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Europa
10 Top Reiseziele in Europa
Das Beste, was Europa zu bieten hat: Küsten, Metropolen, Wälder und Geheimtipps. Wir von Lonely Planet zeigen dir 10 Top Reiseziele in Europa.
Die Reiseexperten von Lonely Planet haben Europas abgeschiedene Küsten, lebendige Metropolen und verborgene Winkel erkundet, um die inspirierendsten Reiseziele des Kontinents zu entdecken.
Von wilden Wäldern bis zu weinumrankten Städtchen – diese 10 Reiseziele in Europa vereinen bekannte Favoriten und kaum entdeckte Juwelen, die die Vielfalt in all ihren Facetten zeigen.
1. Hohe Tatra, Slowakei
Sie hat etwas Mystisches, die Landschaft der Hohen Tatra in der Slowakei: ein Bergreich voll von krummen Gipfeln und rauschenden Wasserfällen, in dem Netzweiden den Boden bedecken und furchterregende Bestien durch die Wälder streifen. Während sie fast in ganz Europa verdrängt wurden, fühlen sich Braunbären nämlich richtig wohl in dieser wilden, rauen Gegend, und so ist es hier besonders einfach, sie in freier Natur zu sichten. Eine steigende Zahl von Touranbietern führt Abenteurer zu Fuß zu den besten Sichtungs-Spots, durch Wälder, in denen auch Luchse, Wölfe und die endemischen Tatra-Gämsen leben.
Neben der Wildbeobachtung gibt es jede Menge Aktivitäten für Reisende. Mit einem Angebot aus Wanderungen zum höchsten Gipfel der Slowakei, dem 2655 Meter hohen Gerlach (auch bekannt als Gerlachovský Štít), Bootsfahrten auf dem Gletschersee von Štrbské Pleso und traditioneller Gastlichkeit in Berghütten, die hier chaty genannt werden, willst du am Ende womöglich gar nicht mehr ins Flachland zurückkehren.
2. Madrid, Spanien
Madrid hat Stil und tanzt mit seiner ganz eigenen Energie im Rhythmus. Die Stadt pulsiert zwischen Tradition und moderner Leichtigkeit, und ihr Nachtleben gehört noch immer zu den aufregendsten in Europa. Auf der Calle de Ponzano reiht sich eine Tapasbar an die nächste, dazwischen minimalistische Cocktailspots, in denen bis tief in die Nacht gelacht und diskutiert wird.
Doch nicht nur Nachtschwärmer spüren den Wandel. Der Fokus auf Nachhaltigkeit hat breite Fußgängerzonen, Radwege und Leihfahrräder hervorgebracht, die neue Perspektiven auf die Stadt eröffnen. Selbst das ehrwürdige Museo del Prado präsentiert sich lebendig wie nie: mit wechselnden Ausstellungen und Programmen, die zeigen, dass Geschichte hier keine Staubschicht kennt, sondern stetig weitergeschrieben wird.
3. Arctic Coast Way, Island
Obwohl Island auf dem Wunschzettel von vielen Reisenden seit zehn Jahren ganz weit oben steht, hat es noch ein Ass im Ärmel. Viele der Millionen Besucher konzentrieren sich jedes Jahr auf Reykjavík und den berühmten Golden Circle. Wagemutige erkunden den Westen oder sogar den weitläufigen Osten des Landes, doch sehr wenige schaffen es in den Norden – bis jetzt, sollte man vielleicht sagen.
Der Arctic Coast Way erstreckt sich über 800 km von Hvammstangi im Westen nach Bakkafjörður im Osten und wurde gerade neu eröffnet. Über 21 Dörfer und vier Inseln führt er entlang an Islands ursprünglicher Nordküste. Dabei lockt er mit Naturwundern, für die Island zurecht berühmt ist: donnernde Wasserfälle, gigantische Gletscher, dampfende Fumarolen – und unendliche Möglichkeiten für Wintersport, Naturbeobachtung und Abenteuer in der Wildnis. Kurz gesagt: das Beste, was Island zu bieten hat, nur ohne die Menschenmassen.
