Französisch Polynesien und Tahiti

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Wie und seit wann die Polynesier die Inseln bevölkern gibt den Forschern nach wie vor Rätsel auf. Sicher ist, daß es einer ganzen Nation von erfahrenen Seefahrern und Navigatoren bedurfte, um das weitgestrecktes Gebiet zwischen Französisch Polynesien, Hawaii, Neuseeland, Teilen von Neu Guinea, Tonga und den Cook-Inseln zu besiedeln. Man geht davon aus, daß sie das süd-östliche Asien vor 3000-4000 Jahren verließen und 300 v. Chr. im Gebiet des heutigen Französisch Polynesien ankamen. Ursprünglich wurden die Inseln von Häuptlingen verwaltet, die auch über eine imponierende Anzahl von Kanus befehligten. Menschenopfer waren zu dieser Zeit Teil der religiösen Praktiken.

Einige der ersten europäischen Polynesien-Reisenden, darunter Samuel Wallis (1767), Louis-Antoine de Bougainville (1768) und James Cook (1769) erzählten nach ihrer Rückkehr vom Paradies auf Erden, das von "edlen Wilden" und traumhaft schönen Frauen bewohnt sei, die obendrein den Reisenden ihre Reize ganz ohne Gegenleistung anböten. Als Bougainville mit Geschichten über einen tropischen Garten Eden mit sexuellen Ausschweifungen ganz nach Belieben nach Paris zurückkam, war Europa in heller Aufruhr. Diesem Mythos erlagen später auch Herman Melville, Robert Louis Stevenson und Paul Gauguin.

Die Meuterei auf derBounty gehört zu den wohl bekanntesten Ereignissen der polynesischen Geschichte. Fletcher Christen und seine Meuterer suchte auf Tahiti und den Austral-Inseln Zuflucht, nachdem sie William Bligh und seine treue Crew am 28. April 1789 auf einem winzigen Boot in der Nähe der Tonga-Inseln ausgesetzt hatten. Auf Tahiti langte schließlich der lange Arm der britischen Justiz doch noch zu und stellte jene Meuterer, die nicht auf die Pitcairn-Insel geflohen waren, vor ein britisches Gericht.

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Zur Zeit der Meuterei auf der Bounty herrschten mehrere große Familien über die Inseln, es gab keinen einzelnen über die Gesamtheit der Inseln bestimmenden Herrscher. Die Polynesier wurden sich schnell der europäischen Waffenübermacht bewusst und baten gar die ersten Besucher Streitigkeiten zwischen mächtigen Familien beizulegen. Cook, Bougainville und andere nach ihnen verweigerten sich dieser Aufforderung, die Meuterer der Bounty jedoch boten gerne ihre Dienste als Söldner an. Die Familie Pomares, bis dahin nur eine von mehreren mächtigen tahitianischen Familien, nahm sie in ihre Dienste und konnte so schließlich den Großteil der Inseln kontrollieren.

Bald darauf machten auch Walfänger und Handelsschiffe auf den polynesischen Inseln halt, um Waffen gegen frische Lebensmittel zu tauschen. Dabei fanden auch Prostitution und diverse europäische Krankheiten, gegen die das Immunsystem der Inselbewohner nicht gewappnet war, ihren Weg zu der Bevölkerung. Evangelische Missionare wurden gesandt um dem nackten Treiben, den erotischen Tänzen, dem zügellosen Geschlechtsleben und dem heidnischem Glauben ein Ende zu bereiten, was sich schnell auf die polynesische Kultur auswirken sollte. Die Inselbevölkerung nahm stark ab, tyrannische Missionare ließen polynesische Tempel, die(Maraes), bis auf die Grundfeste abreißen und verboten alle nicht mit ihrer Version des Christentums übereinstimmende Aktivitäten.

