Jamaika
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Das reiche kulturelle Erbe der Insel reicht zurück bis in präkolumbische Zeiten, als Arawak-Indianer die Decken und Wände von Höhlen mit Felszeichnungen verzierten, die bis in unsere Tage erhalten geblieben sind. Heute stellt Jamaika mit seiner Hauptstadt Kingston ein blühendes Zentrum karibischer Kultur dar, die seit der Unabhängigkeit im Jahr 1962 eine stürmische Entwicklung erlebt hat. Edna Manley, Ehefrau von Norman Manley, Jamaikas erstem Premierminister, setzte sich maßgeblich dafür ein, dass sich jamaikanische Künstler von den ästhetischen Vorstellungen und Richtlinien europäischer Provenienz befreiten. Von den 1920er Jahren bis zu ihrem Tod 1987 war Manley eine zentrale Figur in der Künstlerszene Jamaikas; ihre Bedeutung gründete sich sowohl auf ihr Werk als Bildhauerin als auch auf ihr vorbehaltloses Eintreten für einheimische Künstler, zu denen naive Maler (Intuitives genannt) genauso zählten wie im Ausland geschulte, international ausgerichtete Maler. Auf Jamaika gibt es keine stilbildende Institution; vielen Künstlern gemeinsam ist jedoch das Interesse an den eigenen historischen Wurzeln, das in ihren Werken klar zum Ausdruck kommt. Auch der weltweite Erfolg der Reggae-Musik hatte deutliche Auswirkungen auf die Themenwahl der bildenden Künstler Jamaikas, mit Vorliebe werden Rastafaris dargestellt, aber auch fliegende Händler, Tiere und religiöse Symbole aus der afrikanischen Mythologie.
Egal wo man geht oder steht - überall auf Jamaika wird man von Calypso, Soca (einer Mischung aus Soul und Calypso, die sich als Disko-Musik etabliert hat) und Reggae beschallt. Ohne Musik läuft nichts, weder auf der noblen Strandparty noch in der bescheidenen Disko im Arbeitervorort. Die früheste original jamaikanische Musik tauchte gegen Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts auf; so genannte Mento-Bands mixten den Calypso mit kubanischen Elementen und sangen Lieder über das Leben und die Liebe. In den 1950er Jahren wurde der Mento von Boogie-Woogie, Calypso, Ska und Rock Steady abgelöst, wobei die Verflechtung von Mento mit Rythm und Blues zu den Geburtshelfern des kurzlebigen Ska gehörte. Diese schnelle Tanzmusik fand ihre Anhänger vor allem unter den Armen und Besitzlosen, die sich später für den Reggae begeisterten. Die politischen, sozialen und religiösen Texte des Reggae wurden von eingängigen Rhythmen unterstützt und brachten gleichermaßen Zorn und Gotteslob zum Ausdruck. Der Musikstil ist unauflöslich mit dem Namen Bob Marley verbunden, dem ersten "Superstar der Dritten Welt", der als charismatischer Musiker gegen Rassismus, Unterdrückung und Ungerechtigkeit kämpfte.
Die Amtssprache auf Jamaika ist Englisch; im Alltag allerdings erweist sich die Insel als zweisprachig, wobei Englisch zwar meist gut verstanden, aber viel seltener auch gesprochen wird. Die Umgangssprache der Jamaikaner ist Patois - ein melodiöser, bilderreicher Dialekt, der in Rhythmus und Tonfall dem Charakter der Inselbewohner entspricht. Patois ist eine Mischung aus englischen Sprachelementen und verschiedenen afrikanischen Mundarten, gewürzt mit portugiesischen und spanischen Ausdrücken sowie Wendungen der Rastafari-Glaubensgemeinschaft.
Jamaikas Küche setzt sich aus vielerlei Volksküchen zusammen, deren indianische, spanische, afrikanische, indische, nahöstliche, chinesische und britische Einflüsse deutlich erkennbar sind. Ackee ist eine Baumfrucht, die im Geschmack an Rührei erinnert und traditionell zum Frühstück serviert wird. Das Mittagessen stellt gewöhnlich einen kleinen Imbiss in Form einer scharf gewürzten Fleisch- oder Gemüsepastete dar. Hauptgerichte bestehen meist aus Ziegen- oder Schweinefleisch, häufig mit Curry gewürzt und mit Reis und Bohnen gereicht. Meeresfrüchte sind ebenfalls sehr beliebt; sie werden gerne mariniert und mit Paprika und Zwiebeln gebraten. Zu den beliebtesten Gerichten auf Jamaika zählt jerk ; hierzu wird scharf gewürztes und mariniertes Fleisch über einem Feuer aus Pimentzweigen gegrillt, das in einer Grube im Freien entfacht wird und dem Fleisch seinen besonderen Geschmack verleiht. Tee heißt in Jamaika alles, was mit heißem Wasser aufgebrüht wird; meist handelt es sich um Kräutertees mit Rum, Milch oder Gewürzen, manchmal auch um suppenartige Brühen, nicht selten sogar mit Fisch. Vorsicht ist bei Marihuana-Tees und bei Tees aus Pilzen mit halluzinogener Wirkung angebracht, da diese oft weit stärker sind als die üblichen, der Verdauung zuträglichen Getränke, die man nach dem Essen zu sich nimmt! Skyjuice ist ein beliebtes kaltes Getränk aus Eis und Sirup. Frischer Kokosnusssaft ist ebenfalls sehr begehrt. Bei den alkoholischen Getränken stehen Bier und Rum an erster Stelle. Jamaikanischer Kaffee aus den Blue Mountains gehört zu den schmackhaftesten Kaffeesorten auf der Welt; auf Nachweise bezüglich Herkunft und Lizenzen ist allerdings selten Verlass und damit ist nicht alles Gold, was in dieser Branche glänzt.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 120-300 J$
- Restaurant mittlerer Kategorie: 300-800 J$
- Luxusrestaurant: ab 1200 J$
Übernachtung
- Billigunterkunft: 900-1500 J$
- Hotel mittlerer Kategorie: 1500-2000 J$
- Luxushotel: ab 3600 J$
Währung
Jamaika-Dollar (J$)








