Kuba

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Historiker gehen davon aus, dass die ersten Bewohner Kubas gegen 3500 v.Chr. aus Südamerika einwanderten. Sie lebten als Fischer, Jäger und Sammler auf der Insel, bis sich später die Arawak-Indianer (Taíno) hinzugesellten, die des Ackerbaus kundig waren. Als gegen Ende des 15. Jahrhunderts die Spanier auftauchten, waren drei Viertel der 100 000 Insulaner Taíno sprechende Arawak-Indianer.

Am 27. Oktober 1492 sichtete Kolumbus Kuba und war begeistert von dem "schönsten Land, das Menschenaugen je erblickten"- doch die Spanier ließen sich davon nicht beeindrucken und errichteten ihre erste Niederlassung Santo Domingo auf Hispaniola. 1512 segelte Diego Velázquez de Cuéllar mit 300 Mann von Hispaniola nach Kuba, um die Insel zum Eigentum der spanischen Krone zu deklarieren und innerhalb von nur zwei Jahren hatte er sieben Siedlungen gegründet. Ungeachtet seiner Proteste massakrierten die Spanier Tausende von Indianern und vertrieben die meisten übrigen nach Westen. Doch da auf Kuba nicht viel Gold zu holen war, rüstete Velázquez nach 1516 vier Expeditionen nach Mexiko aus - darunter auch den Eroberungszug von Hernán Cortés zwischen 1519 und 1521 - und so wurde Kuba für Spanien zum Tor nach Lateinamerika.

Im Zuge des encomienda -Systems, das im Grunde darauf abzielte, unter dem Vorwand der religiösen Unterweisung die indigene Bevölkerung zu versklaven, wurden auf der Insel riesige Großgrundbesitze angelegt. Als dieses System 1542 aufgegeben wurde, hatte die tödliche Kombination aus erbarmungsloser Ausbeutung und europäischen Krankheiten die Zahl der Einheimischen auf ungefähr 5000 Menschen reduziert. Ungerührt begannen die Spanier nun damit, afrikanische Sklaven herbeizuschaffen, um die Lücken in den Reihen der dringend benötigten Arbeiter wieder zu schließen. Im Unterschied zu der im nordamerikanischen Sklavenhandel üblichen Praxis wurden die nach Kuba verschleppten Afrikaner in ihren Volksgruppen zusammenbelassen, so dass immerhin einige Aspekte ihrer Kulturen überleben konnten. Sie mussten auf Viehfarmen arbeiten und Lederwaren und getrocknetes Fleisch herstellen, was bis ins frühe 18. Jahrhundert die Grundlage der kubanischen Wirtschaft bildete; danach entwickelte sich der Tabakanbau zum wichtigsten Handelszweig.

Die spanische Vorherrschaft in der Karibik geriet nun aber ins Wanken, denn andere europäische Kolonialmächte meldeten ihre Ansprüche an: 1655 vereinnahmten die Briten Jamaika, 1697 fiel Haiti an die Franzosen und Kuba befand sich in ständiger Alarmbereitschaft. Am 6. Juni 1762 landeten britische Truppen auf der Insel, besetzten Havanna und belagerten die Stadt 11 Monate lang. Während ihres Aufenthalts blieben die Briten nicht untätig; sie importierten 4000 afrikanische Sklaven und bauten eifrig die kubanischen Handelswege aus. Mit der Unabhängigkeit Amerikas im Jahr 1783 taten sich neue Märkte auf und nachdem der haitianische Sklavenaufstand von 1791 den größten Konkurrenten auf dem Gebiet des Zuckerrohranbaus ins Abseits gebracht hatte, wurde die Zuckerproduktion der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig Kubas. Dank der Arbeitskraft Zehntausender gewaltsam aus Afrika verschleppter Sklaven war Kuba um 1820 der größte Zuckerproduzent der Welt.

