Tschechische Republik
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Sehenswertes
Prag
In Prag kommt keine Langeweile auf. Wer das kompakte Wirrwarr der Gassen, Passagen und Sackgassen durchkämmt, gewinnt so bereits in einem kurzen Besuch einen guten Eindruck von der Stadt. Ebensogut kann man aber auch wochenlange Streifzüge unternehmen und die Sehenswürdigkeiten in aller Ruhe genießen.
Das schönste an Prag sind seine Fassaden: Die Innenstadt ist ein Freiluftmuseum, in dem Bauwerke aller Stilrichtung der letzten 900 Jahre zusammengewürfelt wurden. Romanik, Gotik, Renaissance und Barock finden sich Seite an Seite mit ihren Imitationen des 19. Jh.s und mit Jugendstilbauten - und all dies bemerkenswert ungestört vom 20. Jh. Der historische Stadtkern, bestehend aus Hradcany (Hradschin - der Burgbezirk) und Mala Strana (Kleinseite) westlich der Moldau, Stare Mesto (Altstadt) und Vaclavske namesti (Wenzelsplatz) im Osten des Flusses, und der Karlsbrücke dazwischen, erstreckt sich auf nur 3 fußgängerfreundliche Quadratkilometer, so dass man also nicht mit halsbrecherischer Geschwindigkeit von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hasten muss.
Etwas weiter außerhalb liegen Nove Mesto (Neustadt) mit ihren Geschäften, Cafés, Museen und Theatern, Vysehrad (Hohenburg), der Geburtsstätte des mythischen Prag und die Stadtteile Holesovice, Smichov, Troja und Vinohrady. Mindestens ein Dutzend mittelalterliche Schlösser und Festungen können zudem in Tagesausflügen erkundet werden.
Aber auch Unterhaltung steht ganz oben auf der Liste der Prager Annehmlichkeiten: Musik von Klassik bis Modern Jazz und Rock, Oper und Ballett; Avantgarde-Theater, hervorragende Museen und Dutzende Kunstgalerien. Die magnetische Anziehungskraft Prags macht es zu einem der beliebtesten Ferienziele ganz Europas - im Sommer wird die Stadt von Touristen gerade zu überflutet.
Am erschwinglichsten sind die Übernachtungsmöglichkeiten in der Regel in den Stadtteilen Nove Mesto und Smichov. Restaurants jeder Art gibt es in der Innenstadt reichlich, aber in Stare Mesto bekommt man für sein Geld wesentlich weniger als in Nove Mesto.
Kutna Hora
Wegen ihrer reichhaltigen Silberminen war Kutna Hora, etwa 65 km südöstlich der Hauptstadt gelegen, einst die wichtigste böhmische Stadt nach Prag - heute kaum vorstellbar! Hier wurde der Silbergroschen geprägt, der damals die harte Währung ganz Mitteleuropas darstellte. Heute erstrahlt die Stadt nur noch in einem Bruchteil ihrer alten Pracht, verfügt jedoch noch über so herrliche Bauten, dass sie von der UNESCO 1996 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der in Pastellfarben leuchtende Platz voller Cafés, die mittelalterlichen Gassen, in denen sich Fassaden von der Gotik bis zum Kubismus aneinanderreihen, die Kathedrale, die mit dem Prager Veitsdom rivalisieren kann - unweigerlich drängt sich der Vergleich mit Prag auf. Kutna Hora ist mit Sicherheit ebenso malerisch wie Prag, seine Einwohner sind jedoch freundlicher und die Preise niedriger.
Die historische Altstadt ist so klein, dass man sie gut zu Fuß durchstreifen kann. Wer seine Dosis Kultur braucht, findet hier genug zu besichtigen. Eine besonders makabre Sehenswürdigkeit ist der Friedhof von Sedlec (Sedlitz) mit dem gotischen Beinhaus, das die Gebeine von etwa 40 000 Personen schmücken. Wunderschöne religiöse Bauten ohne Knochen sind die Liebfrauenkirche und die Jakobskirche (Gotik), das ehemalige Jesuitenkolleg (17. Jh.) mit seinen Barockskulpturen, die St. Barbara-Kathedrale und das Ursulinenkloster , in dem auch Ausstellungsstücke zu bewundern sind. Wer sich für die Geschichte des Bergbaus in der Stadt interessiert, sollte sich das Bergbaumuseum Hradek und die mittelalterlichen Schächte ansehen.
