Perus Norden: Südamerikanische Wundertüte

Denkst du bei Peru an Amazonas und Inkas? Du denkst richtig – doch wir zeigen dir, dass das südamerikanische Land eine wahre Wundertüte für Naturliebhaber, Abenteurer, Kulturinteressierte und Gourmets ist.

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Vielfältig, sportlich, peruanisch

 

Du bist ständig auf der Suche nach Abenteuern, beeindruckenden Naturschauspielen, unerwarteten Eindrücken? Herzlich willkommen im Norden Perus, der besonders durch das Amazonas-Gebiet geprägt ist! Wenn du nun denkst, dass du vor allem von Regenwald umgeben sein wirst, wird dich das Land eines Besseren belehren: Vielfältige Landschaft, Flora und Fauna sorgen für Abwechslung auf deiner Reise. Schneebedeckte Gipfel reihen sich an malerische Täler, spektakuläre Wasserfälle an kristallklare Lagunen und Bergregenwälder an traumhafte Strände.



Der Norden des Landes kann mit Urlaubserlebnissen aufwarten, die das Herz jedes Bergsteigers und Wander-Begeisterten höherschlagen lassen. Ideales Basiscamp ist der berühmte Bergsteigerort Huaraz, auch bekannt als die „Schweiz des Südens“. Von dort kannst du zu Outdoor-Aktivitäten wie Mountainbiking oder Wandern aufbrechen. Alternativ gehst du zu Fuß und unternimmst eine Trekkingtour in die Anden-Gebirgsketten Cordillera Huayhuash oder Cordillera Blanca, die dir mit ihrem Yanapaccha-Gletscher den Atem raubt. Belohnt wirst du mit tollen Ausblicken auf türkisfarbene Höhen-Lagunen zwischen weißen Gipfeln – in der höchsten tropischen Bergkette der Welt erreichen über 30 Gipfel eine Höhe von über 6.000 Metern.

Gegensätze ziehen sich in Peru besonders an: Gar nicht weit von den schneebedeckten Sechstausendern findest du im Nationalpark der Cordillera Azul das größte Gebiet noch unberührten Bergregenwalds im ganzen Land, Heimat zahlreicher vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Wie wäre es jetzt noch mit einem tosenden Wasserfall, um das Bild komplett zu machen? In der Chachapoyas-Region wanderst du in Gesellschaft von Brillenbären, Kolibris und Gelbschwanz-Wollaffen über einsame, schmale Pfade durch den Nebelwald bis zum Gocta-Wasserfall. Über 771 Meter stürzt er in ein natürliches Schwimmbecken in die Tiefe. Und falls du von diesem spektakulären Blick nicht genug bekommen kannst, bleib doch einfach über Nacht! Es gibt viele Hotels in der Umgebung die den besonderen „Wasserfall-Blick“ von den Gocta Wasserfällen anbieten.

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Alles im Fluss in Perus Landschaft

Der peruanische Dschungel und der Amazonas-Fluss stehen ganz oben auf deiner Todo-Liste für Peru? Dann solltest du die Stadt Iquitos in der Region Amazonas auf keinen Fall verpassen. Wie eine Insel liegt sie inmitten des Regenwaldes und lässt sich nur auf dem Luftweg oder per Schiff erreichen. Iquitos ist eine lebhafte Stadt mit Sehenswürdigkeiten wie der von Gustave Eiffel erbauten „Casa de Fierro“ – und der ideale Ausgangspunkt für weitere Abenteuer.

Um das Amazonas-Gebiet zu erkunden, bieten sich dir zahlreiche Möglichkeiten: Während der angebotenen Bootsausflüge, der Kanutouren oder einer Urwaldexpedition zu Fuß kannst du farbenprächtige Orchideen und die unglaublich artenreiche Tierwelt entdecken. Oder du stattest einem indigenen Volk wie den Boras einen Besuch ab, bei dem du mehr über ihre Lebensweise erfährst, die traditionellen Speisen kosten und die Handwerkskunst bewundern kannst. Wenn du es zudem besonders komfortabel magst, unternimmst du eine mehrtägige Fahrt auf einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff. Ganz gleich, wie du letztlich reist, du tust es am besten zwischen April und Oktober. Dann ist es auch im Regenwald eher trocken.