Nach erfolgreichem Abschluss der von Simón Bolívar zwischen 1810 und 1825 in Gang gesetzten Revolutionen in Südamerika mussten Kuba und Puerto Rico feststellen, dass sie die einzigen noch verbliebenen spanischen Kolonien der westlichen Hemisphäre waren. In Scharen flohen Spanientreue aus den gewesenen Kolonien und suchten Zuflucht auf Kuba. Im Oktober 1868 begann der erste kubanische Unabhängigkeitskrieg, angeführt von dem kreolischen Pflanzer Carlos Manuel de Céspedes. Aber nach zehn Kriegsjahren und 200 000 Toten waren die Rebellen am Ende und es wurde ein Amnestiepakt unterzeichnet. Die spanische Regierung versuchte, die nach Autonomie strebenden kreolischen Kubaner zu besänftigen, während die USA Pläne zur Annektierung der Kolonie schmiedete. Gleichzeitig organisierte eine Gruppe in die USA emigrierter kubanischer Aufständischer den Sturz der spanischen Kolonialregierung. Unter ihnen befand sich José Martí, Dichter und Essayist und angehender Nationalheld. Martí und sein Heeresführer General Máximo Gómez landeten 1895 an der Ostküste Kubas. Nur wenige Wochen später wurde Martí, leicht erkennbar auf seinem Schimmel, während eines Feuergefechts mit den Spaniern verletzt und getötet.

Gómez und der Rebellenführer Antonio Maceo drangen nach Westen vor und legten unterwegs alles in Schutt und Asche - Zuckerrohrfelder, Plantagen und Ortschaften. Spanien sandte den für seine Härte bekannten Militär Valeriano Weyler nach Kuba mit dem Auftrag, den Aufstand, der sich inzwischen zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen ausgewachsen hatte, niederzuschlagen - was ihm auch tatsächlich gelang. Doch Kubas auf der Landwirtschaft basierende Existenzgrundlage war zerstört. Im Juni 1897 wurde der spanische Premierminister Antonio Cánovas, ein hartnäckiger Gegner der Unabhängigkeit Kubas, von einem Anarchisten ermordet und die neue spanische Regierung bemühte sich um eine versöhnlichere Haltung.

Jetzt sah die US-Regierung ihre Zeit zur Einverleibung Kubas gekommen. Nachdem im Januar 1898 das direkt vor dem Hafen von Havanna verankerte nordamerikanische Kriegsschiff Maine in die Luft geflogen war, startete die US-Presse eine gnadenlose Hetzkampagne und heizte die Kriegslust an. Als Spanien das Angebot der Vereinigten Staaten ablehnte, Kuba für 300 Millionen Dollar zu verkaufen, erklärten die USA den Krieg. Nach drei Monaten feindlicher Auseinandersetzung gab sich Spanien geschlagen. Teil der nordamerikanischen Kriegserklärung war jedoch, dass die USA Kubas Anspruch auf Selbstbestimmung respektieren würden - obwohl die Vereinigten Staaten Puerto Rico, Guam und die Philippinen annektierten, mussten sie sich mit der militärischen Besetzung Kubas zufrieden geben.

Die US-Regierung setzte auf Kuba einen Gouverneur ein, General John R. Brooke, und er sowie sein Nachfolger initiierten eine Reihe öffentlicher Hilfsprojekte, ließen Schulen bauen und das Gesundheitswesen verbessern, alles in unmissverständlicher Hinsicht auf eine Anbindung Kubas an die USA. Das Platt Amendment verlieh den USA das Recht zur militärischen Einmischung in die innerstaatlichen Angelegenheiten Kubas und vor die Wahl gestellt, entweder dem Platt Amendment (verfassungsänderndes Gesetz) zuzustimmen oder bis in alle Ewigkeit unter nordamerikanischer Militärherrschaft zu stehen, entschied Kuba sich für das kleinere Übel. 1903 beriefen sich die USA auf ihr Interventionsrecht und errichteten in der Bucht von Guantánamo einen Flottenstützpunkt. Dieses Symbol des US-Imperialismus wurde bis heute nicht abgeschafft - eine Beleidigung für Kuba und ein Ausdruck dafür, wie "ernst" es den USA mit dem vollmundig verkündeten Recht Kubas auf Selbstbestimmung wirklich ist.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gehörten zwei Drittel der kubanischen Agrarflächen US-Gesellschaften und während die von Kubanern geführten Betriebe unter Zollschranken zu leiden hatten, florierte in der Prohibitionszeit eine auf Glücksspiel und Prostitution basierende Tourismusindustrie. Der Bankrott des Warendollars im Gefolge der Weltwirtschaftskrise führte zu einem Bürgeraufstand, der von dem Präsidenten Gerado Machado y Morales brutal niedergeschlagen wurde. Im August 1933 setzte ein Putsch der Regierung Morales ein Ende und der Armeeleutnant Fulgencio Batista ergriff die Macht. Die nächsten 20 Jahre lang hielt sich der Diktator mit allen möglichen schmutzigen Tricks an der Staatsspitze, während Kuba langsam zu Grunde ging und seine Vermögenswerte nach und nach in ausländische Hände flossen. Die Jahre der Korruption und sozialen Ungerechtigkeit fanden nach einer dreijährigen Guerillakampagne unter Leitung des jungen Rechtsanwalts Fidel Castro schließlich ein Ende. Batista flüchtete in die Dominikanische Republik, in den Taschen 40 Millionen US-Dollar aus der Staatskasse.

