Portugal

Uhrzeit 14:57

Temperatur gleich: 19 °C

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Gut zu wissen

Sprache

  • Portugiesisch

Währung

  • Euro (€)

Aktuelle Wechselkurse sind unter www.oanda.com/converter/classic zu finden.

Geld

  • Geldautomaten sind weit verbreitet, Kreditkarten werden in den meisten Restaurants und Unterkünften der Mittel- und Spitzenklasse akzeptiert.

Einreise

  • Portugal ist Schengen-Mitglied, bei der Einreise benötigen Deutsche, Österreicher und Schweizer nur einen Personalausweis.

Handys

  • SIM-Karten portugiesischer Anbieter können in den meisten Handys ohne SIM-Lock verwendet werden.

Verkehrsmittel

  • Züge verkehren zwischen den größeren Städten (manchmal unregelmäßig), Busse bedienen auch kleinere Ortschaften.

Öffnungszeiten

Banken Mo–Fr 8.30–15 Uhr

Bars 19–2 Uhr

Cafés 9–19 Uhr

Einkaufszentren 10–22 Uhr

Läden Mo–Fr 9.30–12 & 14–19, Sa 10–13 Uhr

Nachtclubs Do–Sa 23–4 Uhr

Postfilialen Mo–Fr 8.30–16 Uhr

Restaurants 12–15 & 19–22 Uhr

Sehenswürdigkeiten Di–So 10–12.30 & 14–17 Uhr

Zoll

Nach Portugal können beliebige Barsummen eingeführt werden, wobei Beträge ab 10 000 € grundsätzlich anzugeben sind.

Zollfreie Warenkontingente für Schweizer und andere Nicht-EU-Bürger über 17 Jahren:

  • 200 Zigaretten oder entsprechende Tabakmenge
  • 1 l Spirituosen mit Alkoholgehalt über 22 % oder 2 l Wein oder Bier.

Zollfreie Warenkontingente für EU-Bürger über 17 Jahren:

  • 800 Zigaretten oder entsprechende Tabakmenge
  • 10 l Spirituosen, 20 l aufgespriteter Wein (Zwischenerzeugnisse), 60 l Schaumwein oder 90 l Wein oder 110 l Bier.

Wichtige Telefonnummern

Landesvorwahl 351

Vorwahl für internationale Gespräche 00

Krankenwagen 112

Feuerwehr 112

Polizei 112

 

 

Reiserouten

2 Wochen: Von Lissabon nach Porto: Portugals Highlights

Die Reise durch Portugal startet in Lissabon. Hier erkundet man für drei Tage die malerischen Viertel, die Fado-Tavernen, die Cafés und Restaurants und die nächtlichen Straßenpartys. Ein Muss sind auch die Fahrt mit der Straßenbahn, der Aufstieg zur Burg und zu den Aussichtspunkten und die Besichtigung der Museen und historischen Stätten.

Am vierten Tag geht’s ins idyllische, von Wäldern und Schlössern umgebene Sintra. Weitere zwei Tage werden für Évora und die Megalithen eingeplant.

Von dort geht’s weiter nach Süden, wo man einen Tag im ruhigen Tavira, einem der schönsten Städtchen der Algarve, und danach einen Tag im Badeund Partyort Lagos verbringt. Auf dem Rückweg nach Lissabon bietet sich die Küstenstadt Vila Nova de Milfontes für einen Zwischenstopp an.

Einen Tag sollte man für Tomar und das Convento do Cristo einplanen. Dann hängt man noch zwei Tage in der Unistadt Coimbra an und genießt das Nachtleben in den Altstadtvierteln.

Die letzten zwei Tage verbleiben für Porto – hier zählen die Altstadt Ribeira und eine Portweinprobe in Vila Nova de Gaia zu den Highlights. Alternativ bietet sich eine Bootsfahrt auf dem Rio Douro mit seinen beeindruckenden Schluchten an.

2–3 Wochen : Von Porto nach Lissabon: Die Atlantikküste erkunden

Malerische Strände, reizende Kleinstädte und Unesco-Welterbestätten bilden die Kulisse dieser Reise entlang der Atlantikküste. Sie beginnt in Porto, der Hauptstadt des Portweins an der Mündung des Douro. Hier verbringt man zwei Tage und erkundet die Altstadt, die Museen, die Parks und Gärten sowie das Strandviertel Foz do Douro.

