Maldives

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Die ersten Einwohner kamen wahrscheinlich noch vor 500 v.Chr. von Ceylon (Sri Lanka) und Südindien auf den Archipel. Eine Theorie besagt, dass sich die Inseln schon 2000 v.Chr. am Handelsknotenpunkt verschiedener Seefahrervölker befanden. Die Malediver selbst glauben, dass die ersten Siedler ein urtümliches Volk von Sonnenanbetern - die Redin - waren, die ein reiches Erbe von heute noch gegenwärtigen Glaubenslehren und Bräuchen, darunter die bösen Geister oder Dschinnen, hinterlassen haben.

Die Redin verließen die Inseln um 500 v.Chr. oder mischten sich unter die Buddhisten aus Ceylon bzw. unter die Hindus aus Indien. Da es an Baumaterial mangelte, verwendeten alle Neuankömmlinge die von den vorherigen Siedlern hinterlassenen Reste als Fundament für ihre Konstruktionen. Das ist auch der Grund, warum viele maledivische Moscheen in Richtung Sonne anstatt in Richtung Mekka zeigen. Seit dem 2. Jahrhundert n.Chr. berichteten arabische Händler auf dem Weg in den Fernen Osten von Besuchen auf den Malediven. Die als 'Geldinseln' bekannten Malediven brachten riesige Mengen an Kaurimuscheln hervor, die im Altertum als internationale Währung dienten.

Die Konversion zum Islam im Jahre 1153 beschreibt einen Wendepunkt in der Geschichte der Malediven. Der Legende zufolge verlangte ein Meeresdschinn namens Rannamaari die regelmäßige Opferung jungfräulicher Mädchen in Malé. Eines Tages nahm Abu Al Barakat, ein arabischer Besucher aus Nordafrika, den Platz einer Opferjungfrau ein und vertrieb den Dämon, indem er den Koran - das heilige Buch des Islam - rezitierte. Der zu dieser Zeit herrschende maledivische König begeisterte sich für den Islam, und Barakat wurde später erster Sultan. Es folgte eine Serie von sechs sultanischen Dynastien, denen insgesamt 84 Sultane und Sultaninnen angehörten. Als im 16. Jahrhundert zum ersten Mal die Portugiesen auf den Plan traten, gab es sogar zwei herrschende Dynastien: die Malei und die Hilali.

Die Portugiesen, die darauf erpicht waren, einen größeren Anteil an den Gewinn bringenden Handelsrouten im Indischen Ozean zu erlangen, erhielten die Erlaubnis, in Malé ein Fort und eine Handelsniederlassung zu errichten. Und es sollte nicht lange dauern, bis sie noch mehr von den Malediven wollten. Im Jahre 1558 führte Kapitän Andreas Andre eine portugiesische Invasion an, bei der Sultan Ali VI. getötet wurde. In den folgenden 15 Jahren befanden sich Malé sowie ein Großteil des Landes in Andres Hand. Im Jahre 1573 schließlich nahm die portugiesische Besatzung ein jähes Ende, als Inselchef Mohammed Thakurufaan zum Angriff gegen die wichtigste portugiesische Garnison ansetzte und die gesamte Truppe überwältigte.

Im 17. Jahrhundert standen die Malediven zunächst unter holländischem, danach unter britischem Schutz, aber keine der beiden Nationen errichtete eine Kolonialverwaltung. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts errichteten Borah-Kaufleute aus Bombay in Malé Lagerhäuser und Geschäfte und erlangten somit rasch nahezu ein Monopol auf den ausländischen Handel. Der wirtschaftlichen Vereinnahmung durch die Borahs überdrüssig unterzeichnete Sultan Mohammed Mueenuddin II. im Jahre 1867 eine Vereinbarung mit den Briten, in der den Malediven völlige Unabhängigkeit zugesichert wurde. Die Inseln standen daraufhin unter britischer Schutzherrschaft, und die Briten konnten ungehindert ihre Verteidigungsanlagen errichten.