Castro wurde zum Premierminister ernannt und machte sich sofort daran, die Wirtschaft des Landes zu reformieren; er senkte die Miet- und Strompreise und verstaatlichte jeden Grundbesitz von mehr als 400 ha Größe. Die Beziehungen zu den USA verschlechterten sich rapide, da die Verstaatlichung der Öl-, Telefon- und Elektrizitätsgesellschaften sowie der Zuckermühlen, die alle Nordamerikanern gehörten, den US-Interessen zuwider lief. Die Amerikaner verboten daraufhin die Einfuhr von kubanischem Zucker und die CIA rüstete eine bewaffnete, konterrevolutionäre Truppe zum Sturz Castros aus. Die damalige Sowjetunion kaufte den Zuckerüberschuss Kubas auf und sandte Handels- und technischen Beistand. Kaum hatte Castro die Macht übernommen, vollzog sich ein Massenexodus der kubanischen Mittelschichtsangehörigen. Die meisten dieser Exilanten ließen sich gleich am gegenüberliegenden Ufer in Miami nieder, von wo aus sie immer noch heftige Attacken gegen die Castro-Regierung reiten und die US-Außenpolitik beeinflussen.

Bei einer Lobrede auf die kubanischen Streitkräfte, die im April 1961 erfolgreich die Landung von 1400 Exilkubanern und vom amerikanischen Geheimdienst ausgebildeten Soldaten in der Schweinebucht verhindern konnten, verkündete Castro zum ersten Mal, dass es sich bei der kubanischen Revolution um eine sozialistische handle. Castro und Che Guevara unterstützten nun Guerillagruppen in Südamerika und Afrika und schickten Hilfstruppen und Berater nach Zaire, Angola, Mosambik, Bolivien (Guevara wurde in Bolivien im Beisein von CIA-Leuten ermordet) und Äthiopien. Daraufhin begannen die USA, freundschaftliche Beziehungen zu den Diktatoren vieler dieser Länder zu knüpfen und verhängten ein massives Handels- und Reiseembargo gegen Kuba.

Trotz massiver sowjetischer Hilfeleistung lag die kubanische Wirtschaft am Boden. Dieser Zustand verschlimmerte sich noch, als 1989 der Ostblock aufgelöst wurde und Russland seine 11 000 militärischen und technischen Kräfte abzog. Die USA hielten das Handelsembargo weiterhin aufrecht und Kuba geriet schnell ins Aus, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Im Dezember 1991 wurde die kubanische Verfassung dahingehend geändert, dass alle Bezüge zum Marxismus-Leninismus gestrichen wurden. Castro beteuerte zwar seinen unerschütterlichen Glauben an den Kommunismus, doch Reformen des Sowjetmodells waren schon eingeleitet. 1993 wurden Gesetze verabschiedet, die Kubanern den Besitz und Gebrauch von US-Dollar erlaubten und es ihnen freistellten, sich in einem von 100 vorgegebenen Gewerbezweigen selbstständig zu machen; außerdem wurden Märkte eröffnet, auf denen Bauern ihre Erzeugnisse verkaufen konnten. 1994 kam es zu Steuernachlässen auf Dollareinkünfte und -renditen und seit September 1996 können ausländische Gesellschaften rechtmäßig Fabriken und Grundbesitz auf Kuba erwerben und bewirtschaften. Die USA reagierten auf diese Erleichterungen mit einer Verschärfung des jahrzehntealten Embargos, festgeschrieben im Helms-Burton Act von 1996, der es US-Investoren erlaubt, rechtmäßige Schritte gegen ausländische Gesellschaften einzuleiten, die sich erdreisten, das von Nordamerika konfiszierte Eigentum auf der Insel zu nutzen, und potenziellen Investoren rät, Kuba keine Kredite zu gewähren.

