Zypern

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Zypern gilt seit jeher als bedeutender Handelsplatz zwischen Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Im Laufe der Geschichte wurde ständig um den Besitz der Insel gerungen. Die Mykener waren die ersten, die sie unter ihre Gewalt brachten. Darauf folgten Phönizier, Ägypter, Assyrer und Perser, bis die Insel durch Alexander den Großen unter griechische Herrschaft geriet. Danach waren die Ptolemäer an der Reihe, und im Jahre 58 v.Chr. schließlich übernahm Rom die Macht und sorgte bis zum 7. Jahrhundert für vergleichsweise friedliche und sichere Zustände. Danach begann das 300 Jahre lange Gezänk um die Insel zwischen dem byzantinischen und islamischen Reich. Als Richard Löwenherz 1191 zu den Kreuzzügen aufbrach, eroberte er Zypern sozusagen auf der Durchreise. Aber die Zyprioten bereiteten ihm zu viele Schwierigkeiten: Einer von ihnen tötete gar seinen Falken, woraufhin er sich gezwungen sah, einige Dörfer mit Massakern zu bestrafen. Daher verkaufte Löwenherz die Zyprioten an den Tempelorden. Die Templer wiederum verkauften die Insel an den Ritter Guy de Lusignan, dessen Erben drei Jahrhunderte daran festhielten. Zwar erlebte Zypern unter den Lusignans eine kulturelle Unterdrückung, gleichzeitig aber bescherten sie der Insel eine wirtschaftliche Blütezeit.

Im Jahre 1489 wurde Zypern von den Venezianern erobert, deren Freude allerdings nicht lange währte. Bald darauf nämlich mussten sie dem expandierenden Osmanenreich weichen, in dessen festen Händen die Insel zunächst 300 Jahre lang blieb, bevor sie schließlich an die Briten übergeben wurde. Seit 1925 war Zypern britische Kronkolonie. Allerdings hatten die Zyprioten zu dieser Zeit bereits genug davon, als Spielball für die Errichtung von Königreichen herzuhalten und ein Drang nach Selbstbestimmung machte sich breit. Diese damalige Tendenz ist die Wurzel des heutigen Konflikts zwischen Griechenland und der Türkei: Viele griechische Zyprioten strebten den Anschluss an Griechenland an - eine Bewegung, die unter dem Namen Enosis bekannt ist - die türkische Bevölkerung aber war dagegen. Im Jahre 1950 waren die zypriotische griechisch-orthodoxe Kirche und 96% der griechischen Zyprioten für die Enosis. Als Reaktion darauf entwarfen die Briten eine neue Verfassung, die zwar von der türkischen Bevölkerung angenommen, von den zypriotischen Freiheitskämpfern jedoch abgelehnt wurde. Letztere wollte sich nicht auf einen Kompromiss einlassen - entweder Enosis oder gar nichts. Die EOKA, der militärische Flügel der Enosis, begann einen Guerillakrieg gegen die Briten.

Im August 1960 erlangte Zypern die Unabhängigkeit von den Briten. Der griechische Erzbischof Makarios wurde Präsident und der Türke Kükük Vizepräsident. Ab 1964 bemühte sich Makarios um stärkeren Anschluss an Griechenland und die Gewaltbereitschaft zwischen den beiden Seien nahm zu. Eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen wurde entsandt. Als die griechische Regierung 1967 von einer Militärjunta abgelöst wurde, bedeutete dies das Ende der Enosis, da selbst die überzeugtesten Anhänger Griechenlands kein Interesse an einer Vereinigung mit einem derart repressiven Regime hatten. Aber die Griechen gaben nicht auf. Am 15. Juli 1974 stürzten sie Makarios und setzten stattdessen eine Marionettenregierung ein. Die Türkei reagierte mit Invasion und Griechenland zog sich rasch zurück, aber es war zu spät. Die Türken ließen sich nicht mehr besänftigen, eroberten das nördliche Drittel der Insel und vertrieben 180 000 griechische Zyprioten aus ihrer Heimat. Im Jahre 1983 riefen die türkischen Zyprioten den unabhängigen Staat Türkische Republik Nordzypern (TRNC) aus, der bisher von keinem anderen Staat als der Türkei anerkannt wurde.

Trotz sporadischer Friedensgespräche blieb Zypern weiter ein geteiltes Land. Die Vereinten Nationen verringerten ihre Präsenz auf Zypern, und an der Grenze waren immer mehr Zusammenstöße zu beobachten. Der Kauf von Raketen seitens der Republik mit einer Reichweite bis zur türkischen Küste belastete die Beziehung zwischen den beiden Seiten weiter. Allerdings unternahmen sowohl die Türkei als auch die Republik Schritte in Richtung EU-Mitgliedschaft. Diese wurde einerseits angestrebt, andererseit wurde die Präsenz der Truppen verlängert, nachdem die griechisch-zypriotische Regierung im Juni 2002 der Türkei vorwarf, ihre Truppen auf der Insel um über 5500 Soldaten verstärkt zu haben.

Im März 2003 lief die Frist für eine Zustimmung von beiden Seiten zu einer von der UN unterstützten Wiedervereinigung aus. Als der Plan im April auf beiden Seiten der Grünen Linie zur Volksabstimmung gelangte, wurde er von den türkischen Zyprern mehrheitlich unterstützt, von den griechischen Zyprern dagegen abgelehnt. Im Mai wurde die Insel Mitglied der EU, aber EU-Gesetze gelten nur im griechischen Teil der Insel.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Preiswertes Essen: 3-10 Euro
  • Durchschnittliches Restaurantessen: 10-14 Euro
  • Kuxusrestaurantessen: ab 20 Euro

Übernachtung

  • Preiswerte Unterkunft: 7-12 Euro
  • Durchschnittliche Unterkunft: 12-35 Euro
  • Luxusunterkunft: ab 60 Euro

Währung

Zypriotisches Pfund (im Norden Türkische Lira)


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