Island
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Sehenswertes
Reykjavík
Die Hauptstadt Islands ist mit keiner anderen europäischen Stadt zu vergleichen. Reykjavík ("verräucherte Bucht") ist nicht nur die nördlichste Hauptstadt der Welt, sie ist auch eine der jüngsten, denn sie wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Trotz ihres Namens gilt sie - dank des unablässig blasenden Windes und geothermischer Beheizung - als "rauchfreie Stadt". Reykjavík bietet alles, was eine moderne europäische Stadt ausmacht und hat darüber hinaus eine interessante Altstadt, getünchte Holzhäuser und in allen möglichen grellen Farben angestrichene Gebäude aus Beton. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind vom alten Stadtkern aus zu Fuß erreichbar.
Dreh- und Angelpunkt Reykjavíks ist die Altstadt, eine rustikale Mischung aus Grünanlagen, Seen, Märkten und Museen. Wer sich auch nur entfernt für norwegische und isländische Kultur begeistern kann, sollte das Nationalmuseum besuchen. Hier finden sich alte religiöse und volkskundliche Ausstellungsstücke sowie Werkzeuge aus dem Zeitalter der Besiedlung. Das berühmteste Exponat ist eine um das Jahr 1200 geschnitzte Kirchentür mit dem Motiv einer norwegischen Schlachtszene. Im Untergeschoss sind nautische und landwirtschaftliche Werkzeuge, Modelle alter Fischerboote und geniale Agrargeräte zu bewundern. Unmittelbar hinter dem Museum liegt das Árni-Magnússon-Institut, ein Muss für alle Anhänger nordischer Sagen. Das Gebäude beherbergt eine berühmte Sammlung zahlreicher Werke wie die Sagen Landnámabók und Njáls, deren Schriftstücke Island nach seiner Unabhängigkeit von Dänemark zurückbekam.
Das moderne Reykjavík breitet sich von der Altstadt Richtung Osten aus und lockt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, darunter Hallgrímskirkja, eine imposante Kirche, deren Gestalt an die Landschaft Islands erinnern soll. Auch wenn manchem Besucher bei ihrem Anblick das Prädikat "geschmacklos" über die Lippen kommt, bleibt die Kirche das auffälligste Bauwerk der Stadt. Das 1947 begonnene und 1974 fertig gestellte Gotteshaus ist nach Islands bekanntestem Dichter, Hallgrímur Pétursson, benannt. Nach dem Gang durch das nackte, lichtdurchflutete Innere kann man mit einem Aufzug auf den 75 m hohen Turm fahren, der einen herrlichen Ausblick auf die Stadt bietet. Auf dem Rasen vor der Kirche steht eine Statue Leif Erikssons mit der frohlockenden Inschrift "Sohn Islands, Entdecker Vinlands" (wahrscheinlich das heutige Neufundland oder Labrador). Ein weiterer Anziehungspunkt mit einem nicht unbedingt ansprechenden Äußeren ist die Vulkan-Show, von deren Design man sich nicht abschrecken lassen sollte. Im Innern erhält der Besucher einen hervorragenden Einblick in das vulkanische Schreckgespenst, unter (oder auf) dem die Isländer leben. Staunend verfolgt man dramatische Filmaufnahmen von den größten Vulkanausbrüchen des Landes, darunter auch die preisgekrönte Dokumentation von der Geburt der Insel Surtsey, die sich im Jahre 1963 als Folge eines Vulkanausbruchs brodelnd und spuckend aus dem Meer erhob. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten Reykjavíks zählen ein schöner botanischer Garten, ein beliebter Erholungspark und mehrere, den Arbeiten führender isländischer Künstler gewidmete Museen.
