Senegal
| Drucken Bildergalerie Karte |
Die Aufzeichnungen zur Geschichte Senegals gehen bis ins 8. Jahrhundert zurück, als die Region noch zum Ghana-Reich gehörte. Mit dem Niedergang des Imperiums begann der Aufstieg des Königreichs Djolof, das während des 13. und 14. Jahrhunderts in der Region zwischen dem Senegal-Fluss und dem heutigen Dakar eine Blütezeit erlebte.
Anfang des 16. Jahrhunderts begannen erstmals portugiesische Händler sich für die Küstenkönigreichen zu interessieren und errichteten Handelsniederlassungen. Ein Jahrhundert später wurden die Portugiesen von den Engländern, Franzosen und Holländern verdrängt, die sich die Kontrolle über St. Louis und die Insel Gorée erhofften, zwei strategisch bedeutsame Punkte und Sammelstellen für Sklaven, die von dort aus auf den amerikanische Kontinent verschifft wurden. Im Jahr 1659 sicherten sich die Franzosen schließlich die Herrschaft über St. Louis.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde ganz Senegal von den Franzosen kontrolliert, die Dakar zum Verwaltungszentrum ausbauten. Senegal war bereits 1848 erstmals durch einen Abgeordneten im französischen Parlament vertreten, doch erst 1914 wurde mit Blaise Diagne der erste Senegalese ins Parlament gewählt. Ihm folgte eine neue Generation schwarzer Politiker, allen voran Lamine Gueye und Leopold Senghor.
Im Zuge der Unabhängigkeitsbewegung wurde Senegal zusammen mit dem französischen Sudan Teil der Mali-Föderation. Die Föderation erlangte 1960 ihre Unabhängigkeit, zerbrach jedoch bereits zwei Monate später. Daraufhin wurde Senegal zur Republik unter der Präsidentschaft von Leopold Senghor.
Ende 1980 trat Senghor als Präsident zurück und wurde durch Abdou Diouf ersetzt. Der neue Präsident sah sich 1984 mit einer ersten großen Krise konfrontiert, als aufgedeckt wurde, dass schätzungsweise 700 000 Tonnen Erdnüsse (ca. das Dreifache der offiziell exportierten Menge) von unzufriedenen Bauern in die Nachbarländer geschmuggelt worden waren, wo sie bessere als die von der eigenen Regierung festgelegten Preise erhielten.
1989 führte ein unbedeutender Zwischenfall an der senegalesisch-mauretanischen Grenze zu schweren Unruhen in beiden Ländern, die zahlreiche Todesopfer zur Folge hatten. Auf beiden Seiten nahmen Sicherheitskräfte mehrere tausend Menschen gefangen, wobei hunderte ihr Leben verloren. Die Grenze wurde geschlossen, die diplomatischen Beziehungen abgebrochen und erst im April 1992 wieder aufgenommen.
In den frühen 90er Jahren kam es in der Casamance-Region zu schweren Zusammenstößen zwischen der Armee und separatistischen Rebellen. Abgesehen von dem Leid, das der einheimischen Bevölkerung zugefügt wurde, hatten die Kämpfe auch äußerst negative Auswirkungen auf den senegalesischen Fremdenverkehr. Die ohnehin schon verzweifelte finanzielle Lage des Landes spitzte sich damit noch weiter zu.
Anfang 1993 kam es in der Casamance und in anderen Regionen zu weiteren gewalttätigen Ausschreitungen, nachdem Diouf für eine dritte Amtszeit zum Präsidenten gewählt worden war. Nach langwierigen Verhandlungen wurde im Juli des gleichen Jahres ein Waffenstillstand ausgerufen, so dass in den folgenden Monaten wieder etwas Ruhe in der Casamance einkehrte. Anfang 1994 kehrten schließlich auch die ersten Touristen wieder in die Region zurück.
In anderen Teilen des Landes ging es jedoch zur gleichen Zeit bei weitem nicht so friedlich zu. Als die Regierung strenge Sparmaßnahmen einführte, kam es Anfang September zu einem eintägigen Generalstreik und in den folgenden Monaten in Dakar und anderen Städten immer wieder zu vereinzelten Unruhen. Die Abwertung des CFA im Januar 1994 hatte ebenfalls wütende Proteste zur Folge. Im Februar 1994 marschierten mehrere hundert Menschen auf den Präsidentenpalast in Dakar zu, wobei Berichten zufolge sechs wachhabende Polizisten erschlagen wurden. Die Antwort der Regierung bestand in der Entsendung von Eliteeinheiten des Militärs, die daraufhin in den Straßen der Hauptstadt zu patrouillieren begannen. Der populäre Oppositionsführer Abdoulaye Wade wurde verhaftet und der Verschwörung angeklagt.
In Dakar blieb die Lage in den folgenden Monaten gespannt aber friedlich, und Wade wurde im Mai 1994 wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Präsidentschaftswahlen im März 2000 brachten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Präsident Abdou Diouf und Abdoulaye Wade. Aus einer spannungsgeladenen zweiten Wahlrunde ging Wade schließlich als Sieger hervor und ist jetzt Senegals neuer Präsident. Internationale Beobachter erklärten die Wahlen für frei und fair, und es war äußerst erfreulich anzusehen, wie ein langjähriger afrikanischer Führer (Diouf) auf friedliche Art und Weise gemäß dem Willen des Volkes seine Macht abtrat. Präsident Wade verspricht eine offene, transparente Regierungsarbeit und gilt in der Bevölkerung als großer Hoffnungsträger, dem man zutraut, den mannigfaltigen Problemen Senegals mit neuem Elan zu begegnen. Negativ ist zu vermerken, dass es in der Casamance-Region zu erneuten Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und einer Fraktion der separatistischen Rebellen des MFDC (Mouvement des Forces Démocratiques de Casamance) kam. Die Regierung unterhält nach wie vor eine starke militärische Präsenz in der Krisenregion. Das Sinken der Joola-Fähre im November 2002 war ein schwerer Schlag für die Region, weil sie ihre beste und schnellste Verbindung zur Hauptstadt verlor.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 2-8 US-Dollar
- Restaurant mittlerer Kategorie: 8-15 US-Dollar
- Luxusrestaurant: ab 30 US-Dollar
Übernachtung
- Einfache Unterkunft: 6-15 US-Dollar
- Hotel mittlerer Kategorie: 15-50 US-Dollar
- Luxushotel: ab 100 US-Dollar
Währung
Communaute Financière Africaine Franc (CFA-Franc)








