Lonely Planets Best in TravelTop 10 Städte für 2016

Freut euch auf die "Lonely Planet Top 10 Städte für 2016"! Von manchen hat man wenig gehört bis jetzt, andere werden schlicht weg unterschätzt oder haben sich extrem verändert - wir zeigen euch, welche Städte 2016 auf jeden Fall einen Besuch wert sind!

Kotor, Montenegro

Die atemberaubende Lage von Kotor, Montenegro. © Gilmanshin / Shutterstock
Die atemberaubende Lage von Kotor, Montenegro. © Gilmanshin / Shutterstock

Bevor es den Kreuzfahrt-Look verpasst bekommt

Da Kotor fast vollständig von spektakulärer Felslandschaft umgeben ist, ist es nahezu unmöglich, ein Foto ohne gewaltige Berge im Hintergrund zu machen. Eigentlich sieht die Stadt aus jeder Perspektive wie gemalt aus: Die historischen Stadtmauern liegen an der beliebten Bucht von Kotor, die traumhaft schön und so fjordartig ist, wie sie nur sein kann, obwohl sie am eher doch fjordlosen Mittelmeer liegt.

Was sich innerhalb der Mauern befindet, ist nicht weniger beeindruckend: eine lebendige, coole Stadt, in der die Bewohner sich im Straßencafé treffen, beim Bäcker für ofenwarmes Brot anstehen und von traditionellen Schustern ihre Schuhe reparieren lassen. Hier in Kotors Labyrinth aus Gassen und von Kirchen umgebenen Plätzen gibt es nur eins zu tun: sich verlaufen und in den Alltag der Einheimischen eintauchen. Vergessen Sie Restaurants – der Geschmack von Kotor wird in den kleinen Läden und auf den Wochenmärkten lebendig, wohlbehütet durch die Mauern der Stari Grad (Altstadt). Hier können Sie geräucherten Käse probieren, mit Walnüssen oder Pistazien, einen Klecks goldenen Honig oder herzhaften Schinken, und sich von Einheimischen in winzigen Weinläden einen tollen Rotwein empfehlen lassen, der an Ort und Stelle für Sie abgefüllt wird.

Kotor wird oft als „Mini-Dubrovnik“ bezeichnet, aber da Kotors großer kroatischer Bruder immer stärker von Kreuzfahrttouristen belagert wird, erweist sich dieser Spitzname als Bärendienst. Tatsächlich wirkt der Vergleich wie ein Blick in die Kristallkugel, offenbar wollen nämlich immer mehr Südeuropa-Kreuzfahrtschiffe in Kotors kleinem Hafen Halt machen – was bei dieser atemberaubenden Bucht nicht verwundert. Zum Glück haben die Massen von Kurzzeit-Touristen der wunderschönen Stadt noch nicht ihren Stempel aufgedrückt: Kreuzfahrt-Souvenirshops sind Mangelware und Kotors Stari Grad wirkt immer noch schnuckelig. Wie lange es so beschaulich bleibt? Wer weiß. Dubrovnik beweist, dass die Uhr bereits tickt.

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Quito, Ecuador

Der Blick in einen klassischen kolonialen Innenhof in Quito, Ecuador. © Fotos593 / Shutterstock
Der Blick in einen klassischen kolonialen Innenhof in Quito, Ecuador. © Fotos593 / Shutterstock

Das große Los

Die Einnahmen aus dem Öl strömen heftiger als der Ober- lauf des Amazonas. Während die Gelder beständig in die Verschönerung der von der Unesco gelisteten bunten Mischung aus südamerikanischer Kolonialarchitektur in Quito gepumpt werden, hat die Stadt ihre ruhmreichen Tage gleichzeitig noch vor und bereits hinter sich. Im historischen Zentrum aus dem 16. Jahrhundert scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, ebenso in den von Traditionen geprägten umliegenden Bergen. Was Sie 2016 jedoch anlocken könnte, ist der schicke moderne Look der City. Man wird sich durch den ganzen kolonialen Charme um einiges leichter hindurchbewegen können, sobald Quitos groß angekündigtes Metrosystem an den Start geht. Der restaurierte Bahnhof und der nagelneue Flughafen tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, High- End-Touristen als Kontrast zu den Backpackern anzulocken. Wenn Sie den Veranstaltungskalender überfliegen, finden Sie hochklassige Golf- und Tennisturniere neben Vulkantrekking-Touren; beim Blick auf die Skyline sehen Sie dynamische Bauten wie das neue Gebäude der Union Südamerikanischer Nationen neben jahrhundertealten Kirchen.

