Israel und die palästinensischen Territorien

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Bis vor kurzem war Israels Kultur vorwiegend religiös geprägt, sei es jüdisch, christlich oder muslimisch. Obwohl es den zupackenden Pioniergeist der Kibbutz-Bewegung immer noch gibt und das Judentum weiterhin die Staatsreligion Israels ist, verwandelt sich das Land rapide in eine kosmopolitische Konsumgesellschaft. Die meisten jüdischen Israelis sind in beiden Welten zu Hause - sie führen ein weitgehend säkulares Leben, aber nehmen gelegentlich auch an religiösen Zeremonien teil. Das soll aber nicht heißen, dass es das orthodoxe Judentum nicht mehr gibt - im Gegenteil: Orthodoxe Splittergruppen werden immer stärker und ihre Forderungen nach einer Rückkehr zur Religiosität immer lauter. Die orthodoxen bzw. chassidischen Männer erkennt man leicht an ihrer dunklen Kleidung, ihren Bärten und ihren Schläfenlocken.

In den palästinensischen Teilen des Landes offenbart sich dagegen die islamische Kultur: Man bekommt weniger Frauen zu Gesicht und diejenigen, die man sieht, sind züchtig bekleidet. Die vorherrschende muslimische Glaubensrichtung ist die der Sunniten. Familie und Gastfreundschaft sind zentralste Bestandteile palästinensischen Lebens und die meisten Palästinenser zeigen sich Fremden gegenüber sehr freundlich und hilfsbereit, häufig wird man zu ihnen nach Hause eingeladen.

Israel ist für seine virtuosen Musiker bekannt, darunter der Violinist Jizchak Perlman, der in allen Konzertsälen der Welt zu Hause ist. Klezmer, die anfangs mit der Geige als stimmführendem Instrument, später mit Akkordeon und Klarinette gespielte jiddische Volksmusik, ist nicht nur in Israel, sondern auch über die Grenzen hinaus beliebt und bekannt; einer ihrer populärsten Vertreter ist Giora Feidman. Die Gründer der zionistischen Bewegung waren Journalisten und Schriftsteller und auch heute noch nimmt die Literatur einen hohen Stellenwert ein - erfolgreiche israelische Exporte sind z. B. Amos Oz und David Grossman. Auch bei den Palästinensern gibt es eine lange literarische Tradition, gespeist aus Not und Kampf, wobei besonders die Dichtung beliebt ist. Bei dem Bestreben, der neuen Heimat ihre Identität überzustülpen, begeisterten sich die Israelis für Architektur; dabei wurde vor allem dem funktionellen Internationalen Stil und dem Bauhausstil gehuldigt. Nur wenige islamische Gebäude haben überlebt, jedoch stößt man in der Jerusalemer Altstadt auf einige schöne Beispiele für Mamelucken-Architektur.

Die Essgewohnheiten der Israelis werden in nicht geringem Maße durch religiöse Vorschriften diktiert: Juden dürfen keine Milch- und Fleischprodukte zusammen essen wie auch kein "unreines" Geflügel oder "unreinen" Fisch, und weder Juden noch Muslime essen Schweinefleisch. Die Einwanderer haben die Spezialitäten ihrer Herkunftsländer mitgebracht, was zu einem extrem vielfältigen kulinarischen Angebot führt, so gibt es z. B. jemenitisch-jüdisches Essen (gegrilltes Fleisch, gefülltes Gemüse und eine erstaunliche Vielfalt an Innereien) oder osteuropäisch-jüdische Speisen (Schnitzel, Gulasch, "gefillte Fisch" und blintzes). Religiöse Juden dürfen am Sabbat nicht kochen, so dass sie samstags zumeist cholent essen, einen dicken Eintopf, der am Freitag vorgekocht wird. Typische arabische Gerichte sind felafel (in Öl gebackene Bällchen aus gewürztem Kichererbsenbrei), tahina (Sesampaste), houmus (Kichererbsen-Knoblauch-Paste) und Fladenbrot. Muslimen ist von Religions wegen Alkohol verboten und auch viele orthodoxe Juden machen sich nichts daraus; zu den beliebtesten Getränken gehören daher auf arabische Art zubereiteter Tee (mit Minze und viel Zucker) sowie Kaffee. Palästinenser machen außerdem Säfte aus Tamarinde, Datteln und Mandeln.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 10-45 NIS
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 45-90 NIS
  • Luxusrestaurant: ab 180 NIS

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 15-90 NIS
  • Hotel mittlerer Preisklasse: 90-450 NIS
  • Luxushotel: ab 1500 NIS

Währung

Neuer israelischer Schekel (NIS)


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