Honduras
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Sehenswertes
Tegucigalpa
Die belebte, lärmende Hauptstadt liegt eingekesselt in einem schüsselförmigen Tal knapp 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Hier herrscht ein frisches, angenehmes Klima, und die umliegende Bergwelt ist von Kiefernwäldern bedeckt. Der Name Tegucigalpa bedeutet in der Sprache der Einheimischen 'Silberhügel', in Anspielung auf einen Bergbaukomplex, den die Spanier 1578 in der Stadt errichteten. Glücklicherweise nennen die Einheimischen ihre Hauptstadt kurz 'Tegus' und ersparen dem Touristen damit die Peinlichkeit, den vollständigen Namen aussprechen zu müssen. Tegucigalpa wurde 1880 Hauptstadt, und 1938 wurde die nahe gelegene Siedlung Comayagüela eingemeindet.
Hauptanziehungspunkt der Stadt ist die mit einer Kuppel versehene Kathedrale aus dem 18. Jahrhundert, in deren barockem Inneren zahlreiche Kunstschätze auf den Besucher warten. Der vor der Kathedrale gelegene Parque Central ist der Mittelpunkt der Stadt. Weitere interessante Gebäude sind die alte Universität, Antiguo Paraninfo Universitario, die heute ein Kunstmuseum beherbergt, das moderne, auf Stelzen errichtete Gerichtsgebäude Palacio Legislativo, das Haus des Präsidenten, Casa Presidencial und die Iglesia de San Francisco aus dem 16. Jahrhundert, die älteste Kirche Tegucigalpas.
Die Stadt wird durch den Fluss Río Choluteca in zwei Hälften geteilt. Auf der östlichen Seite liegt Tegucigalpa mit dem Stadtzentrum und den etwas wohlhabenderen Bezirken. Auf der anderen Seite des Flusses liegt Comayagüela, ein ärmerer und nicht ganz so sauberer Marktbezirk mit vielen billigen Hotels und Busbahnhöfen für Überlandfahrten. Ein Aufenthalt in Tegucigalpa ist sauberer, sicherer und angenehmer, auch wenn Comayagüela den Geldbeutel wesentlich weniger strapaziert. Wer in Comayagüela übernachtet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sehr gefährlich sein kann, sich nachts in der Gegend des Marktplatzes aufzuhalten. Die meisten preiswerten Unterkünfte in Tegucigalpa befinden sich ein paar Blocks östlich des Parque Central. In Comayagüela liegen die besten billigen Hotels in der Nähe der Busbahnhöfe El Rey und Aurora, zwischen den Straßen 8a Calle und 9a Calle. Die meisten guten Restaurants liegen auf der Tegucigalpa-Seite des Flusses, doch gibt es in Comayagüela eine Reihe billiger China-Restaurants. Das Nachtleben spielt sich in Tegucigalpa hauptsächlich am Boulevard Morazán und in der Avenida Juan Pablo II ab.
Umgebung von Tegucigalpa
Rund um Tegucigalpa gibt es eine Menge zu entdecken, darunter auch die riesige gotische Basílica de Suyapa, 7 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums. Die Virgen de Suyapa, die Schutzheilige von Honduras, vollbrachte einst nach dem Glauben der Einheimischen hunderte von Wundern. Santa Lucia, 13 Kilometer östlich der Stadt gelegen, ist ein bezaubernder alter Ort im spanischen Stil mit verwinkelten Gassen und einer schönen Kirche. Valle de Angeles, 11 Kilometer hinter Santa Lucia, ist eine alte spanische Bergbaustadt, deren Erscheinungsbild aus dem 16. Jahrhundert wiederhergestellt wurde. Der nordöstlich gelegene Nationalpark La Tigra zählt zu den schönsten Orten in Honduras. Der urwüchsige, auf einer Höhe von 227 Metern gelegene und 7482 Hektar große Park beherbergt einen üppigen Nebelwald, in dem es noch Ozelots, Pumas, Affen und Quetzals gibt.
