Schottland
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Erstmalig wurde Schottland von Jägern und Sammlern besiedelt, die in der Jungsteinzeit vor etwa 6000 Jahren aus England, Irland und vom europäischen Festland kamen. Sie brachten Landwirtschaft, Viehzucht, Handel, gesellschaftliche Strukturen und eine blühende Kultur in das heutige Schottland. Die Überreste von fein ausgearbeiteten Grabkammern, Steinmonumenten und einheimischer Architektur (wie sie beispielsweise auf den Orkneys anzutreffen sind) zeugen von einer äußerst dynamischen Zivilisation. Zu den späteren Einwanderern zählten die so genannten Beaker People, die Bronze und Waffen vom europäischen Festland mitbrachten, während die Kelten das Eisen einführten. Selbst die Römer waren nicht in der Lage, die hitzigen Einheimischen zu unterwerfen; eindrucksvolles und symbolisches Zeugnis dafür war die Errichtung des Hadrianswalls. Das Christentum hielt in Gestalt von Saint Ninian Einzug, der im Jahre 397 ein Missionszentrum in Schottland errichtete. 563 gründete der Heilige Columban ein Inselkloster auf Iona, das auch heute noch als Wallfahrts- und Rückzugsort dient.
Um das 7. Jahrhundert herum bestand die Bevölkerung Schottlands aus den sich permanent bekriegenden Pikten und gälisch sprechenden Skoten im Norden, norwegischen Eindringlingen auf den schottischen Inseln sowie Briten und Angelsachsen in den Lowlands. Im 9. Jahrhundert hatten die Skoten die Vorherrschaft gegenüber den Pikten gewonnen, deren einziges sichtbares Erbe in Form von bislang ungeklärten Symbolen auf Denkmälern im Osten Schottlands erhalten blieb. Im Süden des Landes hielt das anglo-normannische Lehnswesen nach und nach Einzug. Anfang des 13. Jahrhunderts bemerkte der englische Geschichtsschreiber Walter of Coventry, der schottische Hof sei "französisch in Rasse und Lebensart, Sprache und Kultur". Trotz vereinzeltem blutigen Widerstand kamen die stammesorientierten Lowlander gut mit dem Feudalismus zurecht und schufen eine Reihe mächtiger kleiner "Familienstaaten", die Clans.
Bei den Highlandern sah die Sache völlig anders aus. 1297 schlugen die Truppen von "Braveheart" William Wallace in der Schlacht von Stirling Bridge die Engländer, doch nach ein paar weiteren Scharmützeln wurde Wallace verraten und 1305 schließlich von den Engländern in London hingerichtet. Er gilt noch heute als Sinnbild des Patriotismus und großer Held der Widerstandsbewegung.
Als Nächster nahm Robert Bruce den Kampf für die schottische Unabhängigkeit auf. Ein Jahr nach dem Tod von Wallace ermordete er einen Rivalen und ließ sich zum König von Schottland krönen. Im gleichen Jahr stand er den Engländern erneut gegenüber, doch seine Truppen wurden bei Methven und Dalry besiegt. Erst 1314 gelang es Bruce, den Engländern in der Schlacht von Bannockburn eine vernichtende Niederlage zuzufügen und einen Wendepunkt im Kampf um die schottische Unabhängigkeit herbeizuführen. Daraufhin lebten die Schotten 600 Jahre lang gemäß ihren eigenen Gesetzen. Es bildete sich eine deutliche Grenze zwischen Highlandern und Lowlandern heraus, die ihren symbolischen Niederschlag im Great Glen fand, einer zwischen Fort William und Inverness verlaufenden Grabensenke. Die Lowlander, die das Tieflandschottisch Lallans sprachen und eine weniger harte Existenz in den Städten führten, bezeichneten die Highlander als Gälisch sprechende Plünderer.
Im 16. Jahrhundert hatte das schottische Königsgeschlecht mit Streitigkeiten zwischen den Abkömmlingen mütterlicher- und väterlicherseits sowie mit der Konkurrenz zwischen England und Frankreich zu kämpfen. Erbitterter Widerstand gegen England und fortwährender Zwist um den Thron stürzten das Land praktisch in einen Bürgerkrieg. Nur wenige Monarchen starben in dieser Phase eines natürlichen Todes. Das 17. Jahrhundert war ebenfalls von blutigen Auseinandersetzungen geprägt, angeheizt vom Streit um die religiöse Reformation. Trotz aller Ressentiments gegen ihre Nachbarn ließen sich die Schotten 1707 bei Unterzeichnung des Bündnisses mit England dazu überreden, das eigene Parlament aufzulösen. Im Gegenzug behielt Schottland seine Kirche und sein Rechtswesen.