Günstige Übernachtungsmöglichkeiten, preiswertes Essen und gute Geschäfte findet man in der Altstadt bzw. direkt östlich davon. Auch Unterhaltung wird dem Besucher reichlich geboten, von Kino (Filme in der Originalversion mit isländischen Untertiteln) über Kultur (Theater, Oper, Klassik und Tanz) bis hin zu Lightshows zu verschiedenen Themen (Sagen, Besiedlung, Wikinger). Runtur ist so etwas wie eine Reykjavíker Institution: Bierselig stolpern vor allem Jugendliche von einer angesagten Bar, Live-Musik-Kneipe oder Disko in die nächste, um auch ja nichts zu verpassen.
Gullfoss und Geysir
Die beiden meistbesuchten touristischen Attraktionen Islands liegen im südlichen Teil der Insel, einer wegen ihrer Naturphänomene und historischen Stätten berühmten Region. Gullfoss ist ein viel fotografierter, zweistufiger Wasserfall. Wenn die Sonne scheint (was leider nicht oft vorkommt), schimmert meistens ein Regenbogen durch die mächtige Gischt. Der Ort wurde bereits internationalen Firmen für den Bau eines Wasserkraftwerks zum Verkauf angeboten, bevor die isländische Regierung das Land kaufte und zum nationalen Denkmal erhob. In der Nähe liegt Haukadalur, in früher Vergangenheit eines der Gelehrtenzentren Südislands.
Unmittelbar westlich des Gullfoss liegt das Gebiet Geysir mit den imposantesten heißen Quellen des Landes. Unbestrittenes Highlight ist der Große Geysir, der erstmals im 14. Jahrhundert ausbrach und vor ein paar Jahrzehnten seine Tätigkeit aufgab, nachdem Tausende von Touristen ihn mit Steinen und Kies zugeworfen hatten, um eine Explosion zu erzwingen. Glücklicherweise hat der Große Geysir einen Stellvertreter, den nahe gelegenen Strokkur. Seine Fontäne schießt zuverlässig alle drei Minuten etwa 20 m in die Höhe. Wer das Schauspiel fotografieren möchte, muss schnell sein, denn eine solche Eruption dauert nur ein paar Sekunden. Auf dem Gelände befinden sich noch weitere heiße Quellen, dampfende Spalten, warme Bäche und Mineralvorkommen.
Myvatn
Myvatn liegt im Nordosten Islands und gilt als eines der Naturwunder der Welt. Viele der interessanten Sehenswürdigkeiten dieses Naturschutzgebiets betreffen seine vulkanische und geothermische Topographie, doch das Herzstück ist ein wunderschöner blauer See, an dem Zehntausende von Wasservögeln leben. Da dieses Gebiet im Schutz eines enormen Gletschers liegt und daher kaum Regen abbekommt, herrscht hier das beste Wetter der Insel. An diesem Ort kann man sich gut mit seinem Zelt niederlassen, ausspannen und ab und zu einen Ausflug machen, sei es zum Jökulsárgljúfur-Nationalpark, zur Eishöhle von Kverkfjöll oder zu den Kratern Askja und Hverfell.
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Helgafell
Helgafell ist der heilige Berg, um den sich in der isländischen Geschichte und Literatur so viele Mythen ranken. In Wirklichkeit handelt es sich um einen 73 m hohen Hügel, der allerdings noch einiges von seinem Zauber in die heutige Zeit hinübergerettet hat. Wer drei Wünsche erfüllt haben möchte, der muss beim Hochklettern nur ein paar simple Regeln befolgen: Zunächst muss man den Südwesthang zu den Tempelruinen erklimmen, ohne dabei zu sprechen oder zurückzublicken. Sodann müssen die Wünsche mit einem arglosen Herzen ausgesprochen und dürfen danach nicht mehr zurückgenommen werden. Schließlich muss man über den Osthang wieder hinabsteigen und darf seine Wünsche niemals jemandem offenbaren. Helgafell liegt 5 km südlich von Stykkishólmur im Westen der Insel.