Am dritten Tag geht’s nach Norden zum Küstenort Vila do Conde, ein schnell erreichbares und beliebtes Ausflugsziel mit Strand und historischem Zentrum. Danach fährt man südwärts nach Aveiro, wo man mit einem moliceiro (traditionellem Boot mit hohem Bug) eine Rundfahrt auf den malerischen Kanälen macht. Mit dem Bus und der Fähre bietet sich ein Tagesausflug zur Reserva Natural das Dunas de São Jacinto an, wo man die Natur erkunden und Vögel beobachten kann.

Nächster Halt ist der beliebte Ferienort Figueira da Foz. Hier gibt’s tolle Surf-Spots, ein bisschen Nachtleben, breite, übervölkerte Strände sowie einsame Strände außerhalb des Ortes. Am nächsten Tag bietet sich ein Ausflug ins Landesinnere zur beeinduckenden, hoch auf einem Berg thronenden Burg Montemor-oVelho an. Der malerische Strandort Nazaré steht als nächstes auf dem Programm. Hier kann man sich in die Wellen stürzen, in den traditionellen Restaurants Meeresfrüchte genießen und mit der Seilbahn auf das vorgelagerte Kap fahren, um den herrlichen Ausblick zu genießen.

Von Nazaré aus sind die Klöster (und Unesco-Welterbestätten) in Alcobaça und Batalha nicht weit. Von dort aus fährt man nach Süden, um die Altstadt von Óbidos mit ihren kopfsteingepfl asterten Gassen und den gehobenen Gasthöfen zu erkunden. Westwärts zurück zur Küste, erreicht man Peniche, wo es tolle Strände gibt, vor allem im nahen Inseldorf Baleal. Von Peniche aus sollte man unbedingt per Boot die zerklüftete Insel Berlenga Grande besuchen. Wer will, kann hier sogar übernachten (rechtzeitig im Voraus reservieren). Weiter im Süden thront das von weiß getünchten Häusern geprägte Ericeira oben auf den Kalksteinklippen. Hier locken Strände und Meeresfrüchte.

Danach geht’s ins märchenhaft gelegene Sintra, wo man in einem der idyllischen Pensionen übernachten kann. Nächster Halt ist das hübsche Dorf Cascais mit schmalen Fußgängerzonen, lebhaften Restaurants und Bars, Gärten und einer Küstenstraße, die zum 9 km entfernten, windumtosten Strand Praia do Guincho führt. Die Reise endet in Lissabon, wo man ein paar Tage in das quirlige Leben der Hauptstadt eintaucht.

2 Wochen: Die Schönheit des Südens

Dieser Trip entlang der Flüsse, Strände und Bergkämme im Süden eröff net den Blick auf die spektakulären Kontraste Portugals. Von Lissabon aus geht es zur Costa da Caparica, wo man zuerst die stadtnahen Partystrände und dann weiter südlich die wilderen, einsameren Strände besucht. Weiter unten an der Praia do Meco gibt’s lebhafte Strände mit viel Trubel und tolle Meeresfrüchte. Noch weiter südlich erreicht man die einsamen Klippen von Cabo Espichel. Eine gute Unterkunft ist das ländliche Gasthaus außerhalb von Sesimbra. Das ehemalige Fischerdorf wurde in ein Resort umgewandelt und hat heute mehrere Freiluftrestaurants und flache Strände.

Am nächsten Tag geht’s weiter nach Osten mit Zwischenstopp für ein Picknick an der spektakulären Küste des Parque Natural da Arrábida. Übernachtet wird in Setúbal, wo man noch mehr Meeresfrüchte genießen und durch die Altstadt schlendern kann. Am nächsten Tag geht’s per Boot zum Delfine-Beobachten auf dem Sado-Delta. Von Setúbal aus setzt man mit der Fähre über nach Tróia. Übernachtet wird in Vila Nova de Milfontes, einem hübschen Badeort mit guten Stränden und Pensionen.

