Indonesien

    Drucken Bildergalerie Karte

Die von den Ahnen übernommenen, ungeschriebenen Gesetze und Verhaltensweisen sowie sozialen und religiösen Traditionen fasst man unter dem Begriff adat zusammen. Der Islam ist zwar die dominierende Religion im Archipel, hat sich aber mit hinduistischen und buddhistischen Elementen, Adat und Animismus vermischt. Speziell auf Java gibt es Hunderte von Plätzen, z. B. Höhlen, wo man bei nächtlicher Meditation mit mächtigen Naturgeistern Kontakt aufnehmen und spirituelle Energie tanken kann. Trotz langer Kolonialzeit waren christliche Missionare nur bei einigen wenigen der zahlreichen Völker Indonesiens erfolgreich, z. B. bei den Batak auf Sumatra, den Niah auf Nias, den Toraja und Minahasa auf Sulawesi und in Flores.

Über 250 Sprachen werden im Archipel gesprochen, die hauptsächlich zur austronesischen (auch malayo-polynesischen) Sprachfamilie gehören. Als lingua franca der indonesischen Inselwelt hat sich über Jahrhunderte das Malaiische etabliert, es diente letztendlich auch als Grundlage bei der Schaffung der offiziellen indonesischen Nationalsprache Bahasa Indonesia. Die Fülle der darin enthaltenen Fremdwörter aus dem Sanskrit, dem Arabischen und europäischen Sprachen dokumentiert die zahlreichen Kulturkontakte in der Geschichte Indonesiens. Als alltägliche Umgangssprache hat sich eine vereinfachte, nicht mehr so offiziell klingende Version der Bahasa Indonesia durchgesetzt.

Die künstlerische Vielfalt Indonesiens äußert sich vor allem in seinen prächtigen Textilien. Aus Zentral-Java stammt die Kunst der Batik, ein mehrfacher Färbeprozess, bei dem die jeweiligen nicht einzufärbenden Muster mit Wachs abgedeckt werden. Älter und mindestens ebenso arbeitsintensiv ist die besonders in Nusa Tenggara verbreitete Technik des ikat, bei dem die Fäden schon vor dem Weben im gewünschten Muster eingefärbt werden, indem man sie gebündelt stellenweise abbindet. Songket, mit Gold- oder Silberfäden durchwirkte Stoffe, sind vor allem auf Bali beliebt. Die indonesische Schmiedekunst gipfelt im kris, einem Dolch mit meist geflammter Klinge, der nach einem äußerst komplizierten, nur noch wenigen Schmieden bekannten Verfahren hergestellt wird. Wayang kulit, das Schattenspiel mit flachen, bemalten Lederpuppen, ist ein typischer Vertreter der javanischen Kultur, während auf Bali die von der hypnotischen Musik eines Gamelan-Orchesters begleiteten Maskentänze sehr populär sind.

Die indonesische Küche ist weitgehend chinesisch beeinflusst; eine Ausnahme bilden z. B. die Kochkünste der Minangkabau von Sumatra, bekannt als Masakan Padang, die wegen ihres großzügigen Gebrauchs zahlreicher, verschiedenartiger Gewürze berühmt sind. Überall in Indonesien sieht man Straßenhändler, die Snacks wie gebackene Bananen, Kekse, Erdnüsse, Nudelsuppen, Fleischspieße anbieten. Reis als Grundnahrungsmittel Nummer eins bildet den Hauptbestandteil eines fast jeden indonesischen Essens, mit mehr oder weniger scharf gewürzten Gerichten aus Fleisch, Fisch, Gemüse, Sojabohnen usw. als Beilage. Nasi goreng (gebratener Reis) ist fast überall in Indonesien zu bekommen, sehr populär sind auch sate (Fleischspieße mit einer scharf gewürzten Erdnussoße) und gado-gado, ein kalter Salat aus gekochtem Mischgemüse in Erdnussoße. Fast unüberschaubar ist die Liste der in Indonesien wachsenden tropischen Früchte, von denen man schon mal einige probieren sollte: Kokosnuss, Durian, Guave, Mango, Papaya, Rambutan, Mangosteen, Ananas, Banane, Avocado usw.

Weitere Regionen

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 2500-15 000 Rp
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 15 000-30 000 Rp
  • Luxusrestaurant: ab 45 000 Rp

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 15 000-35 000 Rp
  • Mittelklassehotel: 35 000-80 000 Rp
  • Luxushotel: ab 185 000 Rp

Währung

Rupiah (Rp)


  Top Copyright © 2002 Lonely Planet Publications   Drucken Bildergalerie Karte
© 2006 Lonely Planet Publications. Alle Rechte vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung ist es nicht gestattet, die ganze oder auch nur Teile dieser Webseite zu nutzen.