Im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte ist die kubanische Regierung wiederholt der Verletzung der Menschenrechte angeklagt worden. Der politischen Repression sind mindestens 500 "politisch abartige" Menschen zum Opfer gefallen, die derzeit in kubanischen Gefängnissen schmachten und deren einziges Vergehen darin bestand, den immer noch seines Amtes waltenden Staatschef zu kritisieren oder den Versuch zur Gründung einer politischen Oppositionspartei gemacht zu haben. Diese zweifelsohne schlimme Situation muss allerdings im Zusammenhang damit gesehen werden, dass Kubas schier allmächtiger nördlicher Nachbar droht, das Land völlig handlungsunfähig zu machen. Während seines Kubabesuchs im Januar 1998 blieb dies Papst Johannes Paul II. nicht verborgen; er scheute nicht davor zurück, sowohl die eiserne Faust der kubanischen Regierung als auch das US-Embargo anzuprangern. Der Papstbesuch brachte mehr als eine halbe Million Kubaner auf die Beine - und die US-Regierung immerhin dazu, Direktflüge zwischen den USA und Kuba wieder zuzulassen.

Weniger erfreulich als der Papstbesuch war die im September 1998 erfolgte Heimsuchung durch den Wirbelsturm George. Er forderte zwar nur eine Hand voll Menschenleben, machte aber Tausende obdachlos und viele andere mussten wegen der durch den Hurrikan ausgelösten Überschwemmungen umgesiedelt werden.

Jedes Jahr trotzen Hunderte von Kubanern den vor Haien wimmelnden Gewässern zwischen Kuba und den USA und hoffen, in den USA an Land zu gelangen, wodurch sie die amerikanische Staatsbürgerschaft und die Unterstützung durch die reiche exilkubanische Gemeinde in Miama in Florida in der Tasche hätten.

Im November 1999 schaffte es der sechsjährige Elián González, dessen Mutter bei dem Fluchtversuch starb, bis nach Florida. Dieses löste ein ungewöhnliches Gerangel um das Sorgerecht für den Jungen zwischen Eliáns Großonkel in Florida und seinem Vater in Kuba aus. US-Beamte führten schließlich einen Gerichtsbeschluss aus, demzufolge Elián zu seinem Vater zurückkehren musste.

Obwohl es in den USA breite Unterstützung dafür gibt, die Sanktionen gegen Kuba zu lockern, folgte Washington weiter den Wünschen der einflussreichen kubanischen Gemeinschaft in Florida. Im Mai 2002 beschuldigte die US-Regierung Kuba, biologische Waffen zu produzieren und setzte das Land auf ihre Liste mit den Ländern der 'Achse des Bösen'; demgegenüber gab es gleichzeitig einen Freundschaftsbesuch des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter. Mittlerweile hagelt es ob der miserablen Menschenrechtssituation auf Kuba Kritik von allen Seiten, so etwa auch seitens der EU, die ebenfalls mit Sanktionen gedroht hat, seitens der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen und sogar seitens alter Freunde wie Mexiko und Uruguay (mit Letzterem wurden die diplomatischen Beziehungen im Jahr 2002 abgebrochen).

Weitere Regionen

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 105-210 Cu$
  • Restaurant der Mittelklasse: 210-315 Cu$
  • Luxusrestaurant: ab 420 Cu$

Übernachtung

  • Billigunterkunft: 315-525 Cu$
  • Unterkunft mittlerer Preisklasse: 525-1260 Cu$
  • Luxushotel: ab 2100 Cu$

Währung

Kubanischer Peso (Cu$)


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