Die Sicherheitslage in der Stadt und die Qualität der Unterkünfte sind auf hohem Niveau. 2016 bekommt der neue Flughafen sein erstes Hotel vor Ort (das Wyndham Gran Condor), und mehr werden folgen. Das aufregendste Hotelprojekt ist aber die Überholung der Casa Perez Pallares, eines der ältesten Hotels im historischen Stadtzentrum. Die Quito-Touristen mögen zwar zur Mitad del Mundo („Mitte der Welt“) strömen, zum Äquator im Norden Quitos, um mit jeweils einem Bein in beiden Hemisphären zu stehen – aber die deutlichste Grenze in der Region liegt zwischen Alt und Neu.

Dublin, Irland

Die Half Penny Bridge (auf bekannt als Ha'(lf) Penny Bridge) in Dublin, Irland. © PlusONE / Shutterstock
Die Half Penny Bridge (auf bekannt als Ha'(lf) Penny Bridge) in Dublin, Irland. © PlusONE / Shutterstock

Finden Sie heraus, wie sich die „furchtbare Schönheit“ verjüngt hat 

Gestern noch waren Irlands Konjunkturaussichten so düster wie ein Pint Stout-Bier und es drohte erneut die Massenauswanderung, heute hat sich das Land erholt – und nirgendwo lässt sich dieser Auf- trieb deutlicher spüren als an den emsigen Ufern des Liffey River. Dublin ist nun eine wahrhaft kosmopolitische Hauptstadt, der Zustrom an Menschen, Energie und frischen Ideen verleiht der ohnehin vielseitigen und faszinieren- den Stadt neue Würze und ein Kaleidoskop an Farben. Schätzungen zufolge sind mehr als 40 % der Bevölkerung unter 30 – jugendlicher Elan, Optimismus und Einfallsreichtum sind fast greifbar. Dirty auld town? Dublin hat eine gesunde Farbe bekommen: Die Leute lieben das Grün im Zentrum und entdecken die wilden Seiten – der Natur an der Küste und jenseits aller Grenzen.

2016 jährt sich der Osteraufstand zum 100. Mal. Der irische Dichter und Nobelpreisträger William Butler Yeats schrieb: „Alles änderte sich vollständig: / Furchtbare Schönheit entstand“. Als furchtbare Schönheit nahm Yeats die Woge aus Leidenschaft, Politik und Tatendrang wahr, die Irland überrollte, nachdem auf Dublins Straßen eine bewaffnete Rebellion gegen die britische Herrschaft ausgebrochen war. Der Aufstand scheiterte, doch die unüberlegt ausgeführten Hinrichtungen der Rebellenführer – einer wurde nur Stunden nach seiner Hochzeit erschossen – erzürnten das Volk und lösten jene Ereignisse aus, die letztlich zur Republik Irland führten. Der riesige Betrag von 22 Mio. Euro ist für die 100-Jahr-Feierlichkeiten eingeplant.

George Town, Malaysia

Eine Dreirad-Rikscha in der Nähe des "Cheong Fatt Tze Mansion" oder auch "Blue Mansion", einem berühmten orientalischen historischen Gebäude in George Town, Malaysia. © Elena Ermakova / Shutterstock
Eine Dreirad-Rikscha in der Nähe des "Cheong Fatt Tze Mansion" oder auch "Blue Mansion", einem berühmten orientalischen historischen Gebäude in George Town, Malaysia. © Elena Ermakova / Shutterstock

