Französisch Polynesien und Tahiti

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Die Missionare haben ihr Bestes getan um die traditionelle polynesische Kultur auszurotten indem sie die Tempel niederwalzten, Schnitzereien zerstörten, Tätowierungen verboten und den durch die Beschreibungen Bougainvilles in Europa bekannt gewordenen sinnlich-erotischen Tanz untersagten. Den Missionaren zufolge sollten die Polynesier Gottes Wort, vor allem aber ihren autokratischen Geboten folgen. Glücklicherweise haben viele Traditionen den Missionarseifer überlebt. In jüngster Zeit besinnt man sich immer mehr auf die alten Bräuche zurück und läßt das traditionelle Handwerk wieder auferstehen. Traditionelle Musikinstrumente sind Pahu und Toere (Trommeln) und eine merkwürdig geformte Flöte, die Vivo genannt wird. Nachdem Gitarren und Ukulelen ihren Weg auf die Inseln gefunden haben, entwickelten die Einheimischen einen ganz eigenen Musikstil, der zahlreiche Anleihen aus dem Countrybereich aufweist aber gleichzeitig den ganz speziellen Pazifiksound wiedergibt. Der Folkloretanz (Tamure) findet langsam wieder in die Gesellschaft zurück, dafür scheint aber leider die im gesamten Pazifik verbreitete Kunst des Tapa, der Herstellung von Borkenpapier und Stoff, völlig in Vergessenheit geraten zu sein.

Das Ambiente in Französisch Polynesien ist sehr relaxed. Selbst in den schicksten Restaurants ist Strandoutfit angesagt. Am Strand selbst fängt die Bekleidung oft erst unter dem Bauchnabel an. Zur Kirche geht man allerdings im züchtigsten Sonntagsstaat und der Sonntag wird als religiöser Feiertag streng geachtet. Zu einer polynesischen Familie gehören ebenfalls die Fetii, d.h. alle Cousins, Onkel und Tanten, auch im entferntesten Sinne. Die Familienzugehörigkeit erstreckt sich ebenfalls auf adoptierte Kinder, den Faaamu. Verwandte oder kinderlose Frauen halten es für selbstverständlich sich ebenso um die Kinder der anderen zu kümmern.

Essen in Französisch Polynesien ist ein multikulturelles Erlebnis ohnegleichen: traditionelle südpazifische Garmethoden und französische Gastronomie verbinden sich mit italienischen und chinesischen Einflüssen... Dies bekommt man nicht nur in den Eßtempeln zu spüren, sondern auch an jeder Straßenecke in den mobilen Imbiss-Ständen, die Les Roulottes genannt werden. Mahlzeiten werden noch immer in den im Pazifikraum typischen Erd-Öfen zubereitet: dafür wird ein Loch in Erde gegraben und der Grund wird mit Steinen bedeckt. Die Steine werden dann durch ein Feuer aufgeheizt. Das Essen wird in Bananenblätter eingewickelt, auf die heißen Steine gelegt und das Loch wird anschließend wieder mit Erde zugeschüttet. Die Zubereitung dauert mehrere Stunden. In Französisch Polynesien heißt dieser Ofen Ahimaa und die so bereitete Festmahlzeit Tamaaraa.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Einfache Mahlzeit: 60-75 CFP
  • Mittlere Preisklasse: 75-1500 CFP
  • Luxusrestaurant: ab 5000 CFP

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 1000-4000 CFP
  • Hotel mittlerer Preisklasse: 4000-10 000 CFP
  • Luxushotel: ab 25 000 CFP

Währung

Pazifischer Franc (CFP)


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