Israel und die palästinensischen Territorien

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Israel ist zum Bersten gefüllt mit Geschichte. Ausführlichst schriftlich belegt, voll gepackt mit Namen, die jedes Kind kennt, und nie langweilig - die Geschichte Israels ist auch noch in der Gegenwart allerorten und immerfort präsent, da der tägliche Umgang miteinander von Jahrtausende alten Konflikten geprägt ist.

Angefangen hat alles etwa um 1800 v.Chr., als Abraham eine Gruppe von Nomaden aus Mesopotamien hinausführte, die sich schließlich in den Bergen von Kanaan ansiedelte. Gegen 1020 v.Chr. etablierten die Israeliten ein Königreich, dessen erste Herrscher Saul und David waren; David eroberte Jerusalem und machte es zur Hauptstadt des Reiches. Um 950 v.Chr. ließ Davids Sohn Salomo eine der bedeutendsten Stätten Jerusalems errichten, den so genannten Ersten Tempel. Dieser wurde 586 v.Chr. von den eindringenden Babyloniern zerstört, aber danach wieder aufgebaut. 63 v.Chr. nahmen die übermächtigen Römer das Land ein und unterstellten es der Kontrolle einer Reihe von Konsuln, zu denen u. a. Herodes der Große und Pontius Pilatus gehörten. Das war zu jener Zeit, in der Jesus in Israel gelebt und gepredigt haben soll. Als die Juden unter dem neuen römischen Kaiser Caligula immer mehr zu leiden hatten, erhoben sie sich in einem vier Jahre währenden Aufstand, der jedoch durch die erneute Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n.Chr. niedergeschlagen wurde. Ein zweiter Aufstand der Juden endete mit der völligen Vernichtung Jerusalems. Auf den Ruinen errichteten die Römer eine neue Stadt namens Aelia Capitolina, die kein Jude betreten durfte, und etablierten die römische Provinz Palaestina. Diese Niederlage markierte das Ende des jüdischen Staats und den Beginn der Diaspora, der Zerstreuung der Juden in alle Winde.

Im Jahre 331 n.Chr. konvertierte Kaiser Konstantin zum Christentum und gab der zuvor verbotenen Religion seinen Segen. Plötzlich interessierten sich alle für das Heilige Land - an Orten mit religiöser Bedeutung kam es zu einer Art Bauboom, dem u. a. die Grabeskirche in Jerusalem und die Geburtskirche in Bethlehem zu verdanken ist. Aber die christliche Besitzergreifung des Landes sollte nicht von langer Dauer sein: Im Jahre 638 n.Chr. fiel Jerusalem an den Kalifen Omar und wurde zur Heiligen Stadt des Islam erklärt, da sich der Prophet Mohammed vom Tempelberg aus in den Himmel erhoben habe. Christen auf der ganzen Welt waren von dieser "Entweihung" geschockt. Man stellte Heere zusammen und 1099 konnte Jerusalem von den Kreuzfahrern zurückerobert werden. Mit dem damit verbundenen Blutbad begann ein knappes Jahrhundert christlicher Herrschaft. Ab 1187 jedoch hatten die Muslime wieder die Oberhand und nach Jahrzehnten von Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen eroberten die islamischen Mamelucken 1291 die letzte Bastion der Kreuzfahrer.

Die nächsten 500 Jahre waren unter den ruhigsten, die Israel je erlebt hat. Reiche entstanden und zerfielen wieder, Palästina wechselte mit beständiger Regelmäßigkeit den Besitzer, aber die Kämpfe fanden zumeist nicht auf dem Boden Palästinas statt - für den durchschnittlichen Israeliten tat sich in dieser Zeit nicht viel. Der einzige Glanzpunkt trug sich im 16. Jahrhundert zu, als das Osmanische Reich die Herrschaft übernahm und Süleyman der Prächtige die Mauern Jerusalems wieder aufbauen ließ. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts verloren die Osmanen jedoch wieder die Kontrolle über das Land und Israel rückte erneut in den Mittelpunkt des Weltinteresses. Großbritannien eröffnete ein Konsulat in Jerusalem und ab 1839 begann Sir Moses Montefiore, ein britischer Jude, die Idee eines jüdischen Staats zu propagieren. 1878 wurde die erste jüdische Kolonie gegründet, bald folgte die erste Alijah, d. h. die erste große Welle von Immigranten. Zur gleichen Zeit war die arabische Bevölkerung Palästinas stark nationalistisch und anti-europäisch ausgerichtet, was nichts Gutes für die Neuankömmlinge verhieß.

Während des Ersten Weltkriegs zeigte Großbritannien ein großes Engagement in der palästinensischen Politik - den Arabern versprach man, einen arabischen Staat anzuerkennen, und den Juden garantierte man seine Hilfe bei der Schaffung einer neuen Heimstatt in Palästina. Als der Krieg endete, erhielt Großbritannien ein Mandat zur Herrschaft über das Land, und als Europa auf den Zweiten Weltkrieg zusteuerte, entschloss sich Großbritannien, jegliche Einwanderung nach Palästina zu stoppen. Trotzdem kamen immer mehr verzweifelte illegale Einwanderer, worauf die arabische Bevölkerung mit zunehmender Gewalt reagierte. Mit Ende des Weltkriegs waren auch die Briten mit ihrer Geduld am Ende - sie überließen den neu gegründeten Vereinten Nationen das Feld, deren Vollversammlung 1947 eine Resolution verabschiedete, gemäß der das Land zwischen Arabern und Juden geteilt werden sollte. Am 14. Mai 1948, ein Tag vor dem endgültigen Abzug der Briten aus Palästina, proklamierte David Ben Gurion den souveränen Staat Israel. Fast augenblicklich brachen Kämpfe zwischen Arabern und Juden aus und als im Mai 1949 ein Waffenstillstand vereinbart wurde, hielten die israelischen Kampftruppen den größten Teil Palästinas besetzt. Man versprach jedem einwanderungswilligen Juden die israelische Staatsbürgerschaft und begann damit, selbst die unwirtlichsten Winkel des Landes zu kolonisieren.

