Österreich

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Beste Reisezeit

Sightseeing und Wandern im Sommer, Skifahren im Winter - Österreich hat (fast) immer Saison. Die Hochsaison im Sommer dauert von Anfang Juli bis Ende August. Jedoch kann es in diesen Monaten in den Städten unangenehm warm sein und viele berühmte Einrichtungen haben seltsamerweise geschlossen. Juni und September gehören daher auch noch zu den typischen Reisemonaten. Im Winter ist in den Städten weniger los (mit Ausnahme von Weihnachten) und die Preise sind entsprechend niedriger. Der Wintersport hat seine Saison von Mitte Dezember bis Ende März mit Spitzen über Weihnachten, Neujahr und Februar. In den Bergen ist es von Ende April bis Ende Mai sowie im November recht ruhig. Der Frühling in den Alpen zeigt sich im Juni zur Blütezeit der Wildblumen von seiner schönsten Seite.

Kultur in Österreich

 

Österreich kann auf eine lange Tradition musikalischer Kultur zurückblicken. Aus ganz Europa kamen im 18. und 19. Jahrhundert die Komponisten an den Hof der Habsburger, welche - selbst musikalisch nicht unbegabt - die Musiker großzügig unterstützten. Wien entwickelte sich zu einem Zentrum der Klassik. Beethoven, Brahms, Gluck, Haydn, Mahler, Mozart, Schubert, Schönberg und die Strauß-Dynastie verbrachten hier ihre kreativsten Jahre. Institutionen wie die Wiener Philharmoniker, die Wiener Sängerknaben, die Staatsoper, der Musikverein und das Konzerthaus suchen auch heute noch ihresgleichen.

Im Bereich der Architektur verfügt Österreich über eine große Anzahl beeindruckender Sehenswürdigkeiten - womit bewiesen wäre, dass einige der Künstlertypen durchaus in der Lage waren, ihre Slipper und Perücken mit festen Schuhen und Stahlhelmen zu vertauschen. Das Zeitalter der Gotik vom 14. bis zum 16. Jahrhundert findet sich in einer Vielzahl imposanter Gebäude mit Strebe- und Spitzbögen sowie Kreuzrippengewölben wieder. Der Stefansdom in Wien wird allgemein als Österreichs Meisterwerk der Gotik angesehen. Auf die Gotik folgte der Barock. In Anlehnung an das italienische Vorbild entwickelte Fischer von Erlach einen eigenen nationalen Stil, den man als österreichischen Barock bezeichnet und der sich z. B. in der Nationalbibliothek und der Karlskirche niederschlägt. Kaiserin Maria Theresa wiederum hatte eine Vorliebe für das Rokoko, dessen überschwenglicherStil den Barock wie Bauhaus aussehen lässt - die Innengestaltung des Schlosses Schönbrunn ist ein herausragendes Beispiel dafür. Von den modernen Gebäuden sind vor allem die bunten und fantasievollen Entwürfe des eigenwilligen Architekten Friedensreich Hundertwasser interessant.

In den Kirchen Österreichs findet man wunderbare Kunstwerke aus der Zeit der Gotik, der Renaissance und des Barock. Auch der Biedermeierstil, eher im Bereich der Wohnkultur bekannt, fand mit Moritz Michael Daffinger seinen Eingang in die Kunst. Die bekanntesten Maler Österreichs dürften Gustav Klimt (Wiener Jugendstil) und Oskar Kokoschka (Wiener Expressionismus) sein, aber das größte Aufsehen erregte der Wiener Aktionismus. Dieser Ableger des abstrakten Expressionismus entwickelte sich in den späten 50er Jahren des 20. Jh. und wollte das Unterbewusstsein durch die Wildheit der Darstellung ansprechen: Farbe wurde über aufgeschlitzte Leinwände geschüttet, wobei Blut und Exkremente als "Farbe" und der menschliche Körper als "Pinsel" verwandt wurden. Psychische Belastungstests, Selbstverstümmelung oder Spinnerei - die Kritik an dieser modernen Kunst ist so alt wie sie selbst.