Danach geht’s in das winzige, oberhalb eines schönen Strandes gelegene Zambujeira do Mar. Man folgt der Küste bis Aljezur mit seinen unberührten Sandstränden und weiter bis zur Kleinstadt Carrapateira, wo die Strände noch wilder und die Locations auf das Surfer-Publikum abgestimmt sind. Weiter südlich bei Sagres erreicht man die Südküste. Das auch bei Surfern beliebte Städtchen hat Restaurants und Unterkünfte von teuer bis günstig. Hier sind die Festung auf den Meeresklippen sowie die Klippen des Cabo de São Vicente echte Higlights.

Weiter geht’s ostwärts nach Lagos, das zu den lebhaftesten Städten der Algarve zählt und viele gute Unterkünfte, Lokale und Bars bietet. Danach fährt man landeinwärts nach Monchique, wo man in den Hügeln wunderbar Wandern, Radfahren und Ponyreiten kann. Zur Entspannung ist ein Besuch im Spa Caldas de Monchique genau das Richtige. Zurück an der Küste, übernachtet man in der Altstadt von Faro, bevor am nächsten Tag ein Ausfl ug zum Parque Natural da Ria Formosa, einem Lagunensystem mit Sümpfen, Bächen und Düneninseln, ansteht. Von dort aus fährt man nach Tavira, das sich mit Gebäuden aus dem 18. Jh. am Rio Gilão entlangzieht. Die malerische Stadt ist auch ein guter Ausgangspunkt für eine Bootsfahrt zur Ilha de Tavira, mit ihrem langen, idyllischen Strand.

2 Wochen: Durch den Minho & Trás-os-Montes

Der Norden Portugals wird von Travellern oft übergangen, bietet aber großartige malerische Dörfer und unberührte Nationalparks, die Abenteuer in der freien Natur versprechen. Hier findet man auch bunte Märkte und die traditionellsten Feste des Landes. Von Porto geht es die Küste hinauf nach Viana do Castelo, das nur eine kurze Fährüberfahrt von den besten Stränden des Nordens entfernt ist. Weiter geht’s zur Grenzfestung Valença do Minho und dem winzigen Monção, die beide über dem Rio Minho thronen. Von dort fährt man südwärts nach Ponte de Lima, das mit einem malerischen Flussufer und einer römischen Brücke aufwartet.

Weiter geht’s zum einsam gelegenen Soajo. Das Dorf aus Steinhäusern ist ein guter Ausgangspunkt für Bergwanderungen in unberührter Natur. Wer noch mehr Lust auf Abenteuer hat, kann auch im nördlichen Abschnitt des Parque Nacional da Peneda-Gerês, der kaum besuchten Serra da Peneda, wandern gehen. Hier treff en die Wälder des Tiefl ands auf von Gletschern geformte Berge.

Ein Schlenker nach Osten führt in den Kurort Vila do Gerês, wo man im Spa relaxen und in der Nähe Kanu fahren, mountainbiken und wunderbar wandern kann. Die Fahrt führt weiter ostwärts nach Chaves, einem geschichtsträchtigen Ort mit einer römischen Brücke und einer charmanten Altstadt. Über Nacht steigt man in Bragança ab, das mit einer Zitadelle aus dem 12. Jh. prunkt und außerdem die Wiege der portugiesischen Königsdynastie ist. Wer will, kann noch durch den Parque Natural de Montesinho stromern und die uralten Dörfer mit Steinhäusern und die üppigen Wälder erkunden.

Man schwenkt um zurück nach Süden und fährt dann westwärts durch das hübsche Mirandela und den Parque Natural do Alvão. Das wilde Hochland bietet Wasserfälle und Dörfer mit schiefergedeckten Häusern und traditioneller Lebensart. Westlich davon liegt Amarante – berühmt für sein Kloster, sein Gebäck und seine hübsche Lage am Fluss. Von dort geht’s nordwärts nach Guimarães, der "Wiege der Nation", mit mittelalterlichem Ortskern. Auch die keltischen Ruinen Citânia de Briteiros sind interessant.

Zum Schluss steht Braga auf dem Programm, mit seinen prächtigen Kirchen und Plätzen voller Restaurants und Cafés. Einen schönen Blick auf die Stadt hat man von der höher gelegenen Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte aus. Wer an einem Donnerstag hier ist, sollte unbedingt auch nach Barcelos fahren, um sich den berühmten Markt anzusehen.

