Rom

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Sehenswertes

Das antike Rom

Das kommerzielle, politische und religiöse Zentrum des antiken Rom, das Forum, erstreckt sich über ein Tal zwischen den Hügeln des Kapitol und des Palatin. Seine Bauten wurden in einem Zeitraum von über 900 Jahren errichtet, so dass Gebäude aus der Zeit der Republik Seite an Seite mit den kaiserlichen Tempeln stehen. Zu den Glanzzeiten des Reiches muss hier ein fürchterliches Gedränge geherrscht haben. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches begannen die Bauten zu verfallen, und das Gebiet wurde allmählich wieder von der Natur in Besitz genommen. Seit dem 18. Jahrhundert werden Ausgrabungen vorgenommen.

Man betritt das Forum von der Via dei Fori Imperiali oder vom Kolosseum her, jener gewaltigen Arena des Schreckens, die ursprünglich Theater der Flavier hieß und später zum Steinbruch degradiert wurde. Sofort fühlt man sich in eine andere Welt versetzt: die Vergangenheit. Säulenreste ragen von den grasbewachsenen Anhöhen auf, und restaurierte Giebelfelder und Säulen helfen der Fantasie auf die Sprünge. Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich den Septimius-Severus-Bogen, den Saturntempel, das Haus der Vestalinnen ,den Antonius und Faustina-Tempel und den Titusbogen.

Vom Forum aus lässt sich der Palatin erklimmen, wo die Reichen und Mächtigen ihre Paläste und persönlichen Tempel errichten ließen. Einige der antiken Bauten mussten im Mittelalter Kirchen und in der Renaissance Villen und Gartenanlagen weichen, und so entstand ein zauberhaftes Viertel mit verschwiegenen Winkeln und herrlichen Aussichten, dessen Gebäude heute wie damals von Efeu und Arkanthus überwuchert sind. Sehenswert sind das Haus der Livia, der Domitian-Palast mit den Überresten der Thermen des Septimus Severus und der Flavierpalast. Vom Palatin hat man einen schönen Blick auf das Geländes des Circus Maximus, wo einst Wagenrennen stattfanden. Von den 200 000 Zuschauer fassenden Tribünen ist jedoch kaum etwas erhalten.

Das von Marcus Agrippa geschaffene Pantheon ist eine der bemerkenswertesten architektonischen Leistungen der Welt: eine gewaltige, perfekt proportionierte freitragende Kuppel, die auf einem eleganten Rundbau ruht. Das Pantheon wurde 27 v.Chr. errichtet und nach seiner Zerstörung durch zwei Brände 120 n.Chr. von Kaiser Hadrian wieder aufgebaut. Der Tempel ist im Laufe der Zeit wiederholt geplündert und beschädigt worden, und unter Papst Gregor III. wurden die herrlichen vergoldeten Bronzeverkleidungen der Gewölbekassetten entfernt. Er beherbergt die Gräber Raffaels und Viktor Emanuels II.

Die Diocletians-Thermen sind nur mehr ein Schatten des einstigen 13 ha großen Komplexes aus Badeanlagen, Bibliotheken, öffentlichen Räumen und Gärten, der bis zu 3000 Menschen fasste. Die besser erhaltenen Caracalla-Thermen waren mit ihren Geschäften, Gärten und Bibliotheken und Platz für 1600 Menschen die zweitgrößte Bäderanlage Roms. In der Nähe der Ruinen begann die Via Appia, jene über zweitausend Jahre alte Straße, die von Rom bis nach Brindisi an der italienischen Adriaküste führte. Die Straße ist gesäumt von Monumenten, insbesondere dem Circus des Maxentius, und römischen Gräbern wie dem Grabmal der Cecilia Metella.

Entlang der Via Appia sind auch noch einige Katakomben erhalten, kilometerlange Tunnel im Vulkangestein, die Roms verfolgten frühen Christen als Kirchen und Grabstätten dienten. Der Besuch der beklemmenden Tunnel ist Klaustrophobikern jedoch nicht zu empfehlen.

