Nördliche BreitengradeWillkommen im (echten) Winter

©Piero Damiani/Getty Images
©Piero Damiani/Getty Images

Wer sich jetzt in die nördlichen Breitengrade aufmacht, erlebt die kalte Jahreszeit von ihrer magischen Seite: Ob beim Schneeschuhlaufen, auf der Jagd nach Polarlichtern oder bei einer Rentierschlitten-Fahrt – es wimmelt nur so vor winterlichen Erlebnissen der Extraklasse. Also, zieh dich warm an und los geht’s!

52° N - Alberta Kanada

Der Icefields Parkway ist ohnehin schon eine der großartigsten Fernstraßen der Welt, doch erlebe ihn im Winter und du wirst ihn auf eine ganz andere Art zu schätzen wissen.

Die 230 Kilometer lange Straße zwischen Lake Louise im Banff-Nationalpark und der Siedlung Jasper im angrenzenden Jasper-Nationalpark, verläuft durch eine Kette der kanadischen Rockies, die sich aus den Ebenen Albertas erhebt.

Die Gipfel, die aussehen als wären sie erst kürzlich durch geologische Umwälzungen entstanden, sind im Winter so gebieterisch wie im Sommer, aber mit weniger Bewunderern an den Aussichtspunkten am Straßenrand.

Die Reise sollte man nicht leichtsinnig antreten. Winterreifen sind Pflicht und andere Vorsichtsmaßnahmen müssen getroffen werden, denn zu dieser Jahreszeit gibt es auf der Strecke keine Tankmöglichkeit, nur wenig Telefonempfang und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie wegen Schneeverwehungen gesperrt wird. Gute Vorbereitung wird mit dem Anblick von Gletschern und gefrorenen Wasserfällen sowie der Gelegenheit, Bergziegen und anderen winterfesten Bewohnern der Rockies zu begegnen, belohnt.

Und hab keine Angst, wenn du dsich auf den verschneiten Straßen unsicher fühlst – du musst nicht weit aus der Stadt hinaus, um die Nationalparks um den Lake Louise und Jasper zu erleben (travelalberta.com/de/).

Ebenfalls in der Gegend:

  • Mach die Pisten der Rockies in Banffs „Big Three” unsicher, den Skigebieten von Lake Louise, Sunshine und Norquay
  • Such dir deine Bier- und Speisekombination im „Grizzly Paw“ aus, einer kleinen, feinen Brauerei in Canmore
  • Begib dich auf Schneeschuhen oder Skiern zur Blockhütte „Skoki Lodge“ abseits der Pisten – und freu dich auf eine urige Unterkunft

59°N - Stockholm, Schweden

In Schwedens Hauptstadt geht die Sonne zur dunkelsten Zeit des Winters vor 15 Uhr unter, doch ein Glück gibt es die „Fika“. Die Kaffeepause mit kanelbullar (Zimtschnecke) oder einem Stück Karottenkuchen gehört zum gute Laune-Geheimnis der Skandinavier. Sie lässt sich wunderbar in einem der stilvollen Cafés des Altstadtviertels Gamla Stan genießen.

Ein weiterer Grund für einen Besuch in Stockholm zur kalten Jahreszeit: Man erwärmt sich bei einer Shoppingtour an der Schönheit des Nordic Designs. Die verschiedenen Outlets von „Designtorget“ sind perfekt für Mitbringsel im zeitgenössischen Stil. Wer Secondhand-Kleider, Retro-Style sowie Antiquitäten mag, sollte das hippe Södermalm ansteuern. Viele Hingucker gibt es im 2018 eröffneten Möbeldesignmuseum, in dem Produkte von Koryphäen wie Arne Jabobsen und Alvar Aalto ausgestellt sind.

Hunger? Die Östermalmshallen von 1888 ist beinahe fertig renoviert, doch ihr momentanes Zuhause verdient ebenso ein Lob für beste Kulinarik und Top-Design. Ein Erlebnis, auch im Winter, ist Skansen, das älteste Freilichtmuseum der Welt. Hier finden Sie die Tierarten des Nordens, eine Buchbinderei und Druckerei, eine Töpferei und Bäckerei. Kurz, mach dich auf eine Zeitreise durch Schweden im Miniaturformat (visitstockholm.com).

Ebenfalls in der Gegend:

  • Der Kungsträdgården (Königsgarten) verwandelt sich im Winter in ein kostenloses Schlittschuh-Vergnügen
  • Verfolge ein Eishockeyspiel in der Globenarena oder eine Partie des historischeren Bandy, das regelmäßig in Zinkensdamm gespielt wird
  • Spare Platz (und Geld) für das legendäre Smörgåsbord des Grand Hôtel mit allem Drum und Dran inklusive Heringsgerichten, Fleischklößchen mit Preiselbeeren und dem hauseigenen Aquavit

64°N - Ringstraße, Island

Wäre es bei dem Namen geblieben, den die nordischen Entdecker dem Land geben wollten, würde Island heute Snæland oder Schneeland heißen. Wenn man sich im Winter ins offene ungeschützte Land hinausbegibt, kann einen das helle Weiß der Umgebung schier überwältigen.

Route 1 – besser bekannt als Ringstraße – ist Islands Hauptverkehrsader und das ganze Jahr über, außer nach besonders starkem Schneefall, befahrbar. Wer sich den Weg um die ganze Insel sparen möchte (der sogar im Sommer eine Herausforderung ist), schaut sich entlang der Südküste zwischen Reykjavík und Höfn oder Egilsstaðir ein paar wirklich interessante Sehenswürdigkeiten an.

Der Seljalandsfoss und der Skógafoss gehören zu Islands mächtigsten Wasserfällen und liegen nicht weit abseits der Ringstraße. Sie tosen immer, selbst wenn die Landschaft um sie herum gefriert. Die Straße führt weiter vorbei an Jökulsárlón, wo Eisberge in der Lagune treiben. Hier finden zwar in der kalten Jahreszeit keine Kajaktouren statt, dafür tut sich eine andere Attraktion auf: Eishöhlen! Abenteuer-Anbieter wie „IceGuide“ bieten Touren in diese jenseitigen Welten an, die in jedem Winter anders daherkommen (visiticeland.com).

Ebenfalls in der Gegend:

  • Entdecke winterliche Eisformationen auf einer Tour durch die Lavahöhle Raufarhólshellir
  • Durchforste den Himmel nach Polarlichtern aus einem der transparenten Zelte des „Bubble Hotels“
  • Probiere die lokale und geothermisch betriebene Küche im Restaurant „Varmá“ im Hotel „Frost & Fire“

Zwischen 40°N und 78°N liegen noch viele weitere traumhafte Wintererlebnisse!

Alle findest du in der Februar/März-Ausgabe 2020 des Lonely Planet Magazins. Außerdem: Reise-Geschichten vom Karneval in den Bergen der Schweiz über Outdoor-Spaß in den Florida Keys bis hin zum perfekten Trip nach Tschechien! 

Alle Infos zum Magazin findest du hier.

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