Malta

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Maltas merkwürdige Lage - ganz in der Nähe der Haupttransportrouten im Mittelmeer und doch abseits - hat zu ausgedehnten Phasen der Isolation geführt, die meist von gewaltsamen Invasionen fremder Mächte unterbrochen wurden. Das älteste Erbe der Insel sind die bis auf das Jahr 3800 v.Chr. zurückdatierten Megalithtempel. Die Phönizier kolonisierten die Inseln um 800 v.Chr. und ließen sich für etwa 600 Jahre nieder. Im Jahre 208 v.Chr. wurde Malta vom römischen Imperium vereinnahmt.

Der bekannteste Besucher der Insel - neben Odysseus, der auf Gozo (der Insel der Kalypso) weilte - war der Apostel Paulus. Im Jahre 60 n.Chr. soll er auf Malta gestrandet sein und die Insulaner christianisiert haben, obwohl Bibelgelehrte und Naturwissenschaftler heute vermuten, dass es ihn vielleicht eher nach Kefallinía in Griechenland verschlug. Es folgten mehrere Jahrhunderte friedlicher Isolation, bis 870 die Araber aus Nordafrika eintrafen. Die Araber übten einen starken Einfluss auf die Malteser aus: Sie führten Zitrusfrüchte und Baumwolle ein und veränderten die Sprache. Normannische Eindringlinge aus Sizilien lösten die Araber im Jahre 1090 ab, und während der nächsten vier Jahrhunderte blieb Malta in sizilianischer Hand.

Im Jahre 1530 übergab Kaiser Karl V. die Inseln an die Ritter des Johanniterordens. Als Pachtzahlung verlangte er zwei Malteser Falken im Jahr. Die Ritterorden, die sich während der Kreuzzüge gebildet hatten, stellten ein Sammelbecken für die jüngeren Mitglieder europäischer Adelsfamilien dar, die keinen Anspruch auf den Besitz ihrer Vorfahren hatten. Sie befestigten die Inseln - gerade rechtzeitig vor der Invasion von 30 000 Türken im Jahre 1565. Drei Monate lang versuchten die Türken, Malta zu erobern, aber 700 Ritter und 8000 Malteser konnten das Land erfolgreich verteidigen. Die Ritter wurden als Retter Europas bejubelt und für ihre Mühe mit einer neu geplanten und befestigten Stadt belohnt: Valletta.

Mit dem Ruhm und der Macht kam jedoch auch die Korruption, und die Ritter wandten sich in zunehmendem Maße der Seeräuberei zu. Als Napoleon 1798 einmarschierte, waren sie zu geschwächt, um den Kampf mit ihm aufzunehmen. Schließlich waren es die Briten, die den Maltesern halfen, die Franzosen wieder zu vertreiben, und ab 1814 stand Malta unter britischer Schutzherrschaft. Großbritannien machte Malta zu einem der wichtigsten Marinestützpunkte und damit zu einem einladenden Ziel für die Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg. Nach einer langen Blockade und fünf Monate andauernden ununterbrochenen Bombenangriffen war Malta fast vollständig zerstört.

Schon bald nach dem Krieg begann Malta, sich von Großbritannien zu lösen und die Unabhängigkeit anzustreben. Vollständige Autonomie erlangte es schließlich 1964. Im Jahr 1979 unterzeichnete die Regierung sehr zum Ärger der Briten und ihrer Alliierten Abkommen mit Libyen, der Sowjetunion und Nordkorea. Diese Annäherung an den Kommunismus endete 1987 mit dem Sieg der konservativen National Party, die Malta in Richtung EU-Mitgliedschaft lenkte. Aus den Wahlen von 1996 ging die Labour Party mit Dr. Alfred Sant an der Spitze als Sieger hervor - nicht zuletzt aufgrund des Versprechens, die Bewerbung des Landes für die EU-Mitgliedschaft zurückzuziehen. Die Konservativen unter Eddie Fenech Adami gelangten 1998, als die Bewerbung bereits verworfen war, erneut an die Macht. In den vergangenen Jahrzehnten haben die Malteser einen beachtlichen Wohlstand erreicht, hauptsächlich dank des Tourismus, aber auch in zunehmendem Maße wegen ihres Handels und der Leichtindustrie. Am 1. Mai 2004 war Malta das kleinste von zehn Ländern, die der EU beitraten.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Preiswertes Essen: 1-4 Lm
  • Durchschnittliches Restaurantessen: 4-5 Lm
  • Teures Restaurantessen: ab 5 Lm

Übernachtung

  • Preiswertes Zimmer: 5-10 Lm
  • Durchschnittliches Hotel: 11-20 Lm
  • Teures Hotel: ab 20 Lm

Währung

Maltesische Lira (Lm)


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