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Italien

Rundreise Sizilien vom Ätna bis Palermo

Originaltext: Oliver Berry
Übersetzung: Stefanie Will, überarbeitet von Digital Redaktion
vom 15.12.2025
© Carlos Yudica, Shutterstock

Eine Sizilien Rundreise kann einfach alles: den feurigen Ätna, Barock-Städtchen wie Scicli, das traumhafte Taormina und Palermos geniale Fusion-Küche. Plus die vulkanischen Liparischen Inseln. Abwechslung pur!

Spektakuläre Landschaften, prächtige Barockbauten, Fusion Food vom Feinsten – und mittendrin gleich mehrere feuerspuckende Diven. Auf der Mittelmeerinsel Sizilien und ihren kleinen Schwestern ist ganz schön was los! Hier kommt die perfekte Sizilien Rundreise mit einem Mix aus Abenteuer, Städtetrip und Genuss.

Stopp 1: Der Ätna – Europas launischste Diva

© Melinda Nagy, Shutterstock
Wandern auf dem Ätna auf Sizilien.

Als wärst du auf einem fremden Planeten gelandet, zumindest aber auf dem Filmset eines Hollywood-Blockbusters à la „Star Wars". So fühlst du dich hoch oben in der nahezu vegetationslosen Zone des Ätna oberhalb von 2500 Metern. Rund 400 mehr oder weniger große Krater durchfurchen die steinige Gegend. Beinahe täglich steigen irgendwo Gase aus der mondähnlichen Landschaft auf. Schwefel liegt in der Luft, je höher du kommst, umso intensiver wird der Geruch.

Der Hauptkrater, ein 200 Meter breiter Schlund, darf nur mit Guide bestiegen werden und liegt auf ungefähr 3340 Metern. „Ganz exakt kann man das aber nicht sagen", erklärt Geologe Marco Marcinnò. „Der Ätna ist der aktivste Vulkan in Europa. Ständig gibt es Eruptionen, die neue Krater bilden und die Oberfläche verändern. Mal ist er ein paar Meter höher, dann wieder kleiner."

Ein Berg mit schlechter Laune

Über drei Magmakammern verfügt der Koloss. Die größte befindet sich in etwa 30 Kilometern Tiefe, die zweite rund zehn Kilometer darüber, die dritte gerade mal zwei Kilometer unterhalb des Hauptkraters. Immer wieder hörst du ein Grummeln aus der Tiefe. Gänsehaut kriecht den Rücken hoch, Adrenalin macht sich in den Adern breit.

Der Ätna ist einer der gefährlichsten Vulkane der Welt und wird rund um die Uhr überwacht. „Er ist unberechenbar", erzählt Marco. „Die Fließrichtung des Magmas ändert sich ständig. Niemand kann vorhersagen, aus welcher der vielen Öffnungen er das nächste Mal Lava spucken wird." Von den Einheimischen (vermutlich von den Männern, auch wenn das ungesagt bleibt) hat der Vulkan deshalb den Beinamen „A Muntagna" – Berg der Frau – erhalten. „Der Ätna hat eben oft schlechte Laune!", scherzt Marco.

Zerstörung und Fruchtbarkeit

Meist werden diese Stimmungsschwankungen nicht zur unmittelbaren Gefahr für Menschen. Sicher, der brodelnde Riese legt in schöner Regelmäßigkeit den Flugverkehr lahm, bietet aber in erster Linie ein Naturspektakel. Der größte Ausbruch fand vom 8. März bis 11. Juli 1669 statt, bei dem die am Fuß des Berges gelegene Stadt Catania völlig zerstört wurde. 1928 wurde Mascali unter Lava-Fluten begraben.

„Der Ätna nimmt viel, gibt aber auch viel zurück", sagt Marco. Stimmt: Unterhalb der Mondlandschaft, die auf etwa 2500 Metern beginnt, gedeihen Zitrus-, Oliven-, Pistazienbäume, Getreidefelder, Weinberge und dichte Wälder auf den fruchtbaren Hängen. Der Blick von oben auf all das Grün ist einmalig.

