Finnland
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Sehenswertes
Helsinki
Die Hauptstadt Finnlands ist zugleich das Kultur-, Finanz- und Wirtschaftszentrum des Landes. Im Sommer ist die Stadt mit ihren schönen Parks, dem vielen Wasser, der frischen Seebrise und den netten Straßencafés ein angenehmer Aufenthaltsort mit einer eher kleinstädtischen Atmosphäre: Es gibt hier keine Hochhäuser und der Kauppatori, der Marktplatz, wird von Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert umrahmt. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel und besitzt eine Fährverbindung zur Suomenlinna-Insel im Finnischen Meerbusen, besonders für Tagesausflügler ein lohnenswertes Ziel.
In Helsinki findet man einige der besten Kunstmuseen Finnlands. Das Museum der Nationalen Kunststiftung, das Athenäum, dient als finnische Nationalgalerie und beherbergt finnische und internationale Kunst ab dem 19. Jahrhundert. Im Nationalmuseum, das ebenfalls im Stadtzentrum liegt, sind umfangreiche Sammlungen samischer und finno-ugrischer ethnografischer Artefakte ausgestellt. Wenn man in der Haupthalle des Museums den Blick nach oben wendet, erblickt man an der Decke Fresken, die vom Kalevala inspiriert sind. Straßenbahnliebhaber kommen im Raitioliikennemuseo mit seinen schönen alten Zügen auf ihre Kosten. Das Museum ist in einem alten Straßenbahndepot untergebracht und zeigt finnisches Straßenleben vergangener Jahrzehnte. Die aus solidem Gestein herausgemeißelte Felsenkirche lockt viele Besucher an, denen nach ein bisschen religiösem Zuspruch zu Mute ist. Hier finden neben Gottesdiensten auch Konzerte statt. Westlich des Stadtzentrums, in Espoo, liegt das großartige Studio von Gallén-Kallela, einem bekannten finnischen Maler.
Zwischen Helsinki und der Insel Suomenlinna, wo man sich die Ruinen einer mächtigen Festung ansehen oder eines der Museen besuchen kann, verkehren Fähren und Motorboote. Das sehenswerteste Museum ist das Ehrensvärd-Museum, in dem die Geschichte der Festung ab ihrer Blütezeit unter den Schweden dargestellt wird. Wer die Anlage auf eigene Faust erkunden möchte, kann sich mit einer Taschenlampe bewaffnet zu den Bunkern und Höhlen beiderseits der Festung aufmachen.
Das Zentrum von Helsinki verfügt über zahlreiche Budgethotels, obwohl man im Sommer durchaus auch mit seinem Schlafsack im Freien nächtigen kann. In der Stadtmitte findet man außerdem jede Menge Hamburger-Restaurants, Kebab-Imbisse und Grillstuben. Wer weniger in Fett schwelgen möchte, sollte eines der Cafés südlich des Zentrums oder um den Marktplatz herum aufsuchen. Am Abend bietet sich ein Besuch in der Oper, eines Balletts oder - wer des Finnischen mächtig ist - im Theater an. Und zu guter Letzt gibt es natürlich eine Reihe schöner Kneipen und Klubs.
Turku
Turku, auf Schwedisch Åbo, war die erste Hauptstadt Finnlands und ist die älteste Stadt des Landes. Mehrere Male wurde sie im Verlauf der Jahrhunderte durch Feuer zerstört, der größte Schlag ereilte Turku jedoch im Jahre 1812, als man die Hauptstadt kurzerhand nach Helsinki verlegte. Heute ist Turku eine recht ansehnliche Stadt mit einer Reihe schöner Sehenswürdigkeiten - obwohl die Einheimischen manchmal scherzen, dass, nachdem Turku den Rest des Landes mit Kultur versorgt habe, diese nie wieder in die Stadt zurückgekehrt sei. Da Turku nicht nur diverse Feuersbrünste über sich ergehen lassen musste, sondern das Stadtbild auch unter der gedankenlosen Modernisierung gelitten hat, ist Luostarinmäki das einzige verbleibende Gebiet aus dem 18. Jahrhundert dieser aus dem Mittelalter stammenden Stadt. Hier trifft man im Sommer auf Künstler und Kunsthandwerker, die in den alten Holzhäusern arbeiten. Im Norden des Viertels liegt der mittelalterliche Dom, Zentrum der evangelisch-lutherischen Kirche Finnlands. Erbaut wurde das Gotteshaus im 13. Jahrhundert und das angeschlossene Museum ist täglich geöffnet.