Der Vatikan

Nicht viele Religionen können ein Land ihr eigen nennen, aber der Katholizismus ist nicht irgendeine Religion, und der Vatikanstaat ist kein gewöhnliches Land. Beherrscht von Seiner Heiligkeit ist die winzige Enklave im Herzen Roms das administrative und geistige Zentrum der römisch-katholischen Kirche und der kleinste unabhängige Staat der Welt. Wenn jene Römer, die für den Herrn in Lohn und Brot stehen, an Werktagen die "Grenze" überschreiten, verfünffacht sich die Bevölkerung.

Trotz seiner Bedeutung für die Gläubigen - weltweit gibt es schätzungsweise 1 Milliarde Katholiken - ist im Haus des Papstes nicht alles heilig. Skandale und Intrigen begleiten das Papsttum seit nahezu zwei Jahrtausenden, und obwohl die Unabhängigkeit und damit die Unmöglichkeit ausländischer Ermittlungen erst mit dem 20. Jahrhundert einsetzte, wurden viele jener Vorkommnisse, die sich hinter den Vatikanmauern zutrugen, nie ganz aufgeklärt. Aber selbst ohne die fragwürdige Verbindung zum Nazi-Regime, Korruption und Gerüchte über Mafiamorde ist ein Besuch im Vatikan für Geschichtsinteressierte, Gläubige und Kunstliebhaber gleichermaßen ein absolutes Muss. Der Vatikan ist im Verhältnis zu seiner Fläche der wohl reichste Staat der Welt und gleicht fehlende natürliche Ressourcen mit seiner atemberaubenden Ansammlung von Kunstschätzen aus.

Castel Sant' Angelo (Engelsburg)

Am Ende einer der schönsten Brücken der Welt - Berninis prächtiger, engelverzierter Ponte Sant' Angelo - liegt dieser eigenartige, festungsgleiche Rundbau, der ursprünglich als Mausoleum für Kaiser Hadrian errichtet wurde. Im 6. Jahrhundert diente er als päpstliche Schutzburg und ist noch immer durch unterirdische Gänge mit dem Vatikan verbunden. Mehrere Päpste machten in Krisenzeiten von den Geheimgängen Gebrauch. Das Mausoleum beherbergt ein interessantes Museum und seiner die Fantasie beflügelnden Atmosphäre wird zusätzlicher Reiz verliehen durch die Tatsache, dass sich Puccinis Tosca von hier in den Tod stürzte.

Das christliche Rom

Roms Bedeutung für das Christentum weltweit ist nur ein Aspekt der vielschichten Kultur und ereignisreichen Geschichte der Stadt, die voll von herrlichen und einzigartigen Kirchen ist. Santa Maria Antiqua ist die älteste Kirche des Forums und die nahe gelegene San Pietro in Carcere steht an der Stelle des Carcer Mamertimus, wo der Heilige Petrus gefangen gehalten worden sein soll. Santa Sabina auf dem Aventin, einem wunderschönen, aber kaum besuchten Winkel, stammt aus dem 5. Jahrhundert und weist herrlich geschnitzte Holztüren auf. Die zur selben Zeit entstandene Santa Maria Maggiore besitzt eine Barockfassade und einen romanischen Glockenturm. San Giovanni in Laterano ist zwar nicht mehr wie einst der päpstliche Amtssitz, aber noch immer die Titularkirche des Bischofs von Rom und damit die eigentliche Papstkirche. In zwei Gefäßen am Hauptaltar werden als Reliquien Schädel aufbewahrt, die von den Aposteln Petrus und Paulus stammen sollen. Santa Croce in Gerusalemme datiert aus dem 4. Jahrhundert, wurde aber im Barockstil "modernisiert". Die hiesigen Reliquien sollen vom Kreuz Christi stammen.Eine der wunderbarsten mittelalterlichen Kirchen Roms ist Santa Maria in Cosmedin mit der berühmten Bocca della Verità (Mund der Wahrheit), einer in eine Wand eingelassenen marmornen Tritonenmaske. Es heißt, dass einem Lügner, der seine Hand in den geöffneten Mund des Reliefs hält, selbige abgebissen wird. San Clemente reflektiert in mehreren Schichten verschiedene Epochen der Stadtgeschichte. Die heutige Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurde über den Ruinen einer Kirche aus dem 4. Jahrhundert errichtet, die wiederum auf den Resten eines römischen Hauses erbaut wurde, das im 2. Jahrhundert eine Kultstätte des Mithras enthielt, während die Fundamente aus der Zeit der Republik datieren sollen.

