Indonesien

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Zahlreiche Fossilienfunde aus Ost- und Zentral-Java belegen, dass der so genannte Java-Mensch (Homo erectus), ein Vorläufer des Homo sapiens, schon vor 1,8 Millionen Jahren auf dieser Insel lebte. Die Vorfahren der heutigen Bewohner, der Malaien, waren seit 3000 v.Chr. aus dem südchinesischen Raum in mehreren Wellen in den Archipel eingewandert. Mächtige Königreiche wie das buddhistische Sri Vijaya in Sumatra und das hinduistische Mataram in Java entstanden gegen Ende des 7. Jahrhunderts n.Chr. Das letzte der großen Hindu-Königreiche war Majapahit, das seit dem 13. Jahrhundert von Ost-Java aus beinahe den gesamten Archipel beherrschte. Die Verbreitung des Islam im 14. Jahrhundert bedeutete den allmählichen Niedergang des Majapahit-Reichs und im 15. Jahrhundert zogen sich die letzten Majapahit-Herrscher mit ihrem gesamten Hofstaat auf die Insel Bali zurück.

Im 15. Jahrhundert hatte sich ein mächtiges islamisches Reich in Melaka (Malakka) auf der malaiischen Halbinsel etabliert, das aber schon 1511 an Portugal fiel. Auf Portugiesen folgten Holländer und bald kontrollierte die schon 1602 gegründete VOC (Vereenigde Oostindische Compagnie bzw. Vereinigte Ostindien-Kompanie) von Batavia (Jakarta) aus den Gewürzhandel. 1799 wurde die inzwischen bankrotte VOC aufgelöst, worauf die holländische Krone die Kontrolle übernahm und den Archipel nach und nach ihrem Kolonialreich angliederte, ein Vorgang, der erst Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Annektion Balis und Acehs abgeschlossen war.

Schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts aufkeimender Nationalismus gipfelte nach der japanischen Besetzung während des Zweiten Weltkriegs in der Unabhängigkeitserklärung durch Sukarno am 17. August 1945, was einen erbitterten Krieg zur Folge hatte, bis die Holländer 1949 die indonesische Republik anerkannten. Sukarno wurde Staatspräsident und lenkte die Geschicke des Landes bis 1966. Weitere Machtfaktoren neben dem Präsidenten waren das Militär und die immer stärker werdende PKI, die kommunistische Partei Indonesiens. Die Ermordung mehrerer Armeegeneräle am 30. September 1965 wurde als Putschversuch der Kommunisten propagiert, was eine Kommunistenverfolgung einleitete, die über eine Million Menschen das Leben kostete und letztlich zum Verbot der PKI und der Entmachtung Sukarnos führte.

General Suharto, der im Herbst 1965 führend an der Zerschlagung der PKI beteiligt war, trat am 12. März 1967 sein Amt als Präsident an. Mit Unterstützung des Militärs führte er das Regime der "Neuen Ordnung" ein, was dem Land zweifellos viele Verbesserungen gebracht hat. Die Infrastruktur wurde spürbar ausgebaut und die Exportwirtschaft angekurbelt, die Lebensmittelproduktion wurde um 50% gesteigert, gleichzeitig verbesserten sich die Lebensbedingungen der jährlich um etwa drei Millionen Menschen anwachsenden Bevölkerung. Die außenpolitischen Positionen der Sukarno-Ära wurden revidiert. Mit Malaysia besteht ein freundschaftliches Verhältnis, beide Länder sind Mitglied des Asean-Bundes (Association of South-East Asian Nations). Nach dem Anschluss West-Irians 1962 kam es 1975 zu einer ähnlichen Aktion in Ost-Timor.

Die so genannte Neue Ordnung hatte aber auch ihre Schattenseiten. Suharto und seine Golkar (die Regierungspartei Golongan Karya) regierten mit Hilfe von Armee und Polizei als ein diktatorisches Regime. Kritiker und Oppositionelle wurden in Gefängnisse gesteckt oder unter Hausarrest gestellt, Presse, Rundfunk und Fernsehen unterlagen staatlicher Kontrolle und die alle fünf Jahre stattfindenden "Wahlen" waren eine Farce. Korruption im gesamten Verwaltungsapparat des Staates, vom kleinen Beamten aufwärts bis hin zum Präsidenten, war weit verbreitet. Darüber hinaus nahm Suhartos Nepotismus immer größere Ausmaße an, indem er enge Freunde und seine eigene Familie, besonders seine Söhne und Töchter, zunehmend mit Privilegien, Macht und lukrativen Monopolen versorgte. Mehr als drei Jahrzehnte hielt Suharto, der sich als Bapak Pembangunan ("Vater der Entwicklung") feiern ließ, fast alle Macht in seinen Händen. Sechsmal gelang es ihm, für eine Amtsperiode von jeweils fünf Jahren wieder gewählt zu werden, zuletzt am 10. März 1998; als seinen neuen Vizepräsidenten ernannte Suharto den bisherigen Minister für Forschung und Technik Dr. Ing. B. J. Habibie.