Kerlingarskard
Der Name Kerlingarskard bedeutet übersetzt so viel wie "Hexenpass". Der Legende nach wurde dieser schaurige Ort häufig von einer Hexe aufgesucht, die sich irgendwann in eine Steinsäule verwandelte, die heute am Fuße des Kerlingarfjall steht, des Berges, der die Ostseite des Passes bildet. In der Nähe befindet sich ein See, in dem die Hexe gefischt haben soll. Im 19. Jahrhundert berichtete ein Einheimischer, er habe Spuren gesehen, die ins Wasser führten. Außerdem wurden angeblich mehrfach Nessie-ähnliche Ungeheuer gesichtet. In der Umgebung des Sees kann man zelten, doch leider ist das Wetter oft abscheulich. Zwischen Reykjavík und Stykkishólmur verkehrende Busse kommen an dem Pass vorbei.
Grímsey
Ein Teil der 41 km nördlich des Festlands gelegenen Insel Grímsey ist das einzige Gebiet Islands innerhalb des Polarkreises. Abgesehen von der magischen Grenze auf der Karte kommen viele Besucher vor allem wegen der spektakulären, teilweise bis zu 100 m hohen Klippen auf das Eiland, die den hier nistenden Vogelkolonien perfekte Bedingungen bieten. Außerdem ist Grímsey die Heimat der passioniertesten Schachspieler Islands. In der Vergangenheit hat sich schon so mancher Verlierer einer Schachpartie in tiefer Enttäuschung von den Klippen gestürzt. Schließlich galt ein Versager im Schach auch als Versager im Leben. Inzwischen hat dieser Fanatismus ein wenig nachgelassen, doch wer zu einer Partie aufgefordert wird, sollte die Sache nicht unbedingt auf die leichte Schulter nehmen.
Askja
Dieser 50 qkm große Vulkankrater liegt in einer der abgelegensten Regionen Islands. Die kalte, windumtoste und unwirtliche Gegend ist ein leuchtendes Beispiel für die kreativen Kräfte der Natur. Die ursprüngliche Caldera wurde bei einem Vulkanausbruch im Jahre 1875 geformt, wobei die Trümmer bis auf das europäische Festland geschleudert wurden. Während der folgenden 30 Jahre setzte sich die Aktivität fort und fand ihren Höhepunkt in einem weiteren massiven Einsturz von Erdmassen. Die dabei entstandene Senke füllte sich mit Wasser und ist heute mit 217 m der tiefste See Islands. Das strahlend saphirblaue Gewässer ist zwar die längste Zeit des Jahres zugefroren, doch ein kleinerer, jüngerer Krater im Innern des Sees ist immer noch warm und eignet sich sehr gut zum Schwimmen. Die Askja liegt in Zentral-Island und ist am besten per Geländewagen oder mit einer organisierten Tour zu erreichen.
Jökulsárgljúfur-Nationalpark
Der Nationalpark Jökulsárgljúfur ("Schlucht des eisigen Flusses") ist Islands jüngstes Landschaftsschutzgebiet. Der auch als "Grand Canyon Islands" bezeichnete Park beeindruckt nicht nur durch die größte Schlucht des Landes, sondern auch durch seine üppige Vegetation, bizarre Felsformationen, Höhlen, das steilwandige Tal von Ásbyrgi und zahlreiche Wasserfälle. Zu den weiteren Höhepunkten zählen die "Echofelsen" Hljódaklettar, der fruchtbare Landstrich Hólmatungur mit seinen bezaubernden heißen Quellen und Dettifoss, der mächtigste Wasserfall Europas. Der Nationalpark liegt östlich von Húsavík im Nordosten Islands.
Preisniveau
Übernachtung
- Billigunterkunft: 1400-3600 Ikr
- Hotel mittlerer Kategorie: 3600-5000 Ikr
- Luxushotel: ab 7200 Ikr
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 715-1000 Ikr
- Restaurant mittlerer Kategorie: 1000-1500 Ikr
- Luxusrestaurant: ab 1800 Ikr
Währung
Króna (Isländische Krone)