Wenn dir Naturschutz am Herzen liegt, ist der in Peru beliebte und aufstrebende Ökotourismus eine tolle Alternative zu Luxus an Deck. Du besuchst erst das Naturschutzgebiet Pacaya-Samiria, wo du bei einer Bootstour Seekühe, rosa Delfine, Alligatoren, zahllose Vogelarten und Affen beobachten kannst. Mit etwas Glück erhaschst du vielleicht sogar einen Blick auf einen Jaguar. Das ist aber lange nicht alles: Die sogenannten ACP sind private Naturschutzgebiete, die dich runterkommen und dich der Erde ganz nah fühlen lassen. Das „ACP Bosque Berlín“ und das „ACP Abra Patricia“ beispielsweise liegen beide in der Amazonas-Region und offenbaren dir ganz neue Blicke auf Mutter Natur. Wald, Nebel, Wasserfälle, diverse Vogel- und Tierarten leben hier im Einklang mit den Betreibern kleiner Cottages, die in ihren umweltverträglichen Unterkünften darauf achten, dass ihre Übernachtungsgäste sich wohlfühlen. Yoga, Frühstück, vegane Küche? Kein Problem in den ACP.

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Geschichte hautnah: Auf peruanischer Zeitreise

Jeder, der nach Peru reist, hat schon etwas von der Kultur der Inka gehört. Aber wusstest du auch, dass den Inka mehrere große und mächtige Zivilisationen vorangingen? Sei es die Hochkultur der Chavín de Huántar, die sich etwa ab 1.400 v. Chr. entwickelte, die der Moche in der Region um Lambayeque oder die der Chimú mit ihrer Hauptstadt Chan Chan – ihre Spuren entdeckst du in Peru quasi „im Vorübergehen“.

Wenn du Lust auf eine Zeitreise hast, bei der dich spannende Begegnungen mit diesen alten Kulturen erwarten, bist du in Peru genau richtig. Du könntest deine Reise in der Region Áncash beginnen und unweit von Huaraz die Anlage der Chavín de Huántar besuchen. Es handelt sich dabei vermutlich um ein bedeutendes einstiges Orakel- und Kultzentrum. Bis heute ist die archäologische Stätte erst zu 15 Prozent erforscht und verrät dir dennoch viel über die frühe Hochkultur der Chavín.



Etwas weiter im Norden, in Trujillo, beginnt die sogenannte Moche-Route, die sich durch ihre außergewöhnlichen archäologischen Fundorte auszeichnet. Die Strecke verbindet zahlreiche Orte der Moche-Kultur, die in den ersten acht Jahrhunderten nach Christus einen Großteil des Nordens von Peru dominierte. Hier reiht sich ein spektakulärer Fund an den nächsten: Sonnen- und Mondtempel („Huaca del Sol“ und „Huaca de la Luna“), die als die größten Bauten des alten Südamerikas gelten, das Grab der Fürstin von Cao, deren gut erhaltene Mumie der erste Fund einer weiblichen Herrscherin in der Prä-Inkakultur ist, und die Stätte von Sipán, an der die intakte Grabanlage eines mächtigen Würdenträgers im antiken Peru gefunden wurde. In dem Grab dieses Herrschers, der nach seinem Fundort „Herr von Sipán“ genannt wird, fanden sich besonders reiche Grabbeigaben, die du im „Museo Tumbas Reales del Señor de Sipán“ bewundern kannst. Auch nach Chan Chan, der größten aus Lehm erbauten Stadt der Welt und ehemaligen Hauptstadt des Chimú-Königreiches, und nach Túcume, dem Tal der Pyramiden, ist der Weg nicht weit.

Perus jüngere Geschichte ist hier ebenfalls erlebbar: In Cajamarca fand mit dem Zusammentreffen zwischen dem spanischen Konquistador Francisco Pizarro und dem letzten Inka-Herrscher Atahualpa vor 500 Jahren eine bedeutsame historische Begegnung statt. Von diesem Treffen zeugt immer noch die „Cuarto del Rescate“ (Lösegeldkammer) im historischen Zentrum der Stadt, in die der Inka-Fürst eingesperrt wurde. Heute ist Cajamarca übrigens nicht mehr nur für dieses traurige Ereignis, sondern auch für seine wunderschöne Naturlandschaft und nachhaltige, genossenschaftliche Landwirtschaftsprojekte bekannt.