1–2 Wochen: Streifzug durch die Beira

Naturlandschaft, urige Dörfer und Burgen prägen die Reise durch die Beira. Der Trip beginnt in Coimbra, das mit Sehenswürdigkeiten lockt; hier bietet sich ein Ausflug zu den römischen Ruinen bei Conimbriga an. In der Nähe liegt das königliche Refugium und Spa Luso und Buçaco. Danach fährt man durch Coimbra zurück und weiter ostwärts. Übernachtet wird in einem der alten Steinhäuser in Piódão.

Danach geht’s in den Parque Natural da Serra da Estrela mit seinen tollen Wandermöglichkeiten und dem höchsten Punkt (und einzigen Skiresort) des Landes, Torre. Gute Unterkünfte bietet Manteigas. In der Nähe gibt’s Thermalquellen und Wälder. Im Norden liegen die Bergdörfer Linhares und Folgosinho mit ihren kleinen Burgen – ein gutes Ziel für einen Tagesausflug. Im Osten findet man Belmonte, eine Kleinstadt mit Blick auf die Serra da Estrela.

Durch Guarda im Hochland geht’s bergab und dann nordwärts zum mittelalterlichen Trancoso. Von hier geht’s zurück durch Guarda und dann nordostwärts zur Festungsstadt Almeida. Im Süden liegt Sortelha, ebenfalls mit einer Burg. Fährt man weiter, gelangt man zum Monsanto und dem benachbarten Idanha-a-Velha.

1 Woche: Die Weine im Douro

Weinliebhaber erwartet ein volles Programm auf der Fahrt durch das DouroTal, Portugals wichtigster Weinregion. Jede ernsthafte Weintour beginnt in Porto, dem Tor zur berühmtesten Portweinregion der Welt. Jenseits des Flusses liegt Vila Nova de Gaia, wo man viele Sorten in den zahlreichen Portweinstuben probieren kann. Die Fahrt führt am Douro entlang weiter ostwärts. Ein Abstecher nach Amarante mit seinem Kloster, seinem Gebäck und seiner Flussnähe lohnt sich.

Dann geht’s weiter nach Peso da Régua im Herzen der Weinregion. Weinproben werden auf dem Weg zu dem am Fluss gelegenen Pinhão angeboten, wo man für ein paar Tage verweilen kann. Es gibt hier malerische Pensionen, Restaurants und überall Weinberge.

Von hier aus kann man auch einen Ausflug mit der Schmalspurbahn von Tua durch die malerische Landschaft nach Mirandela machen. Wer will, kann dort übernachten. Reizvoll ist auch die Fahrt von Pinhão über die Berge nach Vila Nova de Foz Côa, das für seine altsteinzeitlichen Felszeichnungen berühmt ist.

Auf dem Weg zurück nach Porto lohnt sich ein Halt in Lamego, wo guter Sekt hergestellt wird und die Leute etwas von Essen und Wein verstehen.

 

Reisezeit

Warme bis heiße Sommer, milde Winter

Douro-Region: Mai–Sept.

Beira: Juni & Sept.

Lissabon: Mai & Juni

Alentejo: Mai–Juli

Algarve: Juni & Sept


Hauptsaison (Juli–Aug.)

  • Unterkünfte bis zu 30 % teurer
  • Starkes Besucheraufkommen an der Algarve und am Atlantik
  • Schweißtreibende Hitze nicht selten
  • Angenehm warme Wassertemperaturen

 
Zwischensaison (Mai, Juni & Sept.)

  • Milde Temperaturen – ideal für Outdooraktivitäten wie Wanderungen
  • Lebhafte Feste im Juni
  • Andrang und Preise durchschnittlich
  • Frische Wassertemperaturen

Nebensaison (Dez.–März)

  • Kürzere, regnerische Tage, frostige Temperaturen im Inland
  • niedrige Preise, kaum Touristen
  • kürzere Öffnungszeiten
  • Eiskalte Wassertemperaturen

Tagesbudget

 

weniger als 50 €

  • Bett im Schlafsaal: 14–22 €
  • Selbstversorgung
  • Tage mit freiem Eintritt berücksichtigen (oft Sonntagmorgen)
  • Studentenkarten und Ähnliches sparen Bares

mittleres Budget 50–120 €

  • Doppelzimmer in einem Mittelklassehotel: 50–100 €
  • Mittag- und Abendessen in mittelteuren Restaurants: 20–30 €
  • bei Onlinebuchungen von Unterkünften kann es Rabatte geben

mehr als 120 €

  • Zimmer im Boutique hotel: ab 120 €
  • Drei Gänge in einem Top-Restaurant: ab 40 €

