Beim Lernen abschalten

„Ich wollte schon immer zeichnen können.“ „Irgendwann lerne ich noch Italienisch.“ „Beim Fotografieren klopft mein Herz!“ Wer diese Sätze kennt und schon lange davon träumt, sich intensiv einem kreativen Hobby zu widmen, sollte das nicht erst auf die Rente verschieben. Es geht auch jetzt schon: In der idyllischen „Villa Bellaria“ in Bad Tölz zum Beispiel gibt’s regelmäßig Seminare von Sprachenlernen bis Acrylmalen, die mit einem Wellnessangebot verbunden werden. Eine Vielzahl Fotokurse bietet der Veranstalter Artistravel (artistravel.eu) an, unter anderem zum Thema „Insellicht auf Föhr“.

Weitere Infos:

  • Über kreativekurse.de kann man sich nach Kategorien und Orten ein Angebot aussuchen.
  • „Villa Bellaria“-Schnupperkurs Acrylmalen und Wellness für ein Wochenende im DZ ab ca. 274 € p. P., villa-bellaria.de.

Yoga von morgens bis abends

Die Fangemeinde der indischen Bewegungslehre, die Workout mit spiritueller Einkehr verbindet, ist weltweit längst riesig. Aber einmal die „Kobra“ oder den „Herabschauenden Hund“ am Strand oder mit Blick ins Grüne zu üben bringt deutlich mehr Zufriedenheit, als mal eben ins Fitnessstudio zu hüpfen. Für die kleine Yoga-Auszeit muss man nicht mal Kilometer reißen: Viele Hotels und Seminarzentren bieten Kurse an. „Yoga Vidya“ betreibt in Deutschland Häuser (etwa an der Nordsee und im Westerwald), in denen man sein persönliches Programm zusammenstellen kann (yoga-vidya.de). Super für Alleinreisende!

Weitere Infos:

  • Auf yogatravel-friends.de findet man viele Ideen für einen Yoga-Trip. SKR hat zahlreiche Retreats im Programm (skr.de).
  • Lust auf Yogi-Einkehr in einem Kloster in der Toskana? (Ab ca. 54 € inkl. VP, il-convento.net).

Fastenwandern an der Ostsee

Es soll fit machen und Erholung bringen: Fastenwandern. Da man aber von allein vermutlich niemals aufs Essen verzichten und dazu noch täglich flott marschieren würde, ist es ratsam, sich einer Gruppe anzuschließen. Diese Art des Urlaubs hat nichts mit Quälerei zu tun. Durch die Bewegung an der Luft und Entlastung des Stoffwechsels findet man eher ganz nebenbei zu sich. Nette Betreuung und eine gemütliche Unterkunft bekommt man im „Strandhaus-Wiek“ auf Rügen. Die zwei ökologisch gebauten Holzhäuser am Wasser und mit großem Garten sind wunderbare Wohlfühlorte. Übrigens auch, wenn man nicht fasten mag. Alternativ gibt‘s Qigong und Ayurveda.

Weitere Infos:

Fasten im „Strandhaus-Wiek“: ruegen-yoga.de, eine Woche ab ca. 325 € mit Unterkunft und Verpflegung in Form von Biosäften und Suppe.

Angebote zum Fastenwandern auf Sylt unter metabolic-typing-hamburg.de/fasten. Weitere Veranstalter unter fasten-wander-zentrale.de.

Biwak auf dem Berg

Ja freilich, darin kann man übernachten! Rund sechs Stunden kraxelt man zu dieser Biwakschachtel des Deutschen Alpenvereins. Die Notunterkunft für Wanderer steht auf dem 3252 Meter hohen Wassertalkogel im Geigenkamm der Ötztaler Alpen. Bis zu neun Menschen können während ihrer Tour auf dem Mainzer Höhenweg hier nächtigen. Es gibt mehrere Zustiege und die Route ist anspruchsvoll, also nichts für Anfänger und schlechtes Wetter! Belohnt wird man mit Stille und grandioser Sicht.

