Simbabwe
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Sehenswertes
Harare
Mit einer Stadtbevölkerung von 1,6 Million ist Harare, die Hauptstadt, in jeder Hinsicht das pulsierende Zentrum der Nation. Die weißen Kolonisatoren, die die Stadt gründeten, hinterließen eine europäische Atmosphäre, und Harare ist auch weiterhin das Paradestück der Städte in Simbabwe, das Handelszentrum, mit hohen Gebäuden, viel Verkehr und all den guten und schlechten Begleitumständen des Lebens in einer Großstadt. Raubüberfälle und Kleinkriminalität sind in Harare an der Tagesordnung. Besucher sollten nie - wirklich niemals - alleine durch die Stadt marschieren und nachts sind die Straßen Harares, außer man befindet sich in einem öffentlich Taxi, eine "no-go-area".
Die National Gallery of Zimbabwe bietet einen umfassenden Einblick in die afrikanische Kunstszene in Simbabwe. Die Bandbreite der Ausstellungen reicht von den Anfängen der Kunst in Afrika über die koloniale Phase bis zu postkolonialen Werken - Gemälde und Skulpturen. Harare Gardens ist der größte Park der Stadt. Am Wochenende spielen Gruppen Theater und Musik, ein inselähnlicher kleiner Regenwald beherbergt ein Miniaturmodell der Victoriafälle und der Zambezi-Schlucht. Das echte Leben in Harare spielt sich aber in Mbare musika ab. Es liegt 5 km südlich des Zentrums und ist Simbabwes größter Markt und hektischster Busbahnhof. Die Kopje ist ein Granithügel, der an der südwestlichen Ecke des Zentrums die Stadt überragt, bekannt für seine gute Aussicht über die Skyline der Stadt und hervorragend geeignet, um einen Überblick zu gewinnen.
Das Zentrum Harares ist recht überschaubar, so dass man gut zu Fuß herumkommt. Billigere Läden und Hotels und ein Großteil des Nachtlebens von Harare finden sich westlich der zentralen Einkaufsstraßen. Die Gegend um die Kopje ist der beste Platz, um an pungwe künstlerischen Tanz- und Musikveranstaltungen teilzunehmen.
Victoriafälle
Die weltberühmten Victoriafälle sind Simbabwes wichtigster Beitrag zum Weltnaturerbe. Jedes Jahr werden Kilometer um Kilometer an Filmmaterial von Amateuren und Profis an den Fällen belichtet. Auf 1,7 km fällt das Wasser zwischen 90 und 107 m in die Tiefe der Zambezi-Schlucht. Jede Minute gischten durchschnittlich 550 000 Kubikmeter Wasser über die Kante, während der höchsten Flut sind es bis zu fünf Millionen Kubikmeter pro Minute. Die Stadt Victoria Falls entstand für die Besucher der Fälle und heute hat sie sich zu einer archetypischen Touristenfalle entwickelt. Glücklicherweise ist die Hauptattraktion durch einen Regenwald vom städtischen Treiben abgeschottet. Wer auf den Pfaden entlang den Fällen durch den Regenwald - dessen Existenz alleine auf der aus der Tiefe der Schlucht nach oben wallenden Gischt beruht - wandelt, wird umgeben von feinsten, durch die Kleidung dringenden Nebeltropfen alles um sich herum vergessen, auch die Stadt, die ein paar hundert Meter die Touristen unterhält. Etwas ganz Besonderes sind die Vollmondnächte, wenn der Park um die Fälle länger geöffnet ist. Dies ist so monumental, dass man seine Ankunftszeit darauf abstimmen sollte. Die Stadt selbst ist die einzig ernst zu nehmende Hochburg für erlebnishungrige Adrenalinpegel-Pusher jenseits von Neuseeland. Rundflüge, Rafting, der Welt höchster (oder tiefster - wie man will) Bungee-Sprung und Fallschirmspringen sind nur einige der Aktivitäten, die die Herzfrequenz variieren. Sind die Batterien des Herzschrittmachers nicht die besten, sollte man sich mit einer Wanderung oberhalb der Fälle am Zambezi entlang begnügen. Man sieht dort eine Menge Wild - neben Warzenschweinen auch größeres: Elefanten, Flusspferde, Krokodile, Büffel und natürlich Löwen. Zu nahe am Ufer sollte man nicht wandern. Krokodile sehen das als ihr Revier und sind auch an Land ganz schön schnell und man selbst plötzlich im Weg.
