Jemen
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Die jemenitische Staatsreligion ist der Islam. Dem Islam liegt der Glaube zugrunde, dass es nur einen einzigen Gott gibt und dass es die Pflicht des Menschen ist, an diesen zu glauben und ihm zu dienen, in der Weise, wie es der Koran festlegt. Auf Arabisch bedeutet islam "Unterwerfung", und ein muslim ist jemand, der sich Gottes Willen unterwirft. Jemenitische Muslime unterteilen sich hauptsächlich in shafiitische Sunniten und zaiditische Schiiten. Die jemenitischen Stammesführer waren die ersten auf der arabischen Halbinsel, die noch zu Lebzeiten des Propheten Mohammed den Islam annahmen.
Bis heute spielt die Stammeskultur im Nordjemen eine bedeutende Rolle. Es gibt wohl kaum einen Nordjemeniten, der sich nicht irgendeinem Stamm zugehörig fühlte und diesen nicht zu verteidigen bereit wäre. Jemenitische Männer mit der Kalaschnikov über der Schulter gehören zum alltäglichen Bild in einem Land, in dem es mehr Waffen als Menschen geben soll.
Qat -Runden sind das Öl im Getriebe der jemenitischen Politik, und als Uneingeweihter steht man im Abseits. Qat-Runden sind spontane nachmittägliche Geselligkeiten, bei denen jemenitische Männer zusammenkommen, um die Blätter der Qatpflanze zu kauen und ein wenig zu plaudern. Wenn man dabeisein möchte, muss man eingeladen werden (das sollte kein Problem sein, wenn man ein Mann ist - jemenitische Männer sprechen einen oft an und fragen "Kaust du?"). Man sollte die eigene Portion Qat selbst mitbringen - auf den meisten Märkten kann man ein Bündel Blätter erstehen. Qat ist ein mildes Genussmittel, chemisch keiner anderen Droge vergleichbar. Es macht einen wahrscheinlich munter und gesprächig, aber nach einer Weile wird man vermutlich ruhig und nachdenklich. Es macht nicht abhängig und hat keine großen Nebenwirkungen, der langfristige Genuss kann allerdings zu chronischer Verstopfung führen.
Die jemenitische Architektur ist einzigartig. Besonders eindrucksvoll sind die Gebäude im Hochland - Hochhäuser aus Stein, Ziegeln oder Lehm. Einige dieser Häuser haben fünf oder sechs Stockwerke, wobei in jedem Haus eine Großfamilie lebt. Das Erdgeschoss ist für die Tiere, der nächste Stock ist der diwan (ein Empfangsraum für Gäste), in den oberen Etagen befinden sich Schlafzimmer und eine Küche, und ganz oben ist der mafraj - ein Zimmer mit Aussicht, in dem der Hausherr seine Qatrunden feiert.
Das Mittagessen ist im Jemen die Hauptmahlzeit. Jemeniten essen mit den Fingern (der rechten Hand!) oder benutzen ein Stück Brot als "Löffel". Messer und Gabel sind selten. Man findet zwar überall kebabs (gegrilltes Fleisch vom Spieß), das Nationalgericht des Nordens ist jedoch salta, ein scharfer Eintopf aus Lammfleisch oder Huhn, Linsen, Bohnen, Erbsen, Bockshornkleesamen, Koriander und anderen Gewürzen mit Reis. Besonders im Ramadan essen viele jemenitische Familien shurba, eine Mischung aus Suppe und Eintopf. Es besteht hauptsächlich aus Weizenschrot, Zwiebeln und Lammfleisch mit Knochen. Während in den Bergen Brot das Grundnahrungsmittel ist, isst man im Süden und Osten vor allem Reis und in der Küstenregion natürlich Fisch. Das alltägliche Getränk ist schai, Tee, der aus kleinen Gläsern getrunken und manchmal mit Pfefferminze serviert wird. Kaffee ist schwieriger zu finden, lohnt aber die Suche: Er ist mit Ingwer und anderen Gewürzen aromatisiert und wird süß serviert. Verbreiteter ist aber qischr, ein teeartiger Aufguss aus Kaffeeschalen, der mit Zucker, Kardamom und Ingwer gewürzt wird. Da der Jemen ein streng islamisches Land ist, ist Alkohol verboten.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Preiswerte Mahlzeit: 180-400 YRIs
- Restaurant der Mittelklasse: 400-900 YRIs
- Luxusrestaurant: ab 2800 YRIs
Übernachtung
- Zimmer im Budgethotel: 750-1500 YRIs
- Mittelklassehotel: 1500-2000 YRIs
- Luxushotel: ab 10 000 YRIs
Währung
Jemenitischer Rial (YRIs)