 

 

Ankunft in Portugal

am Aeroporto de Lisboa (Lissabon)

  • AeroBus – 3,50 €; 7.45–20.15 Uhr alle 20 Min.
  • Taxi – 12–16 €; bis ins Zentrum ca. 20 Min.

am Aeroporto Francisco Sá Carneiro (Porto)

  • Metro – 1,50 €; bis ins Zentrum ca. 45 Min.; verkehrt regelmäßig
  • Taxi – 22–28 €; bis ins Zentrum ca. 30–60 Min.

am Aeroporto de Faro (Faro)

  • Bus – 1,60 €; Mo–Fr alle 30 Min., Sa & So alle 2 Std.
  • Taxi – 10–14 €; bis ins Zentrum 20 Min.

 

Gefahren und Ärgernisse

Verglichen mit anderen europäischen Ländern hat Portugal eine niedrige Verbrechensrate, einige Delikte – z. B. auch Autodiebstähle – haben jedoch statistisch zugenommen. Ausländer werden am ehesten Opfer von Taschendieben (während der Rush Hour) und Autoknackern, die es besonders auf Mietwagen abgesehen haben. Man sollte das übliche Maß an Vorsicht walten lassen: Nicht mit Bargeld in der Gegend herumwinken, Wertsachen sicher verwahren und im Fall eines Falles ohne Gegenwehr aushändigen, bevor man unnötig seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Beim Baden im Atlantik vorsichtig sein! Die Brandung kann sehr stark sein, Strömungen tückisch.

Fado

"Ich singe den Fado nicht, er singt mich." (Amália Rodrigues )

Portugals berühmtester Musikstil, der Fado (portugiesisch für „Schicksal“), könnte ohne die Saudade nicht wirklich existieren. Die melancholischen Lieder sind randvoll mit Emotionen und ergehen sich in Geschichten über schmerzliche Wendungen und Schicksalsschläge, unerreichbar weit entfernte Geliebte und die unermessliche Sehnsucht nach der Heimat und den wunderbaren Tagen der Vergangenheit. Die emotionale Qualität des Gesangs spielt eine ebenso wichtige Rolle wie die technischen Fähigkeiten, sodass der Fado auch über die sprachlichen Grenzen hinaus verstanden wird. Dem Fado zuzuhören, ist vielleicht der beste Weg, die Saudade in all ihrer bewegenden Vielfalt zu verstehen.

Auch wenn der Fado eine Art nationales Kulturgut ist – 2009 stellte Portugal bei der Unesco sogar einen Antrag, den Fado zum „immateriellen Kulturerbe“ zu ernennen – ist er eigentlich die Musik Lissabons. In der Universitätsstadt Coimbra existiert der Fado in einer anderen, etwas intellektuelleren Form: Hier sind es ausschließlich Männer, oft Studenten oder Ehemalige, die von Liebe, ihrem unkonventionellen Leben oder der Stadt selbst singen. Niemand kennt seinen Ursprung genau, obwohl sein Klang möglicherweise von afrikanischen und brasilianischen Rhythmen, maurischen Gesängen und den Liedern provenzalischer Troubadoure beeinfl usst wurde. Sicher ist jedoch, dass der Fado ab dem 19. Jh. überall in den traditionellen Arbeitervierteln Mouraria und Alfama zu hören war, für gewöhnlich in Bordellen und schäbigen Tavernen. Er war die Hymne der Armen und hatte bis zum 19. Jh. den Ruf des Anrüchigen, bis sich auch die Oberschicht für diesen Musikstil zu interessieren begann und er allgemein bekannt wurde.

