Ecuador und die Galápagos-Inseln

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Die präinkaische Geschichte Ecuadors hüllt sich in einen dichten Nebel aus Zeit und Legende - weiter als bis ins 11. Jahrhundert n.Chr. reichen die frühesten historischen Details nicht zurück. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass asiatische Nomaden den südamerikanischen Kontinent um 12 000 v.Chr. erreichten und zu einem späteren Zeitpunkt mit polynesischen Einwanderern zusammentrafen. Jahrhunderte der Stammesexpansionen, Kriege und Allianzen mündeten in der relativ stabilen Duchicela-Dynastie, die rund 150 Jahre lang mehr oder weniger friedlich regierte, bis um 1450 n.Chr. die Inka auftauchten.

Trotz heftigen Widerstands gewannen die Inka sehr schnell die Oberhand über die Region und konnten sich mit starker Führung und geschickter Heiratspolitik an der Spitze halten. Ein Krieg um die Nachfolge schwächte und spaltete das Inka-Reich kurz vor dem Eintreffen der spanischen Invasoren.

Die ersten Spanier landeten 1526 im Norden des heutigen Ecuadors. Von ihren unglaublichen Erzählungen angelockt erreichte Francisco Pizarro das Land vier Jahre später und verbreitete mit den Pferden, Rüstungen und Waffen seiner Männer alsbald Angst und Schrecken unter den Indianern. Der Inkaführer Atahualpa wurde überfallen, als Geisel festgehalten, "verurteilt" und hingerichtet - damit war das Inka-Imperium faktisch zerstört. Quito leistete zwei Jahre lang erfolgreich Widerstand, wurde aber schließlich auf Befehl von Atahualpas General Rumiñahui dem Erdboden gleichgemacht, damit es nicht in die Hände der Spanier fiel. Im Dezember 1534 gründete man Quito neu; die einzige halbwegs intakte Inka-Stadt in Ecuador ist heute Ingapirca, nördlich von Cuenca.

Obwohl ihr Leben unter der spanischen Herrschaft grauenvoll war, gab es seitens der ecuadorianischen Indianer keine größeren Aufstände. Spanien regierte die Kolonie vom peruanischen Lima aus, bis sie 1739 der Vizeregentschaft Kolumbiens übergeben wurde. Die Struktur Ecuadors war größtenteils ländlich und konservativ; auf großen, von Zwangsarbeitern bewirtschafteten Landgütern wurden importierte Rinder gezüchtet und Bananen angebaut.

Als sich später eine kreolische Mittelschicht herauszubilden begann, gab es mehrere Versuche, Ecuador von der spanischen Herrschaft zu befreien. Simón Bolívar erkämpfte die Unabhängigkeit schließlich im Jahre 1822. Die volle verfassungsrechtliche Souveränität erhielt Ecuador 1830. Seither ist die Geschichte des Landes von ernsten Rivalitäten und gelegentlichen blutigen Auseinandersetzungen zwischen den kirchentreuen Konservativen mit Basis in Quito und den Liberalen und Sozialisten von Guayaquil geprägt.

In den letzten 100 Jahren hatten diverse Attentate sowie die politische Instabilität Ecuadors wiederholt Interventionen der Armee zur Folge - die Amtszeiten militärischer Regierungen während des 20. Jahrhunderts übertrafen die ihrer zivilen Kollegen bei Weitem. 1941 wurde das Land von Streitkräften des benachbarten Perus überfallen, die große Teile des ecuadorianischen Amazonasgebiets besetzten. Die "neue" Grenzziehung zwischen beiden Ländern - 1942 durch den Vertrag von Rio de Janeiro bestätigt - bleibt eine umstrittene Angelegenheit, wie der Vergleich zwischen ecuadorianischen und nicht-ecuadorianischen Landkarten verdeutlicht. Immer wieder flammen in der Grenzregion Gefechte auf - vor allem im Januar, dem Monat der Vertragsunterzeichnung. Da jedoch beide Länder auf ausländische Investoren angewiesen sind und diese wiederrum kein Interesse daran haben, in Territoriumskämpfe hineingezogen zu werden, haben die Streitereien in den letzten Jahren deutlich nachgelassen. Ein Vertrag, der dem Disput endgültig ein Ende bereiten soll, ist in Vorbereitung.

Trotz der von internen Rivalitäten und Grenzkonflikten geprägten Geschichte blieb das tägliche Leben in Ecuador in den letzten Jahren friedlich, so dass der Staat bis zum Ende des Jahrtausends als eines der sichersten Reiseländer Südamerikas bezeichnet wurde. Als der ecuadorianische Sucre innerhalb eines Jahres 75% an Wert verlor, kündigte Präsident Jamil Mahuad am 10. Januar 2000 an, den Sucre im Verhältnis 1 $ = 25 000 Sucres an den Dollar zu binden. Tausende Protestler, darunter auch indianische Spitzenpolitiker kritisierten die neoliberale Wirtschaftspolitik, besetzten Regierungsgebäude und zwangen Mahuad zur Amtsniederlegung.

Am 22. Januar übernahm Mahuads Vizepräsident Gustavo Noboa das Amt des Staatspräsidenten. Der vor dem Hintergrund von institutionalisierter Korruption als einer der wenigen vertrauenswürdigen Politiker geltende Noboa hat wenig Regierungserfahrung. Er hielt die Dollarbindung aufrecht und führt mit Hilfe des IWF strukturelle Änderungen des Wirtschaftssystem ein, die von der indianischen und Arbeiteropposition immer stärker kritisierte werden. Im Jahr 2002 hat die USA Ecaduar mehr als 12 Mio. Dollar Miliärhilfe geleistet, um die Ausweitung der Guerilla-Konflikte in Kolumbien auf Ecuador zu vermeiden.

Im Januar 2001 rief die Regierung nach einer Ölkatastrophe vor der Küste der Galápagos-Inseln den Notstand aus. Erfreulicherweise konnte eine größere Umweltkatastrophe vermieden werden. Mit der Ölförderung verbundene Probleme haben aber weiterhin die Innenpolitik beherrscht. Im Januar 2003 wurde der Linkspolitiker und ehemalige Putschist Lucio Gutierrez neuer Präsident.

Preisniveau

Mahlzeiten

  • Preisgünstige Mahlzeit: 1-3 US-Dollar
  • Restaurant mittlerer Kategorie: 3-10 US-Dollar
  • Luxusrestaurant: ab 30 US-Dollar

Übernachtung

  • Einfache Unterkunft: 2-15 US-Dollar
  • Hotel mittlerer Kategorie: 15-40 US-Dollar
  • Luxushotel: ab 70 US-Dollar

Währung

US-Dollar


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