Umgeben von feindlich gesonnenen, arabischen Ländern, geriet der neue israelische Staat rasch in Bedrängnis. 1967 kam es zum Krieg mit Ägypten, dem sich Jordanien und Syrien anschlossen. Nach sechs Tagen gingen die Israelis siegreich aus dem Krieg hervor und hatten ihr Territorium um die Golanhöhen, das Westjordanland, den Gazastreifen und die Wüste Sinai vergrößert. Israel machte einen sehr zähen Eindruck, was eine Flut von jüdischen Einwanderern anzog und etwa 500 000 Araber in die Flucht trieb. Eine Gruppe von Palästinensern hatte im Jahre 1964 die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) gegründet, die sich der Befreiung ihres Vaterlands verschrieb. 1979 unterzeichnete der damals amtierende Ministerpräsident Israels, Menachem Begin, einen Friedensvertrag mit Ägypten.

Jahrelang wurde die PLO wegen ihrer gewalttätigen Aktionen international verurteilt. Das Blatt wendete sich 1987 mit dem Beginn einer breiten palästinensischen Revolte, der so genannten Intifada. Fernsehbilder von israelischen Soldaten, die auf unbewaffnete palästinensische Kinder schossen, kamen den Palästinensern zugute und erinnerten die Weltöffentlichkeit an den Kampf der Palästinenser um eine Heimat. 1991 trafen sich israelische Regierungsvertreter mit einer palästinensischen Delegation und schließlich gaben sich PLO-Führer Jassir Arafat und der israelische Regierungschef Jizchak Rabin auf dem Rasen vor dem Weißen Haus die Hand und versprachen einander, auf einen Frieden hinzuarbeiten. Teile des Gazastreifens und der West Bank wurden unter palästinensische Selbstverwaltung gestellt und es fanden palästinensische Wahlen statt. 1995 wurde Israels Minsterpräsident Rabin, der den Friedensprozess vorangetrieben hatte, ermordet. Sein Nachfolger Benjamin Netanjahu, ein Anführer der Rechten, engagierte sich weit weniger für den Frieden. Während seiner Amtszeit wuchsen die israelischen Siedlungen in umstrittenen Gebieten und terroristische Anschläge brachten das Land bis an den Rand eines Krieges. Mit der Wahl Ehud Baraks zum Regierungschef in 1999 stiegen der Wille und die Chancen zum Frieden. Im Mai 2000 machte er das Versprechen wahr, sich nach Jahrzehnten von Gemetzeln mit dem Hisbollah aus der Sicherheitszone im Süden Libanons zurückzuziehen. Die befreiten Gebiete wurden sofort vom Hisbollah besetzt, wobei es zu heftigem Schussaustausch kam. Die Spannungen verbreiteten sich auch in den palestinensischen Territorien. Man kam bei den Friedensgesprächen zu keiner Einigung und wieder wurden auf beiden Seiten Attentate verübt. Die Wahl des Hardliners Ariel Scharon zum Premierminister im Februar 2001 erfolgte in einem Klima der Unsicherheit.

Im Jahr 2001 ersetzte Sharon, der für seinen harten politischen Kurs bekannt ist, Barak als Staatsoberhaupt, was eine Entfernung von den Friedensbemühungen bezeichnete. Weiter verhärtet hat sich die israelische Position nach den Ereignissen des 11. Septembers und den darauf folgenden palästinensischen Angriffen, die „zweite Intifada“ getauft wurden. Sharons Verfolgung sogenannter palästinensischer Terroristen hat wenig zur Eindämmung einer Welle von Selbstmordattacken beigetragen.

Bei jeder neuen blutigen Auseinandersetzung beschuldigen die beiden Parteien sich gegenseitig. Palästinensische Selbstmordattentäter haben unzählige Unschuldige getötet und verwundet; die Israelis haben ihrerseits Angriffe auf vermeintliche Terroristenzellen durchgeführt und dabei unzählige Unschuldige getötet. Die Lebensbedingungen in den palästinensischen Gebieten sind grauenhaft. Der alternde Arafat ignorierte alle Appelle, sein Amt niederzulegen, und widersetzte sich jeglichen Versuchen, seine Macht einzuschränken. Die Zahl israelischer Siedler auf palästinensischem Land ist auf über 250 000 angewachsen. Der Bau des sogenannten Sicherheitszauns - eher eine Mauer, die die Palästinenser isolieren soll - hat den US-Friedensplan zu Nichte gemacht. Nach dem Tod Arafats Ende 2004 ruhen die Hoffnungen nun auf dem neuen PLO-Führer und palestinensischen Präsidenten Mahmud Abbas.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 10-45 NIS
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 45-90 NIS
  • Luxusrestaurant: ab 180 NIS

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 15-90 NIS
  • Hotel mittlerer Preisklasse: 90-450 NIS
  • Luxushotel: ab 1500 NIS

Währung

Neuer israelischer Schekel (NIS)


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