Frankreich

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Erste menschliche Spuren auf dem Gebiet des heutigen Frankreich sind in der mittleren Altsteinzeit vor ungefähr 90 000 bis 40 000 Jahren nachweisbar. Diesen Ureinwohnern folgten ca. 25 000 v.Chr. die Cromagnon-Menschen der jüngeren Altsteinzeit, die 16 000 Jahre später von den Vertretern der Jungsteinzeit abgelöst wurden.

Viele Feuersteine mussten noch behauen werden, bis die keltischen Gallier zwischen 1500 und 500 v.Chr. auftauchten. Nach jahrhundertelangen Konflikten zwischen Galliern und Römern übernahm Julius Cäsar 52 v.Chr. die Herrschaft, und gegen Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. war das Gebiet teilweise christianisiert. Die Römer hielten sich bis zum Einfall der Franken und anderer germanischer Stämme im 5. Jahrhundert an der Macht.

Das Mittelalter war gekennzeichnet durch eine Abfolge von Machtkämpfen zwischen rivalisierenden fränkischen Geschlechtern. Karl der Große, der von 768 bis 814 regierte, stellte die Einheit des Frankenreiches wieder her. Er dehnte die Grenzen seines Reichs weiter aus und wurde im Jahr 800 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gekrönt. Nach seiner Regierungszeit folgte das Geschlecht der Kapetinger, das Frankreich trotz der ständigen Konflikte mit England um feudale Rechte eine Epoche des Wohlstand und der Erneuerung bescherte. Zu dieser Zeit war das Land auch Ausgangspunkt der Kreuzzüge, jener von der Kirche angezettelten heiligen Kriege zur Unterwerfung der Ungläubigen.

Das Geschlecht der Kapetinger erlosch im frühen 15. Jahrhundert im Zuge des Hundertjährigen Kriegs (1337-1453) gegen England. Durch ein 17-jähriges Mädchen namens Jeanne d'Arc, die 1429 auf dem Plan erschien und die französischen Truppen bei Orléans zum Sieg über die Engländer führte, erfuhr das darniederliegende Nationalbewusstsein einen deutlichen Aufschwung. Die unglückliche Johanna wurde allerdings bald gefangen genommen, den Engländern übergeben, der Ketzerei für schuldig befunden und in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Mit Ausnahme von Calais wurden die Engländer 1453 vollständig vom französischen Territorium vertrieben.

Religiöse und politische Verfolgungen, die in den Religionskriegen (1562-98) gipfelten, bedrohten auch im 16. Jahrhundert die Stabilität Frankreichs. In der blutigen Bartholomäusnacht von 1572 wurden in Paris 3000 protestantische Hugenotten niedergemetzelt. Erst mit dem Edikt von Nantes 1598 wurden den Hugenotten religiöse, bürgerrechtliche und politische Sonderrechte gewährt. Im frühen 17. Jahrhundert wurde das Land von der eisernen Hand des Kardinals Richelieu regiert, der eine absolute Monarchie anstrebte und die Vormachtstellung Frankreichs in Europa zu behaupten suchte.

Der Sonnenkönig Ludwig der XIV. bestieg den Thron 1643 im zarten Alter von fünf Jahren und regierte bis 1715. Während seiner Regierungszeit verfolgte er die protestantische Minderheit (und hob schließlich deren Rechte auf), erreichte innenpolitische Stabilität durch Zerschlagung der ständisch-aristokratischen Aufstände und schuf den ersten zentralistischen französischen Staat. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts geriet das Herrschafts- und Gesellschaftssystem des Ancien Régime angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Probleme im Land gefährlich aus dem Takt. Die Ideen der Aufklärung fielen auf fruchtbaren Boden. Den finanziellen Ruin für die Monarchie brachten der Siebenjährige Krieg (1756-63) und die Unterstützung der Engländer im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1776-83). Letzterer lieferte auch reichlich Munition für die Gegner des absolutistischen Regimes in Frankreich.

Gegen Ende der 80er Jahre hatten Bauern, Stadtproletariat, Bürgertum, Nieder- und Hochadel, Reformer und Reaktionäre gewichtige (wenn auch höchst unterschiedliche) Gründe dafür, Ludwigs XVI. und seiner exzentrischen königlichen Gemahlin Marie Antoinette überdrüssig zu sein. Als der König den reformwilligen Finanzminister Necker seines Amtes enthob, ging das Volk auf die Straße. Am 14. Juli 1789 versorgte sich der Pariser Mob im Hôtel des Invalides mit Waffen und stürmte die Bastille, Staatsgefängnis und wichtigstes Symbol für den Despotismus des Ancien Régime. Ein Teil der vom König einberufenen Generalstände hatte sich selbst zur Nationalversammlung erklärt und den König zur Anerkennung ihrer Regierungsmacht gezwungen. Die Privilegien des Adels wurden aufgehoben, die Kirchengüter eingezogen und am 26. August 1789 die Menschen- und Bürgerrechte verkündet.