Überraschende Kunstszene & schicke Unterkünfte 

George Towns zunehmend moderner und durchgestylter Look bildet einen faszinierenden Kontrast zum historischen Unesco-Welterbe-Straßen- bild. Initiativen wie das Urban Xchange: Crossing Over Festival inspirieren zu noch ausgeflippterer Street Art, und ein leer stehendes ehemaliges Frachtzentrum wurde zum Hin Bus Depot Art Centre umfunktioniert. Kunst, Film, Musik und Tanz stehen im Mittelpunkt von George Towns vielseitigster Ausstellungsfläche, außerdem bieten neuartige Unterkünfte wie das Sinkeh Guesthouse der wachsenden Kunstszene Raum. Das Wort Sinkeh stammt aus dem Hokkien, einem im malaysischen Bundesstaat Penang weit verbreiteten chinesischen Dialekt, und bedeutet „Newcomer“. Während das Untergeschoss im Sinkeh Ateliers und Auftrittsräume bereithält, beherbergt das Obergeschoss coole, minimalistische Gästezimmer. Planen Sie Ihren Besuch nach den regelmäßig stattfindenden Kunst- und Musikfestivals der Stadt und erleben Sie eine der originellsten und vielfältigsten Künstlergemeinden Asiens.

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Rotterdam, Niederlande

Würfelhäuser des Architekten Piet Blom in Rotterdam. © Hit1912 / Shutterstock
Würfelhäuser des Architekten Piet Blom in Rotterdam. © Hit1912 / Shutterstock

Der Ritt auf der Welle städtischer Entwicklung, Sanierung und Erneuerung

Futuristische Architektur, geniale Initiativen wie das innerstädtische Kanalsurfen, das rasche Wachstum der Kunstszene und eine Welle neuer Locations für Drinks, Essen und Party machen Rotterdam gerade zu einer der aufregendsten Städte Europas. Die zweitgrößte Stadt in den Niederlanden am Ufer des weiten Flusses Nieuwe Maas ist die reinste Freiluftgalerie für moderne, postmoderne und zeitgenössische Architektur. Für eine Stadt, die im Zweiten Weltkrieg fast ausradiert wurde, ist dies besonders bemerkenswert. Der Wiederaufbau geht weiter, mit Einfallsreichtum und Weitblick.

Zu den spektakulärsten Eröffnungen der letzten Zeit gehört die Markthal Rotterdam, der erste Indoor-Lebensmittelmarkt der Stadt. In die überdi- mensionale Halle in Form eines umgedrehten U mit ihren Verkaufsständen und Imbissbuden und der fantastischen, 40 m hohen, mit Obst und Gemüse bemalten Decke ragen gläserne Apartments. Eine weitere Attraktion in der Skyline ist die schillernde „vertikale Stadt“, De Rotterdam, das größte Gebäude der Niederlande, das vom Rotterdamer Architekten und Pritzer-Preisträger Rem Koolhaas entworfen wurde. Die eindrucksvolle Aussicht vom Hotel, dem Restaurant und der Cocktailbar geht auf die Erasmusbrücke - die faszinierende Schrägseilbrücke mit dem Spitznamen De Zwaan (Der Schwan).

Unter Rotterdams innovativen Sanierungsprojekten befindet sich die Hofplein-Station – der ehemalige Bahnhof der stillgelegten Hofpleinlijn-Eisenbahnlinie, deren Brückenbögen zu kulturellen und kreativen Zwecken genutzt und umgebaut werden. Bisher wurden hier Spitzenrestaurants, Boutiquen und ein Jazzclub eröffnet. Die Station Hofplein ist mit dem Stadtzentrum durch die hölzerne Fußgängerbrücke Luchtsingel (‚Luftkanal’) über die Bahngleise verbunden, die mithilfe von Crowdfunding finanziert wurde (man konnte Bretter kaufen und seinen Namen eingravieren lassen). Ein Teil der Brücke läuft quer durch das zum Designstudio umfunktionierte Bürogebäude Schieblock, auf dessen Dach die bahnbrechende Urban Gardening-Initiative DakAkker thront und Obst, Gemüse und Honig produziert. Anfang 2016 wird das Museum Rotterdam im „wolkengleichen“, von Rem Koolhaas designten Timmerhuis neu eröffnet und beleuchtet Rotterdams Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Gegen Ende des Jahres wird die Stadt mit dem wichtigsten Hafen Europas – die bereits Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris–Amsterdam ist – noch leichter zu erreichen sein, wenn die Eurostar-Direktverbindung zwischen London und Amsterdam am fantastischen neuen, mit Tageslicht beleuchteten und mit Edelstahl verkleideten Bahnhof Rotterdam Centraal halten wird. 

