Isandlwana & Rorke's Drift

Geschichte erleben

Anno 1879: Der britische Späher staunt nicht schlecht, als er hinter einem Hügel mehr als 20.000 kampfbereite Zulu-Krieger entdeckt. Es ist der 22. Januar und die britische Armee hat ihre Truppen zur Invasion von Zululand entsendet. Doch die Soldaten sind unvorbereitet und stehen der zehnmal so starken Zulu-Einheit machtlos gegenüber. Nur mit Speeren und traditionellem Lendenschurz bewaffnet, überrollen die Zulu-Krieger die Briten. Heute leuchten die weißen Steinhügel auf dem Feld rund um den Isandlwana-Berg schon von Weitem, an einigen ist ein Holzkreuz angebracht. Dort wurden die Soldaten, die in der Schlacht umkamen, beerdigt.

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Inkosi Mazibuko ist Friedensrichter

„Die Zulu feiern den Kampf nicht“, sagt Inkosi Mazibuko, der als Stammesanführer und Friedensrichter für Recht und Ordnung in Isandlwana sorgt. „Wir haben selbst in dieser grausamen Schlacht Tausende Leute verloren. Aber wir sind stolz, dass die Kämpfer ihre Heimat so gut verteidigt haben.“

Die Zulu sind ein Volk der Provinz KwaZulu-Natal im äußersten Nordosten des Landes. Unter ihrem König Shaka errichteten sie ein mächtiges Königreich, eingegrenzt durch die Flüsse Tugela und Pongola. Die Hügel und Täler rund um Mazibukos Dorf waren Schauplatz vieler Gefechte zwischen den Zulu und Europäern, fast alle hat das afrikanische Volk verloren. So auch die Schlacht von Rorke’s Drift, die nur nach wenigen Stunden auf den blutigen Kampf von Isandlwana folgte. Nachdem eine Handvoll britischer Soldaten etwa 4000 Zulu besiegt hatte, war Zululand kein souveräner Staat mehr und geriet in britische Hände.

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Drakensberge

Wandern im Park

Wer vor der acht Kilometer langen Felswand namens Amphitheater steht, fühlt sich klein. Sehr klein sogar. Ehrfurchtgebietend überragt das bis zu 3000 Meter hohe Gebirge aus Klippen und Schluchten den Royal-Natal-Nationalpark. Das grüne Massiv der Drakensberge gehört zu den besten Wandergebieten Afrikas, Besucher finden hier alles von einfachen Tagestouren bis hin zu anspruchsvollen Trails.

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Ncamy Dlamini (l.) und ihre Freundin schützen den Park vor Bränden

Ncamy Dlamini ist in den Nationalpark gekommen, um aktiv zu werden. Die Feuerwehrfrau trainiert hier mit ihrer Truppe für den Ernstfall. „Die meisten Brände in dieser Region entstehen durch Blitze und verbreiten sich in Sekunden“, sagt sie. „Man muss schnell sein, wenn man sie bekämpfen will, und das ist auf 3000 Metern Höhe nicht leicht.“ Sie stemmt den Rücken gegen das Gewicht ihres Rucksacks. „Aber das ist schließlich meine Heimat und ich bin stolz, dass ich sie durch meine Arbeit beschützen kann.“

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Rot und stachelig: die Natal-Bottlebrush-Pflanze

Die Landschaft um die Drakensberge, übersetzt Drachenberge, sieht aus wie aus einer Märchenwelt: Geradezu mystisch wirken die Täler, Wasserfälle, Flüsse und Höhlen vor dem Felsmassiv. „Das Amphitheater ist wie die Mutter Südafrikas“, sagt Dlamini. „Wir hätten weder Farmen noch Nahrungsmittel ohne die Flüsse, die dort entstehen.“ Aus dem Mont-aux-Sources, dem Berg der Quellen, entspringen gleich mehrere Ströme, darunter der Khubedu, der Elands und der Tugela. An seinem Flussbett führt eine der schönsten Tageswanderungen des Parks entlang.

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Wild Coast

Auf das Meer hören

Der Indische Ozean bäumt sich wieder und wieder zu gigantisch hohen Wasserwänden auf und rauscht mit Anlauf auf die Küste zu. Das Wasser versickert langsam im breiten Strand, ein paar Hundert Meter weiter brechen sich die Wellen an der felsigen Steilküste. Die Wild Coast, der Küstenabschnitt zwischen East London und Port Edward an Südafrikas Ostküste, macht ihrem Namen alle Ehre.

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Dayne Topkin ist auf dem Sprung in die Wellen

Dayne Topkin streicht seine krause Mähne aus dem Gesicht und klemmt sich sein Surfbrett unter den Arm. „Ich komme nicht nur zum Surfen hierher“, sagt er. „Die Landschaft und die Atmosphäre sind einfach grandios.“ Der Student ist aus der im Süden gelegenen Hafenstadt Port Elizabeth angereist. Noch bevor er sich ins Wasser wagt, hat er Publikum: die Kühe, die auf dem Steilhang grasen, beäugen ihn neugierig, ein paar Ziegen heben die Köpfe und ein Hund ist ihm bei Fuß bis zum Wasser gefolgt. „Heute morgen habe ich einem der Bauern geholfen, seine Rundhütte neu zu decken“, erzählt Topkin. „Für mich ist das wie eine Reise in die Vergangenheit meines Landes.“

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Nicht jede Kuh begeistert sich für den Meerblick

„Wenn meine Freunde aus Johannesburg zu Besuch sind, flippen sie immer völlig aus“, sagt Aidan Lawrence und tritt barfuß auf das Gaspedal seines alten Jeeps. „Sie leben dort abgeschirmt hinter Elektrozäunen. Ich habe hier nicht mal eine Haustür.“ Lawrence ist der Besitzer des „Wild Lubanzi Backpackers“, eines Aussteiger-Hostels mitten im Nirgendwo. 

Das Tosen der Wellen ist selbst im Hostel von Lawrence noch zu hören. „Als ich mein Haus hier baute, erklärten mich die Dorfbewohner für verrückt“, sagt er. „Sie prophezeiten, der Wind würde das Dach wegblasen und die Wellen würden mich nicht schlafen lassen.“ Eine seiner Gänse watet schnatternd durch die wilden Aloen. „Die Leute hatten teilweise recht. Es ist rau hier, aber wunderschön.“

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Die Frauen tragen das Wasser ins Dorf

Jenseits der Küste sind die grasgrünen Hügel gespickt mit Rondavels, den traditionellen Hütten des Xhosa-Volkes. Die Frauen in ihren bunt gemusterten Kleidern tragen volle Wasserkanister ins Dorf, Männer pflanzen Mais in die fruchtbare rote Erde und die Kinder bestaunen die wenigen vorbeifahrenden Autos.

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Der perfekte Trip Südafrika

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