Karlovy Vary (Karlsbad)
Das für seine Thermalquellen weltberühmte Karlsbad (Karlovy Vary) ist das älteste der böhmischen Bäder und wohl die beliebteste tschechische Touristenstadt nach Prag. Doch nicht nur das: Karlsbad ist auch das schönste der drei großen Bäder der Tschechischen Republik und trotz der Menschenmengen auch leichter zugänglich als seine beiden Rivalen. Man kann zwar nicht einfach kurz für ein schwefelhaltiges Bad oder eine Inhalationstherapie vorbeischauen, doch das berühmte Nass kann man trinken, bis es einem zu den Ohren herauskommt. Das Wasser der 12 heißen Quellen enthält 40 chemische Komponenten, mit denen Krankheiten des Verdauungsapparats und Stoffwechselstörungen behandelt werden, hier ist man also bei jedem Verdauungs-Wehwehchen auf jeden Fall an der richtigen Adresse!
Trotz der modernen Medizin gehört Karlsbad immer noch eindeutig ins 19. Jh. Die eleganten Arkaden und Boulevards ergänzen die vielen friedlichen Spazierwege durch die Parks der Umgebung, und der Fluß windet sich malerisch durch waldige Hügel. Der Besucher genießt hier alle Annehmlichkeiten einer mittelgroßen Stadt ohne die üblichen Nachteile. Nach der Hetzjagd durch Prag lässt es sich im reizvollen Karlsbad bestens entspannen.
Krivoklat
Das verschlafene Dörfchen Krivoklat liegt an einem Nebenfluss der Berounka, dem Rakovnicky Potok. Schon die Fahrt hierher ist ein Vergnügen: Der Zug windet sich durch das bewaldete Berounka-Tal nach oben, vorbei an schönen Villen und Kalkfelsen. Die im späten 12. Jh. als königliches Jagdschloss erbaute Burg Krivoklat lockt mit einer meisterhaften spätgotischen Kapelle, eindrucksvollen Hallen und den obligaten Kerkern und Folterkammern. Gejagt wird hier heute nicht mehr, da ein Großteil des oberen Berounka-Tals, das zu den ursprünglichsten Waldgebieten Böhmens gehört, zum Landschaftsschutzgebiet Krivoklat erklärt und von der UNESCO zum Biosphären-Schutzgebiet erhoben wurde.
Wer über die nötige Ausrüstung verfügt und noch einen oder zwei Tage Zeit hat, kann sich auf die 18 km lange Wanderung durch das Berounka-Tal bis Skryje machen. Der Weg führt an den Klippen von Nezabudice (Teil eines Naturschutzgebietes), dem Dorf Nezabudice und dem Schloss Tyrov vorbei, einem im 13. Jh. im französischen Stil errichteten Bau, der zeitweise als Gefängnis diente und im 16. Jh. aufgegeben wurde. In dem Ort Skryje, den viele zur Sommerfrische aufsuchen, finden sich noch mehrere strohgedeckte Häuser. Man kann auch den anderen Hang des Tals hinunter steigen und sich Schloss Tyrov genauer ansehen.
Mährischer Karst
Der Mährische Karst nördlich von Brno (Brünn) ist eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: Die herrlichen bewaldeten Hügel, durch die sich tiefe Schluchten ziehen, sind durchsetzt von an die 400 durch den unteriridschen Fluss Punkva ausgehöhlten Grotten.
In Punkevni werden alle 20 Minuten Gruppen von bis zu 75 Personen durch die Höhlen geführt. Die Besucher wandern 1 km weit, vorbei an großartigen Tropfsteingebilden, durch die tiefsten der Grotten bis an den Fuß des Macocha-Schlunds, wo sie in kleinen Booten weitere 400 Meter auf der Punkva zurücklegen, die sie schließlich wieder ans Tageslicht führt. Auch die Grotten Katerinska, Balcarka und Sloupsko-Sosuvske sind zu besichtigen. In den verschiedenen Höhlen der Gegend wurden menschliche Spuren aus der Vorgeschichte gefunden.