Weitere Infos:

  • Detaillierte Auskünfte bekommt man bei der Mainzer Sektion des Deutschen Alpenvereins (Biwak ca. 9 € Nutzungsgebühr, dav-mainz.de).

Pilgern abseits der Touristenströme

Jakobsweg? Das klingt nach riesigen Menschenmassen, die sich nach dem Vorbild von Hape Kerkeling gen Santiago de Compostela wälzen. Doch man muss ja nicht die klassische Route nehmen – viele Wege führen zum Grab des Heiligen Jakob. Ein echter Geheimtipp ist die portugiesische Etappe ab Porto. Der Weg ist 235 Kilometer lang, verläuft parallel zur Atlantikküste und lässt sich in rund zehn Tagen meistern. Gerade wenn man nicht sechs Wochen Zeit hat und erst mal testen möchte, ob man allein wandern mag, sollte man sich an diese landschaftlich reizvolle Route trauen.

Weitere Infos:

  • Wer nicht in den Pilgerherbergen auf dem Weg übernachten will, kann in traumhafte Landhotels in Klöstern, Burgen oder Schlössern ausweichen (solaresdeportugal.pt).

Alm-Öhi in Österreich spielen

Kein Wasser aus der Leitung, kein Supermarkt, kein Strom – wer den steilen Weg auf eine Almhütte auf sich nimmt, muss zunächst entbehren. Doch jeder, der einmal die göttliche Ruhe genossen und sich mitten auf der Wiese mit dem Waschzuber „geduscht“ hat, wird süchtig nach Rundum-Natur und Höhenluft. Langweilig wird’s bestimmt nicht: Um etwa zu kochen, muss man erst mal Holz sammeln und dann zünftig das Feuer im Herd entfachen. Wer sich entscheidet, noch einen Nebenjob als Kuhhirte zu übernehmen, vergisst weltlichen Stress, wenn er täglich die frei laufenden Tiere zählen muss.

Weitere Infos:

  • Auf der Webseite urlaubaufderalm.com findet man viele Mietangebote für Hütten (ca. 50 € pro Nacht). Für diejenigen, die es ernst meinen und als Hirte oder Sennerin arbeiten wollen, gibt es hier Jobangebote: almwirtschaft.com.
  • Wer nicht gleich eine Alm-Auszeit machen möchte, sondern nur in den Bergen wandern, kann sich auf dem Portal wanderhotels.com auf die Suche nach einem Wohlfühlort in Südtirol, Österreich oder Deutschland machen.

Kultur und Natur tanken auf Island

Die Isländer sind bekannt dafür, dass sie im Einklang mit der Natur leben und ihr kreatives Potenzial ausleben. Um wirklich in die isländische Kultur einzutauchen und davon inspiriert zu werden, kann man einen Workshop mit den „ISlandfrauen“ buchen. Zum Beispiel: „Isländisch lernen – mit allen Sinnen“. Dabei übt man die Grundlagen der Sprache und kann Kontakte mit Einheimischen knüpfen. Zum Programm gehören auch Wanderungen, Reiten, Schwimmen oder Saunagänge. Untergebracht ist man in einer gemütlichen Pension in den Westfjorden.

Weitere Infos:

  • Nur für das weibliche Geschlecht sind die Workshops der „ISlandfrauen“. Besonders im Herbst herrscht eine mystische Stimmung auf der Insel. Man lernt viel über isländische Kultur (u. a. Sprache, Küche). Dazu wird gewandert und meditiert (eine Woche ab ca. 1349 € inkl. Unterkunft und VP, islandfrauen.de).