Mumbai, Indien

Ein Straßenverkäufer am Juhu Beach in Mumbai, Indien. © silentwings / Shutterstock
Ein Straßenverkäufer am Juhu Beach in Mumbai, Indien. © silentwings / Shutterstock

Indien mit Upgrade

Mumbai hat sich lange damit gerühmt, Indiens „Maximum City“ zu sein, und 2016 wird wohl das Jahr, in dem diese Hochburg der Mode, der Finanzen und des Films endlich erwachsen wird. Prognosen zufolge soll Indien im Jahr 2016 China in Sachen Wirtschaftswachstum überholen, und die Metropolregion Mumbai investiert ihren Reichtum in eine beispiellose Phase von Entwicklung und Expansion.

Die Zeichen dafür sind im gesamten Stadtgebiet sichtbar. Stillgelegte Baumwollspinnereien aus Kolonialzeiten werden zu prunkvollen Einkaufspassagen, in denen sich Mumbais schickste Bürger(innen) Küsschen zwischen Smartphone-Telefonaten zuhauchen, während sie die neuste Kollektion von Rohit Bal oder Manish Malhotra tragen. Pendler brausen oberhalb der Straßen im klimatisierten Komfort der neuen Mumbai Monorail dahin. Sogar Bollywood hat Weltrang: Nicht nur Einheimische, auch Touristen flippen jetzt aus, wenn sie Shah Rukh Khan in der mittäglichen Schlange vor der Olive Bar & Kitchen erspähen.

Dann ist da noch Mumbais unbändiger Drang in den Himmel. Während die Innenstadt in einem ewigen kolonialen Sommer dahintreibt, schießen in den Vororten Hochhäuser schneller aus dem Boden, als man Chowpatty Beach sagen kann – zuletzt waren es mehr als 2500. Wobei es auch Probleme gibt: Der India Tower in Girgaon sollte das höchste Gebäude Indiens werden, doch wurden die Bauarbeiten wegen Planungsfehlern gestoppt, nur um von dem noch ambitionierteren Vorhaben verdrängt zu werden, das höchste Wohnhaus der Welt namens World One in Upper Worli zu bauen.

Selbst die Ankunft in Mumbai ist dank dem strahlenden neuen Terminal am Chhatrapati Shivaji International Airport ganz neu. Früher kamen die Leute nach Mumbai, um Relikte Britisch-Indiens und Tempel zu sehen; heute geht es nur noch ums Essen, Shoppen und um Filmtouren. 

Fremantle, Australien

Fremantle Market, Australia. © MEzairi / Shutterstock
Fremantle Market, Australia. © MEzairi / Shutterstock

Weiter so, Freo!

Unter der glühenden Sonne Westaustraliens liegt Fremantle, eine eine verwegene Hafenstadt mit einer brennenden, vom Salz der See geprägten Seele. Wie Valparaiso in Chile oder Littleton in Neuseeland besitzt „Freo“ eine hübsche Altstadt mit viktorianischen und edwardianischen Gebäuden, die es irgendwie geschafft haben, den Abrissbirnen in den 1970er-Jahren zu entkommen. Ein abgelegener Platz – näher an Jakarta als an Sydney. Doch wie in jedem Hafen strömt auch hier die Welt mit der Flut herein und mit der Ebbe wieder hinaus und versorgt so die Bevölkerung mit globalem Zeitgeist. Fantastisch und in Australien einzigartig. Fremantle summt und brummt dank seiner Live-Clubs, Hipster-Bars, Boutiquehotels, unkonventionellen Buchhandlungen, Craft-Beer-Brauereien, Imbissbuden für Meeresfrüchte aus dem Indischen Ozean, Straßenmusikern, Stränden und Studenten auf der Flucht vor ihren Büchern.