Moravske Slovacko (Mährische Slowakei)
Moravske Slovacko, eine der reizvollsten Gegenden der tschechischen Republik, stellt gleichzeitig einen reichen Fundus mitteleuropäischer Volkskultur dar. Das milde Klima (perfekt für den Weinbau - hier wächst der beste Wein im ganzen Land!), sowie der freundliche, gelassene und lebendige Menschenschlag, der hier ansässig ist, machen die Region besonders anziehend für Besucher.
Zu bieten hat die Region einen scheinbar unerschöpflichen Schatz bunter Traditionen, die sich in Sprache, Kleidung, Bau- und Dekorationsstil widerspiegeln. In vielen Orten finden jährliche Feste statt, wo gesungen, getanzt und Musik gemacht wird, und die traditionellen Gerichte mit großen Mengen des hiesigen Weins hinuntergespült werden. Es gibt eine verwirrende Vielzahl bunter, bisweilen von einem Dorf zum anderen völlig unterschiedlicher Trachten. In vielen Dörfern sind die Häuser wie seit Jahrhunderten immer noch weiß gestrichen und mit einem in Bodenhöhe ringsherum verlaufenden blauen Band und vielfach mit aufgemalten Blumen und Vögeln verziert. Wer die Trachten bewundern und sich die zum Teil ganz spontane Musik anhören möchte, gesellt sich am besten zu den Besuchern der verschiedenen Feste, besonders in Blatnice, Straznice und Vlcnov .
Zu den üblichen Annehmlichkeiten aller Weingebiete gehört das Ritual der Weinprobe, das hier wegen der zahlreichen kleinen Familienweinkeller, der vinne sklipky, besonders interessant ist. In Petrov (3 km südwestlich von Straznice) und anderen Orten sind die Weinkeller halb unterirdisch angelegt, während sie in Vlcnov an Hütten erinnern. In Prusanky, 8 km westlich von Hodonin, bilden die Weinkeller praktisch ein eigenes Dorf.
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Sumava (Böhmerwald)
Weite, größtenteils von Umweltschäden verschonte, ruhige Wälder sind im Böhmerwald zu finden, der sich über etwa 125 km an der österreichischen und deutschen Grenze erstreckt. Zwar gilt lediglich ein kleiner Teil dieses Waldgebietes, der Boubin-Wald, als gänzlich unberührt, doch ist die gesamte Region noch von einzigartiger, unverfälschter Schönheit. Nur die Vögel überlebten die Jagdleidenschaft der vergangenen Jahrhunderte, doch wurde vor kurzem auch Rotwild wieder eingeführt und wilde Blumen wachsen hier zu Tausenden.
Der Böhmerwald, das älteste Gebirge der Tschechischen Republik, besteht aus zwei von Hochplateaus und Mooren verbundenen Bergketten. Er eignet sich bestens zum Wandern oder für Trekking-Touren, und obwohl das bergige Gebiet keine idealen Bedingungen zum Radfahren bietet, kann man auf den vielen Waldwegen einen abenteuerlichen Ausflug mit dem Mountainbike unternehmen. Die Moldau und fünf andere große Flüsse entspringen im Böhmerwald. Da es auch zwei Kanäle und fünf größere Seen gibt, besteht auch die Möglichkeit zum Bootfahren. Für Abfahrtslauf und Skiwanderungen ist die Region ebenfalls perfekt.
Telc (Teltsch)
Dieses charmante Städtchen im südlichen Mähren entstand aus einer kleinen Siedlung des 13. Jh.s rund um eine romanische Kirche. Unter den Lehnsherren von Hradec, die von 1339 bis zum Aussterben der Dynastie 1604 über den Ort herrschten, wurden ein Schloss errichtet und Teiche angelegt. Nach einem Großbrand 1530 wurden die meisten Häuser der Stadt im Renaissancestil wieder aufgebaut. Das dadurch architektonisch besonders homogene Städtchen (6000 Einwohner) wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Die Innenstadt wird von dem Renaissanceschloss, den Türmen der Jakobskirche und der Kirche des heiligen Namens Jesu, einem Barockbau, beherrscht. Unter den reizvollen Renaissancegebäuden rund um den Platz achte man auf das kleinste Haus der Stadt in der Südostecke des Platzes, in dem auch Ikeamuffel einiges über effiziente Raumnutzung lernen kann! Nach Norden führt eine enge Gasse vom Platz bis zum Kleinen Tor der Altstadt. Nach Süden führt eine Straße an dem imposanten Bau der romanischen Heilig-Geist-Kirche (frühes 13. Jh.) vorbei bis zum Großen Tor.