Lässig lernen: Surfen & Yoga

Beim Retreat-Urlaub setzt sich gerade ein Trend durch: Yoga in Kombination mit Surfen. Besonders gute Kurse bietet „Driftwood Travelling“ an den rauen Küsten in Irland und Galizien. Die sanften Bewegungen bringen den Ausgleich zum aufregenden Wellenreiten. Und von der Lässigkeit der Surflehrer kann man bestimmt auch was lernen! Die Kurse sind sogar für Anfänger geeignet.

Weitere Infos:

7-Tage-Camp mit Bio-Frühstück und 3-Gänge- Dinner, Kursen und Unterkunft ab ca. 950 €, driftwood-travelling.com.

Nur für Frauen und besonders luxuriös ist das 7-Tage-Verwöhnpackage mit Unterkunft, Surfkurs und Verpflegung auf Bali ab ca. 1800 €, baligoddessretreats.com.

Aussteigen, um Gutes zu tun

Wochenlanges Nichtstun kann zwar herrlich sein – aber irgendwann auch öde werden. Wieso also nicht der Langeweile vorbeugen und gleichzeitig Gutes tun? Angebote für weltweite Freiwilligenarbeit – sei es im Bereich Umweltschutz oder soziale Arbeit – gibt es mehr als genug. Und meistens sind im Gegenzug für das Engagement Kost und Logis frei.

Weitere Infos:

  • Global Ecovillages Network: Das Netzwerk setzt sich für nachhaltig organisierte Dörfer ein. Freiwillige Helfer können an der Entwicklung mitwirken (gen.ecovillage.org).
  • Weltsicht: Die unabhängige Organisation vermittelt global „Arbeitsplätze“ für Freiwillige u. a. im Tier- und Umweltschutz (welt-sicht.org).
  • Das Ökodorf „Crystal Waters“ (s. Bild) liegt nahe Brisbane/Australien und bietet die Möglichkeit zum Rückzug oder zur Freiwilligenarbeit (crystalwaters.org.au)

Auf dem Frachtschiff einchecken

Wer die Welt vom Meer aus entdecken möchte, dabei aber gut aufs Animationsprogramm und die dicht gedrängten Massen auf einem Kreuzfahrtschiff verzichten kann, sollte eine Frachtschiffreise buchen. Mittlerweile bieten etwa 50 Reedereien in Deutschland an, „zivile“ Passagiere auf ihren Schiffen mitzunehmen. Gegessen wird mit der Mannschaft, gewohnt wird in nicht besetzten Besatzungsquartieren, und die Kommandobrücke wird mit dem Kapitän persönlich erkundet. Auf jeglichen Komfort muss man aber dennoch nicht verzichten, denn mittlerweile verfügen die meisten Frachtschiffe über eine Sauna, einen Fitnessraum und einen Pool.

Weitere Info:

  • NSB-Reisebüro: Die Reederei bietet knapp 30 Routen weltweit an. Einige beginnen in Deutschland, andere müssen mit einer Flugreise kombiniert werden. Kabinen kosten zwischen 90 und 120 € pro Nacht (nsb-reisebuero.de).
  • Langsamreisen: Buchen kann man eine Teilstrecke oder eine Rundreise, z.B. von Hamburg über Asien für ca. 6000 €, langsamreisen.de.
  • Internationale Frachtschiffreisen Pfeiffer: Diese Agentur hat sich allein auf diese besondere Art des Reisens spezialisiert. Eine 42-Tage-Reise von Hamburg über die Karibischen Inseln und Mittelamerika gibt es ab ca. 4635 €, frachtschiffreisen-pfeiffer.de.
  • Frachtschiffe.de: Die Vermittlungs-Agentur bietet neben den üblichen Langstrecken-Seereisen auch drei Weltreise-Routen an. Die kürzeste Weltumschiffung, „Marco Polo“, dauert 104 Tage und kostet ca. 10.400 €, frachtschiffe.de.

Weitere Ideen um mal richtig zu entspannen finden Sie in der September-Ausgabe von Lonlely Planet Traveller.

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