Great Zimbabwe
Great Zimbabwe ist die größte mittelalterliche Siedlung im subsaharischen Raum und steht heute für einen Zivilisationsgrad, den die frühen europäischen Forscher Afrika lange Jahre nicht zugestehen wollten. Als religiöses und weltliches Zentrum hat diese Stadt mit 20 000 bis 30 000 Bewohnern ein Land beherrscht, das sich vom 13. bis zum 15. Jahrhundert über das östliche Simbabwe bis zum heutigen Botsuana erstreckte und nach Mosambik und Südafrika hineinreichte. Die am besten erhaltene Struktur ist die Great Enclosure. Sie besitzt einen Durchmesser von 100 m und einen Umfang von 255 m und ist das größte altertümliche zusammenhängende feste Bauwerk des Kontinentes südlich der Sahara. Die Trockenmauern (ohne Mörtel entstanden) reichen 11 m hoch und sind bis zu 5 m dick. Die heute meistvertretene Theorie spricht von der Great Enclosure als königlichem Lager. Den meisten Spekulationen unterliegt der Konische Turm, ein massives Bauwerk ohne Hohlraum, unter Umständen als Zeremonialbau errichtet mit vielleicht phallischer Bedeutung. Great Zimbabwe liegt im südöstlichen Simbabwe und ist von Masvingo aus mit dem Bus erreichbar.
Hwange-Nationalpark
Während des 19. Jahrhunderts diente der heutige Hwange-Park als Jagdgebiet für die Ndebele-Könige. Als die Europäer ankamen, nutzten sie sogleich den Wildreichtum und schossen alles Getier heraus. 1929 erhielt Hwange den Status eines Nationalparks und man begann Wasserlöcher zu bauen, die von Grundwasser gespeist wurden. 1970 besaß Hwange schließlich eine der dichtesten Konzentrationen an Wild in ganz Afrika. Die Tierwelt in Hwange besteht unter anderem aus Elefanten, Affen (unter ihnen viele Paviane), Impalas, Löwen, Giraffen, Zebras, Hyänen, Schakalen, Geparden und Nashörnern. Obwohl Hwange der am leichtesten zu erreichende Park ist und das meiste Wild besitzt, ist er nicht überlaufen und das Gros der Besucher bleibt in einem Umkreis von 10 km um das Hauptcamp. Die beste Besuchszeit ist die Trockenzeit (September bis Oktober), wenn die Tiere sich um die Wasserlöcher konzentrieren (von denen die meisten heute mit elektrischen Pumpen betrieben werden). Während der Regenzeit, wenn die Flüsse fließen, ist die Wildbeobachtung um einiges schwieriger. Überall finden die Tiere dann Nahrung und Wasser und man muss sich auf die Suche begeben, um sie im Busch auszumachen.
Matobo-Nationalpark
Man muss nicht unbedingt einen Hang zur Esoterik besitzen, um zu fühlen, dass die Hügel von Matobo einer der magischen Orte im Erdenrund sind. Um den Park herum gibt es eine ganze Menge von San-Malereien und auch geheime Orte, wo einst Krieger ihre Vorräte versteckten. In Verstecken gilt es, noch Brennöfen aus Lehm zu entdecken, die von frühen Schmieden zur Eisenschmelze verwandt wurden. Einige der Hügel wie Shumba, Shaba und Shumba Sham werden für heilige Orte gehalten und es brächte alleine schon Unglück mit dem Finger in ihre Richtung zu weisen. In einer Felsspalte ist der Regenschrein der Ndebele versteckt und dort beten noch heute die Menschen Mwali an und bitten um Regen. Während der Dürre in den frühen 90er Jahren kamen sogar Mitglieder der Regierung und schlossen sich den Gebeten an. Mit der Geschichte von Matobo geht die hervorragende Möglichkeit zur Wildbeobachtung einher. Es gilt den Afrikanischen Adlerhabicht oder den Kap-Uhu zu bewundern. Matobo ist auch die Heimat für die weltweit größte Population an Schwarzachseladlern. Der Whovi-Game-Park-Abschnitt in Matobo ist die Heimstätte für aufmerksamst bewachte Breitmaul- und Spitzmaulnashörner, aber auch für Antilopen, Zebras, Flusspferde und Giraffen. Die vielen Felszinnen, Wackelsteine und Granitrücken machen die Landschaft im Park aber mindestens ebenso interessant wie die Tierwelt.
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Tengenenge Farm
Obwohl es abseits der touristischen Trampelpfade liegt, ist Tengenenge, eine im Busch gelegene Künstlerkolonie, auf alle Fälle einen Besuch wert. Die Farm wurde von dem Tabakbauern Tom Blomefield gegründet. Er hatte mit seinen Chrombergwerken und Tabak genug Geld verdient, um sich künftig den schönen Künsten als Sammler zu widmen und seine Vision einer Künstlergemeinschaft zu verwirklichen. Heute lebt die Farm vom Verkauf der Werke und von Spenden. Laufend werden neue Talente gesucht und in die Gemeinschaft aufgenommen. Einige der Künstler aus den Anfangsjahren von Tengenenge haben sich inzwischen auf Nachbarfarmen selbstständig gemacht oder sind näher an die Städte und die Verkaufsmärkte gezogen. Besucher können durch den riesigen Skulpturengarten wandeln und sich mit den Künstlern unterhalten. Über 17 000 Stücke sind ausgestellt. Übernachtung und Essen sind auf der Farm relativ teuer, aber man kann seine eigene Verpflegung mitbringen und jederzeit im Busch nächtigen. Eine Busverbindung nach Tengenenge existiert nicht. Die nächste Busverbindung passiert die Farm in 19 km Entfernung - wer nicht das Glück hat, ein Auto anhalten zu können, muss zu Fuß gehen.