Ceský Krumlov (Krumau)
Mit seiner gut erhaltenen historischen Altstadt, die 1992 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, gehört Krumau zu den schönsten Städten Böhmens. Das Schloss, nach dem Prager Schloss das größte der Tschechischen Republik, thront auf einem in einer Schleife der Moldau gelegenen Hügel über der Stadt. Im historischen Stadtzentrum, das für Autos gesperrt ist, tritt man beim Erkunden der von Renaissance- und Barockfassaden gesäumten gepflasterten Gassen eine magische Reise durch die Geschichte an. Die Hälfte der Einwohner nimmt in Renaissance-Kostümen am Mittsommerumzug durch die Straßen teil, dazu sind Straßentheater, gestellte Duelle und Schachpartien mit menschlichen Schachfiguren zu bewundern.
Mikulov (Nikolsburg)
Das malerische Mikulov, das zu Unrecht in vielen Reiseführern nicht erwähnt wird, liegt mit seinem Schloss auf dem Gipfel eines Hügels mitten in dem flachen Weinbaugebiet Palava, einem Biosphären-Schutzgebiet der UNESCO. Mit seinen eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten gehört Mikulov zu den interessantesten Flecken Südmährens, seine besondere Bekanntheit verdankt es jedoch seinem vorzüglichen Weißwein. Den nicht weit von der österreichischen Grenze gelegenen Ort besucht man am besten auf der Fahrt von und nach Wien.
Das Schloss, das im Westen die Stadt überragt, wurde nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sorgfältig restauriert. Im Museum sind lokale archäologische Funde und naturkundliche Ausstellungsstücke, Gemälde und Waffen zu bewundern, am interessantesten sind jedoch die Abteilungen regionale Volkskunde und Weinbau. Der Keller beherbergt das größte Weinfass Mitteleuropas. Zahlreiche Juden lebten einst in Mikulov, dessen Synagoge trotz ihrer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg und der Vernachlässigung während der kommunistischen Herrschaft noch erhalten ist. Auch ein jüdischer Friedhof aus dem 15. Jh. ist noch zu besichtigen. Rund um den größten Platz der Stadt erheben sich Häuser und Kirchen aus Renaissance und Barock. Besonders sehenswert sind das Rathaus, die mit Sgraffito-Arbeiten verzierten Kanonenhäuser, sowie die Familiengruft der Dietrichsteins. Wanderer kommen auf den Hügeln rund um die Stadt auf ihre Kosten, wo sich an vielen Stellen ein großartiger Blick auf die Region und mehrere Schlossruinen bietet.
Zlata Koruna
In Zlata Koruna (Goldene Krone) oberhalb der Moldau ist eines der besterhaltenen gotischen Bauwerke des Landes zu bewundern: Das 1263 vom Premysliden-König Ottokar II. gegründete Zisterzienserkloster bezeugt den königlichen Machtanspruch über die Region. Der Dorfplatz liegt sogar innerhalb der Klosteranlage. Das ursprünglich nach der Heiligen Dornenkrone benannte Kloster wurde in späteren, wohlhabenderen Tagen zur Goldenen Krone umbenannt. So erklärt sich auch der Name des Dorfes. 1420 wurde der Bau von den Hussiten beschädigt, später jedoch restauriert. Trotz späterer Umbauarbeiten ist die Ende des 13. Jh.s fertiggestellte Klosterkathedrale eindeutig gotisch.
Die mit zumeist gotischen Fresken bedeckte Anlage beherbergt auch ein Museum für südböhmische Literatur, mindestens ebenso interessant sind jedoch die ältesten Teile des Klosters: das Domkapitel mit seinem Steingewölbe und die gotische Kirche.
Weitere Regionen
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 2-5 €
- Mittlere Preisklasse: 5-10 €
- Luxusrestaurant: ab 10 €
Übernachtung
- Einfache Unterkunft: 10-15 €
- Mittlere Preisklasse: 15-80 €
- Luxushotel: ab 80 €
Währung
Tschechische Krone ()








