Namibia
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Die frühesten Bewohner des südlichen Afrika waren die San, ein nomadisierendes Volk, das in Familienverbänden lebte und sich hervorragend an die trockenen Bedingungen des Landes angepasst hatte. Später gerieten die San-Gemeinschaften unter den Druck eines aus dem Süden eingewanderten Volksstamms, den Khoikhoi, dessen Mitglieder eher Hirten als Jäger waren. Gemäß Archäologen gehören sie zu den ersten Menschen, die Töpferarbeiten herstellten. Die Khoikhoi haben die San allmählich verdrängt und behielten bis etwa 1500 n.Chr. die Kontrolle über das Land. Nachkommen der San und Khoikhoi leben noch heute in Namibia, aber nur wenige haben ihren traditionellen Lebensstil bewahrt. Vor etwa 2300 oder 2400 Jahren erschienen die Bantu-Völker im südlichen Teil des Zentralen Hochlands von Namibia. Ihre Ankunft markiert die Entstehung der ersten Gesellschaftsstrukturen im südlichen Afrika. Weitere Stämme wanderten ein und zogen sich in die Wüste zurück oder siedelten bei den Sümpfen des Okavango-Deltas. Viele Migranten wurden auch von den Bantu als Sklaven ausgebeutet und gingen in deren Gesellschaften auf.
Da Namibia eine der weltweit unfreundlichsten und abweisendsten Küsten besitzt, wurde es in der Kolonialzeit von den Europäern zunächst weitgehend ignoriert. Die ersten Europäer, die im 15. Jahrhundert hier an Land gingen, waren portugiesische Seefahrer auf der Suche nach einer Passage nach Indien. Ihre Aktivität in Namibia beschränkte sich darauf, an der Küste Steinkreuze aufzustellen, die nachfolgenden Schiffen als Navigationshilfe dienen sollten. Beim Ausverkauf der Kolonien griffen die Deutschen sozusagen in letzter Minute nach Namibia und annektierten es Ende des 19. Jahrhunderts als Deutsch-Südwestafrika - mit Ausnahme der Enklave Walvis Bay, das 1878 in britische Hände überging und der Kapkolonie zugeschlagen wurde. 1904 rebellierte das Bantu-Volk der Herero gegen die deutsche Besatzungsmacht, doch der Aufstand wurde brutalst niedergeschlagen und ein Großteil der Herero kam dabei ums Leben. Unterdessen hatte man im Süden des Landes bei Lüderitz Diamanten gefunden - dank eines südafrikanischen Arbeiters, der seinen deutschen Boss auf die Edelsteine aufmerksam machte. Umgehend erklärte die deutsche Regierung die gesamte Gegend zwischen Lüderitz und dem Oranje-Fluss zum "Sperrgebiet".
Die deutsche Herrschaft kam während des Ersten Weltkriegs zu einem abrupten Ende, als sich ihre Truppen im Jahre 1915 der Übermacht der südafrikanischen Expeditionsarmee ergeben mussten, die auf Seiten der Alliierten kämpfte. Nach dem Krieg gab der Völkerbund - ein Vorläufer der Vereinten Nationen - die Herrschaft über Namibia an Südafrika, das als Mandatsmacht fungierte; zu dieser Zeit war Namibia gemeinhin unter dem Namen Südwestafrika bekannt. Das Mandat wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs erneuert, die Vereinten Nationen weigerten sich allerdings, die Annexion Namibias durch Südafrika anzuerkennen. Davon unbeeindruckt zog Südafrika seine Fesseln nur umso fester zu und räumte den Weißen von Südwestafrika 1949 ein, ihre eigene parlamentarische Vertretung zu wählen. Ein Großteil des namibischen Farmlands war in über 6000 Parzellen aufgeteilt, die praktisch zu 100% in weißer Hand lagen. Schwarze Arbeiter und deren Familien waren per Gesetz gezwungen, in Reservaten zu leben, und die meisten von ihnen mussten auf den Farmen und in den Fabriken der Weißen Zwangsarbeit leisten.