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Kuélap: Unaufgeregtes Machu Picchu des Nordens

Hat dich die Begeisterung für die präkolumbischen Kulturen gepackt? Dann solltest du auf deiner Reise durch Perus Norden auch die Festung von Kuélap nicht verpassen, die von den Chachapoya erbaut wurde. Genauso mysteriös wie die Kultur dieses noch immer wenig erforschten Andenvolkes ist auch ihr Name: Chachapoya bedeutet „Nebelkrieger“ oder „Wolkenmenschen“.

Kuélap gilt als das Machu Picchu des Nordens, ist aber nicht nur älter als die wohl bekannteste Touristenattraktion Perus, sondern auch weit weniger überlaufen. Die Besichtigung der alten Stadt lohnt sich schon aufgrund ihrer Lage: Umgeben von majestätischen Gipfeln und grünen Tälern, zwischen Nebelwäldern und blühenden Orchideen entfaltet sie ihren Zauber. Inmitten dieser spektakulären Landschaft auf 3.000 Meter Höhe steht eine 20 Meter hohe Mauer, die die Stadt umgibt. Der gesamte Komplex besteht aus 420 rundgeformten und mit Mustern und Friesen verzierten Einzelhäusern. Forscher vermuten, dass Kuélap der Verteidigung gegen andere Kulturen diente. Lange ging der Plan jedoch leider nicht auf: Die Chachapoya wurden etwa 1475 durch die Inka unterworfen.



Es gibt übrigens auch eine Stadt mit dem Namen Chachapoyas, die du dir ebenfalls ansehen solltest. Ein historisches Stadtzentrum, kleine Kirchen und Häuser aus dem 19. Jahrhundert sind ein faszinierender Kontrast zu Kuélap. Dann mache noch einen kleinen Abstecher zur „Laguna de los Cóndores“ (Kondorsee). Am Steilufer dieses kleinen, tiefblauen Gebirgssees fanden Archäologen im Jahr 1997 mehr als 200 gut erhaltene Mumien, die interessante Aufschlüsse über die Techniken der Mumifizierung geben. Die Mumien kannst du übrigens im Leymebamba-Museum besichtigen, das idyllisch in einem Garten mit grasenden Alpakas und blühenden Orchideen gelegen ist. Hier siehst du außerdem Textilien, Keramik und Waffen der längst vergangenen Zeiten. Und auch die Mausoleen von Revash sind nicht weit entfernt. Dort hatten die Chachapoya ihren Toten auf 2.800 Metern Höhe Felsengräber als letzte Wohnstätte in eine Steilwand gebaut.

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Reis und Bohnen neu interpretiert: Perus Gourmetküche

Auch kulinarische Genüsse kommen auf deiner Reise durch Peru nicht zu kurz – ganz im Gegenteil! Denn hier verbinden sich traditionelle Rezepte, frische, heimische Zutaten und die Kreativität der jungen Peruaner zu echter Gourmetkost. Kein Wunder, dass das Land mehrfach bei den World Travel Awards zur spannendsten Food-Destination der Welt gewählt wurde – und dass drei der weltbesten Restaurants hier zu finden sind.

Eines davon liegt sicherlich in den Händen von Héctor Solís, der sogar einen eigenen Feinkostmarkt führt. Er ist einer der Köche, die dank Neugier, lokalen und besten Zutaten sowie der Kombination aus Traditionellem und Neuem die peruanische Küche prägen. Diese ist ebenso reich an Kontrasten und unterschiedlichen Komponenten wie die Regionen und Kulturen des Landes. Stell‘ dir eine Mischung aus den Speisen der Moche, Sicán und Chimú vor, kombiniert mit europäischen, afrikanischen, chinesischen und japanischen Einflüssen – voilà! Aus verschiedenen regionalen Zutaten wie Fisch und Meeresfrüchten, süßen Zitronen, saftigen Mango, Maniok, Palmherzen oder Mocambo kreieren auch kleine, aber feine Restaurants wie das „La Patarashca“ oder das „Natural“ außergewöhnliche Gaumenfreuden.

