Simbabwe
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Künstler sind in der zimbabwischen Gesellschaft hoch anerkannt und wahrscheinlich leben in Simbabwe prozentual gesehen mehr Künstler relativ gut von ihrer Berufung als in jedem anderen Land der Welt. Traditionelle Künste, von denen die meisten auch heute noch ausgeübt werden, sind die Töpferei, Flechtarbeiten, Textilarbeiten, Schmuckherstellung und Schnitzerei. Besonders bemerkenswert in punkto Qualität und Schönheit sind die geflochtenen Körbe mit ihren symmetrischen Mustern und die Hocker, aus einem einzigen Stück Holz hergestellt. Die Skulpturenarbeiten der Shona, das Ergebnis der Verbindung von afrikanischer Folklore und europäischer Handwerkskunst, wurden über die Jahrzehnte immer weiter verfeinert. Eines der Hauptthemen ist die Verwandlung des Menschen in ein Tier, die erklärte Strafe etwa für denjenigen, der aus einem Tier, das für seine Familie als Totem gilt, ein Mahl zubereitet. Die meisten der Werke sind hervorragend und einige der heimischen Künstler haben in der Zwischenzeit Weltruhm erlangt.
Simbabwes faszinierende Musik spielte schon immer eine wichtige Rolle im kulturellen Leben des Landes. Afrikanische Märchen und Legenden werden von Chören untermalt, an denen auch die Zuschauer teilhaben und gesellschaftliche Ereignisse wie Hochzeiten, Beerdigungen, Ernten und Geburten werden jeweils mit bestimmten Liedern begleitet. Traditionelle Musikinstrumente sind zum Beispiel die Marimba, ein hölzernes Xylophon, das einen intensiven Ton erzeugt, und die Mbira, ein niedliches Zupfinstrument, bei uns als Maultrommel bekannt. Das seltsamste Rythmusinstrument des Landes ist die Mujejeje - die Steinglocke. Viele Granitsteine auf dem Land wurden in eine Art Schälung oder Abblätterung erodiert so dass Hohlräume entstanden, die als Resonanzkörper arbeiten. Schlägt man auf die Steine, entstehen glockenartige Töne. Harare ist eines der afrikanischen Zentren für Musik und zieht aus dem ganzen südlichen Afrika Musiker an, aber auch Einheimische, die ihre spezielle Chimurenga-Musik im Repertoire haben - zur Erinnerung an die Befreiungskriege.
Zwischen 40 und 50% der Bevölkerung gehören der christlichen Kirche an, aber ihr Glaubenssystem ist nicht rein christlich, sondern durch traditionelle Glaubenseinflüsse mitbestimmt. Der Mwari-Kult, ein monotheistisch-animistischer Glauben mit Ahnenverehrung, wobei die Ahnen als spirituelle Fürbitter Kontakt mit dem Herrn herstellen, ist die vorherrschende nicht-christliche Religion. Mwari, das sich jeder menschlichen Erkenntnis entziehende Wesen, spricht zu den Menschen mittels der "Stimme des Mwari", ein Orakel, in Höhlen lebend und meist weiblichen Geschlechts. Das Orakel fungiert als Zwischengänger zwischen den Geistern, Gott und den Menschen - häufig wenn Naturkatastrophen, gesellschaftliches Unglück oder Angriffe von außerhalb statthaben. Tatsächlich war es ein Orakel, das den Startschuss für den ersten Chimurenga 1896 gab (und das nach Beendigung von den Briten folgerichtig hingerichtet wurde).
Englisch dient als offizielle Amtssprache, ist aber Muttersprache von nur 2% der Bevölkerung. Der große Rest ist von Geburt bantusprachig. Die beiden wichtigsten Bantusprachen sind Shona, von 76% der Simbabwer gesprochen, und Sindebele, das 18% beherrschen. Wenn auch die meisten Städter wenigstens ein paar Brocken Englisch können, ist es draußen auf dem Land überaus hilfreich ein paar Wörter in Shona oder Sindebele zu können. Außerdem können nervende Mitreisende durch hingebungsvolles Üben der Klicklaute des Sindebele wirksam abgewimmelt werden - einfach schmatzend die Zunge von den Frontzähnen reißen und sie dann unmittelbar gegen das Gaumensegel knallen lassen.
Die zimbabwische Küche ist im Großen und Ganzen das Vermächtnis fader britischer Kost, die eine unheilige Allianz mit den gewöhnlich schwer verdaulichen afrikanischen Speisen eingegangen ist. Das auf dem Speisezettel ewig wiederkehrende Gericht ist Sadza - ein fester Brei aus weißem Maismehl, Grundpfeiler jeder zimbabwischen Mahlzeit. Ergänzt wird Sadza mit Nyama - Fleisch, normalerweise Rind oder Huhn, aber auch Krokodil, Kudu oder Impala. Früchte und Gemüse kommen nicht so häufig auf den Tisch, wer allerdings die Gelegenheit hat Kürbisbrei zu bekommen, sollte zugreifen - er schmeckt köstlich.
Das alkoholische Getränk der Massen ist Chibuku, "the beer of good cheer". Es wird in einem Eimer serviert, den man von Gast zu Gast weiterreicht. Aussehen tut es wie heiße Schokolade und die Konsistenz erinnert an dünnen Haferschleim. Es schmeckt einfach nicht. Auch die Milde täuscht, schnell ist der Punkt ohne Wiederkehr erreicht. Chibuku wird vornehmlich von Männern in den Bierhallen der Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte getrunken - den High Density Townships. Passionierte Kaffeetrinker sollten über einen Urlaub in Simbabwe zweimal nachdenken. Auch wenn in den Eastern Highlands Kaffeebohnen kultiviert werden, das was im Land serviert wird, erinnert nur entfernt an das anregende Original. Der größte Teil der Ernte gelangt in den Export und was in Simbabwe verbleibt wird 1 zu 10 mit Zichorie verschnitten und gelangt unter dem Markennnamen "Daybreak" in den Handel.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 1-2 US-Dollar
- Restaurant mittler Kategorie: 2-7 US-Dollar
- Luxusrestaurant: ab 10 US-Dollar
Übernachtung
- Billigunterkunft: 5-20 US-Dollar
- Hotel mittlerer Kategorie: 20-40 US-Dollar
- Luxushotel: ab 50 US-Dollar
Währung
Simbabwe-Dollar (Z$)








