Marokko

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Sehenswertes

Rabat

Als die Vierte in der Reihe der Königsstädte stellt Rabat eine interessante Mischung aus traditionsreicher Vergangenheit und hochmoderner Gegenwart dar. Ihre glanzvollen Tage hatte die Stadt im 12. Jahrhundert, als die kasbah (Zitadelle) dem damaligen Sultan als Stützpunkt für seine Eroberungszüge nach Spanien diente. Aus jener Zeit stammen die bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Im frühen 17. Jahrhundert diente Rabat als Auffangbecken für die aus Spanien vertriebenen Muslime und mit der Okkupation durch die Franzosen fiel Rabat die Hauptstadtfunktion zu. Damit entwickelte sich ein städtisches Ambiente, das zu ziemlich gleichen Teilen europäische wie islamische Merkmale aufweist (was sich schon allein darin zeigt, dass auf je ein Gotteshaus drei oder vier Cafés im europäischen Stil kommen). Die Bewohner Rabats sind nicht sonderlich mit dem Touristengeschäft befasst und so kann man relativ unbehelligt durch die Märkte schlendern und muss sich nicht dauernd gegen aufdringliche Händler wehren, die ihre Waren oder Dienstleistungen anpreisen. Die berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist der Hassan-Turm, das unvollendete Minarett der von Yacoub al-Mansour begonnenen großen Moschee. Ein Erdbeben im Jahr 1755 hatte die Bauarbeiten zum Stillstand gebracht. Daneben steht das Mausoleum von Mohammed V., Großvater des gegenwärtigen Königs Mohammed VI., der seit Juli 1999 regiert. Die Kasbah des Oudaias auf einer Klippe hoch über dem Atlantik ist ein ehemaliger Palast, der in ein Museum für Traditionelles Marokkanisches Kunsthandwerk umgewandelt wurde. Jenseits der Stadtmauern finden sich Überreste der antiken Römerstadt Sala, auf deren Ruinen die merinidische Nekropole Chellah sowie Marokkos bestes Archäologisches Museum steht.

Zwischen dem beeindruckenden Stadtpark namens Jardin Triangle de Vue und dem Hauptbahnhof sind jede Menge Hotels und Restaurants angesiedelt. Die unzähligen Cafés und Bars bieten Bier, Kebabs, Pizzas, Oliven und Eis, also all das, was der Reisende so braucht. Zum unweit im Osten der Stadt gelegenen internationalen Flughafen Mohammed V. verkehren regelmäßig Pendelbusse.

Casablanca

Von allen Städten der Welt wurde Casablanca mit seinem exotischen Touch von Hollywood dazu ausersehen, als die klassische Kolonialstadt in die Geschichte einzugehen. Diejenigen Besucher allerdings, die auch heute noch an jeder Ecke einen Humphrey Bogart erwarten, werden enttäuscht sein. Casablanca ist nicht im Dornröschenschlaf versunken, sondern stellt vielmehr Marokkos größte Stadt und wichtigstes Industriezentrum dar. In dieser tosenden Metropole wirkt der Burnus zwischen all den eleganten Anzügen und Designerbrillen fehl am Platz.

Die Hafenstadt Casablanca befand sich auf dem absteigenden Ast, bis die Franzosen sich dazu entschlossen, breite Prachtstraßen, öffentliche Parkanlagen und beeindruckende öffentliche Gebäude im maurischen Stil zu errichten. Casablancas Medina (Altstadt) ist einen Besuch wert und die brandneue Hassan II. Moschee gehört zu den größten der Welt. Auf dem Platz Mohammed V. findet man die bedeutendsten maurischen Bauwerke des Landes. "Casa" und Rabat teilen sich einen Flughafen, von dem aus Marokko regelmäßig mit Europa und dem Nahen Osten verbunden ist.

Marrakesch

Zu den wichtigsten Kulturzentren des Landes zählt Marrakesch, ehemalige Landeshauptstadt und berühmt für seine Märkte und Feste. Das lebhaft pulsierende Herz der Stadt ist der große quadratische Djemaa el-Fna-Platz mitten in der Altstadt. Hier findet man reihenweise Essensstände, von denen einem die verführerischsten Düfte in die Nase steigen. Gaukler, Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer, Zauberer, Akrobaten und sonstige begnadete Volksbelustiger verteilen sich auf dem übrigen Platz. Der Souk (Markt) gehört zu den besten, die Marokko zu bieten hat, und von den zahlreich zur Auswahl stehenden preiswerten Hotels aus lässt sich die Stadt leicht und ohne großen finanziellen Aufwand erkunden.

Zu den vielen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt gehören die Kuppel der Koubba Ba'adiyn-Moschee, eines der wenigen Zeugnisse almoravidischer Kunst in Marrakech, die harmonische Koutoubia-Moschee und der Dar Si Said-Palast (Museum für Marokkanisches Kunsthandwerk). Zwischen Casablanca, Rabat und Marrakech gibt es regelmäßige Bus- und Zugverbindungen.

Fès

Die älteste der Königsstädte gilt als das eigentliche Herz Marokkos; ihr morbider Charme und ihr labyrinthartiges Straßengewirr zeugen von einstiger Macht und Einfluss. Die Medina Fès el-Bali (Altstadt) mit ihren massiven Mauern und mächtigen Toren gehört zu den größten mittelalterlichen, bis heute bewohnten Städten der Welt. Im Gegensatz zu vielen anderen gleichaltrigen Städten hat Fès seine Mauern nicht gesprengt. Vielmehr hat sich die Bevölkerung außerhalb des Schutzwalls Richtung Südwesten sowie in einem Bogen nördlich und südlich dieser Neustadt an den Hängen der umliegenden Hügel niedergelassen.