Es geht aber auch etwas bodenständiger: Wie wäre es mit „Ceviche“, rohem Fisch, der mit Limettensaft, Chili und Koriander mariniert wird? Oder mit „Jalea mixta“ mit frischem Fisch und Meeresfrüchten? Tierische Produkte kommen, wenn du möchtest, auch auf den Teller: „Seco de cabrito“ ist gebratenes Ziegenfleisch mit Bohnen und Reis, „Arroz con pato“ mit Schwarzbier gewürzte Ente mit Reis – und „Juane“ ist gekochter Reis, der zusammen mit Hühnerfleischstücken in Kochbananenblätter gewickelt und dann langsam gegart wird. Um neben dem Hunger auch den Durst zu stillen, bestellst du dir das Nationalgetränk: den Pisco. Er wird aus fermentiertem Traubenmost destilliert. Dazu ein Schuss Zuckersirup, Zitronensaft und Eiweiß – fertig ist dein Pisco Sour!

Übrigens: In Sachen „Außergewöhnlichkeit“ macht Peru in der Kulinarik keine Ausnahme. Die weiße Kakaobohne wird in der Bergregion von Piura angebaut und hat einen so intensiven Geschmack, dass sie bei Chocolatiers weltweit teuer gehandelt wird.

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Peru ist nicht aus Gold – aber es glänzt!

Wie definierst du Reichtum? Besitztümer, ein volles Konto, Luxus? Ja, sicher, das kann eine Definition von Reichtum sein. Aber eine solche Vielfalt, wie sie dir Peru bietet – sei es in der Natur, der Kultur oder der Gastronomie – wiegt das alles nicht auf. Nach einer Reise in dieses besondere Land, nach den Begegnungen mit den herzlichen Peruanern, nach deinem Ausflug in die historische Vergangenheit und nach den vielen spannenden Erlebnissen, beeindruckenden Erfahrungen und unvergesslichen Momenten wirst du genau wissen, was wir damit meinen.

Bedenke nur das einzigartige Erbe der alten Hochkulturen: Besuche mit Caral die älteste Zivilisation Amerikas, mit dem Machu Picchu das Zentrum des mächtigsten Imperiums des Kontinents, die Moche-Route, die zwölf Weltkulturerbe-Stätten! Zu schätzen wissen das nicht nur Reisende, auch die Peruaner selbst gedenken gerne ihrer Vorfahren. Deswegen werden über das Jahr verteilt mehr als 3.000 traditionelle Feste gefeiert. Und deswegen ist auch die Kulinarik immer noch stark an die der Vorfahren angelehnt – vielfältig, frisch, bodenständig, gesund. Hinzu kommen die tollen Landschaften und Tierwelten, die mit Naturreservaten, Amazonas, Alpakas, über 1.800 Vogelarten und immerhin 28 der 32 Klimazonen ganz besondere Momente und Entdeckungen bescheren. Du wirst fast das Gefühl haben, nicht nur eines, sondern mehrere Länder bereist zu haben. Nicht umsonst sagt man, dass man in Peru an einem Ort die ganze Welt erleben kann.

 


Wir stellen die Frage also nochmal: Was bedeutet für dich Reichtum? In Peru jedenfalls definiert sich Wohlstand nicht über Geld, sondern über das Wohlbefinden sowie die Harmonie mit der Natur, wie sie die Inka vorlebten. Diese Dankbarkeit gegenüber Pachamama, der Mutter Erde, spiegelt sich bis heute in den Bräuchen der Peruaner wider. Dass die Natur unser größtes Kapital und unser größter Reichtum ist, ist das wichtigste Vermächtnis der alten Völker.

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Hochkultur und Hochgenuss: Mach dich auf den Weg nach Peru!

Lonely Planet "Gewinnspiel Peru"

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Dieser Beitrag wurde von Lonely Planet in Zusammenarbeit mit Visit Peru erstellt. Alle Inhalte und Meinungen stammen von Lonely Planet. Wir handeln redaktionell unabhängig und unparteiisch.

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