Nach Einführung der ersten Verfassung des Landes im Jahre 1932 war das Sultanat nicht länger erblich, sondern wurde von nun an per Wahl entschieden. Im Jahre 1953 wurde das Sultanat abgeschafft und die erste Republik unter der Präsidentschaft von Amin Didi ausgerufen. Nicht einmal ein Jahr später wurde Didi gestürzt. Erneut ergriff ein Sultan die Macht: Mohammed Farid Didi, der 94. Sultan der Malediven. Etwa zur gleichen Zeit sicherten sich die Briten die Erlaubnis, ihren alten Luftwaffenstützpunkt aus Kriegszeiten auf dem Addu-Atoll im tiefen Süden des Landes wieder aufzubauen. Ab 1956 setzte die Royal Air Force die Basis mehr und mehr als Stationierungsposten ein. Hunderte von maledivischen Arbeitern wurden beschäftigt und die Gan-Insulaner wurden neu angesiedelt. Als jedoch 1957 Ibrahim Nasir zum Präsidenten gewählt wurde, verlangte dieser unverzüglich eine Revision der Vereinbarung und in diesem Zusammenhang die Verkürzung der Pachtzeit sowie eine jährliche Erhöhung der Zahlung.

Das führte zu einem Aufstand der Einwohner der Atolle Addu und Suvadiva (Huvadu) gegen die Regierung. Sie protestierten gegen Nasirs Forderung an die Briten, nicht länger einheimische Arbeitskräfte einzustellen. Unter dem Einfluss der Anwesenheit der Briten beschlossen die Rebellen, die Verbindungen zu Male völlig abzubrechen und einen unabhängigen Staat zu gründen. Im Jahre 1962 entsandte Nasir Kanonenboote zu den südlichen Atollen und der Aufstand wurde unterdrückt. Bald danach erkannten die Briten die Souveränität der Inseln an und 1965 erlangten die Malediven völlige Unabhängigkeit.

Im Anschluss an ein Referendum im Jahre 1968 wurde das Sultanat wieder abgeschafft und eine neue Republik unter Präsident Nasir ausgerufen. Zehn Jahre später endete seine autokratische Herrschaft und aus Angst um sein Leben floh er nach Singapur. An seiner Stelle wurde der progressive Maumoon Abdul Gayoom zum Präsidenten gewählt, der seither an der Macht ist. Er überstand Putschversuche in den Jahren 1980 und 1988. Im Jahre 1993 kandidierte er für die vierte Amtszeit von fünf Jahren und seine Präsidentschaft wurde mit einer überwältigenden Mehrheit der Stimmen bestätigt.

Die letzten Jahre waren von Modernisierung, raschem Wirtschaftswachstum und einer Verbesserung nahezu aller sozialen Indikatoren gekennzeichnet. Dieses Wachstum ist hauptsächlich der Fischerei, dem Tourismus und den Hilfsmitteln aus dem Ausland zu verdanken. Im Land stehen sich zwei entgegengesetzte Bewegungen gegenüber: die politische Liberalisierung einerseits und eine traditionellere muslimische Lebensweise andererseits. Außerdem gilt es ein Gleichgewicht zwischen der Erhaltung der Umwelt und der Weiterentwicklung des Tourismus und der Fischerei zu schaffen. Präsident Maumoon Abdul Gayoom wurde 2003 zum fünften Mal im Amt bestätigt und übt sein Amt also jetzt zum sechsten Mal für fünf Jahre aus. Im selben Jahr beschuldigte Amnesty International seine Regierung, Menschrechtsverletzungen begangen zu haben.

Der Präsident ist seit 1978 im Amt und muss sich nun Forderungen nach politischer Liberalisierung stellen: Nach prodemokratischen Demonstrationen im August 2004 wurden Dutzende Dissidenten ohne Anklage inhaftiert, woraufhin die EU ein Multimillionen-Hilfspaket erst einmal nicht auszahlte. Ansonsten wird das Inselleben immer mehr von der Angst vor der Vernichtung der Inseln durch den ansteigenden Meeresspiegel geprägt.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 7-12 Rf
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 12-25 Rf
  • Luxusrestaurant: ab 65 Rf

Übernachtung

  • Preiswerte Unterkunft: 30-160 US-Dollar
  • Durchschnittliches Hotel: 160-500 US-Dollar
  • Luxushotel: 800 US-Dollar

Währung

Rufiyaa (Rf)


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