Bekannter noch als alle zeitgenössischen Künstler wurde ein "moderner" Wissenschaftler: Sigmund Freud, der Erfinder der Psychoanalyse. Neben seinen Hauptwerken "Traumdeutung" und "Das Ich und das Es" schenkte er der Welt die Begriffe Penisneid und Surrealismus, eine völlig neue symbolische Sprache sowie große, bequeme Ledersofas. Zu weiteren Angst einflößenden Österreichern gehören der großartige Regisseur Fritz Lang und der Muskelmann Arnold Schwarzenegger.

Österreichs Küche glänzt nicht eben mit leichten Gerichten, die Spezialitäten des Landes sind eher der "Fleisch-mit-Knödel-Ecke" zuzurechnen. Bekannteste Speise ist natürlich das in aller Welt zu findende Wiener Schnitzel. Im Unterschied zu dem ebenfalls verbreiteten "Schnitzel Wiener Art" besteht ein echtes Wiener Schnitzel immer aus Kalbfleisch. Im Übrigen verschmähen die Österreicher auch die Teile der Tiere nicht, die in anderen Ländern nicht als verzehrbar gelten. Bei Beuschel beispielsweise handelt es sich um dünn geschnittene Scheiben aus Lunge und Herz vom Kalb - schmeckt aber trotzdem. Unbestreitbare Stärken der österreichischen Küche sind Nachspeisen und Kuchen, ein verlockender Weg, Gewicht aus dem Geldbeutel auf die Hüften zu verlagern. Mehlspeise Nummer eins ist dabei natürlich der Strudel. Die Kalorienbomben kann man dann mit einem Glas österreichischen Weins abrunden, der sich inzwischen von den Glykol-Skandalen in den 80er Jahren des 20. Jh. erholt hat.

Natur & Umwelt

Das kleine Österreich liegt im Herzen Europas; seine Ost-West-Ausdehnung beträgt 560 km und von Norden nach Süden sind es 280 km. Grenzen bestehen zu Deutschland, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien und der Schweiz. Die Alpen nehmen einen Großteil des südlichen und westlichen Landesteils ein. Höchster Berg ist der Großglockner mit 3397 m. Nach Norden zur tschechischen Grenze hin wird Österreich durch das Hügelland der Böhmischen Berge begrenzt. Im Osten befindet sich mit dem Donautal und dem fruchtbaren Tiefland die Kornkammer des Landes. Seen prägen das Bild in Kärnten und im Salzkammergut, während Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark klassische Industrieregionen sind.

Fast die Hälfte der Landesfläche von Österreich ist bewaldet. In tieferen Regionen finden sich hauptsächlich Eichen und Buchen, in höheren Lagen bestimmen Nadelbäume das Bild. Oberhalb der Baumgrenze in über 2000 m Höhe erstrecken sich alpine Bergwiesen, auf denen u. a. Orchideen, Edelweiß und Mohn gedeihen. Zur typischen Tierwelt der Alpen gehören Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere.

Ein Großteil Österreichs weist ein gemäßigtes zentraleuropäisches Klima auf, im östlichen Teil des Landes dagegen herrscht ein trockenes kontinentales Klima vor. Hier klettert das Thermometer im Juli selten über 19°C und die jährliche Niederschlagsmenge bleibt unter 800 mm. Die Temperaturunterschiede sind je nach Höhenlage erheblich, aber wenn man sich nicht gerade auf dem Großglockner befindet, bewegen sich die Werte im Sommer zwischen 20 und 25°C, im Winter zwischen 1 und 4°C und zwischen 8 und 15°C im Frühjahr und Herbst. Reisende sollten beachten, dass die Sonneneinstrahlung in den höheren Lagen sehr intensiv ist und ein alpiner Sonnenbrand selbst den lässigsten Skifahrer sehr uncool wirken lässt - von der Gesundheit ganz zu schweigen.

Aktivitäten

Alle Österreicher scheinen auf Brettern geboren zu sein - ein Umstand, der die Anfänger auf den hiesigen Pisten enorm frustrieren kann. Zu den beliebtesten Skigebieten gehören Vorarlberg und Tirol; Wintersportmöglichkeiten finden sich aber auch in der Region Salzburg, Oberösterreich und Kärnten. Wer auf der Suche nach dem nationalen und internationalen Jetset ist, sollte sich nach Kitzbühel oder Lech begeben. Eine prima Möglichkeit, dem Trubel zu entgehen und in die Einsamkeit der Berge einzutauchen, bieten die unendlich vielen Langlaufloipen, die man überall dort findet, wo genügend Schnee liegt.

