Irland

    Drucken Bildergalerie Karte

U2 mag der lauteste Kulturexport Irlands sein, der einflussreichste aber ist es nicht - von allen Kunstgattungen gebührt diese Ehre zweifellos der irischen Literatur. Wenn man alle Schriftsteller des Landes aus den Bücherlisten für englische Literatur an den Universitäten streichen würde, könnten die Studenten ihren Abschluss womöglich ein Jahr früher machen. Jonathan Swift, Oscar Wilde, George Bernard Shaw, W. B. Yeats, Samuel Beckett und James Joyce sind nur einige der berühmteren Namen. Joyce gilt als bedeutendster Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und der topografische Realismus von Ulysses zieht noch immer Scharen von Verehrern nach Dublin, um die Ereignisse des Bloomsday zu rekonstruieren. Dieser erlesenen Liste lassen sich problemlos die Namen von zwei Dutzend herausragenden modernen Autoren hinzufügen, darunter die Titel The Ginger Man von J. P. Donleavy, Borstal Boy von Brendan Behan, Paddy Clarke Ha Ha Ha von Roddy Doyle, dem Booker-Prize-Gewinner von 1993, das auf brillante Weise verstörende Buch The Butcher Boy ("Der Schlächterbursche") von Patrick Macabe sowie alle Werke des Dichters Seamus Heaney, in denen das Wort peat (Torf) vorkommt.

Irland musste nicht nur als Kulisse für allerlei Hollywood-Kitsch wie Far & Away oder Circle of Friends ("Unter Freunden") herhalten, sondern ist auch sehr schön auf Zelluloid porträtiert worden. John Hustons hervorragender letzter Film The Dead ("Die Toten") kam 1987 heraus und basierte auf einer Kurzgeschichte aus dem Buch Dubliners ("Dublin") von James Joyce. Für My Left Foot ("Mein linker Fuß") von Noel Pearson und Jim Sheridan - eine Verfilmung der wahren Geschichte des Dubliner Schriftstellers Christy Brown, der durch eine Gehirnlähmung zum Krüppel wurde - erhielten die Schauspieler Daniel Day-Lewis und Brenda Fricker einen Oscar. Lewis spielte auch in In the Name of the Father ("Im Namen des Vaters") mit. Der beeindruckende Film erzählt die Geschichte von vier Männern, den so genannten Guildford Four, die man unrechtmäßig für einen IRA-Bombenanschlag auf einen Pub in England verurteilt hatte. Neil Jordans The Crying Game ist ein anderer Film über die IRA-Thematik, diesmal mit sexuellem Touch. Auch die humorvollen Bücher von Roddy Doyle eigneten sich hervorragend für Verfilmungen: The Commitments, The Snapper und The Van ("Fisch & Chips"); Doyles Streifen Michael Collins erzählt die Lebensgeschichte eines Mannes, der an der Gründung der IRA beteiligt war.

Höhepunkt einer Reise auf die Grüne Insel ist mit Sicherheit ein Abend mit typisch irischen Klängen in einem der vielen Pubs. Der Großteil der traditionellen Musik wird mit Fiedel, Blechflöte (tin whistle), Ziegenfell-Trommel (bodhrán) und Dudelsack gespielt. In jedem Dorf scheint es einen Pub zu geben, wo fast jeden Abend eine Session im Gang ist - die Pub-Besucher sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Christy Moore ist der Star unter den zeitgenössischen irischen Liedermachern, er deckt die gesamte Bandbreite der Folkmusik ab; stark im Kommen ist auch sein Bruder Luka Bloom. Die jüngeren Künstler haben zumeist eine ganz eigene Auffassung von irischer Folklore, angefangen mit den mystischen Klängen von Clannad und Enya bis zu den punkigen Tönen der Pogues. Auch irische Rockmusik ist weltweit gut vertreten, von Van Morrison, Bob Geldorf und dem etwas verschrobenem Elvis Costello bis zu Sinéad O'Connor und den Cranberries.

Englisch ist zwar die Hauptsprache Irlands, aber viele Besucher werden zumindest am Anfang ihres Aufenthalts noch einige Verständigungsschwierigkeiten haben - der melodiöse Klang täuscht leider nur allzu sehr über den zum Teil eigenwilligen Satzbau der Iren hinweg. Im Westen und Süden der Insel gibt es zudem Gebiete, die als gaeltacht bezeichnet werden - hier ist die Muttersprache Irisch; es sind dies Teile von Kerry, Galway, Mayo, den Aran Islands und von Donegal. Wer diese Ecken besuchen will, sollte zumindest ein paar einfache irische Wendungen auf Lager haben. Seit der (relativen) Unabhängigkeit von 1921 ist die Republik Irland offiziell zweisprachig und viele Dokumente und Straßenschilder tragen beide Schriftzüge.

In der irischen Küche wird sehr viel Fleisch verwendet, am häufigsten bekommt man Rind, Lamm und Schweinekoteletts. Sehr schmackhaft ist das traditionelle irische Brot wie auch die scones - am besten isst man sie warm mit leicht gesalzener Butter. Andere traditionelle Gerichte sind z. B. Schinken und Kohl, ein kuchenartiges Brot mit dem Namen barm brack und gefüllte Pfannkuchen, so genannte boxtys. Die Hauptmahlzeit des Tages ist zumeist das Mittagessen, obwohl natürlich das "Schwarze Gold", Guinness, eine eigene Mahlzeit sein kann. Wer kein stout, also schwarzes Starkbier, mag, der kann auf eine Reihe anderer Biersorten ausweichen. Irish Coffee ist kein traditionelles Getränk, sondern wird nur in Touristenhotels und -restaurants angeboten, dafür trinken die Iren jede Menge Tee. Wenn man einen Whisky bestellt, sollte man nie nach einem Scotch fragen, sondern immer eine bestimmte Marke nennen.

Weitere Regionen

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 3-10 Euro
  • Restaurant mittler Kategorie: 10-15 Euro
  • Luxusrestaurant: ab 20 Euro

Übernachtung

  • Billigunterkunft: 10-30 Euro
  • Hotel mittlerer Kategorie: 30-60 Euro
  • Luxushotel: ab 120 Euro

Währung

Irisches Pfund


  Top Copyright © 2002 Lonely Planet Publications   Drucken Bildergalerie Karte
© 2006 Lonely Planet Publications. Alle Rechte vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung ist es nicht gestattet, die ganze oder auch nur Teile dieser Webseite zu nutzen.