Schließlich fanden auch die Franzosen ihren Weg nach Polynesien. Die nord-östlich gelegene Marquesas-Inselgruppe war bereits fest in französischer Hand. Nach einigen Einschüchterungsversuchen, politischem Hin und Her und diversen Korsarenstücken schaffte es Frankreich letztendlich den Engländern die Vorherrschaft abzunehmen und den größten Teil dessen zu kontrollieren, was im Jahre 1842 zu Französisch Polynesien wurde. Königin Pomare IV, die viel für die Einigung der einzelnen Inseln getan hatte, mußte sich Frankreich unterwerfen und wurde für den Rest ihrer insgesamt 50-jährigen Regierungszeit zur politischen Marionette.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Französisch Polynesien Teil der Établissements français d'Océanie, den französischen Pazifik-Niederlassungen, für deren schnelle handelswirtschaftliche Blüte ein Programm erlassen wurde. Chinesische Landarbeiter wurden auf Vanille- und Baumwollplantagen beschäftigt und die Produktion von Perlmutt und rotbeinigen Kolbenkäfern (Kopra) gehörte bald zu den Säulen der hiesigen Wirtschaft. Circa 1000 Polynesier wurden nach Europa geschickt, um im 1. Weltkrieg gegen Deutschland zu kämpfen. Im 2. Weltkrieg landeten kurz nach Kriegseintritt der USA 5000 amerikanische Soldaten auf Bora Bora, um eine japanische Vormachtstellung im Pazifik zu verhindern.

Frankreich lies seine Waffen bis zur algerischen Unabhängigkeit in der Sahara testen. 1963 kündigte General de Gaulle an, daß dies nunmehr im Atoll von Moruroa (oft auch "Mururoa" geschrieben) und Fangataufa (Tuamotus) geschehen solle und hob das Centre d'expérimentations du Pacifique aus der Taufe. Aufgrund der anhaltenden weltweiten Empörung fanden die Tests ab 1981 nur unterirdisch statt. Von französischer Seite wird angegeben, daß selbstverständlich keinerlei Sicherheitsrisiko bestünde, dennoch sehen die Franzosen davon ab, ähnliche Tests in ihrem eigenen Land durchzuführen.

Als 1995 der frisch gewählte Präsident Jacques Chirac eine neue Testserie ankündigte, erntet er damit weltweite Protestdemonstrationen und die Verurteilung der geplanten Aktion. Bei Unruhen in Papeete wurden mehrere hundert Autos umgekippt und Gebäude angezündet. Der chilenische und der neuseeländische Botschafter wurden von ihrer Regierung aus Paris in ihre Heimatländer zurückgerufen. Die Testreihe endete im Jahre 1996 und die französische Regierung hat verlauten lassen, daß das Programm damit abgeschlossen sei. Nach mehr als 150 einzelnen Tests mit bis zu 200 KT (zehn mal stärker als die Hiroshima-Bombe!) kehrt wieder Ruhe auf den Atollen von Mururoa und Fangataufa ein. Die Langzeitwirkungen werden sich allerdings erst noch zeigen.

Die Rufe nach der Unabhängigkeit von Frankreich werden lauter, aber die linientreuen politischen Kräfte, Präsident Gaston Flosse allen voran, schließen dies zumindest auf mittelfristige Zeit aus. Auch Frankreich erweckt nicht den Anschein bereit zu sein, seine überseeischen Gebiete in die Unabhängigkeit zu entlassen. Französisch Polynesien wird von einem alle fünf Jahre gewählten Gebiets-Parlament mit 41 Mitgliedern regiert. Frankreich wird durch einen von ihm ernannten Gouverneur vertreten. In den vergangenen 20 Jahren hat die Inselgruppe immer mehr politische Verantwortung für innere Angelegenheiten übernommen. Überraschend wurde im Juni 2004 der Pro-Unabhängigkeitskandidat Oscar Temaru zum neuen Präsidenten gewählt; er wurde im Oktober aber wieder seines Amtes enthoben und durch den profranzösischen Flosse ersetzt, wodurch das Land in eine konstitutionelle Krise gestürzt wurde. Für Februar 2005 sind Neuwahlen angesetzt.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 60-75 CFP
  • Mittlere Preisklasse: 75-1500 CFP
  • Luxusrestaurant: ab 5000 CFP

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 1000-4000 CFP
  • Hotel mittlerer Preisklasse: 4000-10 000 CFP
  • Luxushotel: ab 25 000 CFP

Währung

Pazifischer Franc (CFP)


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