Das Kapitol

Michelangelos Piazza del Campidoglio, die 1538 ganz nach den städtebaulichen Prinzipien der Renaissance angelegt wurde, bildet den Mittelpunkt des Kapitolinischen Hügels. Sie wird von drei Palästen eingerahmt - dem Palazzo dei Senatori, inzwischen das Rathaus der Stadt, dem Palazzo dei Conservatori und dem Palazzo Nuovo. Die beiden Letzteren beherbergen heute die Kapitolinischen Museen mit einer umfangreichen Sammlung antiker Statuen, darunter der Sterbende Galater, die Kapitolinische Venus und auch das restaurierte bronzene Reiterstandbild Marc Aurels, das noch bis in die 70er Jahre Mittelpunkt des Kapitolsplatzes war. In der Pinakothek sind u.a. Werke von Rubens, Tizian und Caravaggio ausgestellt. Vom Kapitol überblickt man das Forum, und in der Antike stand hier der Tempel des Jupiter, des höchsten Gottes.

Piazzas - die Treffpunkte Roms

Roms wundervolle Piazzas sind hervorragend geeignet, um auf der Erkundungstour durch die Stadt eine Pause einzulegen. Sie sind oft anschauliche Beispiele für Roms Barockarchitektur. Die ausgedehnte, herrliche Piazza Navona auf dem einstigen Gelände von Domitians Stadion ist eingerahmt von Barock-Palästen. Sie wird von drei Brunnen geprägt, darunter Berninis Fontana dei Quattro Fiumi. In der Renaissance wurde der Platz bei festlichen Anlässen geflutet, um Seeschlachten nachzuspielen. Der vielleicht beliebteste Treffpunkt - und dementsprechend voll von Taschendieben und Schleppern - ist die Piazza di Spagna am Fuß der Spanischen Treppe. Der bootsförmige Brunnen La Baraccia wurde von Berninis Vater geschaffen. In der Nähe liegt das Keats-Shelley-Memorial. Die elegante Via Condotti, ein wahres Einkaufsparadies, beginnt an der Piazza, und Roms traditionsreiches Caffè Greco, in dem schon Goethe gerne zu Gast war, ist in der Nummer 86 zu finden.

Ein weiterer berühmter Treffpunkt ist keine Piazza, sondern ein Brunnen - die Fontana di Trevi. Eine Münze hineinzuwerfen gehört zum Pflichtprogramm aller Rombesucher, die sich damit die Wiederkehr in die Ewige Stadt sichern wollen. Von der Piazza del Quirinale eröffnet sich ein herrlicher Blick auf Rom und die Peterskirche, während die Piazza Venezia von der umstrittenen "Schreibmaschine" überragt wird, auch bekannt als Altare della Patria. Die Piazza Barberini wird von dem bestechenden Tritonbrunnen dominiert. Die dahinter beginnende Via Veneto war in den 1950er und 1960er Jahren das Zentrum des Dolce Vita, personifiziert vom importierten Schwedenwunder Anita Ekberg. Heute bietet die Straße nur noch einen müden Abklatsch ihres einzigen Flairs, doch es gibt Versuche sie wiederzubeleben. Eine bizarre Sehenswürdigkeit, die mehr mit morte als mit vita zu tun hat, ist die fantasievoll verzierte Santa Maria della Concezione dei Capuccini, deren Rokkoko-Ornamente ausschließlich aus den Gebeinen längst verstorbener Mönche gestaltet wurden. Auf dem lebhaften Campo de' Fiori findet täglich außer sonntags ein Obst- und Gemüsemarkt statt. In unmittelbarer Nähe steht der prächtige Palazzo Farnese aus der Renaissance.