Das Blatt begann sich zu wenden, als der radikalere Flügel der Jakobiner unter Robespierre, Danton und Marat über eine parlamentarische Monarchie hinausgehende Reformen forderten und 1792 die Erste Republik gründeten. Unter Robespierres Schreckensherrschaft (1793-94) kam es zu Massenexekutionen, religiöse Rechte wurden eingeschränkt und Kirchen geschlossen. Am Ende wandte sich die Revolution gegen sich selbst und viele ihrer eigenen Führer, einschließlich Robespierre und Danton, endeten unter der Guillotine.

Mitten aus diesem Chaos tauchte der umtriebige Napoleon Bonaparte auf. Ermutigt durch eine Reihe von militärischen Erfolgen im Ausland, übernahm der "Kleine Korporal" 1799 die Macht. Damit war der Startschuss für eine schier endlose Reihe von Kriegen gegeben, in deren Verlauf sich Frankreich die Kontrolle über fast ganz Europa sicherte. Zu Fall gebracht wurde Napoleon durch seinen verhängnisvollen Feldzug gegen Russland im Jahr 1812, der seine Verbannung auf die kleine Mittelmeerinsel Elba zur Folge hatte. Nach seiner Flucht bemächtigte sich Napoleon noch einmal des Kaiserthrons, doch bis zum Sieg der Engländer über seine Truppen bei Waterloo dauerte es lediglich hundert Tage. Die Engländer verbannten ihn auf die entlegene Atlantikinsel Sankt Helena, wo er 1821 starb. Trotz manch reaktionärer Tendenzen gilt Napoleon als großer Held, was weniger auf seine militärischen Erfolge zurückzuführen ist, sondern auf sein Verdienst, die grundlegenden Errungeschaften der Revolution erhalten und das französische Recht im Code Napoléon, der bis heute die Grundlage des französischen Rechtssystems bildet, vereinheitlicht zu haben.

Im 19. Jahrhundert erlebte Frankreich unfähige Regierungen und unsinnige Kriege. Dem Zusammenbruch des Kaiserreiches im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 folgte die Gründung der Dritten Republik. Die Dreyfus-Affäre erschütterte die französische Gesellschaft. Ein jüdischer Offizier namens Alfred Dreyfus wurde 1894 wegen Spionage für Deutschland verurteilt. Dreyfus schmachtete auf der Teufelsinsel, einer Strafkolonie in Französisch-Guinea, bis der Fall (trotz erbitterten Widerstands von Seiten der Armeeführung und katholischer Gruppen, die die Ehre der Armee verteidigten) erneut aufgerollt wurde, da unzweideutig ans Tageslicht gekommen war, dass Dreyfus unschuldig war. Als Dreyfus 1906 rehabilitiert wurde, waren Armee und katholische Kirche weitgehend in Misskredit geraten, was schließlich zu einer strikten Trennung von Kirche und Staat führte. Zur selben Zeit beendete die Entente Cordiale die koloniale Rivalität zwischen Frankreich und Großbritannien in Afrika; es begann eine Epoche der Zusammenarbeit, die mehr oder weniger bis heute andauert.

Frankreichs Teilnahme am Ersten Weltkrieg hatte einen hohen Preis: Über eine Million Soldaten wurden getötet, weite Teile des Landes verwüstet, die industrielle Produktion geriet ins Stocken und der Wert des Franc war untergraben. Im Zweiten Weltkrieg besetzt Deutschland 1940 nach dem Waffenstillstandsabkommen von Compiègne den größten Teil Frankreichs. Während sich die Vichy-Regierung des unbesetzten Frankreich unter Marschall Pétain für die Kollaboration mit Deutschland entschied, gründete General Charles de Gaulle in London eine Exilregierung und wurde zur Galionsfigur der Résistance.

Die Landung der Allierten in der Normandie im Juni 1944 bedeutete die Befreiung Frankreichs. De Gaulle kehrte nach Paris zurück und bildete eine provisorische Regierung, der er bis zum Inkrafttreten der neuen Verfassung der Vierten Republik 1946 als Präsident vorstand. Mit massiver Unterstützung der Amerikaner festigten die Franzosen ihre Stellung als Kolonialmacht in Indochina; erst 1954 wurden die französischen Streitkräfte von Ho Chi Minhs Truppen in Dien Bien Phu geschlagen. Frankreich versuchte auch die algerischen Unabhängigkeitsbestrebungen zu unterbinden, was eine Staatskrise und das Ende der Vierten Republik, deren Ablösung durch die Fünfte Republik sowie 1958 die Rückkehr de Gaulles an die Macht zur Folge hatte. Vier Jahre später gelang ihm am Verhandlungstisch die Beendigung des Algerienkriegs. In der Zwischenzeit hatten fast alle französischen Kolonien und Protektorate in Afrika ihre Unabhängigkeit gefordert und erhalten.

Im Mai 1968 gelang es Studenten und Arbeitern zu ihrer eigenen und zur Überraschung der ganzen Welt, das Land mit Protesten und Streiks lahm zu legen. Als Frankreich schließlich im Chaos zu versinken drohte, hielt de Gaulle im französischen Fernsehen eine Ansprache und beschwor die Menschen, Ruhe zu bewahren, nach Hause zu gehen und die Führung des Landes ihm zu überlassen. Und man befolgte seinen Rat. Die Regierung veranlasste eine Vielzahl von Veränderungen, darunter eine Reform des höheren Bildungswesens, das dezentralisiert wurde. Im Jahr darauf trat de Gaulle als Präsident zurück.