Comayagua
Comayagua war von 1537 bis 1880 Hauptstadt von Honduras. Noch heute findet man zahlreiche Hinweise auf die große Bedeutung der Stadt während der Kolonialzeit. Die Kathedrale im Stadtzentrum ist ein wahres Juwel. Sie wurde zwischen 1685 und 1715 gebaut und enthält zahlreiche Kunstschätze und eine der ältesten Uhren der Welt. Die Uhr wurde vor über 800 Jahren von den Mauren für den Palast der Alhambra in Sevilla gebaut und der Stadt von König Filipe II. von Spanien gestiftet. 1632 wurde im Casa Cural in Comayagua die erste Universität Mittelamerikas gegründet. Heute befindet sich dort das Museo Colonial. Die in dem Museum ausgestellten religiösen Kunstwerke umspannen vier Jahrhunderte Kolonialherrschaft. Die erste Kirche in Comayagua war das zwischen 1550 und 1558 erbaute Gotteshaus La Merced. Weitere schöne Kirchen sind San Francisco (1584) und La Caridad (1730).
Copán Ruinas
Dieses wunderschöne Dorf mit Kopfsteinpflasterstraßen und seinen weißen Adobe-Häusern mit roten Ziegeldächern liegt einen Kilometer von den berühmten gleichnamigen Maya-Ruinen entfernt. Das Dorf hat eine bezaubernde Kirche im Kolonialstil und verbreitet eine Aura von Zeitlosigkeit und Frieden. Die archäologischen Stätten bei den Ruinen sind täglich geöffnet. Zu bewundern sind hier die aus dem Jahre 613 stammenden Stelen auf der Plaza Grande mit Darstellungen der Herrscher von Copán, der Ballspielplatz, die Treppe der Hieroglyphen und die Acropolis mit ausgezeichneten gemeißelten Reliefs der 16 Könige von Copán. Eine Stunde Autofahrt von dem Dorf entfernt gibt es heiße Quellen, und das malerische Bergdorf Santa Rita de Copán in der Nähe hat eine schöne Plaza und eine friedvolle Kirche im Kolonialstil zu bieten.
Tela
Tela ist für viele Reisende die beliebteste Stadt an der honduranischen Karibikküste. Es ist ein kleiner, ruhiger Ort mit ausgezeichneten Fischrestaurants, guten Übernachtungsmöglichkeiten und einigen der schönsten Strände an der Nordküste. Hier kann man sich sehr gut entspannen und das einfache Leben genießen. Ein mit 25 Millionen US-Dollar gefördertes Entwicklungsprojekt für die Bucht von Tela soll den Tourismus in der Gegend ankurbeln. Wer den Ort noch unverschmutzt und ruhig erleben möchte, sollte sich also beeilen. Der beste Strand liegt östlich der Stadt vor dem Hotel Villas Telamar. Der feine, weiße Sandstrand wird von Schatten spendenden Kokospalmen gesäumt.
Trujillo
Die kleine Stadt Trujillo spielt eine wichtige Rolle in der honduranischen Geschichte. Auf dem weit geschwungenen Bogen der Bahía de Trujillo gelegen, ist der Ort berühmt für seine wunderbaren Strände, seine Kokospalmen und das ruhige Meer. Trotz ihres guten Rufs als eine der beliebtesten Städte an der Karibikküste herrscht hier kein Massentourismus, wenn man einmal von dem jährlich Ende Juni stattfindenden Festival absieht. Neben den schönen Stränden gibt es hier eine Festung aus dem 17. Jahrhundert, das Grab von William Walker und ein archäologisches Museum zu besichtigen. Im Westen der Stadt liegt das Viertel Barrio Cristales, in dem zahlreiche Mitglieder der Volksgemeinschaft der Garífuna leben. Dies ist der richtige Ort zum Feiern und Tanzen.
Bay Islands
Die drei zu den Islas de la Bahía zählenden Inseln Roatán, Guanaja und Utila liegen 50 Kilometer vor der honduranischen Nordküste. Sie bilden die Fortsetzung der Riffs von Belize und bieten daher hervorragende Möglichkeiten zum Schnorcheln und Tauchen. Die einheimische Wirtschaft lebt zum größten Teil vom Fischfang, doch allmählich gewinnt der Tourismus immer mehr an Bedeutung. Auf Utila sind die Einrichtungen für Touristen noch eher bescheiden, während Roatán langsam nachzieht und wie Guanaja zum Reiseziel für die etwas Betuchteren wird. Die meisten Touristen zieht es an die Westküste von Roatán, während Utila die billigste der drei Inseln ist. Auf allen Inseln sollte man auf jeden Fall ausreichend Insektenschutzmittel dabei haben, denn die Sandfliegen sind - vor allem in der Regenzeit - äußerst gefräßig.
