Jemen

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Im Gebiet des heutigen Jemen siedeln bereits seit über 3000 Jahren Menschen. Antike Königreiche lebten vom Verkauf wohlriechender Baumharze, die als Myrrhe und Weihrauch bekannt sind, an die Ägypter, Griechen und Römer. Entlang der Handelswege kamen und gingen verschiedene Reiche; das mächtigste darunter war Saba, das sich von 1000 v.Chr. 14 Jahrhunderte lang hielt und dessen enormer landwirtschaftlicher Wohlstand sich auf den berühmten Staudamm von Ma'rib gründete. Als die Griechen und Römer im 1. Jahrhundert n.Chr. entdeckten, dass sie auf dem Seeweg nach Indien reisen konnten, machten nunmehr die jemenitischen Häfen Riesengewinne und drängten die Städte, die entlang der Weihrauchstraße entstanden waren, in den Hintergrund. So traten die Himyariten, die ursprünglich aus dem Hochland stammten, das Erbe der Sabäer an.

180 n.Chr. drangen erstmals Äthiopier in den Jemen ein. Mitte des 5. Jahrhunderts beherrschten sie große Teile des Landes. Um sie zu vertreiben, holten die Himyariten die Perser ins Land, die sich bald zu den Herren der Region machten. Ab 597 war der Jemen schließlich zur Provinz des persischen Sassanidenreiches geworden.

Im 7. Jahrhundert bekehrte sich der persische Statthalter im Jemen zum Islam - und als gute Untertanen folgte ihm der Rest der Bevölkerung bald nach. Mitte des Jahrhunderts hatten die Jemeniten bereits ein paar Moscheen errichtet. Als sich das islamische Machtzentrum von der Arabischen Halbinsel an den Persischen Golf verlagerte, blieb der Jemen mehr oder weniger sich selbst überlassen und eine Reihe kurzlebiger königlicher Dynastien kamen auf. Die Dynastie der Zaiditen, ein strenger islamischer Staat, der 897 im Norden des Landes gegründet wurde, bestand bis zur jemenitischen Revolution 1962. Auf den Süden, der bis 1967 in eine Reihe lokaler Stammestümer zersplittert war, hatte er jedoch in späteren Jahrhunderten keinen Einfluss.

Die europäischen Kolonialmächte begannen erstmals 1513 die Hand nach der Halbinsel auszustrecken, als Portugal Interesse an Aden zeigte. Weder die ägyptischen Mamelucken noch die türkischen Osmanen waren von dieser iberischen Invasion begeistert, und nach einem vier Jahre währenden Machtgerangel fiel der Jemen schließlich in die Hände der Osmanen. 1636 warf die zaiditische Dynastie die Türken hinaus. 1839 nahmen die Briten Aden ein und machten es zu einem Protektorat. Bis Mitte der 50er Jahre hatten sie ihre Herrschaft über den größten Teil des Südens ausgedehnt. Die Osmanen kehrten 1849 zurück und eroberten den Nordwesten des Landes. Die örtlichen Scheichs lehnten es jedoch ab, sich dieser ausländischen Macht zu unterwerfen, und so überließen die durch den 1. Weltkrieg bereits geschlagenen Osmanen den Jemen nach Jahrzehnten des Aufruhrs seinem neuen König Imam Yahya. Großbritannien, das mit den Osmanen 1905 einen Grenzvertrag geschlossen hatte, hielt unterdessen an seinen Protektoraten fest.

Der Imam beherrschte zwar die Tihama, doch die nordjemenitischen Stämme waren entschlossen, ihren eigenen Führer an die Macht zu bringen und verbündeten sich daher mit dem neu gegründeten Staat Saudi-Arabien. Der saudi-jemenitische Krieg 1934 endete damit, dass Saudi-Arabien die jemenitische Asir-Region einnahm. Die nächsten dreißig Jahre blieb der Jemen isoliert und rückständig - bis in die 60er Jahre gab es keine befestigten Straßen im Land, fast keine Ärzte und ein sehr niedriges Bildungsniveau.

