Kanarische Inseln

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Die Kanaren sind insgesamt etwas kleiner als die französische Mittelmeerinsel Korsika und bestehen aus sieben Hauptinseln sowie sechs kleineren Eilanden - die Spitzen einer riesigen vulkanischen Bergkette, die aus dem Atlantischen Ozean emporragt. Der nächstgelegene Nachbar ist Marokko, etwa 95 km östlich von Fuerteventura. Auf kleinstem Raum birgt die kanarische Inselwelt eine ungeheure landschaftliche Vielfalt, darunter bizarre Vulkanplateaus, dunstverschleierte Nebelwälder, von atlantischen Böen gepeitschte Felskliffs und grüne Felder, auf denen Trauben und Oliven gedeihen. Ganz zu schweigen von all den Appartementblocks, den internationalen Hotels und den Stränden, die Zentimeter für Zentimeter mit Urlaubern bedeckt sind - all das ist mittlerweile ebenso sehr Teil der Kanaren wie die Naturattraktionen.

Die Vulkane, die das Rückgrat der Inseln bilden, erblickten das Tageslicht etwa zu der Zeit, als das Atlasgebirge in Nordafrika geformt wurde - vor Millionen von Jahren. Mit seinen 3781 m ist der Teide auf Teneriffa nicht nur die höchste Erhebung der Kanaren, sondern gar der höchste Berg Spaniens und gleichzeitig der drittgrößte Vulkan der Welt (nach zweien auf Hawaii). Dank der vulkanischen Aktivität sind die Böden sehr fruchtbar, aber es gibt keine Flüsse und die Inseln leiden regelmäßig unter Wasserknappheit. Auf den Kanaren wird ein Großteil des Trinkwassers mit Hilfe von Entsalzungsanlagen gewonnen.

Die unterschiedlichen Höhenlagen und die reichen vulkanischen Böden machen die Kanaren zu einer wahren biologischen Schatzkammer. Etwa die Hälfte ihrer 2000 Pflanzenspezies sind endemisch, u. a. die kanarische Palme, die kanarische Pinie und der Drachenbaum, ein Überlebender aus uralten Zeiten, der schon vor der letzten Eiszeit gedieh. Die Mikroklimata der Inseln ließen eine ausgesprochen vielfältige Vegetation entstehen, angefangen bei den unter UNESCO-Schutz stehenden Laurisilva- Gebieten mit von Flechten bedeckten Lorbeeren, Stechpalmen, Linden und Heidekraut bis hin zu trockenem Buschland und wüstenartigen Gebieten, wo Salzbusch, Palme und der seltene, kaktusähnliche cardón de Jandía wachsen. Das interessanteste heimische Tier ist der lagarto del Salmor, eine bis zu einem Meter große, ausgesprochen hässliche Eidechse, die es nur auf El Hierro gibt. Ein paar Fledermausarten bevölkern die Inseln und man sieht mehr als 200 Vogelarten, wobei viele von ihnen Zugvögel, also nur vorübergehende Besucher sind. Zu den heimischen Singvögeln zählt natürlich der Kanarienvogel - wer jedoch die zierlichen Käfigvarianten erwartet, wird enttäuscht: Der wild lebende Cousin der farbenprächtigen Arten in unseren Zoohandlungen hat ein schmutzig-braunes Gefieder.

Theoretisch sind die Kanarischen Inseln eines der am weiträumigsten geschützten Gebiete Europas: 42% der Landmasse fallen in irgendeine Kategorie von Naturschutzgebiet. Zu den vier Nationalparks gehören der Parque Nacional de las Cañadas del Teide auf Teneriffa mit dem Vulkan Teide als Herzstück, der Parque Nacional de Garajonay auf La Gomera mit wunderschönem, uraltem Regenwald, der Parque Nacional de Timanfaya auf Lanzarote mit mehreren aktiven Vulkanen und der Parque Nacional de la Caldera de Taburiente auf La Palma mit einem riesigen erodierten Felskessel. Den zweiten Rang der Schutzgebiete nehmen die Parques Naturales ein, die jedoch in der Regel weniger frei von menschlichen Eingriffen sind - in ihnen gibt es häufig Dörfer, Farmen und Straßen.

Die Kanaren genießen ein herrliches Klima des ewigen Frühlings: Im Winter liegen die Durchschnittstemperaturen bei 18°C und im Sommer bei 24°C. An einem heißen Tag am Strand kann es in den Bergen immer noch angenehm kühl sein und wer im Winter höhere Lagen erklimmt, braucht definitiv warme Kleidung. Außer auf Lanzarote und Fuerteventura sind die Nordseiten der Inseln subtropisch, während der Süden - und das gilt auch für die beiden erstgenannten Inseln - trockener und etwas wärmer ist. Abgesehen von Teilen der windgepeitschten Nordküsten fällt nur wenig Regen und wenn es regnet, dann meist nur im nördlichen Teil der gebirgigen Inseln. Die flacheren Eilande, wo sich die Regenwolken nicht an irgendeinen Berggipfel klammern können, bekommen kaum einen Tropfen Niederschlag ab. Hin und wieder, vor allem im Sommer, bläst der Schirokko (der heiße Saharawind) von Afrika herein, verwandelt den Tag in Zwielicht und bedeckt alles mit Schmutz. Am schlimmsten trifft die kalima- so nennen die Einheimischen dieses Phänomen - die östlichen Inseln.

Preisniveau

Übernachtung

  • Preisgünstiges Zimmer: 20-30 Euro
  • Hotel mittlerer Kategorie: 30-80 Euro
  • Hotel gehobener Kategorie: ab 80 Euro

Mahlzeiten

  • Preisgünstige Mahlzeit: 3-5 Euro
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 5-20 Euro
  • Restaurant gehobener Kategorie: ab 20 Euro

Währung

Euro (EUR)


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