Syrien
| Drucken Bildergalerie Karte |
Historisch umfasste Syrien Jordanien, Israel und den Libanon sowie das Gebiet, das heute als Syrien bekannt ist. Die Geschichte des Landes ist so lang wie wechselvoll und lässt sich nur in groben Zügen skizzieren: Im 3. Jahrtausend v.Chr. gehörte Syrien zum Kulturbereich Mesopotamiens und war in zahlreiche Fürstentümer und Stadtstaaten geteilt. Ausgrabungen in Ebla, Mari und Ugarit belegen den hohen Stand dieser Kultur zu jener Zeit. Da das Land sich in einer strategisch sehr günstigen Lage befand, wurden seine Küstenstädte im 13. Jahrhundert v.Chr. zu bedeutenden phönizischen Handelsniederlassungen. In der Folge wanderten Aramäer ein, deren Sprache sich in ganz Nord- und Zentralsyrien verbreitete. Ihnen folgten die Assyrer aus Nordmesopotamien und Anfang des 7. Jahrhunderts v.Chr. die Babylonier. Im 6. Jahrhundert v.Chr. eroberten die Perser die Region, doch nur 200 Jahre später setzte mit dem Einzug Alexander des Großen die Hellenisierung des Landes ein. Im ganzen Reich entstanden Städte nach griechischem Vorbild. 64 v.Chr. wurde Syrien zur römischen Provinz. Die Römer bauten Straßen und förderten mit neuen Bewässerungsanlagen die Landwirtschaft. Nach der Teilung des Römischen Reiches 395 n.Chr. gehörte Syrien zum Byzantinischen Reich. Im mittlerweile christianisierten Land entstanden Klöster und Kirchen. Die muslimische Eroberung erfolgte im 7. Jahrhundert. Die Omajjaden-Dynastie machte Damaskus zur Hauptstadt ihres Reiches. Im 11. bis 13. Jahrhundert kamen die Kreuzritter ins Land und beherrschten von ihren imposanten Burgen aus die Küstenregion. Sie wurden endgültig von den ägyptischen Mameluken verdrängt. Im 16. Jahrhundert wurde Syrien schließlich Teil des osmanischen Reiches und, als dieses nach dem 1. Weltkrieg zusammenbrach, gemeinsam mit dem Libanon Frankreich zugeteilt. Die Syrer waren von diesem Arrangement nicht sehr begeistert (von 1918-20 waren sie eine unabhängige Nation gewesen) und organisierten 1925-6 einen Aufstand, der dazu führte, dass Frankreich Damaskus bombardierte.
1932 wurden in Syrien die ersten Parlamentswahlen abgehalten, und obwohl die Kandidaten von den Franzosen ausgewählt worden waren, weigerten sie sich, die von Frankreich vorgeschlagene Landesverfassung anzunehmen. 1939 sicherte Frankreich der Türkei die syrische Provinz Alexandrette zu, was den Unmut gegen die Kolonialherren noch verstärkte. Frankreich versprach zwar 1941 die Unabhängigkeit, gewährte diese aber erst 1946.
Die Zivilherrschaft dauerte in Syrien nicht lange: Nach mehreren Militärputschs übernahm 1954 die Ba'ath-Fraktion der Armee die Macht. Die Ba'ath-Partei wurde 1940 von einem christlichen Lehrer gegründet und verfolgte eine Form des Pan-Arabismus, unter dem Syrien seine Souveränität einbüßen sollte. So kam es 1958 zur Bildung einer Vereinigten Arabischen Republik mit Ägypten, doch so mancher hielt das für keine grandiose Idee, weshalb eine weitere Welle von Militärcoups über das Land rollte. 1966 war die Ba'ath-Partei wieder am Ruder, doch die Siegesfeiern wurden von dem Sechstagekrieg mit Israel 1967 und dem Scharmützel mit Jordanien im "schwarzen September" 1970 beendet. Während alle anderweitig beschäftigt waren, ergriff Verteidigungsminister Hafez al-Assad die Macht.
Von 1971 bis 2000 hielt sich Assad mit einer Mischung aus gnadenloser Unterdrückung und List an der Macht. 1992 wurde er mit vorhersehbaren 99,9% der Stimmen zu einer vierten siebenjährigen Amtszeit wiedergewählt. Die Angst vor wachsender Instabilität wurde Anfang der 90er Jahre durch Assads schlaue Ausnutzung des Golfkriegs und ökonomische Verbesserungen beschwichtigt. Während des Krieges schloss sich Syrien - bemüht, von Washingtons Liste der den internationalen Terrorismus unterstützenden Länder gestrichen zu werden - der Anti-Irak-Koalition an. Tatsächlich sammelte es damit bei den USA Pluspunkte.
In 1997 wurde Syrien offiziell von der Liste der im Drogengeschäft verstrickten Staaten gestrichen. Gleichzeit gelang die Annäherung an die EU, die Türkei und die USA. Investitionen zur Diversifizierung der Ölwirtschaft und zum Aufbau einer Lebensmittelverarbeitenden Industrie hatten nur gemischten Erfolg. Anfang 2000 wurde seitens der USA diskutiert, das Land von der Liste der Terrorismus unterstützenden Länder zu streichen, da laut CIA seit 1986 keine Unterstützung mehr stattfand. Dies wurde jedoch durch den Rückzug der israelischen Truppen aus dem Süden Libanons und die Vorwürfe Israels, Syrien würde die anti-israelischen Hisbollah unterstützen sowie Präsidet Assads Tod vereitelt. Assads Sohn Baschar al-Assad trat im Juni 2000 die Nachfolge seines Vaters an und ist der jüngste Staatspräsident in der Geschichte Syriens. Der studierte Mediziner versucht, das Land durch die Stärkung des Privatsektors behutsam zu liberalisieren. Der Entlassung von ca. 250 politischen Häftlingen steht jedoch auch die Festnahme von mehreren Angehörigen der demokratischen Opposition gegenüber.
Auf internationaler Ebene steht einer Verbesserung der Beziehungen mit dem Westen Syriens harte Haltung gegenüber Israel in Sachen Rückgabe der Golanhöhen und seine angebliche Unterstützung extremer Organisationen wie der Hisbollah entgegen.
Preisniveau
Mahlzeiten
- Preiswerte Mahlzeit: 40-200 S£
- Restaurant der Mittelklasse: 200-400 S£
- Luxusrestaurant: ab 700 S£
Übernachtung
- Zimmer in Budgetunterkunft: 100-700 S£
- Einfaches Hotel: 700-900 S£
- Luxushotel: ab 3000 S£
Währung
Syrisches Pfund (S£)