1987 bewältigte Fremantle die Wirtschaftskrise, indem es sich als Gastgeber des America’s Cup von seiner besten Seite zeigte. Sobald die Segler wieder weg waren, erhob sich die Frage: „Was jetzt?“. Die Neuerfindung begann, mit Investitionen in Kultur, die Gründung der Notre Dame University und vor allem das Aufhübschen der Waterfront. 2016 kann Freo die Früchte ernten: eine blühende Stadtkultur und eine Reihe großartiger Events.

Fremantles beliebtes Australian Football-Team hat sich ebenfalls hohe Ziele für 2016 gesteckt. Die Fremantle Dockers spielen bereits seit 1995 in der Australian Football League, haben es bisher aber nur einmal (2013) in das Grand Final geschafft, wo sie knapp verloren haben. Doch die Dockers geben nicht auf, auch wenn sie zu den „ältesten“ Teams der Liga gehören. Also auf nach Freo, um zuzusehen, wie sie kicken, tackeln und spektakuläre Marks erzielen! Weniger überzeugend ist dagegen ihr Vereinslied … (googlen Sie es doch mal).

Manchester, England

Die Whitworth Art Gallery, Manchester. © Shahid Khan / Shutterstock
Die Whitworth Art Gallery, Manchester. © Shahid Khan / Shutterstock

Großbritanniens kulturelle Boomtown

Mit hohem Anspruch und Glauben an sich selbst hat der einstige Motor der Industriellen Revolution einen neuen Rhythmus für das 21. Jahrhundert gefunden, der nun Kunst und Kultur antreibt. Und die Regierung befürwortet die Entwicklung: Sie hat bereits £78 Mio. zugesagt für den Bau von The Factory, einem neuen, multifunktionalen Kunstareal, das ein Theater mit 2200 Sitzplätzen enthalten und ständiger Veranstaltungsort des Manchester International Festivals sein soll. Eine der wichtigsten britischen Kunstgalerien, die Whitworth Art Gallery, feierte 2015 ihre Wiedereröffnung nach einer £15 Mio. teuren Rundumerneuerung inklusive Glaspromenade und Kunstgarten. Einige Monate später wurde HOME eröffnet, ein Zentrum für verschiedene Kunstformen, aus dem das Beste in Sachen Theater, Film und bildender Kunst im Land kommen soll. Großbritanniens zweitgrößte öffentliche Bibliothek, die pantheon-ähnliche Central Library, öffnete 2014 ihre Tore als „Wohnzimmer“ für die Städter und wartet mit einer Medienlounge, der Mediathek des British Film Institute, einer Musikbibliothek und einer modernen Kinderbücherei auf.

Ein spaßiges Kulturerlebnis gibt es im Breakout in der Brazennose Street: Beim reallife escape room game müssen Teilnehmer Hinweise und Spuren sammeln, um das Schloss der Fluchttür zu knacken. Und 17 Jahre nachdem die Stadt als Kulisse für Russell T. Davies’ wegweisende Dramaserie Queer as Folk diente, stellt Manchester nochmals den Rahmen für ein Davies- Fernseh-Projekt, nämlich die ebenso ehrliche wie witzige Serie Cucumber.

Nashville, USA

Nashville bei Nacht. © Sean Pavone / Shutterstock
Nashville bei Nacht. © Sean Pavone / Shutterstock

Heißer als eine Chilischote!

