Jamaika

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Sehenswertes in Jamaika

 

Kingston

Jamaikas lebhafte Hauptstadt hat einen schlechten Ruf, gegen den so manche positive Aspekte nur schwer ankommen. Auf den ersten Blick wirkt die Stadt weder gastfreundlich noch schön; sie ist durch Elendsviertel gekennzeichnet und mit einer deprimierenden Geschichte befrachtet. Unter der Oberfläche brodeln unaufhörlich die Spannungen und kochen nicht selten auch einmal über - von einigen Gegenden sollte man sich daher wohlweislich fern halten. Dennoch ist Kingston das Herz Jamaikas, sein pulsierendes Wirtschafts- und Kulturzentrum, das besonders während der jährlich stattfindenden Festivals einen Besuch wert ist.

An den Ausläufern des Gebirges erstrecken sich grüne Vororte mit Blick auf einen wunderschönen Naturhafen. Der historische Stadtkern zieht sich von der Hafenfront Richtung Norden; hier findet man zwischen modernen Hotel- und Bürotürmen das Stadtproletariat in Gestalt von Drogenhändlern, Straßenverkäufern und Bettlern. New Kingston liegt nördlich des alten Stadtzentrums.

Das Bob Marley Museum im ehemaligen Wohnhaus des Reggae-Superstars in New Kingston gehört zu den meistbesuchten Attraktionen der Stadt. Zu sehen gibt es das einfache Schlafzimmer des Künstlers mit seiner sternförmigen Gitarre neben dem Bett, die Einschusslöcher in der Rückwand des Hauses, die von einem Attentatsversuch im Jahr 1976 herrühren, und den Baum, unter dem Marley ganja (Marihuana) geraucht und Gitarre gespielt hat.

Die Hafenfront in der Innenstadt von Kingston ist zwar überreif für die seit langem geplante Sanierung, aber trotzdem kann man hier nett spazieren gehen und dabei den Kunsthandwerkermarkt am Kai besuchen. Einige Blocks weiter westlich liegt die Nationalgalerie mit Werken jamaikanischer Künstler von 1920 bis zur Gegenwart, darunter eine schöne Skulpturensammlung der Künstlerin Edna Manley. Jedes Jahr im Dezember wird außerdem eine Ausstellung mit einheimischen zeitgenössischen Künstlern veranstaltet.

Die meisten günstigen Hotels liegen südlich von New Kingston. In der Innenstadt ist das Angebot mager und eher der gehobenen Preiskategorie zuzurechnen. Dafür kann man hier wunderbar Essen gehen: Indische, chinesische und amerikanische Restaurants buhlen mit den einheimischen Köchen um die Dollarnoten der Gäste. Nördlich von New Kingston Richtung Westen findet man in der Red Hills Road unzählige Jerk-Stände. Wer in diese Gegend kommt, dem steigen schon von weitem die Duftwolken von gegrilltem, gut gewürztem Fleisch in die Nase. Die Red Hills Road ist auch eine gute Adresse für Leute, die auf der Suche nach Straßenpartys und Diskos sind. Reggae-Musik wird einen in dieser Stadt ständig begleiten, wo auch immer man hingeht!