Inmitten der Altstadt mit ihren 9400 Gassen und Gässchen erhebt sich die Medersa Bou Inania, eine theologische Lehranstalt aus dem Jahr 1350. Ganz in der Nähe befindet sich der Henna-Souk, ein Markt, der sich auf den Farbstoff zum Haarefärben und Bemalen von Frauenhänden und -füßen spezialisiert hat. Direkt neben der Altstadt liegt Fès el-Jdid, das jüdische Viertel mit vielen prächtigen Gebäuden. Zwischen diesen beiden eigenständigen Städten steht der heute als Museum dienende Palast Dar Batha. Am Besten gelangt man nach Fès mit dem Zug von Rabat, Marrakech oder Tanger aus.

Tanger

Als Ausgangspunkt für eine Marokkoreise ist dieses Tor nach Nordafrika ein Ort, der neben seiner bezwingenden Schönheit auch weltweit als Drogenumschlagplatz bekannt ist. Tanger besticht durch internationales Flair und zieht seit jeher dubiose Geschäftemacher und Aussteiger aus aller Herren Länder magisch an.

Hauptattraktion ist der Petit Socco im Stadtzentrum. Zu den Zeiten, als Tanger internationale Freihandelszone war, galt dieser Platz als Mittelpunkt aller Laster und dieses Image haftet ihm auch heute noch an. Abgesehen von seiner zwielichtigen Geschichte interessieren sich viele Besucher der Stadt für die Kasbah, die den Dar el-Makhzen, einen Sultanspalast aus dem 17. Jahrhundert beherbergt, der zu einem interessanten Museum umgewandelt wurde. Das nahe Museum der Amerikanischen Botschaft erinnert daran, dass Marokko als erstes Land die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika anerkannte. Mit dem Zug gelangt man von Rabat aus in fünf Stunden nach Tanger; von Spanien oder von Gibraltar aus verkehren Fähren.

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Todra-Schlucht

In der Nähe der Oase Tinerhir im Hohen Atlas gelangt man durch ein üppiges, palmenbestandenes Tal, vorbei an Dörfern, deren Häuser aus gestampftem Lehm errichtet wurden und die von kargen, zerklüfteten Bergen gesäumt sind, zur Todra-Schlucht, einem der größten Naturwunder Marokkos. Hier stürzt das kristallklare Flusswasser durch eine nur 10 m breite Engstelle 300 m in die Tiefe.

Für die Besichtigung der Hauptschlucht braucht man nicht mehr als einen halben Tag; wer mehr Zeit hat, kann der Schlucht bis Tinerhir folgen. Die Menschen hier sind freundlich und es gibt viele Kasbahs zu sehen. Das Klettern in den Felsen der Schlucht erfreut sich immer größerer Beliebtheit und im Talgrund kann man wunderbar zelten. In der Schlucht selbst gibt es viele Hotels. Wer ein wenig Abenteuerlust mitbringt, kann mit einem geländegängigen Fahrzeug die weit verstreut liegenden Dörfer des Hohen und Mittleren Atlas besuchen. Die regelmäßig zwischen Marrakech und Er Rachidia verkehrenden Busse legen in Tinerhir einen Zwischenstopp ein.

Essaouira

Diese Küstenstadt ist bei Individualreisenden sehr beliebt, Pauschaltouristen hingegen begegnet man eher selten. So wie die Dinge stehen, wird das in naher Zukunft allerdings anders aussehen. Essaouira hat einen wunderschönen Strand, der sich kilomterweit nach Süden erstreckt. Wer genug hat vom Feilschen und Drängeln in den großen Städten, kann sich in der ruhigen Atmosphäre von Essaouira herrlich entspannen. Die Befestigungsanlagen der Altstadt tragen die Handschrift portugiesischer, französischer und berberischer Militärs; in ihrer trutzigen Wucht verleihen die Mauern der Stadt ein überaus geheimnisvolles Flair. 1949 wählte Orson Welles die Festung Skala als grandiosen Rahmen, um die Außenszenen seiner Verfilmung der Shakespeare-Tragödie Othello zu drehen.

Volubilis

Ungefähr 33 km entfernt von Meknès liegt Volubilis, die größte und besterhaltene römische Ruinenstadt auf marokkanischem Boden. Volubilis geht auf das 2. und 3. Jahrhundert n.Chr. zurück; Ausgrabungen belegen, dass der Ort auch schon vor den Römern von Händlern aus Karthago besiedelt war. Zum Übernachten stehen ein Hotel und ein Campingplatz zur Verfügung.

Tafraoute

Diese unscheinbare Stadt auf halbem Weg die marokkanische Atlantikküste hinunter ist ein guter Ausgangspunkt für Wandertouren in die umliegenden Berge und Berberdörfer. Unweit der Stadt trifft man auf eine Reihe von auffällig bemalten Felsen, die von dem Verpackungsexperten und Performance-Künstler Christo herrühren. Die typischen, sanft gerundeten, hoch aufgetürmten Felsblöcke dieser Gegend hatten ihn dazu animiert, sie in verschiedene Blautöne zu hüllen.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 25-45 DH
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 45-100 DH
  • Luxusrestaurant: ab 550 DH

Übernachtung

  • Billigunterkunft: 30-130 DH
  • Hotel mittlerer Kategorie: 130-600 DH
  • Luxushotel: ab 1800 DH

Währung

Dirham (DH)


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