Wenn Sie denken, in Nashville dreht sich alles nur um Gitarren, Föhnfrisuren und treulose cheatin‘ hearts, nun, dann liegen Sie richtig. Country ist immer noch Herz und Seele der Music City, und da Leute wie Taylor Swift mittlerweile zu den ganz Großen auf der Welt gehören, ist diese – ehemals ziemlich uncoole – Musikszene heute so lebendig und populär wie eh und je. Wenn Sie jedoch Ihren Kopf mal aus den Kneipen auf dem Lower Broadway stecken, werden Sie andere Klänge wahrnehmen: den Lärm von Bauarbeiten, aufgeregtes Geschnatter bei der letzten Restaurant- oder Kunstgalerie-Eröffnung und, am allerlautesten, das energiegeladene Summen neuer Betriebe. Nashville erlebt im Moment eine ausgedehnte Wachstumsphase und ist ein leuch- tendes Beispiel dafür, dass sich die US-Wirtschaft mit Höchstgeschwin- digkeit erholt. Massen junger Menschen ziehen in die Stadt: wegen der Musik, der freundlichen Südstaaten-Art, der Berufsaussichten und der geringen Lebenshaltungskosten. Die Industrie boomt, sei es Technik, Gesundheitswesen oder Autos. Nashville gehört zu den sieben ausgewählten Standorten in den USA, an denen das Google for Entrepreneurs Tech Hub Network anläuft, und gilt als ernst zu nehmendes Labor für Start-ups.

Die Zeichen stehen gut in Nashville, und den Gewinn muss man nur abgreifen. Während die Countrysänger in der Innenstadt von Verderben und Sittenverfall singen, eröffnen Trendsetter hippe Brauereien, Kaffeeröstereien und unabhängige Modeläden oder verwandeln leer stehende Kaufhäuser in kreative Verkaufsräume.

Angesagte Marken wie Eventbrite, Warby Parker und (räusper!) Lonely Planet haben hier kürzlich Büros eingerichtet, und Filmemacher, Designer und andere kreative Köpfe überschwemmen die Stadt. Insbesondere die Restaurantszene ist nicht wiederzuerkennen: Auf Fleischliebhaber wartet Regionales wie Barbecue und Meat and three-Lokale, gefeierte Küchenchefs bringen frischen Wind. Rolf & Daughters, Husk Nashville und Catbird Seat haben es unter die besten Newcomer des Landes geschafft. Reservieren Sie weit im Voraus!

Rom, Italien

Das Kolosseum in Rom © Nikonaft / Shutterstock
Das Kolosseum in Rom © Nikonaft / Shutterstock

Strahlende, glückliche Stadt

Rom ist eine Hauptstadt mit Charisma. Magie herrscht hier an jeder Ecke: sonnendurchglühte Piazzas, antike Pracht, Kirchen voller Meisterwerke und ein Vespa-Geschwirr nach italienischer Art. Doch im Jahr 2016 lohnt sich ein Besuch ganz besonders. Es ist das offizielle Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus im letzten Jahr aus- gerufen hat und das eine Flut von Pilgern anziehen wird, die in der Stadt ihren Glauben feiern. Und selbst nach weltlicheren Maßstäben ist es ein herausragendes Jahr, da das Ergebnis der umfangreichen Restaurierungsarbeiten am Kolosseum endlich enthüllt wird.

Jahrelang war das antike römische Stadion hinter Gerüsten verschwunden, nachdem 2013 der Luxus-Lederwaren-Konzern Tod’s 25 Mio. Euro für die Renovierung gespendet hatte. Eine ganze Gladiatorenarmee aus Archäologen und Reinigungskräften säuberte das 2000 Jahre alte Bauwerk – mit zerstäubtem Wasser. Auch der Trevi-Brunnen präsentiert sich neu in seiner ganzen schäumenden Pracht, nachdem er eine umfassende, vom Luxus-Modelabel Fendi gesponserte Reinigung erfahren hat. Fendi investierte bereits in die Restaurierung von vier anderen bedeutenden Brunnen. Seit Jahrhunderten haben Roms wichtigste Bauwerke nicht mehr so gestrahlt. Und das ist noch nicht alles, 2016 schafft es Rom gleich mehrmals ins Kino. Das Remake von Ben Hur versetzt Sie zurück ins antike Rom, wo man den Streitwagen am Circo Massimo (Circus Maximus) zujubelte. Der jüngste James Bond, Spectre, wartet mit aufregenden Verfolgungsjagden entlang des Tiber auf. Falls Sie also Inspiration brauchen, bevor Sie Roms Straßen unsicher machen – auf ins Kino ... 

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