Die Inseln haben eine interessante Geschichte, einschließlich einiger Zeugnisse früher Besiedlung durch die Maya. Kolumbus landete 1502 auf Guanaja, und die Spanier versklavten später die Inselbewohner und schickten sie zur Arbeit auf Plantagen nach Kuba und in die Gold- und Silberminen Mexikos. Bereits 1528 waren die Inseln völlig verwaist. In der Folge wurden sie von englischen, französischen und holländischen Piraten besetzt, denen später die Garífuna folgten, die von den Engländern nach einem Aufstand auf Saint Vincent hierher verfrachtet worden waren. Auf den Inseln orientiert man sich auch heute noch in vielerlei Hinsicht eher an England und den USA als am honduranischen Festland. Wichtigste Sprache ist eine stark karibisch angereicherte Version des Englischen.
Noch mehr Sehenswertes
Mosquitia
Diese riesige, unzugängliche Region im Nordosten von Honduras wird von kleinen Gruppen der Misquito-, Paya- und Sumo-Indianer bewohnt. Touristen werden durch die praktisch unberührte Wildnis und Tiere im Überfluss angelockt, darunter Manatis, Affen, Alligatoren und zahlreiche schöne Vogelarten. Da hier keinerlei Infrastruktur existiert, sollte sich der oder die Reisende auf raue Bedingungen gefasst machen, Nahrungsvorräte mitbringen und bei einheimischen Familien essen. Zu den Hauptattraktionen zählen das fantastische Naturreservat Río Plátano und Bootsfahrten über Flüsse und durch die Lagunen.
Cayos Cochinos
Bei den Cayos Cochinos ('Schweineinseln' oder Hog Islands) handelt es sich um eine Gruppe kleiner Inseln und Riffs in Privatbesitz, die 17 Kilometer vor der Küste auf der Höhe von La Ceiba liegen. Einst wurden sie von den Maya bewohnt, doch ihren Namen erhielten sie von dem spanischen Eroberer Cortés, der dort Viehwirtschaft zu betreiben versuchte. Rund um die Inseln kann man sehr schön schnorcheln und tauchen und trifft sogar auf schwarze Korallenriffs. Boote zu den Inseln kann man in Nueva Armenia mieten, 40 Kilometer östlich von La Ceiba. Auf einer der Inseln gibt es eine Unterkunft für etwas Anspruchsvollere, doch im Allgemeinen ist es kein Problem, auf den Inselchen zu zelten, wenn man die Besitzer um Erlaubnis fragt.
Parque Nacional Marino Punta Sal
Dieser ausgezeichnete Meeresnationalpark beherbergt Mangrovenwälder, Sümpfe, einen kleinen tropischen Regenwald, der Küste vorgelagerte Riffs und die Felsspitze Punta Sal. Das westlich von Tela gelegene Gebiet ist völlig unberührt und ohne Infrastruktur, so dass man eigenen Proviant und ein Zelt beziehungsweise eine Hängematte mitnehmen sollte. Schon der Weg zum Nationalpark ist ein Abenteuer für sich. Man benötigt dazu etwa zwei Tage und eine Kombination von Bus-, Lastwagen- und Bootsfahrt mit abschließendem Fußmarsch. Der Zugang zum Park wird in Zukunft einfacher werden, denn die Pläne für die touristische Erschließung der Bucht von Tela liegen bereits in der Schublade. Die Auswirkungen dieses Vorhabens auf die Umwelt flossen dabei allerdings nicht in die Berechnungen ein. Man sollte den Nationalpark besuchen, solange er noch so unberührt ist.
El Tigre
Auf dieser 783 Meter hohen Vulkaninsel im Golf von Fonseca gibt es das ruhige Fischerdorf Amapala, ein paar nette Strände und gute Wandermöglichkeiten. Reisende werden vor allem von der Ruhe, den guten Aussichtspunkten und den leckeren Meeresfrüchten angelockt. Die Insel ist mit kleinen Booten oder mit der Autofähre von Coyolito aus zu erreichen.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Einfache Mahlzeit: 40-70 L
- Restaurant mittler Kategorie: 70-100 L
- Luxusrestaurant: ab 150 L
Übernachtung
- Billigunterkunft: 100-280 L
- Hotel mittlerer Kategorie: 280-400 L
- Luxushotel: ab 550 L
Währung
Lempira (L)