4. Herzegowina, Bosnien und Herzegowina
Wer an Herzegowina denkt – an die historische Region, die ihr Gegenstück Bosnien geographisch Huckepack trägt –, hat oft Bilder von Mostars prächtiger Alter Brücke im Sinn. Was dabei meist vergessen wird, sind die Menschenmassen, die jeden Sommer anreisen und mit Fotofiltern hantieren, um den perfekten Schnappschuss der beeindrucken Steinkonstruktion zu schießen.
Erweitere also deinen Fokus und statte Herzegowinas anderen Highlights einen Besuch ab, zum Beispiel mit einem Trip auf der Ćiro-Fahrradroute, einer alten österreichisch-ungarischen Bahnstrecke, die sich von Mostar nach Dubrovnik durch die Landschaft schlängelt und dabei einige der Top-Sehenswürdigkeiten der Region abklappert. Atmosphärische Unterkünfte in alten Bahnhöfen bieten unterwegs die Chance, die Fahrräder unterzustellen und die Gegend weiter zu erkunden. Schlendere durch die mittelalterlichen Gassen von Počitelj, erforsche die windigen Karsthöhlen von Vjetrenica oder wandere nach Lukomir, einem traditionellen Bergdorf, und finde so neue Perspektiven auf diese bildhübsche Region.
5. Bari, Italien
Bari war zwar nie ganz weg vom Fenster. Doch nachdem es lange nur als Ausgangspunkt für Touristen auf dem Weg zu Apuliens großen Besuchermagneten im Süden diente, strömt es auf einmal ganz neue Energie aus. Die einst heruntergekommene Hafenstadt an Italiens Achillesferse glänzt im Licht einer Renaissance, die sich seit zehn Jahren angekündigt hat.
Tonangebend ist die neu belebte Altstadt: zugenagelte Fensterläden sind familienbetriebenen Restaurants gewichen, in denen Großmütter auf hübschen Piazze vollbeladene Teller mit ohrförmigen Orecchiette servieren. Doch die Veränderungen sind keineswegs nur kosmetischer Natur. Kulturstätten feiern ihre Wiedereröffnung, vom schmucken Teatro Piccinni zu einst abrissreifen Traditionshotels wie dem Oriente – nicht zu vergessen der Jugendstilbau des Teatro Margherita, eines ehemaligen Theaters, das nun in beeindruckender Lage auf Pfählen im Meer Kunst ausstellt. Mit einem interessanteren Nachtleben (Lust auf Cocktails in einem Kartenschalter?), sichereren Straßen und saubereren Stränden in der Umgebung ist Bari wieder ganz vorne mit dabei.
6. Shetlandinseln, Schottland
Nicht viele Reisende verschlägt es an den nördlichsten Punkt des Vereinigten Königreichs: die Shetlandinseln 170 km vor der Küste von Schottland. Das windumtoste Archipel mit seiner einsamen Lage in der Nordsee bleibt also den kühnsten Abenteurern vorbehalten. Deren Wagemut belohnt es dafür mit großartigen Küstenwanderwegen, außergewöhnlichen Naturbeobachtungen, fabelhaften Fish-and-Chips-Läden – und, dank der stolzen, freundlichen Einheimischen, mit einem oder vielleicht auch zwei großen Schluck Whisky.
Den Besuch auf Shetland muss man sich erst verdienen: Die Fähre von Aberdeen fährt über Nacht und ist selbst schon ein Abenteuer. Wenn man aber erstmal angekommen ist, wird das Leben wunderbar entspannt: Beobachte Otter und Orcas von zerklüfteten Landzungen aus und genieße dann einen lockeren Abend in einem von Lerwicks örtlichen Pubs. Außer natürlich, es ist Januar und das Wikinger-Festival Up Helly Aa haucht der Stadt gerade feuriges Leben ein.
