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Lonely Planet User schreiben Ein Tag am MeerMontag, 8. Mai 2006
Kieselsteine im Schritt sind eine unangenehme Sache. Es klackerte in die Keramikschüssel als ob eine Perlenkette zu Boden gefallen sei und kleine Kügelchen tanzten über einen frisch polierten Marmorboden - tack tack tack tack.
Nein, feinkörnigen Sand gibt es nicht an meinem Strand an der Costa da Caparica. Aber Wellen, die gibt's. Richtige Wellen. Für den nordseesozialisierten Mitteleuropäer sind es geradezu Wasserberge, die der Atlantik dort auftürmt und auf das Ufer poltern lässt. So war es dann auch meine erste wirkliche Erfahrung mit der Kraft des Wassers als ich mich unbedarft und die Wogen stürzte, um kurz danach vom Ozean wieder ausgespuckt zu werden. Nicht ohne im flachen Teil ein wenig über den Sand gepresst zu werden, die Badehose mit Strandgut befüllt zu bekommen und mir einen self-made-Einlauf zu verpassen. Doch ich hatte Glück. Nur knapp neben mir war der stark übergewichtige Mann gestrandet, dem ich beim Einstieg ins Wasser noch in Vorahnung dessen, was geschehen könnte, aus dem Weg gegangen war. Im ungünstigeren Fall hätte er mich womöglich auf ewig im grobkörnigen Sand der portugiesischen Atlantikküste begraben. So jedoch suchte ich die Sanitäranlagen des ansässigen Strandcafés auf. Eine willkommene Gelegenheit, mich und meine Badehose von den kleinen Steinchen zu befreien, die den Eindruck vermittelten, man hätte ziemlich üble Furunkel am Hintern. Über 30 km erstreckt sich die Costa da Caparica südlich von Lissabon. Die ersten acht davon können mit einer Bimmelbahn erreicht werden, wobei jede der 20 Stationen und Strandstücke seine eigene Klientel hat. Nudisten, Familien, Schwule. Ob die auch in dieser Reihenfolge nebeneinander liegen bleibt indes ungewiss. Ich und meine zwei Mitstreiter waren offenbar am Sport-Strand gelandet. Denn zwischen Meer und Strandcafé sprinteten und hechteten zweimal zwei Mannschaften durch den Sand. Sie spielten Ultimate Frisbee - eine strandkompatible Variante von American Football, bei der es darum geht, die Frisbee-Scheibe in die Endzone der gegnerischen Mannschaft zu bringen. Angesichts der Hoch-Michaela'esken Temperaturen hielt ich das für keine gute Idee. Außer zum Zuschauen: Die Kleiderordnung schien dem Beach-Volleyball entlehnt, woran sich die Spielerinnen brav hielten.
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