Singapur

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Einer malaiischen Überlieferung zufolge begegnete ein Prinz aus Sumatra auf der Insel Temasek einem Löwen, was als gutes Omen galt, und ihn dazu veranlasste, dort Singapura, die Löwenstadt, zu gründen. Die Überlieferung ist nicht ganz ernst zu nehmen, da Löwen in dieser Ecke der Welt nicht beheimatet sind - wahrscheinlich hatte der Prinz einen Tiger gesehen. Wie dem auch sei: Die Region entwickelte sich zu einem kleinen Handelsposten des mächtigen Srivijaya-Reiches von Sumatra und im 13. Jahrhundert zu einem Vasallenstaat des javanesischen Majapahit-Reiches.

Wahrscheinlich wäre Singapur für immer ein verschlafenes Tropennest geblieben, wäre nicht 1819 Sir Stamford Raffles auf den Plan getreten. Die Briten hatten im 18. Jahrhundert an der Straße von Malacca (jetzt: Melaka) Niederlassungen gegründet, um die Handelswege der britischen East India Company zwischen China und den Kolonien in Indien zu sichern. Raffles setzte sich für eine Verstärkung dieser britischen Präsenz ein, da er ein Wiederaufflammen der Expansionsgelüste der Niederlande befürchterte, die zuvor bereits 200 Jahre lang die wichtigste europäische Handelsmacht der Region gewesen waren. Dieser Wunsch wurde ihm gewährt. Unter seiner Aufsicht erlebte Singapur seine erste Metamorphose von einer abgelegenen, sumpfigen und moskitoverseuchten Tropeninsel zu einem Stützpunkt der Armee und Marine und einem florierenden Freihafen. Schon bald war Singapur ein begehrtes Ziel für bettelarme Einwanderer aus der Region.

Das unaufhaltbare Wachstum setzte sich ungebrochen bis ins 20. Jahrhundert fort. Der Zweite Weltkrieg markiert einen historischen Wendepunkt: Als 1941 die Japaner auf die malaiische Halbinsel vordrangen und schließlich Singapur besetzten erlitten die Briten eine schmähliche Niederlage. Nach der japanischen Kapitulation kehrten die Briten zwar wieder zurück, aber das Zeitalter ihrer absoluten Vorherrschaft war endgültig vorbei.

Mit dem aufkeimenden Nationalbewusstsein in den 50er Jahren entwickelte sich zunehmend eine Selbstverwaltung, zudem gründeten sich politische Parteien. 1959 gewann die People's Action Party mit dem Cambridge-University-Absolventen Lee Kuan Yew an der Spitze die Wahlen. Lee wurde Premierminister und sollte dieses Amt 31 Jahre innehalten. 1963 bildete Singapur mit dem damaligen Malaya (jetzt: Malaysia) eine Union, die 1965 jedoch schon wieder zerfiel, so dass Singapur nach der Unabhängigkeitserklärung seinen eigenen Weg ging. Dieser führte steil nach oben, und zwanzig Jahre später war der winzige, in jeder Hinsicht unbedeutende Stadtstaat ohne Ressourcen zum Wirtschafts- und Finanzzentrum und zur Drehscheibe in Südostasien mutiert. Diese einzigartige Erfolgsgeschichte ist im Wesentlichen das Verdienst des pragmatischen und gewitzten Autokraten Lee Kuan Yew, dessen Regierung auf unhaltsame Modernisierung und unversöhnliche Unterdrückung jeglichen politischen Widerstands setzte.

1990 legte Lee Kuan Yew das Amt des Premierministers nieder. Die Zügel wurden Goh Chok Tong übergeben, der einen mehr an Konsultation und Kooperation orientierten Regierungsstil pflegt und liberalere Ansichten vertritt. Mit dem neu geschaffenen Titel Senior Minister versehen, wirkt Lee Kuan Yew jedoch noch immer hinter den politischen Kulissen. So gilt Goh Chok Tong bei vielen politischen Beobachtern als Steigbügelhalter für Brigadiergeneral Lee, den Sohn von Lee Kuan Yew, der - trotz offizieller Dementis - wohl darauf vorbereitet wird, in der Zukunft die Geschicke des Stadtstaates zu lenken. Im Jahr 1999 wurde SR Nathan zum (dekorativen) Staatspräsidenten gewählt.

Bei Wahlen im Jahr 2001 erhielt die PAP von Goh Chok Tong eine Mehrheit von 75%, was ein voller Erfolg für den Ministerpräsidenten galt.

In wirtschaftlicher Hinsicht wurde Singapur von der Krise Ende der neunziger Jahre genauso hart getroffen wie andere Länder auch - in einem Zeitraum von drei Monaten Ende 1998 verdoppelte sich die Arbeitslosenquote im Land. Der Stadtstaat befindet sich jetzt jedoch auf dem Weg der Besserung, und auf den Straßen geht es so lebendig zu wie eh und je. Ein Grund zur Besorgnis ist allerdings der Trend, dass viele gut ausgebildete Arbeitnehmer ihre Karriere im Ausland machen wollen, was zu einem wahren Exodus geführt hat.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Billige Mahlzeit: 6-20 $
  • Mahlzeit in preiswertem Restaurant: 20-35 $
  • Luxusrestaurant: ab 85 $

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 30-60 $
  • Unterkunft in mittlerer Preislage: 60-175 $
  • Luxushotel: ab 500 $

Währung

Singapur Dollar ($)


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