Das Schloss von Turku, um 1280 begonnen, ist das historisch bedeutendste Gebäude Finnlands. Es beherbergt ein interessantes Museum, wobei die verschiedenen Räume jeweils eine bestimmte Epoche repräsentieren. Das an der Südküste Finnlands gelegene Turku ist für die meisten aus Schweden kommenden Reisenden die erste Station in Finnland.
Die Ålandinseln
Die autonome Provinz Åland, mit eigener Flagge und Kultur, umfasst mehr als 6400 Inseln und Schären. Hier werden verschiedene Dialekte des Schwedischen gesprochen und nur selten hört man Finnisch. Die wunderschöne Inselwelt eignet sich hervorragend für Fahrradtouren, Zelt- und Hüttenferien sowie zur Entdeckung der einzigartigen Kultur der Insulaner, die sich besonders im Volkstanz, im Schmuck der Maibäume und in einem allgegenwärtigen Kleinstadtcharme ausdrückt.
Der interessanteste Ort ist Sund am östlichen Ende der Hauptinsel. Hier liegt auch das imposante Schloss Kastelholm, das im 16. und 17. Jahrhundert von großer strategischer Bedeutung war; sein genaues Alter ist unbekannt, aber die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1388. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das großartige Freilichtmuseum Jan Karlsgården, wo jedes Jahr wunderschöne Mittsommer-Festivitäten abgehalten werden. Die Ruinen der Festung Bomarsund erinnern an die Zeit, als sich Åland zusammen mit dem Rest von Finnland unter russischer Herrschaft befand. Auf der 1842 fertig gestellten Hauptfestung konnten bis zu 2500 Mann stationiert werden.
Åland ist durch regelmäßige Fährverbindungen mit Schweden und dem finnischen Festland verbunden. Dank der kostenlosen Fähren zwischen den Inseln kann man hier hervorragend von einem Eiland zum anderen hüpfen. Sund ist per Bus oder, noch besser, per Fahrrad zu erreichen.
Rauma
Die alte Stadt Rauma war Finnlands erster Beitrag zur UNESCO-Liste schützenswerter Natur- und Kulturdenkmäler. Obwohl sie die größte erhaltene Holzstadt Skandinaviens ist, gleicht ihre Altstadt nicht etwa einem Museum, sondern präsentiert sich als lebendiges Stadtzentrum, in dem viele Kunsthandwerker, Spitzenmacher und Goldschmiede in kleinen Studios arbeiten, von denen die meisten im 18. und 19. Jahrhundert erbaut wurden. Es gibt mehrere interessante Hausmuseen sowie eine Franziskanerkirche aus dem 15. Jahrhundert, die früher als katholisches Kloster diente, bevor die Mönche 1538 durch lutherische Reformatoren vertrieben wurden.
Der Marktplatz ist das Zentrum des alten Rauma und auch heute noch ein quirliger Handelsplatz. Gelegenheit zur Erfrischung bieten die vielen Stehcafés (pystcaffe). Wenn einem die Stimmen ringsumher noch unverständlicher vorkommen als das normale Finnisch, dann liegt das an einer weiteren Besonderheit Raumas: Der Dialekt seiner Bewohner hat schon beinahe den Status einer eigenen Sprache erreicht. Rauma liegt an der Südwestküste von Finnland, knapp über vier Stunden mit dem Bus von Helsinki entfernt.
Burg Olavinlinna
Die Burg Olavinlinna gilt als Hauptattraktion des hübschen Savonlinna-Seengebiets. Das 1475 gegründete Olavinlinna sollte einst die Ostgrenze des Schwedisch-finnischen Reichs schützen - der Name stammt von Olaf, einem norwegischen Heiligen und König aus dem 10./11. Jahrhundert. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Burg von den Russen besetzt, die hier fast 200 Jahre lang blieben und der Anlage die roten Türme und das gelbe Haus innerhalb der Mauern hinzufügten. Zwei kleine Museen in der Burg beherbergen Ausstellungsstücke zu ihrer Geschichte sowie russisch-orthodoxe Kunstschätze. Man kann die Burg nicht ohne Führer besichtigen, aber es gibt das ganze Jahr hindurch stündlich geführte Touren. Die Festung liegt in der ostfinnischen Stadt Savonlinna, die von Helsinki aus per Flugzeug, Zug und Bus zu erreichen ist. Die Brücke zum Schloss wird geöffnet, wenn ein Schiff vorbeikommt.
