Schottland
| Drucken Bildergalerie Karte |
Während Schotten in der Geschichte Großbritanniens in puncto Kunst, Musik und Literatur unterrepräsentiert sind, haben sie der Welt der Naturwissenschaften und der Philosophie eindrucksvoll ihren Stempel aufgedrückt. Die Logarithmen, das zweite Gesetz der Thermodynamik und die Gesetze der Elektrodynamik wurden allesamt von Schotten erfunden. Sie revolutionierten den Dampfantrieb und erfanden den Asphalt, die Imprägnierung, das Telefon, das Fernsehen und den Radar. Schotten waren Pioniere der Anatomie, der Antiseptik und der Entwicklung des Penicillins. Der berühmte schottische Ökonom Adam Smith entwickelte gar die verrückte Theorie von der "unsichtbaren Hand des Kapitalismus". Die Schotten selbst schreiben diese eindrucksvolle Riege von Berühmtheiten der Tatsache zu, dass in ihrem Land schon immer sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt wurde.
Auch wenn Schottland nur wenig berühmte Künstler vorzuweisen hat, so gibt es doch eine lange Tradition volkstümlicher Kunst. Das bekannteste Symbol traditioneller schottischer Kultur ist wahrscheinlich der Dudelsack der Highlands, der den Höhepunkt seiner Popularität zu Königin Viktorias Zeiten erreichte, die es liebte, von den Klängen des Instruments vor ihrem Fenster geweckt zu werden. Die tartans (Karostoffe) gehen bis ins römische Zeitalter zurück, wurden aber erst im 18. Jahrhundert zum Unterscheidungsmerkmal für die Clans. Nach den Jakobitenaufständen durften die kilts (Schottenröcke) und andere Hochlandgewänder zunächst nicht mehr getragen werden, erfuhren im darauf folgenden Jahrhundert jedoch eine Renaissance. Eine Stütze der traditionellen schottischen Kultur war der ceilidh ("Besuch"), eine gesellige Zusammenkunft nach der Arbeit, bei der ein Barde volkstümliche Geschichten oder Legenden vortrug und Lieder spielte. Ceilidhs werden auch heute noch abgehalten, allerdings mit weniger Geschichten, mehr Tanz und sehr viel Alkohol.
Man kann sicherlich behaupten, dass die Religion in der Geschichte Schottlands eine größere Rolle spielte als in irgendeinem anderen Teil Großbritanniens. Im 4. Jahrhundert hielt das Christentum in Schottland Einzug und nach der Reformation lehnte die schottische Kirche die Autorität des Papstes ab. Später kam es zu einer Spaltung der schottischen Protestanten, wobei die Presbyterianer eine vereinfachte Hierarchie in der Kirchenverwaltung befürworteten. Zwei Drittel aller Schotten sind Angehörige der reformierten schottischen Kirche (Church of Scotland), wenngleich die strengere Vereinigte Freie Presbyterianische Kirche in den Highlands und auf den Inseln populärer ist. In Glasgow gibt es auch eine starke katholische Fraktion und die Bewohner einiger Inseln wurden nach der Reformation heimlich zum Katholizismus bekehrt. Konfessionelle Spannungen sind in Glasgow durchaus zu spüren (gottseidank nicht in dem Ausmaß wie in Nordirland) -besonders wenn bei einem Fußballmatch die protestantischen Rangers den katholischen Celtics gegenüberstehen.
Bis zum 12. oder 13. Jahrhundert wurde in ganz Schottland Gälisch gesprochen, während in den Lowlands schon seit Jahrhunderten das Lallans (ein Dialekt des Englischen mit französischen und skandinavischen Einflüssen) verbreitet ist. Heute sprechen nur noch etwa 66 000 Menschen Gälisch, hauptsächlich auf den Hebriden und im Nordwesten Schottlands, doch es werden Anstrengungen unternommen, den Niedergang der Sprache aufzuhalten. Zahlreiche gälische Wörter haben in die Alltagssprache Einzug gehalten und sind mitverantwortlich dafür, dass das schottische Englisch für Ausländer so schwer zu verstehen ist.
Die schottischen Köche verfügen über eine beneidenswerte Auswahl an frischen Zutaten wie Fleisch, Meeresfrüchte und Gemüse und stehen in dem Ruf, einige der besten Fisch- und Wildgerichte der Welt zuzubereiten (z. B. geräucherten Lachs, Rehbraten und schottisches Moorhuhn). Weitere legendäre schottische Speisen sind Porridge, Shortbread (eine Art Butterkeks), haggis (ein appetitlicher Mix aus gehackter Lunge, Herz und Leber vom Schaf mit Hafermehl, der in einem Schafsmagen gekocht wird und überraschenderweise wirklich köstlich schmeckt; es gibt auch vegetarische Varianten), schottische Fleischbrühe und eine der moderneren Kreationen für Gourmets, der frittierte Schokoriegel. Schottischer Whisky ist immer noch der Exportartikel Nummer eins des Landes.
Weitere Regionen
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 3-10 £
- Restaurant mittlerer Kategorie: 10-20 £
- Luxusrestaurant: ab 32 £
Übernachtung
- Einfache Unterkunft: 10-20 £
- Hotel mittlerer Kategorie: 20-65 £
- Luxushotel: ab 100 £
Währung
Pfund Sterling