Wanderer können die Alpen auf Tausenden von Kilometern gut ausgeschilderter Routen erkunden. Ein Höhepunkt für Bergsteiger ist das Kaisergebirge in Nordtirol; um Unfällen vorzubeugen, sollte man jedoch niemals alleine klettern, niemals ohne hinreichende Ausrüstung unterwegs sein und immer die lokalen Wetterberichte und Lawinenwarnungen beachten. Weitere beliebte Aktivitäten sind Gleitschirm- und Drachenfliegen; Anbieter für Ausrüstung und Unterricht findet man in den meisten Skigebieten. Auch Ballonfahrten sind - im wahrsten Sinne des Wortes - im Aufwind begriffen, leider jedoch kein billiger Spaß. An den Seen im Salzkammergut und in Kärnten kann man hervorragend Wasserski fahren, segeln und windsurfen und für Kajakfahrer ist Österreich ein wahres Paradies. Einem etwas ruhigeren Bootsausflug auf der Donau sollten sich nicht nur Strauß-Liebhaber anschließen.

Verkehrsmittel

An- & Weiterreise

Wien ist Österreichs Knotenpunkt in Sachen Flugverkehr. Weitere internationale Flughäfen befinden sich in Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt. Bei der Ausreise wird zwar keine offizielle Flughafensteuer erhoben, dafür muss man aber eine Bearbeitungsgebühr bezahlen.

Österreich besitzt exzellente Zugverbindungen mit allen wichtigen europäischen Städten. Busse sind im Allgemeinen langsamer, billiger und weniger komfortabel als Züge. Die Reise nach Österreich mit dem Auto ist dank der gut ausgebauten Autobahnen in alle Nachbarländer völlig unproblematisch. Die wichtigsten Grenzübergänge sind 24 Stunden täglich geöffnet, die kleineren schließen teilweise zwischen 21 und 7 Uhr. Im Frühling und Sommer verkehren schnelle, aber keineswegs billige Tragflügelboote von Wien über Pressburg nach Budapest. Dampfschiffe fahren von Mai bis in den späten September hinein auf der Donau von Wien nach Passau.

 

Unterwegs vor Ort

Das Transportsystem innerhalb Österreichs funktioniert hervorragend. Ein Großteil der Inlandsflüge wird von Tyrolean Airways bestritten. Das Zugnetz ist gut ausgebaut und die Züge sind komfortabel und zumeist auch pünktlich. Für kürzere Fahrten oder Touren in entlegenere Gebiete ergänzt der Bundesbus das Bahnnetz. So können beispielsweise einige Skigebiete in Tirol oder Vorarlberg nur mit dem Bus - oder dem eigenen Auto - erreicht werden. Die Straßen sind für gewöhnlich in einem guten Zustand, den schmalen und kurvigen Gebirgsstraßen allerdings sollte man mit gebührendem Respekt begegnen.

Der öffentliche Verkehr in den Städten basiert auf Straßenbahnen. Wer gerne Rad fährt, kann sich an einem von über 160 Bahnhöfen in Österreich ein Stahlross ausleihen, wobei Start- und Zielpunkt nicht übereinstimmen müssen. Neben vielen Straßen des Landes verlaufen schöne Fahrradwege, das Nonplusultra aber ist der Donauradwanderweg, dem besonders Ausdauernde gar vom Schwarzwald bis hinter Wien folgen.

Schifffahrten auf der Donau sind langsam und teuer - sie dienen weniger als ernst zu nehmendes Transportmittel denn als gemütliche Ausflugsfahrt durch herrliche Landschaft. Für den bequemen Gipfelsturm stehen Standseil-, Luftseil-, Gondel- und Sesselbahnen sowie Schlepplifte zur Verfügung. Bergab geht es auch billiger: Eine Plastiktüte und Gottvertrauen - den Rest erledigt die Schwerkraft.

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