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Kristinestad
Das Interessanteste im 1649 gegründeten, idyllischen Kristinestad, Kristiinankaupunki auf Finnisch, ist die Stadt selbst, in der weiterhin alte Sitten und Gebräuche praktiziert werden. Die schmalste Straße der Stadt, die so genannte Katzenpeitschergasse, ist nur 299 cm breit und damit eine der engsten Gassen Finnlands. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts stellte die Stadt im Rahmen eines Versuchs, die Ausbreitung der Pest zu verhindern, einen Katzenfänger an, der alle kranken Katzen töten sollte; von daher der Name der Straße. In der Stadtmitte liegt die Ulrika-Eleonora-Kirche aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist eine typische Küstenkirche, in der Votivschiffe von der Decke herabhängen. Das Seefahrtsmuseum der Stadt beherbergt eine private Sammlung eines alten Seekapitäns. Kristinestad liegt an der Westküste Finnlands und ist von Pori, Vaasa und Tampere aus mit dem Bus zu erreichen.
Inari
Dieses nette, an einem See gelegene Städtchen ist der ideale Ort zum Erleben praktizierter samischer Kultur und zugleich eine der interessantesten Städte Nordlapplands. Im Freilichtmuseum namens Saamelaismuseo erfährt man etwas über das traditionelle Kunsthandwerk, die Rentierzucht und die Fischereitraditionen des indigenen finnischen Volks. Nicht weit vom Museum entfernt beginnt ein ausgeschilderter, 7 km langer Weg zur Wildniskirche Pielpajärven aus dem 18. Jahrhundert, in deren Nähe es eine Hütte und eine Sauna gibt. Im Sommer werden Bootstouren zur Insel Ukko angeboten, einer uralten Kultstätte der Fischer von Inari. 15 km von der Stadt entfernt gibt es eine Rentierfarm, aber da sich in der Gegend ohnehin mehr als 40 000 Rentiere tummeln, erübrigt sich dieser Besuch beinahe. Inari liegt am Inarisee in Ostlappland.
Nationalpark Lemmenjoki
Dieser größte Nationalpark Finnlands besitzt Wanderwege, die zu den besten des Landes gehören. Hier findet man wilde, einsame Flüsse, arktische Landschaften und vielleicht trifft man mitten in der Einöde sogar einen einsamen Goldwäscher. Von den steilen Ufern des Lemmenjoki-Flusses bieten sich hervorragende Ausblicke auf den Ravadasköngäs-Wasserfall, den man von einer nahe gelegenen Hütte gut zu Fuß erreichen kann. Die meisten Wanderwege liegen in einem relativ kleinen Gebiet zwischen den Flüssen Lemmenjoki und Vaskojoki. Übernachten kann man kostenlos in einer der vielen Hütten im Park. Wer es mit dem Trekken ernst meint, benötigt die in Buchhandlungen erhältliche topografische Karte des Nationalparks im Maßstab 1:100 000. Um zum Nationalpark Lemmenjoki zu gelangen, nimmt man am besten einen der Postbusse von Inari oder aber das Flusstaxi ab Kultala.
Nationalpark Kolovesi
Der Nationalpark Kolovesi wurde 1990 eingerichtet und umfasst mehrere Inseln, die mit ungewöhnlich gut erhaltenen Kiefernwäldern bestanden sind. Auf den Eilanden gibt es zudem hohe Berge, felsige Klippen und Höhlen sowie prähistorische Felszeichnungen. Außerdem ist dieses Gebiet die Heimat von Saimaa-Marmorrobben. Die mehr oder weniger einzige Art und Weise, die fantastische Landschaft zu erkunden, ist mit einem Ruderboot, Motorboote sind im Park verboten. Zum Besuch der schönsten Stellen auf den Inseln benötigt man im Normalfall einen Führer, aber da die alten "Kirchenlangboote" bis zu 10 Personen aufnehmen, kann man sich die Kosten teilen. Der Nationalpark Kolovesi liegt im östlichen Savo und ist von Savonlinna per Bus oder Fähre zu erreichen.
Preisniveau
Übernachtung
- Billigunterkunft: 12-25 Euro
- Hotel mittlerer Preisklasse: 25-65 Euro
- Luxushotel: ab 140 Euro
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 4-6 Euro
- Restaurant mittlerer Preisklasse: 6-12 Euro
- Luxusrestaurant: ab 25 Euro
Währung
Euro