1962, als der Imam starb, führte eine Gruppe von Offizieren der Armee einen Staatsstreich durch und gründete die Arabische Republik Jemen. Streitkräfte, die dem Sohn des Imams die Treue hielten, flohen in die nördlichen Berge, wo sie die Unterstützung Großbritanniens und Saudi-Arabiens gewannen und einen Krieg gegen die Republikaner führten, denen Ägypten und die Sowjetunion zur Seite standen. 1967 zogen die Ägypter sich zurück, doch den Royalisten gelang es dennoch nicht, die Republikaner zu besiegen. 1970 wurde der amtierende Imam Al Badr ins britische Exil geschickt und die Arabische Republik Jemen von Saudi-Arabien anerkannt.

Der ganze Aufruhr im Norden bewegte einige Südjemeniten dazu, eine eigene Revolution anzuzetteln. Die Nationale Befreiungsfront - eine marxistische, nationalistische Guerillagruppe - begann 1963 einen Krieg gegen die Briten. 1967 gaben die Briten Aden auf, und so entstand die Volksrepublik Südjemen. Die neue Republik war jedoch ohne Geld aus Großbritannien und durch die Schließung des Suezkanals kurz zuvor finanziell in äußerster Not. Um Wirtschaftshilfe aus kommunistischen Ländern zu bekommen, verstaatlichte sie einen Großteil der Wirtschaft und erklärte sich zu einem marxistischen Staat, wobei sie ihren Namen 1969 in Demokratische Volksrepublik Jemen änderte.

Natürlich bedeutet nichts mehr Ärger, als wenn zwei Länder denselben Namen haben. Während der 70er Jahre kam es häufig zu Grenzscharmützeln zwischen den beiden Jemen sowie zu großer interner Instabilität. 1978 wurde Oberstleutnant Ali Abdullah Saleh Präsident der Arabischen Republik Jemen. Er leitete eine Zeit nicht-demokratischer Stabilität ein, die die 80er Jahre hindurch andauerte, während sich die Lage in der Demokratischen VR Jemen derart zuspitzte, dass 1986 schließlich ein Bürgerkrieg innerhalb des Südjemen ausbrach. Als die Sowjetunion Ende der 80er Jahre auseinanderfiel, verlor die VR Jemen ihre Einkommensquelle und gab den Kampf auf, indem sie beschloss, sich mit der Arabischen Republik Jemen zu vereinigen. Die Vereinigte Republik Jemen wurde am 22. Mai 1990 ausgerufen. 1991 verabschiedete das jemenitische Volk eine Verfassung, die freie Wahlen, ein Mehrparteiensystem und die Anerkennung der Menschenrechte vorsah. Doch die Probleme konnten durch Verträge und Vereinbarungen nicht einfach weggezaubert werden - Machtkämpfe zwischen den beiden Seiten führten 1994 zu einem Bürgerkrieg. Die Südjemeniten versuchten zwar noch einmal einen eigenen Staat zu gründen, doch der Norden war zu mächtig, so dass das Land schließlich unter der Führung von Präsident Saleh wieder vereint wurde. Seitdem hat der Jemen ein Modernisierungsprogramm in Angriff genommen und öffnet sich allmählich der Außenwelt, auch wenn eine Welle von Entführungen und Morden in den 90er Jahren dem Land neuerliche Instabilität beschert hat.

Im Oktober 2000 wurde das Schiff USS Cole der amerikanischen Kriegsmarine durch einen Selbstmordanschlag im Hafen von Aden beschädigt, wobei 17 Marinesoldaten getötet wurden. Jemen geriet in den Verdacht, als Rückzugsgebiet von El-Kaida-Mitgliedern zu dienen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde die Position des Jemen noch erheblich schlechter. Die entschlossene Antwort der Regierung führte jedoch zu einem erfolgreichen Schlag gegen mutmaßliche Terroristen und terroristische Netzwerke, die im Land operierten.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Preiswerte Mahlzeit: 180-400 YRIs
  • Restaurant der Mittelklasse: 400-900 YRIs
  • Luxusrestaurant: ab 2800 YRIs

Übernachtung

  • Zimmer im Budgethotel: 750-1500 YRIs
  • Mittelklassehotel: 1500-2000 YRIs
  • Luxushotel: ab 10 000 YRIs

Währung

Jemenitischer Rial (YRIs)


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