Bis zum 20. Jh. blieb der Fado eine undurchsichtige, meist lokale Angelegenheit, doch dann erlangte er nationale und später sogar internationale Aufmerksamkeit. Eine Sängerin, die großen Anteil an dieser neuen Bekanntheit hatte, war Amália Rodrigues, die „Königin desFado“, die in den 1940er-Jahren jedes Kind kannte. 1920 in eine arme Familie hineingeboren, brachte Amália die Musik aus den Tavernen in die Konzertsäle, mithilfe des Rundfunks dann in sämtliche Haushalte und schließlich sogar auf die Leinwand (1947 spielte sie im Film Capas Negras mit). Einige der besten portugiesischen Dichter und Schriftsteller jener Zeit schrieben Texte für sie. Im Laufe der Jahre erlebte sie zahlreiche Höhen und Tiefen – Depression, Krankheit, gescheiterte Liebesbeziehungen –, sodass ihr herzzerreißender Fado bald nicht mehr nur etwas Abstraktes war.

Amália erfreute sich großer Bewunderung, auch wenn die Revolution 1974 ihren Ruf befleckte: Sie wurde dafür kritisiert, dass sie das Salazar-Regime stillschweigend unterstützt hatte (obwohl es dafür kaum Beweise gab). Die Popularität des Fados sank in der Zeit nach der Revolution, als die Portugiesen unbedingt einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen wollten. Salazar hatte immer davon gesprochen, man müsse die Massen nur mit den drei F versorgen – Fado, Fußball und Fátima –, um sie beschäftigt und bei Laune zu halten. In den 1990er-Jahren erlebte der Fado jedoch eine Wiedergeburt: Neue Fado-Häuser eröffneten und neue Fadostimmen erschienen auf der musikalischen Bühne. Auch Amálias Ruf wurde wiederhergestellt. Als sie 1999 im Alter von 79 Jahren starb, rief Portugal drei Tage Staatstrauer aus und setzte ihr zu Ehren den Wahlkampf aus. Ihre Grabstätte ist heute im Nationalen Pantheon.

Auch wenn der Fado vielleicht die düsteren Tage der Salazar-Jahre in Erinnerung ruft, ist er nicht in der Vergangenheit steckengeblieben. Zu den zeitgenössischen Künstlern und Vertretern des neuen Fado Stils gehört auch die dynamische fadista Mísia, die zu neuen Ufern a aufbrach, als sie mit der Instrumentierung einer kompletten Band arbeitete. Die in Mosambik geborene Sängerin Mariza erntet dank ihrer außergewöhnlichen Stimme und ihren frischen, vielseitigen Interpretationen sehr viel Lob. Auf ihren Alben, z. B. Terra (2008), beschreitet a sie immer wieder neue Wege und lässt auch Weltmusik mit einfließen, etwa afrikanische Rhythmen, Flamenco, lateinamerikanische Klänge und Jazz. Auch Carminho, eine junge Sängerin mit kraftvoller, trauriger Stimme findet große Beachtung. Der Fado fließt quasi in ihren Adern: Ihrer Mutter gehörte eines der traditionellsten Fado-Häuser in Lissabon (mittlerweile geschlossen), in dem sie als kleines Mädchen die besten fadistas jener Zeit hörte. Ihr erstes Album Fado (2009) ist grandios. Aber auch die Männer sind nicht zu verachten: Eine der großartigsten männlichen Stimme des traditionellen Fados dieser Tage gehört Camané.

Fados werden traditionell von einem Einzelkünstler gesungen, der mit einer zwölfsaitigen portugiesischen guitarra (einer birnenförmigen Gitarre) begleitet wird. Wenn zwei fadistas singen, stimmen sie manchmal eine desgarrada an, eine kleine improvisierte Einlage, bei der sie a versuchen, sich gegenseitig auszustechen. In Fado-Häusern treten normalerweise mehrere Sänger auf, die traditionell jeweils drei Lieder singen.

Lissabon

Das an steilen Hängen über dem Tejo errichtete Lissabon schlägt Besucher seit Jahrhunderten in seinen Bann. Von windumwehten Aussichtspunkten aus erkennt man die ganze Schönheit der Stadt mit ihren römischen und maurische Ruinen, Kathedralen, weiten Plätzen und sonnigen Cafés. Die wahren Entdeckerfreuden erwarten einen aber, wenn man in die schmalen Gassen eintaucht: Alte, gelbe Straßenbahnen klappern durch die baumgesäumten Straßen. Die lisboetas schlendern durch die von Laternen beleuchteten alten Viertel, abends dann plaudern sie in kleinen Straßenrestaurants, halten aber immer wieder inne, um dem herzerweichenden Fado zu lauschen. Doch Lissabon hat auch ein modernes Gesicht mit eleganten Restaurants und Lounges, Straßenfesten, Nachtlokalen und schicken Boutiquen. Und sollte man des Großstadttrubels überdrüssig sein: Außerhalb Lissabons warten bezaubernde Wälder, prachtvolle Strände und Dörfer am Meer.

