eine Verwandte von Alex Haley) empfängt Gäste auf ihrem Grundstück. Fotos von Haley und Binde Kinte sowie dem griot (Geschichtenerzähler), der Haley die Geschichte seiner Familie zum ersten Mal erzählte, machen die Runde.

Das friedliche Dorf Albreda liegt unweit von Jufureh und wird von den meisten Touristen gleich mitbesucht. Hauptsehenswürdigkeit ist die Ruine der "Fabrik", einer befestigten Sklavensammelstelle, die Ende des 17. Jahrhunderts von den Franzosen gebaut wurde. In der Nähe gibt es ein kleines Geschäft, in dem einige der besten Batikarbeiten Gambias angeboten werden, und ein kleines Museum mit einer einfachen, aber beeindruckenden Ausstellung zur Geschichte des Sklavenhandels auf dem Gambia.

Abuko Nature Reserve

Abuko ist einzigartig unter den westafrikanischen Wildreservaten, denn es ist eingezäunt, gut geführt und leicht zu erreichen. Für einen Park von lediglich 105 Hektar Größe gibt es hier eine erstaunlich vielfältige Flora, die von einem mitten durch den Park verlaufenden Bach genährt wird, so dass hier sowohl Flussufer- als auch Savannenvegetation wächst. In dem Park sind etwa 270 Vogelarten beheimatet, von denen man viele andernorts kaum zu Gesicht bekommt. Außerdem gibt es hier ein kleines Waisenhaus für hilfebedürftige Tiere, darunter Hyänen, Löwen, Buschböcke und verschiedene Affenarten. In dem Reservat sieht man außerdem Ducker, Stachelschweine, Buschbabys, Krokodile und mehrere Schlangenarten.

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Basse Santa Su

Basse Santa Su - oder kurz "Basse" - liegt ganz im Osten Gambias und ist die größte und lebendigste Stadt am Oberlauf des Flusses. Außerdem gibt es hier die letzte größere Fährverbindung über den Fluss Gambia. Basse Santa Su ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Umgebung. Die interessantesten Gegenden der Stadt sind das Flussufer und der Markt, letzterer vor allem donnerstags, wenn sich in den Straßen ein Marktstand an den anderen reiht. Jeden Abend erwacht die Stadt zum Leben, wenn die Trinkhallen öffnen und die Grillstuben ihre Feuerstellen anheizen.

Ein am Flussufer gelegenes koloniales Lagerhaus aus dem Jahre 1916 wurde umfunktioniert und beherbergt heute unter der Bezeichnung Traditions ein Museum, ein Kulturzentrum, eine Buchhandlung und ein Restaurant. Hier gibt es einige qualitativ hochwertige Waren zu kaufen, und man kann den Künstlern und Kunsthandwerkern sogar ein wenig bei der Arbeit zusehen. Wen das Einkaufsfieber richtig gepackt hat, der findet in den Dörfern in der Umgebung von Basse einen wöchentlich stattfindenden lumo (Markt), auf dem Händler und Käufer aus allen Teilen Gambias und aus dem nahen Ausland anreisen.

Tanji

Etwa 10 km südlich der Ferienorte an der Atlantikküste liegt das kleine Dorf Tanji. Der Ort hat eigentlich nicht mehr zu bieten als andere Dörfer in dieser Gegend, mit Ausnahme des Tanji Village Museum, das jedoch einen Abstecher wert ist. Das Freilichtmuseum erinnert eher an ein weitläufiges afrikanisches Dorf. Hier sind Lehm- und Strohhütten unterschiedlicher Baustile zu besichtigen, die von den verschiedenen ethnischen Gruppen Gambias im Laufe der Zeit entwickelt wurden. In den Hütten befinden sich Exponate traditioneller Gebrauchsgegenstände und Möbelstücke mit Beschreibungen ihrer Verwendung und Bedeutung. Der botanische Bereich der Anlage beherbergt einheimische Pflanzen mit ihren Bezeichnungen in mehreren Sprachen (Latein, Englisch, Wolof, Mandinka, Serer und Jola) und Beschreibungen ihrer Eigenheiten und Verwendungszwecke. Außerdem gibt es hier einen Naturpfad und einen Kunsthandwerksbereich sowie ein kleines Restaurant, in dem traditionelle Speisen und Getränke serviert und regelmäßig Live-Musik und Tanzvorführungen geboten werden.

Etwa 3 km nördlich des Dorfes liegt das Vogelschutzgebiet Tanji Bird Reserve, ein Landstrich, der sich aus Dünen, Lagunen, trockenem Küstenwald, Sträuchern, Mangroven, Riffen und dem aus kleinen Inselchen bestehenden Bijol Island zusammensetzt. Die vielen unterschiedlichen Lebensräume ziehen eine große Vielfalt interessanter Vögel an, darunter sowohl einheimische Arten als auch Zugvögel aus Europa. Insgesamt gibt es hier über 300 Arten.

Kiang West National Park

Südlich des Flusses in Zentral-Gambia liegt mit dem Kiang West National Park eines der größten Schutzgebiete des Landes, das die meisten Tiere und den größten Artenreichtum bietet. Zu den Lebensräumen des Reservats gehören Mangrovenflüsschen und Wattgebiete (selbst so weit flussaufwärts machen sich die Gezeiten noch bemerkbar) sowie ausgedehnte Wald- und Grasflächen. Auffällig ist die steile Böschung, die parallel zum Flussufer verläuft. Sie erinnert nicht gerade an den Grand Canyon, doch in einem solch flachen Land wie Gambia ist eine Erhebung von 20 Metern schon bemerkenswert. Häufig in dem Park anzutreffende Säugetiere sind Paviane, Stummelaffen, Warzenschweine, Sumpfmangusten und Buschböcke. Wer Glück hat, sieht außerdem eine der Pferdeantilopen (eine große, tatsächlich an ein Pferd erinnernde Antilope), die gelegentlich aus der Casamance (Senegal) in diese Gegend wandern. Ein weiteres seltenes Tier ist die Sumpfantilope (Sitatunga), eine größere Verwandte des Buschbocks, die schwimmen kann oder dank ihrer breiten Hufen auch Sümpfe durchquert.

Zu den weiteren Arten, die in dem Park - wenn auch sehr selten - anzutreffen sind, zählen Hyäne, Leopard, Manati, Delphin und Krokodil. Über 250 Vogelarten sind hier aktenkundig, darunter 21 Raubvogelarten und einige seltene Vögel, z.B. der Kap-Papagei.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 0,50-3 US-Dollar
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 3-8 US-Dollar
  • Luxusrestaurant: ab 15 US-Dollar

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 6-10 US-Dollar
  • Hotel mittlerer Kategorie: 10-20 US-Dollar
  • Luxushotel: ab 100 US-Dollar

Währung

Dalasi (D)


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