Stopp 2: Scicli – Barock-Juwel im Süden

© Fernando Privitera, Shutterstock

Von Zafferana am Fuß des Ätna aus gelangst du via Catania in etwas über zwei Autostunden nach Scicli im Süden Siziliens. Das Schmuckstädtchen ist ein wahres Barock-Juwel, dessen honigfarbene Paläste und Kirchen zum UNESCO-Welterbe gehören. Die Stadt wirkt wie ein Freilichtmuseum, in dem die Zeit stehengeblieben ist. Besonders die Kirche San Bartolomeo und der Palazzo Beneventano sind architektonische Meisterwerke.

Stopp 3: Taormina – Antike trifft Dolce Vita

© Vadym Lavra, Shutterstock

Weiter geht's in den malerischen Küstenort Taormina, der spektakulär auf einem Felsplateau über dem Ionischen Meer thront. Das antike Theater mit Blick auf den Ätna ist einer der schönsten Plätze der Welt – besonders bei Sonnenuntergang, wenn der Vulkan im goldenen Licht glüht. Die Corso Umberto lädt zum Flanieren ein, während unten die Isola Bella zum Baden lockt.

Stopp 4: Die Liparischen Inseln – Vulkan-Hopping deluxe

Nach einem Abstecher zu den Liparischen Inseln vor der Nordküste Siziliens wird klar: Hier ist jede Insel anders. Lipari punktet mit weißen Bimssteinfelsen und charmanten Gassen, Vulcano mit heißen Schwefelquellen zum Baden, und auf Stromboli kannst du einen der aktivsten Vulkane der Welt beim nächtlichen Feuerwerk beobachten. Ein echtes Naturkino und besser als jede Netflix-Serie.

Stopp 5: Palermo – Foodie-Paradies mit Attitude

© RossHelen, Shutterstock
Original sizilianische Cannolo in Palermo.

Das große Finale wartet in der Hauptstadt Palermo, wo die Küche genauso wild und unvorhersagbar ist wie die Stadt selbst. Hier ist arabisch-italienisches Fusion Food keine Modeerscheinung, sondern jahrhundertealte Tradition. Normannische Kathedralen stehen neben maurischen Palästen, und in den Gassen riecht es nach Zimt, Safran und frittiertem Kichererbsenmehl.

Die Straßenküche hier ist legendär und macht jeden Foodie-Traum wahr: Arancini so groß wie Tennisbälle, knusprige Panelle aus Kichererbsenmehl und Sfincione – Palermos Version der Pizza, die alles andere in den Schatten stellt. Auf dem Mercato di Ballarò wird noch richtig gefeilscht

Sizilien Rundreise Planung leicht gemacht

Anreise
Sizilien hat zwei Hauptflughäfen: Catania im Osten (perfekt für Ätna und Taormina) und Palermo im Westen. Alternative: Flug nach Rom oder Neapel, dann weiter mit der Fähre – dauert länger, ist aber entspannter und du siehst mehr vom Mittelmeer. Von Neapel setzen regelmäßig Fähren nach Palermo über (ca. 10 Stunden), perfekt für eine Nachtfahrt. Wer ganz entspannt anreisen will, kann auch mit dem Auto über die Fähre von Villa San Giovanni (Kalabrien) nach Messina

Fortbewegung
Um Sizilien richtig zu erkunden, mietest du am besten ein Auto. Die großen Mietwagenfirmen sind an den Flughäfen Catania und Palermo vertreten (ab ca. 35 € pro Tag).

Ätna-Tour
Von Zafferana fährst du entlang der Strada Provinciale 92 zur Basis der Seilbahn Funivia dell'Etna und lässt dich auf 2500 Meter hochgondeln. Von dort geht's per Bus weiter auf 3000 Meter. Wichtig: Warme Kleidung einpacken – oben ist es oft richtig kalt!

Beste Reisezeit
April bis Juni und September bis Oktober sind optimal. Im Hochsommer kann es sehr heiß werden, im Winter sind manche Bergstraßen gesperrt.

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