Teils waghalsige Versuche wurden unternommen, die Hannoveranischen Könige Englands durch die katholischen Stuarts abzulösen, doch außerhalb der Highlands mangelte es den für dieses Ziel kämpfenden Jakobiten an Unterstützung - die Lowlander hielten nicht viel vom Katholizismus. James Edward Stuart, Sohn des exilierten englischen Königs James VII. und besser bekannt als Old Pretender, startete mehrere Anläufe zur Rückeroberung des Throns, musste aber 1719 nach Frankreich fliehen. 1745 landete sein Sohn, Young Pretender Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie) in Schottland, um die Krone für seinen Vater zu fordern. Seine verheerende Niederlage 1745 bei Culloden veranlasste die Regierung, die Privatheere der Clans, das Tragen von Kilts und das Dudelsackspielen zu verbieten. In Verbindung mit den drastischen Veränderungen infolge der industriellen Revolution bewirkten die Verbote das Verschwinden einer ganzen Lebensart und die "Zähmung" der Highlander.
Im Süden des Landes sorgte die industrielle Revolution für mehr Wohlstand in den Städten, wachsende Bevölkerungszahlen, die Entstehung neuer Industriezweige wie Baumwollverarbeitung und Schiffsbau sowie blühenden Handel. Die Entwicklung des urbanen Lebens ging mit einer intellektuellen Blütezeit einher, der so genannten Schottischen Aufklärung. Hatten die Menschen ihre gesamte Energie bislang hauptsächlich in religiöse Auseinandersetzungen gesteckt, so interessierten sie sich nun auch für andere Dinge. Besonders die Literatur feierte einen Höhenflug. Für die Privilegierten wurde das bürgerliche Leben zusehends angenehmer, die Armen aber wurden noch ärmer und litten unter Typhusepidemien und den erbärmlichen Lebensbedingungen in den Slums. Auf Grund eines der finstersten Kapitel in der ohnehin düsteren Geschichte des Nordens wuchsen die Städte unaufhörlich: Ende des 18. Jahrhunderts begannen die Zwangsumsiedlungen (clearances) in den Highlands, die mehr als 100 Jahre dauern sollten. Überbevölkerung, Missernten, Hungersnöte und der Zusammenbruch der Seetangwirtschaft veranlasste die Grundherren dazu, die Kleinbauern mit betrügerischen Mitteln oder Gewaltanwendung von ihren Ländereien zu vertreiben. Unzählige Schotten emigrierten nach Nordamerika, Neuseeland und Australien, wo ihnen der Ruf eines sparsamen und hart arbeitenden Volkes vorausging. Die wenigen, die in Schottland blieben, wurden auf winzige Pachtgrundstücke, so genannte crofts, abgeschoben.
Die industrielle Blüte dauerte auch über den Ersten Weltkrieg hinaus an, doch dann versetzte die Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren der schottischen Industrie einen tödlichen Schlag. Nur in Aberdeen konnte man während des 20. Jahrhunderts noch Zeichen des Wohlstands erkennen, was die Stadt der Entdeckung großer Erdöl- und Gasvorkommen in der Nordsee zu verdanken hat. Andauernde wirtschaftliche Not, wachsende Arbeitslosigkeit, Bevölkerungsschwund in ländlichen Gebieten sowie ein verglichen mit England schlechterer Lebensstandard in Bezug auf Gesundheit, Bildung und Wohnverhältnisse lassen die Zuversicht der schottischen Bevölkerung kontinuierlich schwinden. Dennoch sind die Träume einer Abkehr von der Union mit England heute stärker als seit langem. Das zum allergrößten Teil mit der Labour-Partei sympathisierende Schottland hatte in den 80er und 90er Jahren schwer an der konservativen Regierung Großbritanniens zu knabbern, die dem Wunsch der Schotten nach Selbstverwaltung kaum Beachtung schenkte. Nach dem entscheidenden Labour-Sieg bei den allgemeinen Wahlen von 1997 verloren die konservativen Tories sämtliche Abgeordnetensitze in Schottland. Ein neues Parlamentsgebäude wurde in Holyrood in Edinburgh gebaut und im November 2003 eröffnet. Die Labour-Regierung hat also bereits einige Zugeständnisse an die schottische Teilautonomie gemacht, so dass der Traum von einem unabhängigen Schottland irgendwann im 21. Jahrhundert vielleicht gar nicht so sehr aus der Luft gegriffen ist.
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Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 3-10 £
- Restaurant mittlerer Kategorie: 10-20 £
- Luxusrestaurant: ab 32 £
Übernachtung
- Einfache Unterkunft: 10-20 £
- Hotel mittlerer Kategorie: 20-65 £
- Luxushotel: ab 100 £
Währung
Pfund Sterling