Reisezeit

Mai: Nach dem Regen im Winter lockt der Spätfrühling mit viel Sonnenschein.
Juni: Festivals und angenehmes Wetter gibt’s im Frühsommer – ab an den Strand!
September: Zauberhaftes Lissabon: Hitze und Besuchermassen sind verschwunden.

Lissabon in zwei Tagen

Die Stadtbesichtigung beginnt am besten mit einer Achterbahnfahrt in der Straßenbahnlinie 28. Man steigt an den Stufen zum Castelo de São Jorge aus, wo man in der Wine Bar do Castelo Portugals feinste Tropfen probieren kann. Danach schlendert man durch die Gassen der Alfama und stärkt sich im trendigen Pois Café. Nachdem man einen Blick in die sé (Kathedrale) geworfen hat, geht es weiter zum Shoppen in der Fußgängerzone der Baixa … doch abends sollte man nochmals in die von Laternen beleuchtete Alfama zurückkehren, um im Mesa de Frades erstklassigen Fado zu hören. Tag zwei startet mit den zimtbestäubten Puddingtörtchen in Belém – ein Genuss! Derart gestärkt, erkundet man das wunderbare manuelinische Mosteiro dos Jerónimos. Einen kurzen Spaziergang davon entfernt steht am glitzernden Fluss die Torre de Belém. Im Museu Colecçao Berardo kann wegweisende Kunst bewundert werden. Für einen Dämmerschoppen geht es dann zurück in die Stadt ins Noobai, bevor man im 100 Maneiras zu Abend isst und im Bairro Alto von einer Bar zur nächsten zieht.

Lissabon in vier Tagen

Der gut betuchte Chiado bietet sich für einen Schaufensterbummel und den einen oder anderen Abstecher in ein Café an, bevor es in den futuristischen Parque das Nações und das schwindelerregende Oceanário. Am Abend speist man entweder im Bocca oder im Alma und tanzt danach im Szenetempel Lux. Am vierten Tag fährt man mit dem Zug nach Sintra und wandert durch die mit Felsbrocken übersäten Waldungen zu den märchenhaften Schlössern. Wieder zurück am Rossio begießt man die Reise mit einem Kirschlikör im A Ginjinha und isst dann im Freien auf den Stufen der Calçada do Duque.

 

Gratisattraktionen in Lissabon

Lissabon ist ideal für Sparfüchse, denn die eigentlichen Hauptsehenswürdigkeiten befinden sich unter freiem Himmel: Da sind die Miradouros (Aussichtspunkte) auf den Hügeln, von denen aus man einen weiten Blick hat, außerdem beschauliche Plätze und das Labyrinth der Alfama, in deren Geschäften man auf Schatzsuche gehen kann. Viele Museen haben sonntagvormittags freien Eintritt. Doch auch an anderen Tagen kann man kostenlos Kultur erleben, beispielweise in Beléms Museu Colecção Berardo, das Meisterwerke von Popikonen wie Lichtenstein oder Warhol zeigt. Kostenlos sind auch die Besichtigung der Ruinen des römischen Theaters im Museu do Teatro Romano und, gleich gegenüber, der festungsartigen Catedral Sé Patriarcal. Einen faszinierenden Einblick in den römischen Unterbau der Stadt vermitteln die kostenlosen Führungen durch den Núcleo Arqueológico. Sonntags um 12 Uhr gibt es im Foyer der Bibliothek des Museu Calouste Gulbenkian häufig Gratis-Musikdarbietungen, und im Sommer werden donnerstags in der Cafetaria Quadrante kostenlose Jazzkonzerte geboten. BaixAnima unterhält die Massen in der Baixa zwischen Juli und September an den Wochenenden mit extravaganten Straßenkünstlern – das Geschehen hat seinen Mittelpunkt in der Rua Augusta.

 

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