Diese Politik der Unterdrückung führte in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts zu Massendemonstrationen und zur Entstehung einer nationalistischen Bewegung. Man gründete politische Parteien und organisierte die ersten Streiks. 1960 schlossen sich die meisten dieser Parteien zur South West Africa People's Organization (SWAPO) zusammen, die sich beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag offiziell über das Vorgehen der Südafrikaner, insbesondere die illegale Annexion ihres Landes, beschwerte.
Der Spruch des Gerichtshofs zeigte zwar keinen Erfolg, aber die Vollversammlung der Vereinten Nationen stimmte 1966 für eine Beendigung des Mandats von Südafrika über Namibia und beschloss, einen Rat zur Verwaltung des Landes einzusetzen. Zur gleichen Zeit entschied sich die SWAPO für den Guerillakampf. Da es jedoch nicht gelang, eine Verwaltung mit internationaler Rückendeckung aufzubauen, war es für Südafrika ein Leichtes, die Kontrolle über Namibia zu behalten. Südafrika verweigerte seine Zustimmung für die Vorbereitung einer Wahl, die Südwestafrikas Unabhängigkeit zum Ziel hatte, sofern Kuba seine 19 000 Mann starke Truppe aus dem benachbarten Angola nicht abziehen würde. Als Antwort darauf intensivierte die SWAPO ihre Aktivitäten und schränkte die Bewegungsfreiheit im nördlichen Teil des Landes erheblich ein.
Die Bevölkerung Namibias war des Kriegs müde, die Wirtschaft lag danieder - 1985 wurde sich auch Südafrika dessen gewahr. Hinzu kam, dass die Probleme im eigenen Land über Hand nahmen. Erneut wurden von den Vereinten Nationen Verhandlungen initiiert, mit dem Ergebnis, dass die kubanischen Truppen aus Angola abzogen und die Südafrikaner den Rückzug in ihr eigenes Territorium antraten. Unter Aufsicht der Vereinten Nationen wurden 1989 die ersten freien und allgemeinen Wahlen in Namibia abgehalten - wie zu erwarten war, erhielt die SWAPO eine klare Mehrheit. 1990 nahm man eine Verfassung an und einen Monat später wurde Namibia unter seinem Präsidenten Sam Nujoma, dem SWAPO-Führer, unabhängig. Vier Jahre später kam Nujoma erneut in den Genuss eines Wahlsiegs und legte daraufhin ein Wirtschaftsprogramm auf, das den privaten Sektor unterstützen sollte. 1999 ließ sich Nujoma ein weiteres Mal wählen, diesmal nicht ganz problemlos. Gemäß der Verfassung ist nämlich nur eine einmalige Wiederwahl erlaubt und so galt es, die erste Wahl als nicht-regulär einzustufen - die einmalige Wiederwahl war damit durch einen Rösselsprung gesichert und der Verfassung recht und schlecht Genüge getan. Im gleichen Jahr unterstützte Namibia auch den Bürgerkrieg in Angola, der erst 2002 beigelegt werden konnte. Nujoma hat bekannt gegeben, dass er auf ein viertes Mandat verzichtet.
Obwohl Präsident Nujoma Robert Mugabes Zwangsenteignungen von weißen Farmern in Simbabwe unterstützte, nahm die namibische Regierung eine kompromissbereitere Haltung hinsichtlich der Landreformen ein und erklärte, dass das illegale Besetzen von Land nicht geduldet werden würde. Weiße Farmer wurden im Jahr 2002 aufgefordert, das Landreformprogramm zu unterstützen, und die weichere Linie scheint sich ausgezahlt zu haben: 15 Farmbesetzungen wurden abgewendet, indem sich eine schwarze Farmarbeitergewerkschaft mit den weißen Farmern einigte.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 2-5 US-Dollar
- Restaurant mittlerer Kategorie: 5-10 US-Dollar
- Luxusrestaurant: ab 15 US-Dollar
Übernachtung
- Billigunterkunft: 5-8 US-Dollar
- Hotel mittlerer Kategorie: 8-25 US-Dollar
- Luxushotel: ab 80 US-Dollar
Währung
Namibia-Dollar (N$)