Mavuradonha Schutzgebiet
1988 erklärte die Regierung Simbabwes ein Gebiet von 500 qkm im Bereich der Mavuradonha Gebirgskette am Zambezi-Abfall zum Wildschutzgebiet. Die raue Gebirgslandschaft ist gleichzeitig wunderschön und Ehrfurcht gebietend. Der Schutzstatus hat ein Refugium geschaffen, das heute ein reiches Vogelleben bewahrt, aber auch Antilopen, Paviane, Elefanten und sogar Leoparden und Löwen. Mavuradonha ist eine der besten Wanderregionen von ganz Simbabwe. Obwohl einige Wege ausgewiesen sind, kann man die Markierungen nicht immer genau sehen und so ist es immer noch ein Abenteuer hier unterwegs zu sein. Wer an seinen Orientierungskünsten zweifelt und lieber nicht ohne Führung in die Wildnis will: Es gibt einwöchige Safaris zu Pferde in Mavuradonha. Das Schutzgebiet liegt 220 km nördlich von Harare an der Teerstraße und Busse setzen Reisende am Parkeingang ab, von dem das Hauptquartier nicht weit entfernt liegt.
Mana-Pools-Nationalpark
Die Magie von Mana Pools begründet sich in seiner Lage hoch im ursprünglichen Norden des Landes, weitab von Hwange mit seinen Beobachtungsplattformen allerorten und elektrisch betriebenen Pumpen für die Wasserlöcher. Außerdem ist Mana Pools der einzige Nationalpark, in dem Touristen sich ohne sachkundige Begleitung zwischen 6 Uhr morgens und 6 Uhr abends auf Schusters Rappen auf den Weg machen dürfen - soweit die Füße tragen und so lange der Mut reicht. Das Wort "Mana" bedeutet die Zahl "vier" und verweist auf die vier kleinen Seen, die um das Hauptquartier des Parks liegen: Main, Chine, Long und Chisambik. Außer in der Mittagshitze ist Long Pool eine von Tieren gern besuchte Tränke. Man kann fast Garantien abgeben, dass man dort Krokodile und Flusspferde sieht, dazwischen auch Zebras, Antilopen und Elefanten. Für Zelter kommen die schönsten und erinnerungswürdigsten Momente dann des nachts, wenn man schlaflos und nur durch dünne Zeltbahnen von der Wildnis getrennt auf das Grunzen der Flusspferde und das zarte Rupfen der Elefanten im Geäst über seiner Bleibe horcht. Und wenn das Zeltgestänge vom Gebrüll der Löwen vibriert (doch keine Angst, hungrige Löwen sind nicht so dämlich, ihre potenziellen Opfer mit lauten Geräuschen zu warnen; gefährlich sind sie nur, wenn man sie weder hört noch sieht und sie plötzlich vor einem stehen). Hyänen jaulen in seltsamem Crescendo und schleppen alles aus den Lagern, was nur annähernd nahrhaft zu sein verspricht (und öffnen mit ihren starken Gebissen auch stabile Alukisten).
Mana Pools liegt im nördlichen Simbabwe und ist mit dem Kanu aus Chirundu über den Zambesi-Fluss erreichbar, oder mit dem Auto (nur Mai bis Oktober) über Marongora am Zambesi-Steilabbruch entlang.
Mount Silinda
Das Dorf Mount Silinda liegt im Chipinge Distrikt bei den Kaffeeplantagen in den Eastern Highlands. Die Hauptattraktion ist der Chirinda Forest, ein tropischer Regenwald mit knapp 1000 ha. Seine Harthölzer bilden den südlichsten Regenwald des Kontinentes. Ein dichtes Netz von Pfaden erlaubt Spaziergänge, doch die meisten Besucher benutzen den "Big-Tree-Weg", der - richtig geraten - zum höchsten Baum Simbabwes führt. Er ist 1000 Jahre alt, 66 m hoch, hat einen Umfang von 15 m und gehört der Spezies Roter Mahagoni an. Zwischen Mount Selinda und dem 30 km entfernten Chipinge verkehren regelmäßig Busse.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 1-2 US-Dollar
- Restaurant mittler Kategorie: 2-7 US-Dollar
- Luxusrestaurant: ab 10 US-Dollar
Übernachtung
- Billigunterkunft: 5-20 US-Dollar
- Hotel mittlerer Kategorie: 20-40 US-Dollar
- Luxushotel: ab 50 US-Dollar
Währung
Simbabwe-Dollar (Z$)