Trotz der in den 90er Jahren zunehmenden Kritik an Suhartos Regime hätte er sicherlich noch etliche Jahre sein Amt behalten können, wenn nicht im Herbst 1997 die von Thailand ausgehende Finanz- und Wirtschaftskrise auch Indonesien erreicht hätte. In einigen Teilen des Landes brachen blutige Unruhen aus. Als die Aufstände im Mai 1998 ihren Höhepunkt erreichten, hatte Suharto schließlich ein Einsehen. Am 21. Mai 1998 legte er sein Amt nieder und Vizepräsident Habibie wurde als neuer Staatschef vereidigt.

Habibie genoss im Volk fast genau so wenig Vertrauen wie sein Vorgänger und es war offensichtlich, dass er nur als Übergangslösung angesehen wurde. Zwar entließ er gleich einige politische Gefangene, versprach Reformen und baldige Neuwahlen, doch bekam auch er die Krise nicht in den Griff. Die Reformen blieben aus und das Datum für die Neuwahlen wurde immer wieder aufgeschoben. Wie schon im Mai wurde erneut im November 1998 der Ruf nach "Reformasi" und "Demokrasi" laut und es kam abermals zu blutigen Zusammenstößen zwischen demonstrierenden Studenten und dem Militär. Relative Ruhe kehrte erst Anfang 1999 ein, als das endgültige Datum für die Neuwahlen feststand, nämlich der 7. Juni 1999. Diesmal standen 48 Parteien zur Wahl. Als Sieger mit 35% der Stimmen ging wie erwartet die PDI (Partei Demokrasi Indonesia) aus den Wahlen hervor, gefolgt von Golkar mit etwa 20%.

Eine von Australien angeführte UN-Friedenstruppe hat wieder Stabilität in die Nation gebracht, aber auch Empörung vonseiten der Indonesier über diesen „Eingriff in interne Angelegenheiten“ ausgelöst. Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hatte, wurde Ost-Timor über den rauchenden Ruinen die Unabhängigkeit zugesagt und das Land durfte sich endlich selbst regieren. Abdurrahaman Wahid wurde zum ersten demokratischen Präsidenten gewählt und ersetzte Habibie. Am 23. Juli 2001 wurde Wahid seinerseits abgesetzt und durch die unergründliche Megawati Sukarnoputri ersetzt.

Indonesien steht vor einer Vielzahl von Krisen und auf Megawati ruht eine enorme Verantwortung. Die Hauptprobleme des Inselstaates sind unter anderem der zunehmende islamistische Extremismus, die militärische Gehorsamsverweigerung, behördliche Korruption, der zerbrechliche, noch in den Kinderschuhen steckende demokratische Prozess und dazu noch die vielen Separatistengruppen, die das Land zu spalten drohen.

Am 12. Oktober 2002 forderte ein Bombenattentat, das sich gegen westliche Touristen richtete, 200 Menschenleben in Bali. Eine Extremistengruppe mit Verbindungen zur Al-Qaeda war dafür verantwortlich. Im Juni 2002 wurden in Sulawesi mindestens vier Menschen bei einem Bombenanschlag auf einen überfüllten Bus getötet. Diese Angriffe waren möglicherweise darauf ausgerichtet, den fragilen Frieden zwischen Muslimen und Christen zu zerbrechen, der erst im Dezember 2001 geschlossen wurde.

Religiöse Unruhen plagen auch die Molukken, wo im Februar 2002 ein kurzlebiges Friedensabkommen zustande kam. Im April 2002 wurden in einem Dorf 14 Christen von maskierten Bewaffneten erschossen. Seit Januar 1999 haben Kämpfe zwischen Christen und Muslimen mehr als 6000 Menschenleben gekostet. In Irian Jaya und Aceh kämpfen Guerillas seit Jahrzehnten um die Unabhängigkeit von Jakarta.

Präsidentin Megawati Sukarnoputri konnte für sich in Anspruch nehmen, die soziale Stabilität und wirtschaftliches Wachstum wiederhergestellt zu haben, aber sie wurde allenthalben für ihre Unfähigkeit im Kampf gegen die grassierende institutionelle Korruption verurteilt. Im September 2004 nahmen 80% aller Indonesier an der ersten Direktwahl des Präsidenten teil. Der charismatische pensionierte General und gelegentliche Schnulzensänger Susilo Bambang Yudhoyono, der über einen amerikanischen Universitätsabschluss in Management verfügt, gewann deutlich.

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Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 2500-15 000 Rp
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 15 000-30 000 Rp
  • Luxusrestaurant: ab 45 000 Rp

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 15 000-35 000 Rp
  • Mittelklassehotel: 35 000-80 000 Rp
  • Luxushotel: ab 185 000 Rp

Währung

Rupiah (Rp)


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