1981 gewann der Sozialist François Mitterand die Präsidentschaftswahlen. Er musste sich in seiner zweiten Amtszeit in so genannter Cohabitation mit einer Regierung aus Gaullisten (RPR) und bürgerlichen Mittelparteien (UDF) unter Premierminister Jacques Chirac arrangieren. Chirac wurde im Mai 1995 zum Staatspräsidenten gewählt und setzte sich damit gegen die demoralisierten Sozialisten und Jean-Marie Le Pens rechtsextreme Partei Front National (FN) durch, die in der ersten Wahlrunde alarmierende 20% errungen hatte. Eine Serie von Bombenanschlägen im Juli 1995 in Paris und Lyon als Antwort auf die Unterstützung der algerischen Regierung durch Frankreich heizten die fremdenfeindliche Stimmung im Land an und gaben der Front National wiederum Aufwind.

Als Präsident war Chirac aufgrund seiner EU-freundlichen Haltung und wegen des Engagements im Jugoslawienkonflikt hoch geschätzt. Seine Entscheidung von 1995 hingegen, im polynesischen Mururoa-Atoll Atomwaffentests durchführen zu lassen, wurde in Frankreich und im Ausland mit wütenden Protesten beantwortet. Die Tests, die Chirac als 'die letzten' bezeichnete, wirkten sich äußerst negativ auf die diplomatischen Beziehungen Frankreichs zu den pazifischen Anrainerstaaten aus. Die französischen Überseegebiete im Pazifik und in der Karibik machten sich vermehrt für ihre Unabhängigkeit stark, wobei Tahiti besonders rührig war. Im eigenen Land haben Chiracs Kürzungen bei den Sozialleistungen zu den heftigsten Protesten seit 1968 geführt. Ende 1995 war Paris aufgrund der Streiks im öffentlichen Dienst drei Wochen lang lahm gelegt. Die Wirtschaft ging gebeutelt aus dieser Kraftprobe hervor, mit der Folge, dass die Erreichung der Konvergenzkriterien für den Beitritt zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion gefährdet war.

Unter dem Vorwand, eine breite Unterstützung für seine Maßnahmen zur Erreichung der EWU-Kriterien zu suchen, ließ Chirac 1997 vorgezogene Wahlen durchführen. Er hatte nicht mit der Wankelmütigkeit der französischen Wähler gerechnet - seine RPR-Partei verlor die Regierungsmehrheit und wurde von einer ungleichen Allianz aus Sozialisten, Kommunisten und Grünen verdrängt. Chirac, weiterhin Präsident, war gezwungen, mit dem sozialistischen Premierminister Lionel Jospin zusammenzuarbeiten. Diese erneute Cohabitation war unbeliebt. In der Bevölkerung wuchs die Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien und mit der mangelhaften Bekämpfung der Kriminalität. Bei den Präsidentschaftswahlen im April 2002 schied Regierungschef Lionel Jospin überraschend in der ersten Runde aus. Die französische Öffentlichkeit, erschrocken über den starken Zulauf des rechtsextremen Le Pen, rief massiv zur Wahl des kleineren Übels Chirac auf, der mit einer Mehrheit im Amt bestätigt wurde, wie man sie sonst nur in Bananenrepubliken kennt. Premierminister Frankreichs ist seit 2002 Jean-Pierre Raffarin, der einer Mitte-Rechts-Regierung vorsteht.

Anfang 2003 stand Frankreich wieder im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit, als es darauf bestand, dass es gegen jede Resolution des UN-Sicherheitsrates, gegen den Irak einen Krieg zu beginnen, sein Veto einlegen werde. Das verärgerte die USA in großem Maße, und das Verhältnis zwichen den beiden Ländern bleibt kühl.

Ein neuer politischer Skandal beschäftigte im Febraur 2004 die Öffentlichkeit, als Alain Juppe, ein loyaler Chirac-Anhänger, der außerdem als Nachfolger Chiracs als Präsident Frankreichs gehandelt wurde, zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt wurde, da er in seiner Rolle als stellvertretender Bürgermeister von Paris in einen Parteienfinazierungsskandal verwickelt gewesen war. Aufgrund dieses Skandals, der deswegen noch peinlicher für Chirac war, weil er damals Bürgermeister von Paris war, musste Chircs Partei, die UMP, bei den Regionalwahlen im darauffolgenden Monat dramatische Stimmeneinbußen gegenüber den Sozialisten hinnehmen. Auch die Wahlen zum Europaparlament im Juni 2004 gestalteten sich gleichsam katastrophal für die UMP.

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Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 4-13 Euro
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 13-24 Euro
  • Luxusrestaurant: ab 30 Euro

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  • Einfache Unterkunft: 15-50 Euro
  • Hotel mittlerer Kategorie: 50-100 Euro
  • Luxushotel: ab 150 Euro

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Euro


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