7. Lyon, Frankreich
Lange stand Lyon im Schatten der Hauptstadt im Norden, und gewiss hat es nicht den Glanz – und die Menschenmassen – von Paris. Doch die Stadt teilt viele ihrer schönsten Eigenschaften: Zwei Flüsse, Rhône und Saône, rahmen das historische Zentrum ein, dessen Uferpromenaden zu den elegantesten Spazierwegen Frankreichs zählen. Dazu kommt eine beinahe hingebungsvolle Liebe zum Essen – die Bistros, Boulangerien und Bouchons sind legendär – und eine Kulturszene, die sich selbstbewusst zwischen Tradition und Avantgarde bewegt, vom futuristischen Musée des Confluences bis zu den historischen Musées Gadagne.
Als Geburtsort des französischen Kinos ist Lyon auch heute noch Stadt der Bilder, des Genusses und der Ideen. Kreative Viertel, Märkte voller Aromen und neue Initiativen für nachhaltigen Tourismus zeigen eine Stadt, die unter Reisenden stetig an Beliebtheit gewinnt.
8. Liechtenstein
Schon einmal daran gedacht, an einem Wochenende zu Fuß ein ganzes Land zu durchqueren? Im kleinen, charmanten Liechtenstein ist das möglich. Der Liechtenstein-Weg führt auf rund 75 Kilometern über Wiesen und Hügel, durch alle elf Gemeinden und vorbei an Burgen, Weinbergen und Aussichtspunkten, die das Rheintal und die Alpen gleichermaßen ins Bild rücken.
Auch ohne Wanderschuhe hat das Land einen besonderen Reiz. Der ländlich geprägte, wohlhabende Staat wird bis heute von einer Fürstenfamilie regiert, deren Schloss über der Hauptstadt Vaduz thront. Kunstliebhaber finden im Kunstmuseum Liechtenstein eine bemerkenswerte Sammlung moderner Werke sowie Schätze aus den fürstlichen Sammlungen, während kleine Weingüter und traditionelle Gasthäuser zeigen, dass Liechtenstein seine Kultur genauso sorgfältig pflegt wie seine Landschaften.
9. Vevey, Schweiz
In Vevey wird die Liebe zum Wein tief verwurzelt gepflegt. Seit dem 18. Jahrhundert feiert das Städtchen am Nordufer des Genfersees regelmäßig die Fête des Vignerons, ein legendäres Weinfest, das aufwändige Kostüme, Musik, Umzüge und natürlich edle Tropfen vereint. Wenn die festlich geschmückten Straßen vom Duft nach Trauben, Pinien und Seeuferluft erfüllt sind, spürt man, wie eng hier Tradition, Theater und Genuss miteinander verbunden sind.
Doch Vevey berauscht nicht nur mit seinem Wein. Die kleine Altstadt ist gesäumt von Spitzenrestaurants und gemütlichen Lokalen, die alles servieren – von kreativer Haute Cuisine bis zum klassischen Fondue im Kupferkessel. Nach einem langen Mittag lässt sich der See gleich nebenan mit einem Sprung ins Wasser oder einer Uferwanderung genießen.
10. Istrien, Kroatien
Ist es die malerische Kalksteinküste der herzförmigen Halbinsel, die prächtigen Monumente oder die Vorliebe für leckeres Essen (und eine Schwäche für Wein!), die Istrien im Norden Kroatiens etwas Königliches verleihen? Jedenfalls war es bereits Sehnsuchtsort für die Römer, Venezianer und Österreich-Ungaren, die sich jahrhundertelang um dieses wunderschöne, fruchtbare Land zankten.
Heute darfst du die Halbinsel erobern, und erweiterte Flugverbindungen aus Europa machen das einfacher denn je. Starte mit der Geschichte (zunächst einmal mit Pulas imposantem römischen Amphitheater und dem als Unesco-Kulturerbe gelisteten Mosaik in Poreč), widme dich dann den Stränden (Mulini mit seiner herrlichen Atmosphäre oder dem abgeschiedenen Felsenstrand) und zum krönenden Abschluss den neueren Freizeitangeboten: Gourmet-Fahrradtouren im Frühling, Musikfestivals im Sommer und Trüffel-Exkursionen im Herbst.