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Ostia Antica

Vom 4. Jahrhundert v.Chr. bis zu den Plünderungen des 5. Jahrhunderts war Ostia eine belebte Hafenstadt voller Händler, Seeleute und Sklaven. Heute erlauben die Ruinen an der Mündung des Tiber einen faszinierenden Einblick in den Alltag des einfachen Volkes - im Gegensatz zum nobleren Pompeji. Zu den sehenswerten Ruinen gehören das Stadttor, die Porta Romana, die Terme di Nettuno, das Theater, der mosaikverzierte Piazzale delle Corporazioni (mit den Büros in- und ausländischer Handelsvertretungen), das opulente Wohnhaus Domus Fortuna Annonaria und die gut erhaltene Casa di Diana, außerdem verschiedene Tempel, das Forum und die Lagerhäuser. Im Museum werden sehenswerte Statuen, Mosaiken und Wandgemälde aufbewahrt, die hier gefunden wurden.

Tivoli

In der auf einem Hügel gelegenen Stadt ließen von der Antike bis zur Renaissance die reichsten und mächtigsten Römer ihre Sommerresidenzen errichten. Für den Müßiggang des antiken Rom steht die Villa Adriana, der Sommerpalast Kaiser Hadrians. Die Anlage wurde über die Jahrhunderte mehrfach als Steinbruch missbraucht, doch ist noch genügend Substanz vorhanden, um sich ein Bild von der einstigen Größe, der architektonischen Leistung und verschwenderischen Pracht zu machen. Besonders sehenswert sind eine Villa inmitten eines künstlichen Kanals, in der Hadrian seine besinnlicheren Stunden verbrachte, der kaiserliche Palast mit seiner Piazza d'Oro und die Überreste einer Bäderanlage.

Im Glanz der Renaissance strahlt noch immer die Villa d'Este, die vor allem wegen ihrer großartigen Gartenanlagen und der verspielten Brunnen- und Kaskadensysteme einen Besuch lohnt. Die Villa wurde für Kardinal Ippolito d'Este erbaut, einem Enkel des Borgia-Papstes Alexanders VI. Besonders reizvoll ist der Blick aus den Fenstern der Villa auf die Allee der Hundert Springbrunnen, deren Becken, Kaskaden und Fontänen ein reizvolles Schauspiel bieten.

Das etruskische Rom

Mehrere bedeutende etruskische Ausgrabungsstätten mit zahlreichen Grabstätten liegen in Roms Umgebung. Um die empfindlichen Überreste vor dem weiteren Verfall zu bewahren, sind die meisten Fundorte durch Glasscheiben geschützt. Einer der bedeutendsten etruskischen Stadtstaaten war Tarquinia, das vermutlich im 12. Jahrhunder v.Chr. gegründet wurde. Von hier stammten die Könige, die Rom vor der Einführung der Republik regierten. Die Grabstätten der Nekropole sind reich mit Fresken verziert. Die heutige Stadt besitzt ein mittelalterliches Viertel, mehrere Kirchen und das Nationalmuseum mit etruskischen Fundstücken, darunter eine wunderschöne Tonskulptur zweier geflügelter Pferde, die von der Ausgrabungsstätte stammt. Bei Cerveteri, gegründet im 8. Jahrhundert v.Chr., sind die berühmten Nekropolen zu besichtigen, ausgedehnte Totenstädte mit Grabhügeln und Grabkammern. Veji war einst die größte Stadt des südlichen Etrurien, doch die einzigen Überreste aus jener Periode sind Teile eines Schwimmbeckens und die Ruinen eines Tempels. In Rom beherbergt die Villa Borghese das Museum für etruskische Kunst.

Weitere Regionen

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 5-10 Euro
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 10-20 Euro
  • Luxusrestaurant: ab 30 Euro

Übernachtung

  • Billigunterkunft: 8-40 Euro
  • Hotel mittlerer Kategorie: 40-120 Euro
  • Luxushotel: ab 200 Euro

Währung

Euro


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