Ocho Rios

Ocho Rios liegt gute 100 km östlich von Montego Bay. Die tief ins Land eingeschnittene, halbkreisförmige Bucht mit ihrem von einem Riff geschützten Hafen ist von grünem Hügelland umgeben. Von Kreuzfahrtschiffen, die vor Ochi ankern, gehen jährlich 400 000 Passagiere an Land. Wem es am Turtle Beach zu laut wird, der kann sich an weniger touristische Strandabschnitte im Osten zurückziehen. Wenige Minuten per Auto landeinwärts liegt Fern Gully, eine 5 km lange, kurvenreiche Farnschlucht, die die Senke eines umgeleiteten Wasserlaufs darstellt. Hier wachsen riesige Farnbäume, die das Licht wie ein Baldachin filtern. Am Besten man besucht diesen herrlichen Ort am frühen Morgen, bevor die Stimmung von den Abgasschwaden beeinträchtigt wird. Die Dunn's River Falls, 3 km westlich von Kingston, zählen zu Jamaikas bekanntesten Attraktionen. Man sollte sich von den Menschenmassen nicht abhalten lassen und sich dem Gänsemarsch durch die schäumenden Kaskaden anschließen. In langen Schlangen steigen die Menschen Hand in Hand durchs Wasser, das sich über Kalksteinblöcke und -stufen in kleine Becken und schließlich 180 m hinab zum Strand ergießt. Das Wasser ist erfrischend kühl und das ganze Szenario liegt im Schatten von hohen Regenwaldbäumen. Knapp 1,5 km weiter westlich münden die Laughing Waters in einen reizenden kleinen Strand; leider haben diese Fälle sehr unter der Errichtung eines Elektrizitätswerks gelitten.

Montego Bay

Der Nordwesten der Insel wird dominiert von der lebhaften Hafenstadt MoBay, dem Inbegriff des Jamaika-Tourismus. Hier ergießen sich endlose Touristenströme in Einbahnstraßen voll hupender Autos und Fußgänger und lassen die glitzernden Strände, die Golfplätze, die historischen Häuser und das Alltagsleben in den Gebirgsdörfern jenseits des schmalen Küstenstreifens fast völlig aus dem Blickfeld geraten. Trotz seines Rufs als Stadt der Drogen bietet MoBay viele Sehenswürdigkeiten, für die man durchaus in Kauf nehmen kann, dass einem auf Schritt und Tritt Marihuana angeboten wird. In der Innenstadt stehen noch viele schöne Stein- und Holzhäuser im georgianischen Stil und die Auswahl an Kunsthandwerk ist riesengroß. Wassersportmöglichkeiten gibt es zuhauf, wenngleich die besten Strandabschnitte den jeweiligen Hotelgästen vorbehalten sind. Wer billig reisen, sich die Nächte um die Ohren schlagen und Läden und Märkte voller Schnäppchen durchstöbern möchte, der ist hier am rechten Platz. Und auch Touristen, die eine Woche lang einfach nur Sonne, Sand und Meer genießen möchten, werden sich in den Hotelanlagen wohl fühlen. Wenn man allerdings einen Blick hinter das gängige Touristenklischee dieser idyllischen Karibikinsel werfen möchte, sollte man MoBay eher links liegen lassen.

Negril

Im gut 80 km westlich von Montego Bay gelegenen Negril reiht sich ein Urlaubshotel ans andere, dies ist ein weiterer Dreh- und Angelpunkt für Jamaikas unbeschwerten Sonnentourismus. Trotz unglaublicher Wachstumsraten geht es in Negril immer noch entspannter zu als im restlichen Jamaika (Negril gehört zu den wenigen Orten auf der Insel, wo man streifenlos braun werden kann). Man kommt relativ einfach mit Einheimischen in Kontakt, die ihre Holzschnitzereien am Strand feilbieten, an einfachen Buden gesundes Essen verkaufen und fast immer zu einem Plausch aufgelegt sind. Angesichts der atemberaubenden Sonnenuntergänge kann man auch leicht auf die Halluzinationen hervorrufenden Pilzomelettes verzichten, die auf sämtlichen Speisekarten zu finden sind.

Das Negril Watershed Environmental Protection Area ist das erste Naturschutzgebiet auf Jamaika. Langfristig soll die gesamte Umgebung von Negril unter Schutz gestellt werden; geplant sind ein Meerespark sowie der Erhalt der Torfbestände im Great Morass und der nahen Mangrovenwälder. Im Rahmen des Gesamtprojekts gibt es noch viel zu tun, doch das oben erwähnte Schutzgebiet ist ein wichtiger, erster Schritt.

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