Japan

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Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die japanische Kunst hauptsächlich von China und Korea beeinflusst, gleichwohl hatte sich schon früh eine eigene japanische Ästhetik entwickelt. Diese kennzeichnet eine Faszination des Vergänglichen (z.B. Ikebana, die Kunst des Blumensteckens), eine allgemeine Schmucklosigkeit und Formen, die die Zufälligkeit der Natur widerspiegeln. Ein karikaturistisches Talent ist ebenfalls zu beobachten, von den frühen Zen-Tuschzeichnungen bis zum modernen manga (Comic). In vielen Arbeiten wird eine ungestüme Leidenschaft sowie ein Interesse am Grotesken oder Bizarren sichtbar, von buddhistischen Bildrollen, die die Qualen der Hölle zeigen, bis zu den sehr stilisierten Darstellungen einzelner Körperteile auf den Holzschnitten der Edo-Zeit.

Die japanische Ästhetik kommt in der Architektur besonders deutlich zum Ausdruck, von anmutigen Shinto-Schreinen und buddhistischen Tempeln bis zu kunstvollen Burgen und praktischen, leicht gebauten Häusern (die im Sommer Kühle spenden und bei Erdbeben leichter zusammenfallen). Eine wohl überlegte Gestaltung liegt auch japanischen Gärten zugrunde, wie natürlich sie auch aussehen mögen. Die beiden berühmtesten japanischen darstellerischen Traditionen sind Kabuki (melodramatisches Schauspieltheater) und No (formales Maskentheater), die beide in Tokio, Kioto und Osaka zu sehen sind. Die alte japanische Hofmusik (gagaku) verwendet Trommeln und japanische Instrumente, die der Laute, Zither, Oboe und Flöte ähneln. Die Popmusik ist in Japan reichlich vertreten: Einheimische Gruppen bestehen gewöhnlich aus einem herausragenden Leadsänger und ein paar vergleichsweise unbedeutenden Musikern. In letzter Zeit sind Girl-Punkbands in der stets nach Neuem hungernden Welt der Indie-Musik recht erfolgreich.

Ein Großteil der frühen Literatur Japans wurde von Frauen geschrieben, u.a. deshalb, weil Männer auf Chinesisch schrieben, während Frauen die vom Chinesischen abgeleitete japanische Schrift benutzten. Zu diesen frühen Schriftstellerinnen gehört die Hofdame Murasaki Shikibu, die Anfang des 11. Jahrhunderts Japans vielleicht bedeutendstes literarisches Werk verfasste, Die Geschichte vom Prinzen Genji (Genji monogatari), über Intrigen und Liebschaften am japanischen Hof. Der verehrte Dichter Matsuo Basho erfand im 17. Jahrhundert die Haiku-Poesie, die in drei Zeilen einen Augenblick einzufangen vermag. Die modernen Klassiker, die nach Japans Öffnung zum Westen bedeutende Romane und Erzählungen schrieben, sind Mori Ogai, der ein paar Jahre in Deutschland lebte, und Natsume Soseki. Zu den modernen Schriftstellern gehören der umstrittene Mishima Yukio, der Nobelpreisträger Oe Kenzaburo, der tiefgründige Abe Kobo und die vor allem eine jugendliche Leserschaft ansprechende Yoshimoto Banana.

Wer Japanisch lesen lernen möchte, sollte ein paar Jahre dafür veranschlagen. Japan hat eines der komplexesten Schriftsysteme der Welt, mit drei verschiedenen Schriften (vier, wenn man die zunehmend gebrauchte lateinische Schrift - romaji - mitrechnet). Zum Glück für Japanbesucher ist nicht alles derart kompliziert. Im Gegensatz zu anderen asiatischen Sprachen kennt das Japanische keine unterschiedlichen Tonhöhen und die Aussprache ist relativ einfach. Mit etwas Anstrengung sollte es gelingen, sich ein gewisses Repertoire an nützlichen Ausdrücken für die Reise anzueignen - das einzige Problem dürfte sein, die Antworten zu verstehen.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 550-880 Yen
  • Restaurant der mitteleren Kategorie: 880-2700 Yen
  • Luxusrestaurant: ab 5000 Yen

Übernachtung

  • Zimmer im Budgethotel: 2800-3850 Yen
  • Mittelklassehotel: 3850-7700 Yen
  • Luxushotel: ab 20 000 Yen

Währung

Yen (¥)


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